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„Spiegelbilder“ von Mary Hartwig

Ein Mann und eine Frau mehrfach gespiegelt

Spiegelbilder. Foto von Mary Hartwig

Drei Personen in einem rundum verspiegelten Raum mit vielfältigen Spiegelungseffekten.

Ich beschreibe eine farbige Fotografie mit dem Titel „Spiegelbilder“ im Querformat der Fotografin Mary Hartwig.

Die Szene wird von 3 Personen beherrscht. Die Szene beschreibt eine klassische Aufzugszene im Hotel oder ähnlichem. Wir als Betrachter befinden uns quasi mit im Aufzug, durch die wunderbare Perspektive. Den Aufzug muss man sich wie folgt vorstellen: eine hellbeige Wandverkleidung bis auf Hüfthöhe, dann ein goldener Handlauf über die drei Seiten in den Aufzug hinein. Über den Handlauf eine Spiegelfläche rechts, links und gegenüber der Tür und auf der Türseite, also rundum. An der Decke im Rechteck ebenfalls einen Spiegel, der wiederum von einer hellbeigen Verkleidung umrahmt wird. Hier befinden sich jeweils 4 eingelassene Lichter auf jeder Seite in dieser Decke. Dies ist insofern wichtig, weil das ganze Bild von den sich immer wieder spiegelnden Lichtern dominiert und erleuchtet wird. Das Bild zeigt den kompletten Aufzuginnenraum. Die gegenüberliegende Tür ist sichtbar im linken Drittel. Die Bildaufteilung im Groben also, im linken Drittel ein knapper Schnitt der linken Wand inklusive Aufzugstür und die rechte Aufzugwand erstreckt sich über zwei Drittel. Die Tür ist geöffnet, im Aufzug steht ganz links zu sehen die Fotografin, an die rechte Wand gelehnt ein Herr und im Hintergrund eine junge Frau, die in Begriff ist, den Aufzug zu betreten. Der enorme Effekt durch die Spiegelung ist durch den phantastischen Blickwinkel wiedergegeben, welcher das ganze Bild beherrscht. Der Titel ist treffend gewählt.

Vorangestellt nun die Beschreibung der Personen: Zwei Personen befinden sich schon im Aufzug: Eine Frau, eine wohl ältere Dame – die Fotografin. Dunkel – lange Hose und Shirt – kurzärmlig bekleidet mit einer modernen großen weißen Handtasche schräg von der linken Schulter auf die rechte Seite hängend, einer Fototasche dunkel auf der linken Hüfte hängend, weiß behütet die Kamera mit beiden Händen vor dem Gesicht haltend. Die Hände beschreiben den typischen Griff an eine Spiegelreflexkamera, die eine Hand seitlich am Griff, die andere stabilisierend und einstellend am Objektiv. Die bis zum Ellenbogen nackten Arme bilden ein Dreieck. Der Körper scheint in Spannung und seitlich in den Raum lehnend, dem Fokussieren geschuldet.

Der Herr steht entspannt angelehnt an der rechten Seite des Aufzugs am Handlauf gelehnt. Er ist in sommerlichem Outfit gewandet, hellbeige Hose, ein kurzärmliges weißes Hemd mit leichten Streifen über die Hose tragend, Auf dem Kopf ein sommerlicher heller Hut mit kleiner Krempe und dunklem Hutband. Sein Blick ist von uns, den Betrachtern abgewandt. Er scheint das Auftauchen der jungen Frau in dem Türrahmen mit einem Blick zu würdigen. In seiner uns zugewandten Hand hält er einen länglichen, für mich nicht zu erkennenden Gegenstand. Da das Outfit nicht für einen kleinen Regenschirm spricht, kann ich nun nur vermuten, dass es ein großer zusammengeklappter Fächer ist, oder etwas teleskopartiges, vielleicht ein Gehstock oder ein Einbeinstativ. Das Paar wirken auf mich Agatha Christies Nilkreuzfahrt entliehen, auf dem Weg ins Abenteuer einer sommerlichen Ausflugsstadt.

Die junge Frau, die halb im Eintrittsbereich zur Aufzugtür zu sehen ist, wirkt in Bewegung und bereit in den Aufzug einzutreten. Sie trägt flache Schuhe, eine dschungelgemusterte schmale Hose und ein weißes kurzärmliges Shirt mit leichtem Spitzenvolant am Saumabschluß. Sie hat schulterlange blondes lockiges Haar und trägt eine Sonnenbrille.

