Die Berliner Zeitung über Mary Hartwigs Arbeit

Ein sehr schöner Artikel von Kerstin Hense mit einem ebenso schönen Video von Frauke Hinrichsen:

Sie hält eine Taschenlampe in ihrer Hand. Mit der malt Marion Hartwig ein Bild wie mit einem Pinsel, auch wenn sie es selbst nicht sehen kann. Sie arbeitet in einem Fotostudio für blinde Fotografen in Schöneberg und kann sich in ihr Gegenüber einfühlen. Marion Hartwig kann fotografieren, obwohl sie auf beiden Augen erblindet ist… (Weiterlesen)

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„Was du nicht siehst/2“: ohne Titel (zarte Berührung 1) von Susanne Emmermann

ohne Titel.  Foto: Susannne Emmermann.   Originalmasse  60 x 45 cm

Eine Person in Rückenansicht mit einer Hand, die sich dem Rücken nähert. Bunte Leuchtspuren.

Ein farbiges Querformat. Im Zentrum eine weibliche Person mit langem Haar, von hinten gesehen mit nach links gedrehtem Kopf. Sie trägt ein dunkles Hemd mit großem runden Aussschnitt, der eine abstrakte Tätowierung entlang der Wirbelsäule sehen läßt. Eine männlich aussehende Hand kommt von unten ins Bild und liegt mit leicht gekrümmten Fingern am Rand des Ausschnitts. Am Haar der Frau entlang, um ihren Körper herum bis zur Hand laufen gelbe und blaue Lichtspuren.

Das Foto zeigt vor schwarzem Hintergrund eine Person in bläulichem Lichtschein, zu dem die kräftig gelborangenen Lichtspuren die Komplementärfarbe bilden. Die dunkle Kleidung schimmert bläulich und ins nach links gewandte Gesicht der Frau fällt ein bläulicher Schimmer leicht von unten, der ihr Profil und die Wange geheimnisvoll beleuchtet. Das sichtbare Auge ist geöffnet. Ihr langes glattes Haar fällt vorn vor den Schultern herab und ist für uns nur hinter dem Profil unterhalb des Kinns und im Nacken zu sehen. Es hat einen gelblichen Schimmer und fällt hinter dem Ohr herab, das dadurch sichtbar im Zentrum des Bildes seine Kontur zeigt. Von rechts beleuchtet eine Lichtquelle Haar, Rückenaussschnitt und Hand flächig. Die ebenfalls bläuliche Tätowierung umspielt mit spielerisch geschwungenen Linien die leicht hervorstehende Wirbelsäule. Der Ausschnitt ist breit und auf beiden Seiten der Wirbelsäule sehen wir den Ansatz der Schulterblätter. Die Hand auf dem Rücken ist beinah in Schreibhaltung und berührt die Haut nur ganz leicht. Zwischen Daumen und Zeigefinger entspringt eine orangefarbene unregelmäßig gewundene Linie und läuft schräg nach links unten zum  Bildrand. Eine zweite, bläulichweiße Lichtspur setzt am linken Oberarm der Frau an, läuft gezackt aufwärts bis fast zum linken Bildrand, beschreibt einen Halbkreis nach unten und setzt das Zickzack bis zur Schulterlinie waagerecht fort. Sie wirkt wie ein in die Luft gemalter ausgestreckter Arm. Direkt am rechten Bildrand steht in Höhe der Nase der Frau eine kurze blaue Lichtspur waagerecht in der Luft wie eine unterbrochene Fortsetzung der Linie, die zur Schulter führt. Rechts neben dem Kopf der Frau ringelt sich eine weitere kräftig orangegelbe Lichtspur ins Haar der Frau. Sie steigt von der Schulter auf, bildet eine kleine Spirale und sinkt dann zu einer intensiv leuchtenden Lichtblüte herab. Eine gedachte Linie zur gelben Leuchtspur in der Hand auf dem Rücken erzeugt die Illusion, das Licht ginge durch den Körper hindurch in die Hand.

Beschrieben von Katrin Heidorn

 

 

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Die Ausstellungsbilder „Was du nicht siehst/2“: „Inkognito“ von Silja Korn

Titel: Inkognito. Foto von Silja Korn. Originalmasse 90 x 70 cm

Ein menschliches Portrait mit vielen schwarz-weissen Lichteffekten.

