„Was du nicht siehst/2“ „Teiresias und Ödipus“ von Gerald Pirner

Titel: Teiresias und Ödipus. Foto von Gerald Pirner. Originalmasse 100 x 70 cm

Ein schwarz-weisses Doppelportrait von zwei männlichen Gesichtern vor schwarzem Hintergrund

Das Bild ist ein Hochformat mit sehr viel Schwarz, aus dem zwei Gesichter im Halbprofil schauen. Beide sind auf die linke untere Bildecke gerichtet . Das untere hat geschlossene Augen und einen sichtbaren kurzen Vollbart. Das zweite Gesicht schaut mit offenen Augen schräg nach unten und hat ebenfalls einen gestutzten Vollbart. Beide Gesichter werden von jeweils einem hellen Lichtstreifen erleuchtet.

 

Das untere Gesicht befindet sich fast im Zentrum des Hochformats. Es ist ein nicht mehr junges Männergesicht mit sichtbaren Falten auf Stirn und Wangen, die durch das von unten kommende Licht betont werden. Der Lichtstreif ist nicht sehr kräftig, so dass das Gesicht gleichmässig schwach beleuchtet ist. Nur rechts oben an der Stirn und links unten am Kinn gibt es hellere Lichtflecken. Das Haar ist nur am Ansatz zu sehen und die linke Gesichtshälfte verschwimmt mit dem dunklen Hintergrund. Der Hals ist verschattet, die Kleidung dunkel. Rechts unter dem Kinn sind auf der Kleidung zwei große Zahlen schwach beleuchtet: eine Null und eine Sieben. Der Gesichtsausdruck ist neutral, fast entspannt. Die leichte Anspannung entsteht offensichtlich durch den leicht gesenkten Kopf.

Vielleicht aber auch durch die zweite Person, die offensichtlich stehend, hinter der ersten über deren Kopf hinweg ins Leere schaut. Dies Gesicht befindet sich etwas links von der Bildmitte fast am oberen Bildrand. Es handelt sich um einen Mann ähnlichen Alters oder  älter als der Erste. Dieses zweite Gesicht ist zugleich heller beleuchtet, aber auch weniger scharf in den Konturen. Es ist im gleichen Halbprofil zu sehen und durch einen runden Halsausschnitt der Kleidung ergänzt. Ein breiter heller Lichtstreifen läuft vom rechten Auge, rechts der Nase bis zum Kinn. Das betont die gebogene Nase, von der aus beeindruckende runde Furchen über die Wange laufen. Der Mund ist verschwommen und von Bart umrandet. Die Mundwinkel sind aber deutlich nach unten gezogen, was dem Gesicht einen grimmigen Ausdruck verleiht. Das kräftige Kinn ist vom hellen Vollbart bedeckt. Die Augen sind nur schwer als geöffnet zu erkennen, da auch ihre Konturen nicht scharf gezeichnet sind. Zudem sind die Lider halb geschlossen und der Blick geht leicht nach unten.

Das Licht auf diesem Bild ist so sparsam verteilt, dass es wenig Rückschlüsse auf die Körper und damit die Aktion der Dargestellten zuläßt. Ein extrem schwacher Lichtschein links im Bild und der kleine Lichtkegel, der die Kleidung der unteren Person beleuchtet, sind die einzigen Hinweise auf die Räumlichkeit der Komposition.

 

beschrieben von Katrin Heidorn

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Eingeordnet unter Ausstellung "Was du nicht siehst/2", schon beschrieben

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