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Die Blinden Reporter: (in)Visible von Jess Curtis

Gerald Pirner und Heidi Prenner:

Gespräche zu (in)Visible von Jess Curtis.

(in)Visible  wurde in der Tanzfabrik aufgeführt. Und bis zum 13. 10. 2019 in San Francisco.

Hier zwei Links:

https://www.jesscurtisgravity.org/invisible#invisible-desc

https://www.tanzfabrik-berlin.de/de/events/924

Und nun zu den Gesprächen:

  1. Mit Jess Curtis

über seinen Zugang zum Stück

über Inhalt und Narration

über Orte und Publikum

Und 2. mit dem Publikum

über allgemeine Eindrücke

über die Zugänge zum Stück

und über Subjekt/Objekt

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Die Begründung der Jury der Wiesbadener Fototage

warum Sie den Blinden Fotografen ihren Preis verliehen hat:

Jurypreis der Wiesbadener Fototage 2019

Fotostudio für Blinde Fotografen 

Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn und Gerald Pirner

Vier in ihrer Lebenszeit erblindete Fotografeninnen und Fotografen – Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn und Gerald Pirner – haben zusammen mit dem Fotografen und Dokumentarfilmer Karsten Hein im Juni 2018 ein gemeinsames Fotoatelier in Berlin gegründet. Betitelt wurde es als ein Ort für Visionen. Auf Ihrer Facebook-Seite steht dazu: „Jeder Fotograf braucht eine innere Vision von dem Bild, das er machen möchte. Blinde Fotografen kultivieren diese innere Vision und realisieren sie mit einem Apparat, der mehr umfasst als die Kamera selbst. 

Deutlicher kann ein „Grenzgang der Fotokunst“ nicht vor Augen geführt werden, als etwas zu präsentieren, dass von den Akteuren selbst nicht gesehen werden kann. Alle vier Fotografen*innen schaffen intime und lautlose Bilder, indem sie die Technik des sog. „Lightpaintings“ nutzen und so das Charakteristikum ihrer Arbeiten schaffen, nämlich das Licht als ein besonderes Fluidum, als eine Aura oder eben eine innere Vision zu veranschaulichen. Sie machen das Licht zu ihrem Material und schaffen es dabei, ein Bild von einer Idee, sozusagen ein Vorstellungsbild, zu visualisieren, weclhes das Außen nicht kennt. Die künstlerische Kraft der sehr poetischen manchmal fast religiös-mystisch wirkenden Arbeiten ist enorm, wird berücksichtigt, dass stets zwei Personen im Teamwork an der Entstehung beteiligt sind.

Beim sog. „Lightpainting“ wird bei absoluter Dunkelheit der Verschluss der Kamera geöffnet. Der zu Portraitierende oder der Gegenstand werden vom Fotografen abgetastet und mit einer oder mehreren unterschiedlichen Lichtquellen (Taschenlampe, Feuerzeug oder Kerze) beleuchtet bzw. „bemalt“. Es ist eine Technik der Langzeitbelichtung, die eine fast wörtliche Umsetzung von Fotografie als Lichtmalerei vorstellt. Der Fotograf entscheidet dann, wann dieser Prozess beendet ist und schließt den Verschluss der Kamera. Anschließend beginnt der Dialog mit einer sehenden Person, die eine detaillierten Bildbeschreibung abgibt, um gegebenenfalls die Aufnahme zu wiederholen. Entscheidend sind somit die Aspekte, dass es um das Empfinden, um das taktile Aufspüren von Motiven und das anschließende Gespräch zwischen zwei Menschen geht.

Silja Korn verwendete für ihr erstes fotografisches Selbstportrait eine Kerze, um über die Wärmeempfindung auf ihrer Haut die Lichtintensität zu regulieren und so den wechselnden Eindruck von hellen und dunklen Partien auf ihrem Antlitz bewusst zu steuern.

Die im Frühjahr verstorbene Mary Hartwig arbeitete in ihrer Arbeit „Der Vogel“ in einer altmeisterlichen Manier. In einer Aureole aus Goldtönen liegt ein Wesen in verletzlicher und friedvoller Haltung.

In Gerald Pirners Bildern steht zunächst die Auseinandersetzung mit seiner Erblindung im Vordergrund. Bildinszenierungen des eignen, verletzten Körpers. In seinen Essays untersucht und beschreibt er präzise die Zusammenhänge des Berührens. „Berührung, die Licht wird. Berührung, die von Unberührbarem spricht.