Wir sehen ein Lightpainting im Hochformat in schwarz-weiß. Vor schwarzem Hintergrund hebt sich ein menschliches Gesicht ab, dass mit hellen Lichtflächen sehr unterschiedlich beleuchtet wird. Das Gesicht ist frontal von Scheitel bis Hals und Schulteransatz abgebildet, die Augen sind geschlossen. Weisse Lichtstreifen fliessen wie Haare über das überwiegend schwarze Gesicht hinab. Der Hals ist heller beleuchtet und an den Ohren hängen ringförmige Lichtgebilde.

Am Scheitel bündeln sich fein gezeichnete Lichtfäden, die wie eine Krone aus Klöppelspitze wirken. Von hier aus fließt ein Lichtbündel über das linke Auge und die linke Wange und bildet ein graues Licht-und Schattengemälde auf dieser Gesichtshälfte. Das Auge ist dunkler als Stirn und Wange, der Augendeckel ist dunkelgrau schimmernd. Nasenspitze und Lippen sind von unten zart beleuchtet und heben sich so aus dem Dunkel des übrigen Gesichts. Das rechte Auge liegt verschattet, ist aber zu erahnen. Rechts davon fliesst eine schmalere Lichtspur an der rechten Stirnseite und Wange herunter. Über den im Dunkel verschwindenden Haaren liegen unregelmäßige Lichtschlieren wie ein Haarnetz und umrahmen das Gesicht. Links und rechts vom entspannt geschlossenen Mund laufen feine Lichtfäden über das Kinn bis zum großen Lichtwirbel auf der Halspartie. Sie erinnern an Tätowierungen bestimmter Völker oder einen Bart. Das dunkle Kinn ist rundlich und hebt sich weichgezeichnet vom helleren Hals ab, der von horizontalen Lichtwellen überflutet wird wie eine Meeresbucht. Die hellen und dunklen Bögen verschwimmen in einander. Links neben dem Hals rankt sich wie gehäkelte Spitze ein Ohrgehänge. Auf der rechten Seite sind verformte konzentrische Kreise als Ohrgehänge zu sehen, die wie frei Hand gezeichnet wirken. Das Bild hinterlässt den Eindruck eines kompletten Gesichts, obwohl alles nur schemenhaft beleuchtet ist. Allerdings ist die Darstellung so verfremdet, dass die Person kaum zu identifizieren ist.

Beschrieben von Katrin Heidorn

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Die Blinden Reporter: FREIHEIT – DIE KUNST DER NOVEMBERGRUPPE


Gerald Pirner und Heidi Prenner über die Ausstellung

DIE KUNST DER NOVEMBERGRUPPE 1918–1935

Vom 09.11.2018–11.03.2019 in der Berlinischen Galerie

Zunächst ein Gespräch mit Janina Nentwig, der Kuratorin der Ausstellung:

01_Allgemeines zur Novembergruppe

02_Die Ausstellungen der Novembergruppe

03_Keine Kunst fürs Proletariat

04_Zusammenarbeit der Künstler*innen untereinander

05_Hannah Höch und die Frauen in der Novembergruppe

06_Die Ausstellung der Novembergruppe in der Berlinischen Galerie

07_Der Blick der Kuratorin auf die Novembergruppe und wie die Ausstellung ihn veränderte

08_Drei Favoriten der Kuratorin Janina Nentwig

09_Bildbeschreibung_ „Segnung“ von Moriz Melzer, 1917-1922

10_Bildbeschreibung_“Die Stützen der Gesellschaft“ von George Grosz, 1926

11_Beschreibung_“Tankstelle“ in Halle an der Saale von Rudolf Belling, Alfred Gellhorn und Martin Knauthe, 1923

12_Beschreibung Dreiklang von Rudolf Belling, 1919/24

13_Inklusive Angebote zur Ausstellung

Und nun ein Beitrag aus dem Audioguide der Berlinischen Galerie zu Kubus von Hannah Höch © Linon Medien KG:

Und schließlich drei Audiodeskriptionen zu Straßenlärm von Otto Möller © Linon Medien KG:

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Die Blinden Reporter: Europa und das Meer

Susanne Emmermann und Anika Weichert über die Ausstellung

Europa und das Meer

die vom 13.06.18 – 06.01.2019 im Deutschen Historischen Museum zu sehen war:

