STATUS: NOCH ZU BESCHREIBEN
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Hallo Karsten,
hier kommt ein Bild für den Blog. Es wurde Ende März von einer Freundin in Hamburg aufgenommen. Ich bin gespannt auf die Beschreibung.
Liebe Grüße,
Katrin

Archiv des Autors: karsten
Portrait Katrin
Eingeordnet unter noch zu beschreiben
Design-Preis für unsere Kleider mit Punktschrift
Die Kleider unseres Projekts „Die Schönheit der Blinden“ haben den UNIC AWARD in der Kategorie „Mode und Zubehör“ gewonnen!
Hier geht es zur Website: www.unic-design.de
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Pieter Bruegel der Ältere: Jäger im Schnee
STATUS: SCHON BESCHRIEBEN
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Saskia schreibt:
Können Sie bitte für mich eine Beschreibung des Gemäldes „Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel dem Älteren machen? Mich interessiert besonders, was man von den Menschen auf dem Bild erkennen kann und wie die Stimmung des Bildes ist. Es gibt eine Beschreibung bei Wikipedia, aber die ist sehr kurz. Wenn möglich würde ich gern mehr Details erfahren.
Und hier die Beschreibung von Jörg Schumacher:
Mir ist das Bild “Die Jäger im Schnee” (auch Heimkehr der Jäger) von Pieter Bruegel dem Älteren, gemalt 1565, bekannt als eines der ersten Bilder, auf denen eine Winterlandschaft zu sehen ist. Das Original hängt im Kunsthistorischen Museum Wien, ist gemalt in Öl auf Eichenholz und hat eine Größe von 117 Zentimetern in der Höhe und 162 Zentimetern in der Breite. Es ist also ein eher handliches Bild. Aber beschreiben wir die abgebildete Szene nun so, als wären wir mittendrin.
Jäger kommen nach Hause und haben nach einem anstrengenden Tag auf der Jagd trotz der 13 Hunde unterschiedlicher Größe nur einen mickrigen Fuchs erbeutet. Es ist Winter und sie laufen über einen schneebedeckten Hügel auf das Dorf im Tal zu. Es weht ein eisiger Wind von rechts und ein wenig von vorn. Ein Feuer vor einem Wirtshaus – erkennbar an einer knarrenden hölzernen Fahne über der Tür – etwa dreißig Meter links von Standpunkt des Betrachters wird vom Wind stark angefacht. Es wird Schilf oder Stroh verbrannt, warum, erschließt sich nicht. Ein Kind steht mit dem Rücken zum Wind am Feuer.
Der Betrachter der Szene ist zurückgeblieben, denn die Hunde und die drei anderen Jäger sind bereits ein gehöriges Stück voraus. Ein Busch im Vordergrund ist von verharschtem Schnee bedeckt. Die Jäger werden gleich einen nicht erkennbaren Weg den Hang hinunter beschreiten, der vermutlich nach links unten weitergeht und danach wieder sichtbar an einigen Häusern auf der linken Seite vorbei zwischen mehreren zugefrorenen Teichen nach halbrechts zu einem kleinen Dorf mit Kirche führt.
In der Ferne noch weiter rechts ragen zwei spitze Berge mit mehreren eisbedeckten Gipfeln und Gletschern ins Bild. Eine Burg liegt zu Füßen der Berge. Von dort weiter nach links öffnet sich ein Tal, in dem sich schneebedeckte Flächen mit vereinzelten Menschen, Wege, zugefrorene Teiche und Flüsse sowie vereinzelte Bäume und Buschgruppen abwechseln, bis ganz links in der Ferne ein kleine Stadt mit zwei Kirchen am zugefrorenen Meer liegt. Diese Eisfläche bindet die Schiffe ans Ufer und hält sogar Pferd mit Reiter aus.
Der Betrachter spürt die Weite dieser offenen Landschaft. Er ist vermutlich gegen die Kälte geschützt und hört die Geräusche im eisigen Wind an diesem trüben Nachmittag nur gedämpft. In der nächsten Nähe links voraus ist leises Kläffen zu hören. Die größeren, schlanken Windhunden ähnlichen Hunde machen einen müden Eindruck und schleichen nur noch dahin. Es sind die wenigen kleinen Hunde, die noch agil sind und Geräusche von sich geben. Die Menschen links am Feuer sind beschäftigt, ganz leise ist das Fauchen des durch den Wind angefachten Feuers zu hören.