Der Blick durch die offene Tür an der jungen Frau vorbei auf den Raum außerhalb des Aufzugs zeigt eine ebenso prachtvolle Umgebung, eine Treppe mit goldenen Treppenkanten, den gleichen hellen Stil der Wandbekleidung und die Reflektionen verraten einen ebensolchen Lichtereinsatz wie im Aufzug. Royalblaue Florware scheint den Boden nach den Marmorfliesen aus dem Zutrittsbereich des Aufzugs zu bedecken.

Nun komme ich nicht umhin, die Spiegelungen der rechten zwei Drittel Bild zu beschreiben die das Bild ausmachen. Es ist eine Mehrfachspiegelung, die entsteht, wenn Spiegel und Spiegel sich gegenüber das Spiegelbild zuwerfen. Der ältere Herr wird also wie ein Schmetterling Rücken an Rücken in der Bildmitte gespiegelt – nebenbei auch noch im Spiegel-Saum der Türumrahmung. Hier in dieser Spiegelung ersieht man auch, dass sich der Aufzug im 6. Stock befindet, die rote Aufzugsanzeige wird zwar real vom Herrn mit seiner Kopfbedeckung verdeckt, aber in der Spiegelung freigegeben. Die Fotografin spiegelt sich auf der Schnittfläche zwischen dem mittleren und dem rechten Drittel wieder, bevor auch ihr in der Spiegelung der Schmetterlingseffekt passiert, sie also optisch abgebildet wird wie die linke Spiegelwand sie wiedergibt.

Alle Personen befinden sich in den unteren zwei Dritteln des Bildes, genauer gesagt befinden sich die Köpfe der Hauptpersonen über der horizontalen Mittellinie. Das obere Drittel des Bildes wird von der Decke und deren Beleuchtung beherrscht.

Das ganze Bild wird durch die Dreieckssituation der Personen auf der linken Seite bestimmt, die Fotografin schaut uns durch die Kamera an, der Herr erblickt die herannahende junge Frau und diese wiederum betrachtet die sich ihr offenbarende Szene. Diese Szene wird für uns Betrachter noch gesteigert denn sie erhält ein wunderbares Echo durch die abgebildeten facettenreichen Wiederholungen auf der rechten Bildseite.

Die harmonischen Bildfarben beige, weiß, Gold, antrazithdunkel und ein wenig royal Blau mit all den Lichtern hinterlassen einen angenehm luxuriösen Eindruck, welches durch die Linien in Facetten geteilt wird und so den Blick sehr lange fesselt, um dieses Bild zu erfassen und zu verstehen. Es ist ein sehr humorvolles Bild, in dem jede Person eine Rolle hat. Das abschließende Faszinierende für mich ist, dass der goldene Handlauf des Aufzugs exakt den unteren Rand säumt und somit den ganzen filigranen Flächen einen Halt gibt.

Rechts unten ist in Rot das Datum der Aufnahme einem Stempel gleich abgebildet: 04.03.2017 13 56 Die Aufnahme ist somit am frühen Nachmittag am 04. März 2017 entstanden.

Meine persönliche Interpretation reicht soweit, da ich in Hotels noch nie in solch direkter Kombination Aufzug mit Treppe in Verbindung gesehen habe, dass dies ein Ort auf einem Schiff sein könnte. Eine reine Vermutung, die jedoch durch die eher seriöse Urlaubs-/Reisebekleidung und das „Traumschiffambiente“ genährt worden ist.

29.02.2020 / Doro Hartmannshenn

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Spiegelbild von Silja Korn

Unterer Teil eines Gesichts in Schwarz-Weiß

Das Foto erinnert mich an mein letztes gesehenes Spiegelbild, bevor ich völlig erblindete. Ich war in etwa 12 als ich mich noch als Schattenbild in einem Spiegel betrachten konnte. Um überhaupt was erkennen zu können, musste ich nahezu in ihn hineinkrauchen. Im Grunde war es nicht mehr allzu viel, was ich da sah. Denn ein Gesicht mit all seinen Merkmalen war es nicht mehr, was ich da erblickte.

Schemenhaft konnte ich nur noch erahnen, wo sich meine Augen und meine Nase befanden. Die Mundpartie fiel noch sehr deutlich in mein Blickfeld, und das machte mich glücklich.