Susanne Emmermanns Fotografien sind meist theatrale Erzählungen. Das Bild hier stammt jedoch aus einem Zyklus abstrakter, überwiegend farbiger Linien im Raum. Auf die Frage, warum sie fotografiert, sagte sie einmal: „Um mich zu erinnern – genau wie Sehende.“

Abschließend ist der Kollege und Mitinitiator des Fotostudios für blinde Fotografen Karsten Hein zu nennen, der 2011 ein Portraitprojekt umsetzte, in dem er auch Blinde einlud und fotografierte. Daraus ergaben sich die Ideen, Portraitfotografie für Blinde und später Fotografiekurse anzubieten. Kurz darauf entstanden der erste Fotoblog für Blinde und im letzten Jahr das Fotostudio.

Der Jurypreis der 11. Wiesbadener Fototage 2019 in Höhe von 1.500 Euro geht an die Gruppe des „Fotostudios für Blinde Fotografen“ – Susanne Emmermann, Mary Hartwig, Silja Korn, Gerald Pirner und Karsten Hein – für ein zukunftsweisendes und herausragendes Fotoprojekt von hoher sowie gleichartiger Qualität.

 

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Preis der Jury der Wiesbadener Fototage für die Blinden Fotografen

Das ist eigentlich alles, was wir bislang wissen. Am 6. September erhält die Gruppe des Fotostudios für Blinde Fotografen den Jurypreis der Wiesbadener Fototage.

 

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Die Blinden Reporter: Gespräch mit Zwoisy Mears-Clarke über seine Arbeit Worn and Felt

Gerald Pirner und Heidi Prenner berichten:

1 Gespräch mit Zwoisy Mears-ClarkeTeil 1

2 Gespräch mit Zwoisy Mears-ClarkeTeil 2

3 Gespräch mit Zwoisy Mears-ClarkeTeil 3

4 Zwoisy Mears-Clarke zum Titel seines Stückes

 

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Die Blinden Reporter bei 48 Stunden Neukölln 2019

Zum ersten Mal sind die Blinden Reporter alle gemeinsam ausgeflogen und habe jeweils auf ihre Art Stimmen vom Festival „48 Stunden Neukölln“ gesammelt. Das geschah auf Einladung des Festivals und so waren unsere Besuche zugleich wiederum als Programmpunkt angekündigt: Reportage als performativer Akt:

https://48-stunden-neukoelln.de/de/event/blinde-reporter

Und hier die Reportage:

Track 1
Vorstellung Festivalthema und Idee des Rundgangs von Rebekka Hofmann und Gerald Pirner

Track 2
Ertasten und Beschreiben der Alu-Abgüsse von Janine Eggert & Philipp Ricklefs: Event Horizon I-III (2017)

Track 3
Ertasten und Beschreiben der Baobabfrucht und Tonabgüsse von Laure Gilquin: Waiting (2019)

Track 4
Ulrike Dornis und Rebekka Hofmann über Ulrike Dornis‘ Ölmalerei von biblischen Renaissancethemen

Track 5
Besucherin beschreibt Joana und Heleen probieren für „Maria mit dem Kinde“ (2019) von U. Dornis

Track 6
Wie stehen diese Arbeiten in Bezug zur Zukunft?

Track 7
Desiree Palmen über ihre Arbeit: Bagage Humain, 2 Kostüme auf Schneiderpuppen, Fotografien (2016)

Track 8
D. Palmen beschreibt ihr Video: „On the Move“ (2018)

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Susanne Emmermann im RBB

Sie ist ja nicht nur Fotografin und Reporterin, sie hat auch ihr eigenes Reiseprojekt für blinde und sehbehinderte Menschen, „Maulwürfe on Tour“.

Reisen mit Handicaps

Himmel und Erde am Sa, 1.6. von 17.25 Uhr bis 17.55 Uhr im @rbbfernsehen und online hier: https://www.rbb-online.de/himmelunderde/index.htm/doc=%21content%21rbb%21rbb%21fernsehen%21programm%2101_06_2019%211627520866.html
„Heute lernen wir Menschen kennen, die mit Rollstuhl auf Weltreisen gehen und auf dem Templiner See segeln. Wir besuchen das größte barrierefreie Hotel Deutschlands in Rheinsberg und besuchen mit einer erblindeten Frau eine Gemäldeausstellung in der Berlinische Galerie..

Durch fremde Augen sehen

Als Susanne Emmermann 30 Jahre alt war, begann sie zu erblinden. Nach wie vor aber liebt sie es, Kunstausstellungen zu besuchen. In der Berlinischen Galerie läßt sie sich die Bilder der Künstlerin Lotte Laserstein beschreiben.  Auch von Wildfremden.“

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