Teilnehmer bitte sprechen: Heiko Kunert: Mit anderen Augen

Hier ist ein sehr interessanter Podcast von Frank Staudinger (hier zu seiner Homepage: https://teilnehmer-bitte-sprechen.podigee.io/)

Er besteht aus einem anderthalbstündigen Interview mit Heiko Kunert (hier zu seinem Blog: https://heikos.blog/), der auch Geschäftsführer des Hamburger Blindenvereins ist.

Ich habe angefangen, es mir anzuhören, weil die Blinden Reporter auch gerade über Podcasts als Format nachdenken, aber dann festgestellt, dass es wirklich sehr interessant und vor allem auch nützlich ist. Heiko beschreibt bzw. erklärt hier teilweise ganz nebenbei seeehr viele Dinge, die Sehende oft von Blinden wissen wollen. Sehr viele Dinge jedenfalls, die wir auch oft gefragt werden, sehr viele Dinge auch, mit denen wir uns in unseren Projekten beschäftigen. Die kurze Tour durch die Welt der Blinden:

https://cdn.podigee.com/podcast-player/javascripts/podigee-podcast-player.js

(Hier noch der Link zur Beitragsseite: https://teilnehmer-bitte-sprechen.podigee.io/36-mit-anderen-augen).

 

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„Was du nicht siehst/2“: ohne Titel (Zarte Berührung2) von Susanne Emmermann

Ein geneigter Kopf mit geschlossenen Augen, seitlich zwei Hände ihn berührend.

ohne Titel. Foto von Susanne Emmermann. Originalmaße 60 x 45 cm.

Ein Farbfoto im Querformat mit der Lightpainting-Methode. Wir sehen ein vermutlich männliches Gesicht, das von zwei Händen seitlich an der Wange berührt wird.

Das schwach beleuchtete Gesicht ist genau im Zentrum des Fotos im klassischen Halbprofil. Wir sehen die linke Gesichthälfte der Person. Der Kopf ist geneigt und der Blick nach unten gesenkt. Der Ausdruck ist wie der eines Schlafenden. Das Licht gibt der Haut einen kräftigen Bronzeton, die Linien des Gesichts zeichnen sich deutlich dunkel ab. Dadurch erhält es etwas von einer Skulptur. In Augenhöhe an der Schläfe liegt eine entspannte Hand, die wiederum von einer zweiten Hand berührt und bedeckt wird. Die Hand direkt am Gesicht wirkt weiblich, wir sehen den Daumen, der fast ohne Berührung an der Schläfe liegt. Die zweite Hand scheint eine männliche, wir sehen den behaarten Handrücken, die Handkante und die Fingerknöchel. Diese Hand bedeckt die andere leicht gebeugt wie eine Muschel. Von den Armen ist nur ein Teil unterhalb des Handgelenks zu sehen. Alles weitere verschwindet im schwarzen Hintergrund. Die Hände werfen dunkle, aber schmale Schatten aufeinander und auf das Gesicht. Dies wiederum hat einen hellen Lichtschein oben auf der rechten Stirnhälfte, die fast von innen heraus zu leuchten scheint. Dies ist der hellste Bereich des Bildes. Über der Stirn sind zur Seite gekämmte dunkle Haare sichtbar. Der Mund und ein Teil des Kinns sind gut zu sehen, die schmalen Lippen sind geschlossen. Die Halbprofillinie des Gesichts hebt sich klar vom Hintergrund ab. Ansonsten aber verschmelzen die beleuchteten Partien ganz sanft mit dem Hintergrund. Weil die beleuchtete Haut so viel warmen Goldton ausstrahlt, wirkt der Hintergrund quasi weniger schwarz. Gesicht und Hände wirken wie eine Einheit und sind vom Licht modelliert.

 

beschrieben von Katrin Heidorn

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„Was du nicht siehst/2“: Im Verborgenen von Silja Korn

Schwarze Muster mit transparentem Stoff, hinter dem Pflanzen wachsen

Titel: Im Verborgenen. Foto von Silja Korn. Originalmaße 60 x 40 cm.

Ein Farbfoto im Querformat. Dicht vor der Linse weißes, durchsichtiges Textil mit kräftigen schwarzen Mustern eingewebt. Dahinter hell beleuchtet ein orangefarbenes Objekt und grüne Blätter.

Das Foto zeigt etwas und verbirgt es zugleich. Offensichtlich nah an der Linse und deshalb unscharf ist der weiße, schleierartige Stoff mit  schwarzen Linien darin, die florale Muster bilden. Mehrere Kreise aus Pailletten, von denen ringsum schwarze Fadenstrahlen ausgehen, wie schwarze Sonnen. Darunter senkrecht verlaufend mehrfach zickzackförmige Stickerei wie Blumenstengel. Dominiert wird das ganze durch die drei dicken schwarzen Balken, die sich vom unteren zum oberen Bildrand aufgefächert ziehen. Ein vierter verläuft abgeschnitten ganz am rechten Rand. Hinter dem Schleier ist Licht und ein nahezu rundes, orangefarbenes Etwas. Hell angestrahlt und trotzdem nicht wirklich erkennbar. Um das rätselhafte Objekt herum viel Grün. Wir erkennen glänzende Blattoberflächen an den teilweise sichtbaren Blatträndern und Blattadern. Trotzdem bleibt der Aha-Effekt der Eindeutigkeit aus. Wir nehmen eher die Materialien wahr als ein Gesamtbild, das uns etwas sagen will. Daraus ergibt sich der interessante Effekt, einem Objekt sehr nah zu sein, aber es trotzdem nicht eindeutig benennen zu können. Ein Bild, das zu freudigen Spekulationen einlädt.