Beschreibung

Bei dem Bild handelt es sich um ein schwarz-weiß Portrait einer Person im Hochformat. Der Hintergrund, der am oberen Rand zu einem Sechstel und am rechten Rand zu etwa einem Fünftel sichtbar ist, ist dunkelgrau. Der Rest des Bildes wird von dem Kopf und einem Spiegel eingenommen. Das linke Drittel des Bildes ist komplett verdunkelt. Die Haare der Person sind auf dem Bild schwarz, einige Strähnen des Ponys hängen ihr in die Stirn. Sie hat die Augen geschlossen. Das Bild ist insgesamt sehr dunkel, nur einige Stellen, die unten ausführlicher beschrieben sind, sind hell.

Die Person hält sich einen Spiegel mit einem schmalen, hölzernen Rahmen unter das Kinn. Der Spiegel wird am rechten Rand des Rahmens von drei Fingern, von denen am unteren rechten Rand des Bildes nur die längeren lackierten Fingernägel sichtbar sind, so gehalten, dass er vom Kinn ausgehend schräg nach unten zeigt.

Eine nicht im Bild sichtbare Lichtquelle beleuchtet die Unterseite des Kinns der Person, die rechte Seite der Oberlippe und einen Teil der rechten Wange und ihre Nasenspitze. Das beleuchtete Kinn und die Nasenspitze spiegeln sich auch im Spiegel.

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Marys Spiegelbild

Marys Spiegelbild

Bildbeschreibung von Mandy

Dieses Foto zeigt Mary neben unserer Hochschule vor einer Spiegelwand. Hinter ihr ist in der rechten Bildhälfte ein Graffiti und in der linken Bildhälfte die Steinsäulen der Alice-Salomon Hochschule zu sehen. Den Mittelpunkt des Fotos bildet Marys Spiegelbild. Nur ihr rechter Arm ragt vor dem Spiegel, auf der linken Seite, in das Bild und überdeckt einen kleinen Teil ihres Spiegelbildes.

Mary steht frontal vor dem Spiegel, man kann ihren Oberkörper sehen. Sie trägt einen geöffneten Kurzmantel und einen Schal, welcher Falten schlägt. Ihren Kopf legt sie leicht in den Nacken, da sie zur rechten Seite schaut. Man sieht einen Teil ihres linken Ohrrings durch ihre blonden Haare hervor, sowie den rechten Bügel ihrer schwarzen Sonnenbrille, die in ihren Haaren steckt. Ihren rechten Arm streckt sie nach rechts oben aus. Mit ihrem rechten Zeigefinger deutet sie erklärend auf etwas, das im Bild nicht zu sehen ist. Ihr linker Arm ist angewinkelt und nah an ihrem Körper. Mary hält eine brennende Zigarette in ihrer linken Hand, welche aufgrund ihres rechten Armes vor dem Spiegelbild, nur zur Hälfte zu erkennen ist.

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Unsere Gruppe im Spiegel von Mary

Gruppe vor dem Spiegel

Beschreibung von Mandy

Das Foto mit Sara, Alex, Esther, Mary, unserer Fotografin, und mir, entstand neben unserer Hochschule vor einem verspiegelten Schaufenster. Wir fünf stehen nebeneinander und schauen in den Spiegel. Man kann uns bis zur Hälfte sehen. Hinter uns ist ein Graffiti erkennbar. Das Bild wirkt insgesamt sehr hell. Die Sonne scheint stark und blendet uns alle von der linken Seite.

Ganz links im Bild bin ich zu sehen. Ich trage einen schwarzen Mantel, sowie einen schwarzen Schal und einen Rucksack. Mein Gesicht und meine Haare sind nur teilweise zu erkennen aufgrund der stark blendenden Sonne. Vor mir, etwas weiter rechts im Bild, steht Sara. Sie steht schräg und schaut über ihre rechte Schulter in den Spiegel. Sara trägt einen schwarz-weiß gestreiften Pullover. Man sieht einen Teil ihres Rückens und ihres Armes. Ihr Gesicht und ihr Hals sind deutlich zu erkennen. Der Gesichtsausdruck ist etwas ernster. Saras blonden Haare sind offen, aber nur auf der rechten Seite deutlich zu erkennen. Aufgrund der Sonne erscheinen ihre Haare auf der linken Seite sowie ein Teil ihres Rückens sehr hell.