1 Intro

2 Rundgang mit Kuratorin D. Blume, Hafen von Piräus

3 Seeheerschaft und Expansion, Venedig & Hafen von Sevilla

3.1 Portolankarte, die erstmals, die um 1312 wiederentdeckten Kanarischen Inseln zeigt

4 Hafen von Lissabon, Kulturaustausch

5 Nantes, Sklavenstadt, Warentransport; Bremerhaven, Migration, Auswandererhafen

6 Hafen von Bergen, Ressourcen und Müll im Meer

7 Nordsee und Tourismus

8 Malerei und Meer, Sehnsucht und Imagination

8.1 Bildbeschreibung einer Besucherin „Nordsee“ (Triptychon) von Jochen Hein

8.2 Bildbeschreibung eines Besuchers „Brandung nach schwerem Sturm auf Sylt“ von Wenzel Hablik

9. Bildbeschreibung einer Fotografie aus Hamburg, Thema Welthandel

10. Besucher beschreibt eine Fotografie: „Baugrube des Zollkanals zwischen Kannengießerbrücke und Kornhausbrücke“, Hamburg, Thema Welthandel

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Betender kleiner buddhistischer Mönch

Guten Tag,

ich nutze Ihren Service zum ersten Mal. Ich habe noch einen kleinen Sehrest und habe daher noch Freude an den Farben von Bildern (deshalb bin ich in einer Facebook Gruppe, in der regelmäßig Sprüche mit Grafiken o.ä. gepostet werden).

Ich möchte gern wissen, was ist hier auf diesem Bild zu sehen? Vielen Dank für Eure Hilfe.

Viele Grüße
Tanja

betender kleiner buddhistischer mönch

Wir sehen eine Grafikmontage aus Bild und Text. Im oberen Drittel ist auf schwarzem Grund in weißer Schrift folgender Text zu lesen: Nimm dir die Zeit dafür, um dankbar zu sein für alles, was du hast. Du könntest immer mehr haben, aber du könntest auch weniger haben.

Darunter ist eine farbige Fotografie im Querformat zu sehen. Vom oberen Bildrand ragen mittig von oben nach unten nebeneinander vier steinerne Finger bis zu zwei Dritteln in das Bild. Es sind schlanke gebogene Finger mit fein geformten Fingernägeln. Rechts daneben ist der untere Teil eines etwas breiteren Fingers zu sehen, offenbar der dazu gehörende Daumen. Sie haben eine grünlich beige Farbe mit rauer Oberfläche und liegen auf einem abgerundeten  quer liegenden Steinblock. Ein zweiter Steinblock ragt von rechts ins Bild. Unter den Blöcken sehen wir ungefähr ein Viertel einer kreisrunden Steinplattform, auf der die Blöcke ruhen. Der Boden ist rau und unregelmäßtig, von bläulichen Flecken oder Schatten durchzogen

Links vor den Fingern auf der Plattform sitzt ein Junge auf seinen Fersen und blickt schräg nach rechts oben. Von dort fällt auch das Licht auf ihn. Wir sehen ihn genau im Profil. Er ist von Hals bis Fuß in ein orangefarbenes Tuch gewickelt, das mit einem gelben Tuch als Gürtel gehalten wird und seine rechte Schulter frei läßt. Seine schwarzen Haare sind raspelkurz. In seinen zusammenglegten Händen hält er drei Stengel mit Blüten, die hellgrün und rund und noch geschlossen sind. Sein Blick ist aufmerksam ehrfürchtig und geht aus dem Bild in eine Richtung, die wir nicht sehen. Wenn die Steinblöcke, wie es scheint, die Beine einer sehr viel mehr als lebensgroßen sitzenden Buddhastatue sind, so schaut der kleine Mönch ihr sicher ins Gesicht. Seine gesamte Körperlänge entspricht ungefähr der schätzbaren Länge des Mittelfingers, obwohl wir den nicht ganz sehen.

Am linken Bildrand ist als Hintergrund ein Stück einer Mauer aus groben roten Ziegeln zu sehen. In der rechten unteren Bildecke befindet sich ein blaues Symbol, ähnlich einem Windrad. Darauf mittig eine stilisierte Hand, die Daumen und Zeigefinger zuammenführt und die Kleinbuchstaben „stan“. Dieses Symbol könnte ein Logo des Fotografen oder der Person sein, die die Montage hergestellt hat. Es ist aber ziemlich sicher nicht Teil des Fotos an sich.

beschrieben von Katrin Heidorn

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