Von fern voraus erklingen die Stimmen vieler Menschen, gelegentliches Lachen und freudige Kinderstimmen. Rechts von den Jägern grenzen im Tal mehrere zugefrorene Teiche aneinander, auf denen sich Menschen tummeln. Fünf Erwachsene üben Eisstockschießen, Kinder spielen Eishockey und noch weiter entfernt wird auf Schlittschuhen gelaufen. Die gewagten Kunststücke gehen nicht in jedem Fall gut aus, einige der Eisläufer finden sich bereits auf dem kalten, blanken Eis wieder. Vereinzelte Krähen auf den Bäumen in der Nähe geben krächzende Töne von sich, der Wind löst kleine Eisstückchen von den Bäumen in der Nähe. Das beherrschende Geräusch aber sind die knirschenden Schritte der Jäger im Schnee, die sich wortlos nach Hause bewegen.
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Spanisches Projekt über Fotografie und Blindheit – Aktualisiert
Wir sind nicht allein! Vor kurzem hat mich die Spanierin Noemí Peña kontaktiert, die gerade ihre Doktorarbeit über die Beziehung zwischen Fotografie und Blindheit schreibt. Sie hat auch einen tollen Blog – allerdings – natürlich – leider auf spanisch. Aber wer weiß, was unsere Leser nicht alles können. Es gibt dort jedenfalls auch viele interessante Links und Beiträge über blinde Fotografen und verwandte Projekte. Einen kurzen englischen Text zu ihrer Doktorarbeit findet ihr hier.
Und hier hat Noemi uns jetzt das Exposé ihres Projektes geschickt, ebenfalls auf englisch. Sehr interessant! Klickt hier um ans PDF zu kommen: noemi_pe_sa
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Programmhinweis: Konzert im Dunkeln
Hier schon einmal ein kurzer Programmhinweis: Am 18.10. um 19 Uhr wird im Rahmen unserer Ausstellung „Die Schönheit der Blinden“ in der Galerie Bernau ein
„KONZERT IM DUNKELN“
mit blinden und sehenden Musikern stattfinden!
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Über „Die Schönheit der Blinden“
Rede von Jörg Möller zur Eröffnung der „Schönheit der Blinden“ am 20. 9. 2013 in der Galerie Bernau
I
„Anfassen erlaubt, gucken aber nicht.“, sagt Lutz.
Wir stehen aber nun in einer Ausstellung, der Ausstellung „Die Schönheit der Blinden“ von Karsten Hein. Wir sehen Porträts, ein Buch, Kleider, hören Tondokumente mit den Stimmen der Beteiligten – und sehen natürlich die fotografische Dokumentation einer Modenschau. Die Protagonisten sind blind, der Fotograf jedoch nicht.
Wir befinden uns also in einer Zone (um das Jahresmotto aufzugreifen), die möglicherweise erst einmal verunsichert: Wo ist der „Riss“? Was nehmen wir wahr? Wo gibt es – vielleicht – ein leichtes Unbehagen? Oder ist es – vielleicht – doch viel einfacher? Was erkennen wir? Was ist Schönheit?
Wie kam es zu diesem Projekt?
II
Ilka sagt:
„Es war ein befremdlicher Gedanke zu wissen, daß mein Gegenüber jede Kleinigkeit, jede Nuance, jede Unzulänglichkeit meines Gesichtes genau studieren würde, wohingegen sein Gesicht für mich unsichtbar bliebe. Zu wissen, daß jemand mein Gesicht besser kennen würde als ich selbst… .“
Vor ca. 2 Jahren bat mich Karsten ein Foto-Shooting mit einer blinden und einer sehenden Frau zu dokumentieren. Es sollte ein Teil seines neuen Fotoromans werden.
So lernte ich Ilka kennen. Ich hatte mich so leise durch die Kulisse bewegt (ich hatte meine Schuhe ausgezogen, um die Hintergrundplane nicht zu beschädigen…), so daß sie über das Klicken der Kamera erschrak. „Du mußt mir schon sagen wo du gerade bist und was du machen willst!“ Es ist so leicht, respektlos zu sein… .
Die Porträts und die Bilder der Modenschau entstanden in der Zeit nach dem Fotoroman. 1,5 Jahre hat der gesamte Prozeß in der Vorbereitung und Koordination gedauert – bis die Kleidung z.B. fertig war. Sie stammen übrigens von der Schule für Mode und Design, Amy Scott und 7camicie. Die Klanginstallation von Ursula Voßhenrich.