 

beschrieben von Katrin Heidorn

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Die Blinden Reporter: Der Mensch bezwingt den Kosmos

Gerald Pirner und Heidi Prenner gemeinsam mit der Kunsthistorikerin Dr. Susanne König zum Mosaikfries ‚Der Mensch bezwingt den Kosmos‘ (Fritz Eisel, 1971) am Rechenzentrum Potsdam.

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Ich hole Menschen aus dem Dunkel

Ein Interview mit Gerald Pirner in der Zeitung „Politik & Kultur“ des Deutschen Kulturrats:

„Für mich ist Dunkelheit etwas, aus dem ich Gedankenfiguren über meine Modelle heraushole, sie ins Licht führe. Über die Berührung entwickle ich ihre Richtung – das ist für mich entscheidend. Das heißt, wenn ich jemanden fotografiere, dann berühre ich ihn und hole ihn in der Berührung aus diesem Dunkel heraus. Dunkelheit ist also eine Art Indifferenz, die ich mit meiner Berührung durchbreche. Die Taschenlampe, die ich dabei verwende, ist letztendlich nur die Spur, die diese Berührung hinterlässt. Ich hole Figuren, Menschen aus dem Dunkel ins Helle, ins Sichtbare.“

Das ganze Interview hier in diesem PDF auf Seite 29:

Klicke, um auf puk1219-0120.pdf zuzugreifen

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Die Blinden Reporter: Kampf um Sichtbarkeit, Teil 2

Und weiter in Susanne Emmermanns und Klaus Möllers Interviews über die Ausstellung

Kampf um Sichtbarkeit“ – Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

in der Alten Nationalgalerie vom 11.10.2019 bis 08.03.2020

Track 1: „Einführung der Kuratorin Yvette Deseyve in die Ausstellung“

Track 2 1. Thema: „Ausnahme“-Talente

Beschreibung folgender Kunstwerke durch die Kuratorin Yvette Deseyve:

1) Die Taufe der Lydia von Marie Ellenrieder, 1861

2) Büste von Otto von Bismarck von Elisabet Ney, 1867

3) Selbstbildnis von Anna Dorothea Therbusch, um 1780

Track 3: 2. Thema: Netzwerkerinnen

Beschreibung folgender Kunstwerke durch die Kuratorin Yvette Deseyve:

1) Selbstbildnis von Sabine Lepsius, 1885

2) Bildnis des Kunsthistorikers Carl Schnaase von Marie Wiegmann, 1861

Track 4:  3. Thema: Pariser Freiheiten

Beschreibung folgender Kunstwerke durch die Kuratorin Yvette Deseyve:

1) Kirschenernte von Dora Hitz, vor 1905

2) Häuser am Montmartre von Maria Slavona, 1898

Track 5:   4. Thema: Sammlungskonzepte – (K)ein Platz in der Ausstellung

Beschreibung folgender Bilder durch die Kuratorin Yvette Deseyve:

1) Deutsches Volksfest im 16. Jahrhundert von Paula Monjé, 1883

2) Der Geiger Bronislaw Habermann von Tina Haim-Wentscher, 1916

Interviews der Museumsbesucher

Track 7:   1. Thema „Ausnahme“-Talente

  1. Museumsbesucherin Silvia Brice aus Lettland beschreibt ein Bild von Anna Dorothea Therbusch, Titel: Selbstbildnis, um 1780

     2) Museumsbesucherin Sylvia Göricke-Buck beschreibt zwei Statuetten von Katharina Felder, Titel: Bauernkinder, um 1845

Track 8:    2. Thema: Netzwerkerinnen

      1) Museumsbesucherin Marline Buck beschreibt ein Bild von Sabine  Lepsius, Titel: Selbstbildnis, um 1885

      2) Museumsbesucherin Margitta Kruppa beschreibt ein Bild von Alma Erdmann, Titel: Schwarzwälderin, 1899

Track 9:    3. Thema: Pariser Freiheiten

      1) Museumsbesucher Thomas Voigt aus Erftstadt beschreibt ein Bild von Paula Modersohn-Becker, Titel: Mädchen mit Blütenkranz im Haar, um 1901

      2) Museumsbesucher Herr Winterhoff beschreibt ein Bild von Paula Modersohn-Becker, Titel: Mädchen mit Blütenkranz im Haar, um 1901

Track 10:  4. Thema: Sammlungskonzepte – (K)ein Platz in der Ausstellung

          Museumsbesucher Mads Ted Drud-Jensen aus Dänemark beschreibt ein Bild von Paula Monjé, Titel: Deutsches Volksfest im 16. Jahrhundert, 1883

Hier der schnelle Link zum ersten Teil dieses Beitrags.

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