Neben Sara steht Mary, die gerade die Kamera hält und das Foto schießt. Sie trägt einen Kurzmantel und einen Schal, welcher nur ein bisschen auf der linken Seite erkennbar ist, da sie ihre beiden Arme vor ihr Gesicht hält um zu fotografieren. Lediglich ihre blonden Haare und ihre Unterlippe sind zu erkennen. Auf ihrer rechten Schulter erkennt man, etwas weiter im Hintergrund, die linke Hand von Sara. Mit ihrer rechten Hand fast Sara unter Marys rechten Arm, um ihn leicht zu führen. Hinter Mary und Alex steht Esther. Man sieht nur ihren Kopf und ihren Schal. Sie hält ebenfalls eine schwarze Kamera vor ihr Gesicht und setzt gerade zum fotografieren an. Esther trägt ihre Haare geschlossen.

Rechts vor Esther und rechts neben Mary steht Alex. Sie schaut auch in den Spiegel. Alex trägt einen Mantel, der etwas weiter geöffnet ist. Ihr Kragen legt sich leicht auf ihre Schultern und ihre geöffneten, blonden Haare fallen in ihn hinein. Ihr Gesicht und ihr Hals sind deutlich zu erkennen und werden nicht von der Sonne geblendet. Ihr rechter Arm ist angewinkelt und bis zum Ellenbogen auf dem Foto erkennbar..

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Träumend in der S-Bahn von Tina

Eine junge Frau schaut aus dem Fenster einer S-Bahn in dem sich ihr Gesicht spiegelt.

Portrait von Marit in der S-Bahn beschrieben von Flo

Die Fotografie zeigt ein Portrait von Marit, welche in der S-Bahn sitzt und mit verträumtem sowie leicht nachdenklichem Blick aus dem Fenster schaut. Der Oberkörper ist gerade zum Betrachter gerichtet und der Kopf nach links gedreht, wodurch ein seitliches Profil entsteht.

Sie nimmt ungefähr ein Drittel des Bildes ein und befindet sich auf der rechten Seite. Der rechte Bildrand schneidet ihre linke Schulter ab, die andere Schulter befindet sich ungefähr in der Mitte der Fotografie. Marit ist mit dem Körper zur Fotografin gerichtet, ihr Kopf ist seitlich nach Links gedreht wodurch ihr Seitenprofil deutlich sichtbar wird. Der untere Bildrand reicht bis knapp über Brusthöhe und vom schwarzen T-Shirt ist nur ein ungefähr 2 Zentimeter dicker, schwarzer Träger und schwarzer BH Träger ersichtlich.

Marit ist eine schlanke und junge Frau von ungefähr 25 Jahren. Ihre Haut an Oberarm, Schulter und Dekolletee wirkt auf der Fotografie sehr weich und eher hell. Der Hals und hintere Teil der Wange sind vom Schatten etwas abgedunkelt. Ihre Lippen, Wangen und Ohren sind leicht gerötet. Die dunkelbraunen Haare trägt Marit seitlich kurz und die längeren Haare sind über die Stirn von links nach rechts gekämmt.

Die linke Seite des Bildes zeigt einerseits das Fenster der S-Bahn, in welchem das Spiegelbild von Marit erkennbar ist. In der Spiegelung ist das vollständige Gesicht von Marit zu sehen. Andererseits ist auf der linken Seite des Bildes der Ausblick von der S-Bahn heraus erkennbar. Da die S-Bahn gerade in Fahrt zu sein scheint, ist dieser Teil des Bildes leicht verschwommen. Deutlich erkennbar sind jedoch Büsche, welche hellgrüne bis dunkelgrüne, volle Blätter tragen. Einige dieser Blätter wirken zudem heller, da sie von der von oben scheinenden Sonne beleuchtet und herausgehoben werden. Weiter ist hinter diesen Büschen ein Ziegeldach zu sehen, welches ebenfalls von der Sonne sehr hell leuchtet wird.

Beim genaueren und längeren Betrachten des Bildes ist noch eine weitere Person erkennbar. Sehr unauffällig und ganz klein im Hintergrund in der Mitte ganz am rechten Rand außen ist ein weiteres Gesicht erkennbar. Es zeigt eine weitere, weibliche Person welche in der S-Bahn sitzt. Von der ungefähr 50 Jährigen Frau mit kurzen Haaren ist nur sehr unscharf das Gesicht zu erkennen. Das Licht beleuchtet nur eine Seite ihres Gesichtes, die andere Hälfte ist durch den Schatten nicht zu sehen.