Karsten hat die Protagonisten und sich durch lange Gespräche darauf vorbereitet, viel Zeit mit ihnen zugebracht – und sehr, sehr viele Bilder von ihnen gemacht. „Karsten ist der einzige klickende Gesprächspartner, den ich kenne.“, sagt wiederum Ilka. Aber nur durch diese Vertrautheit, die sich durch die intensive Beschäftigung miteinander einstellt, sind solche Bilder möglich.
Denn eines haben alle Porträts gemeinsam (egal ob die Personen blind oder nicht blind sind): Es wird eine Schamgrenze überschritten, es ist kaum mehr möglich, sein Gesicht komplett zu kontrollieren; es gibt kaum mehr eine Barriere zwischen den beteiligten Personen. Es ist eine Grenzüberschreitung. Um ihnen einen Schutz zu geben wurde festgelegt, daß zu dieser Modenschau nur Blinde zugelassen sind. Ein Schutz-Raum.
Denn (wieder Ilka): „Als ich das Klicken der Kamera zu ersten Mal hörte, war es wie das Klicken eines Schalters, dessen Betätigung all diese Gedanken wieder aktivierte, und für den Bruchteil einer Sekunde war ich dadurch wie gelähmt und peinlich berührt – für den Bruchteil einer Sekunde war es mir irgendwie peinlich, blind zu sein.“
Wesentlich komplizierter wird es dann, eine Gruppe zu fotografieren… .
III
„Gut auszusehen ist Selbstbestimmung“, sagt Lutz.
Die Realität/der Alltag und der künstliche Raum einer Modenschau sind jedoch zwei grundverschiedene Dinge. Es wurde festgelegt, daß die Kleidung weiß sein sollte – wegen der Fotos. Die farbigen Momente in den Bildern nur durch Personen hervorgerufen, die gerade nicht als Model fungieren.
Offene Blende – unscharfer Hintergrund. Der Stoff, der Schnitt, der ertastet wird. Die Gruppenkonstellation, die – ebenso wie die gemeinsame Vorbereitung – eine Entsprechung in Bildaufbau und Farbigkeit finden muß. Es ist DIE AKTION, die in den Fotografien festgehalten wird – DAS AGIEREN der Beteiligten, DAS VERSTÄNDIGEN UND ERKENNEN in diesem geschützten Raum. Die Hände… .
Wir sehen die Hände in Aktion, und die Bewegung, die Dynamik, die darin liegt. Das Innehalten. Die Situation, in der alle – im wahrsten Sinne des Wortes – aufgehen können.
Und es gab noch eine weitere beteiligte Person, einen besonderen Kunstgriff: die Braille-Schrift, die durch die Kunststickerin Antje Kunze für Stoffe entwickelt wurde. Sie wird in dieser konkreten Situation der Modenschau zum farbigen und grafischen Element. Denn: im Zusammenhang der Modenschau ist es für Blinde unerheblich, ob sie an der Kleidung angebracht wird.
Wie gesagt: Im Alltag ist es jedoch etwas anderes… .Aber – wenn wir hier die Aufmerksamkeit auf folgendes Bild lenken und die dazugehörigen Kleidungsstücke.
Es ist ein Kirschbaum: grüne und rote Punkte. Und ein Gedicht von Rilke.
IV
Was ist Schönheit?
„Schön sind Menschen, die sich andere Menschen gerne ansehen.“, sagt Karsten. Ich möchte hinzufügen: „Schön sind Menschen, die anderen in dieser friedlichen und entspannten Atmosphäre einen Einblick gewähren.“ Und dabei ist es völlig unerheblich, ob jemand blind ist, oder taub, oder ob er sehen und hören kann.
Schönheit ist auch, einen Raum schaffen zu können, den andere gerne nutzen und ausfüllen wollen – und so einen Platz in diesem Gefüge finden. Schönheit ist ebenso, die adäquate fotografische Form dafür zu finden. Schönheit ist, wenn Jenny sagt, Karsten hätte ihr ihr Gesicht wiedergegeben. (Sie kennt ihr Bild „nur“ aus Beschreibungen… .)
Was ist Schönheit noch? Dazu sagt Jessy: „Entdeckt mich jetzt mal!“
Vielen Dank!
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