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Tanzstunde

Hallo!
Hier kommt ein Foto aus meiner Tanzstunde. Es ist nicht direkt aus dem
Unterricht, weil ich mich natürlich nicht im Spiegel sehen kann. Aber
da das Selfie aus dem Schloss Charlottenburg so gut rüberkam, hab ich
gedacht, das ist vielleicht auch eine gute Idee für dieses Bild. Die
Geste, die ich mache, gehört zu einem Tanz, bei dem es darum geht,
etwas Imaginäres aus der Luft zu greifen und damit die Bewegungen
weiter zu gestalten. Im Hintergrund sieht man meine Tanzlehrerin Frau
Bender, die schon länger inkulsiven Tanzunterricht anbietet. Im Moment
ist sie gerade auf der Suche anch weiteren blinden Schülerinnen. Ich
tanze seit April bei ihr und kann sie sehr empfehlen. Sie hat sich
toll auf meine Blindheit und Schwerhörigkeit eingestellt und die
Stunden bei ihr sind wirklich etwas ganz Besonderes. Ihr Stil nennt
sich Tanztheater. Es geht darum, Bewegungen aus dem Alltag
künstlerisch in den Tanz einzubauen. Sie gibt ganz klare, kleine
Anweisungen, aber ansonsten ist man völlig frei in der Umsetzung, was
mir sehr gefällt. Wenn jemand Lust aufs Tanzen hat, einfach bei mir melden; ich geb gern
die Kontaktdaten weiter.

Eine Frau, die eine Tanzbewegung macht, vor einem Spiegel, in dem man auch die Fotografin dieses Bildes spiegelt.

Ein Gedicht von Katrin zu diesem Bild:

Ich tanze

Ich tanze mit den Füßen im Regenbogen

In den Wolken versinke ich fast.

Meine ausgestreckten Arme sind starke Pflanzen.

Meine Finger Sonnenstrahlen.

Meine Haare die Strahlen des Mondes.

Mein Atem der Wind und meine Augen die Sterne.

Ich tanze zu einer unhörbaren Melodie.

Zu einem Lied, das aus meinem tiefsten Innern kommt aus dem Urgrund der Erde, aus dem uralten, unendlich begrenzten All.

Ich tauche hinab durch die Luftschichten und versinke im Wasser der Meere.

Ich bin der Nebel der Wälder, der Raureif des Herbstes und der Schnee der kalten Tage.

Ich bin der Dampf, der zu den Wolken aufsteigt und als Regen wieder auf die Erde fällt.

Ich bin das Lebenselixier, der Stoff, aus dem alles gemacht ist.

Ohne mich könnte niemand leben.

Doch ich bin auch voller Widersprüche.

Voller Harmonie und Zwiespalt.

Voll Vielfalt der Seinszustände.

Ich bin gefroren, kalt oder warm,

bin Dampf in der Luft oder flüssig auf der Erde.

Durch alle Wasser laufe ich, auf allen Ländern bin ich zu Hause.

Ich flieg mit dem Wind, tanze mit den Wellen und wandle mit den Gezeiten.

Ich ströme durch Menschen und Tiere, durch Pflanzen und Steine und forme sie mit meinem immer gleichen, ewig wechselnden Wesen.

Nennt man mich Wasser, irrt man sich sehr.

Ich bin mehr als das und doch viel weniger.

Ich bin unsichtbar, kenne viele Formen.

Ich bin gefunden und verloren.

Ich lache und weine zugleich.

Ich bin die Mitte des Regenbogens,

im Zentrum zwischen zwei widersprüchlichen Polen.

Sie ziehen mich in beide Richtungen zugleich.

Magnetisch bin ich nicht, doch unendlich sinnlich.

Ich genieße jede Berührung,

jede Begegnung nehme ich als unschätzbares Geschenk dankbar an.

Ich tanze mit dem Wind und den Wellen,

streichle die Wesen der Welt mit meinem Federstab und gleiche aus, wo Ungleichgewicht herrscht.

Ich bin Mond und Sonne zugleich und alle Sterne, Tag und Nacht, zeitlos und im Augenblick schwebend.

Ich bin ein Wunder.

Und doch etwas so gewöhnliches, dass mich die meisten Wesen kaum bemerken, weil ich so selbstverständlich in ihnen verweile, dass ich schon zum Alltag gehöre.

Still setze ich meinen Weg fort,

lächle versonnen

und freue mich

über alles, was ich erlebe.

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