Archiv des Autors: Tina Franziska Paulick

Das vorborgene Objekt von Rose

Zwei Frauen betrachten ein Objekt

Das Foto ist bei einer Ausstellung in der Glashalle Leipziger Messe im Rahmen der Designers Open am 24.10.2015 entstanden. Aufgenommen ist es im Querformat und zeigt zwei junge Frauen in einer nahen Aufnahme. Das Bild wirkt „überschattet“, da es recht dunkel ist. Bei genauerer Betrachtung lassen sich, jedoch die Eindrücke des Messeerlebnisses erkennen.

In der rechten unteren Ecke ist die weiße Schulter einer Nähpuppe zu sehen, in deren Richtung die Blicke von den zwei jungen Frauen gehen. In der linken Bildhälfte ist eine junge Frau im Profil von der Stirn bis etwa Brusthöhe abgebildet. Ihr Oberkörper ist leicht zur Kamera gewendet und ihr Kopf nach unten geneigt. Sie schaut auf ein Objekt, welches für den Betrachter verborgen bleibt.

Sie trägt ein blaues Jeanshemd und ihr rechter Oberarm ist leicht nach vorne gestreckt, um das betrachtete Objekt anzufassen. Durch die Dunkelheit in der Aufnahme sind in ihrem Gesicht die Augenbrauen, die durch den nach unten gerichteten Blick geschlossen wirkenden Augen, das Profil ihrer Nase und der Mund, der von einem breiten Lächeln geöffnet ist, sodass die Zähne teilweise sichtbar sind, zu sehen. Das betrachtete Objekt löst Begeisterung aus. Rechts neben ihr steht eine zweite junge Frau, welche von der Fotografin frontal eingefangen wurde. Sie trägt einen schwarzen Pullover und hat offenes, kinnlanges rot-blondes Haar, dass sie hinter ihre Ohren gestrichen hat. Ihren Kopf hat sie ebenfalls nach vorne geneigt,um auf das verborgene Objekt zu schauen. Man erkennt die Umrisse ihrer Augen in Form von dunkleren Schatten, ihren Nasenrücken und den von der Nasenspitze leicht verdeckten Mund. Ihre Mundwinkel sind ebenfalls nach oben gezogen und durch das wenige Licht, welches auf ihre linke Gesichtshälfte fällt, sind an ihrem linken Auge kleine Fältchens des Lachens zu sehen. Voller Faszination schauen die zwei, um das Rätsel aufzulösen, auf eine Schneiderpuppe die ein Kleidungsstück trägt, das mit Brailleschrift bestickt ist.

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Schattenschemen – Gedicht von Katrin

Schatten schweigen
still im reigen
wollen zeigen
was sie verschweigen.

Schattenscheiben
stehen bleiben
still vertreiben
ohne Eiben.

Schnell verschwunden,
doch gefunden,
ohne Wunden
lange stunden.

Schatten schweigen
still im Reigen
unter Zweigen
sie sich neigen.

Wollen gehen,
müssen stehen,
leis verwehen
weitersehen.

 

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Herzliches Lachen von Rose

Zwei Frauen

Das Bild ist im Hochformat aufgenommen. Es zeigt zwei junge Frauen im Zentrum des Bildes. Beide sitzen auf einem Tisch, der leicht gräulich ist. Während die links sitzende junge Frau ihr rechtes Knie anwinkelt und ihre Arme um dieses schlingt, sitzt die Andere, rechts von ihr und hat ihren rechten Arm auf ihren Oberschenkeln abgelegt. Den linken Arm hat sie mit einer Faust auf dem Tisch abgestützt.

Die junge Frau, die links im Bild zu sehen ist, ist von der Seite aufgenommen. Sie sitzt durch die Arme, die um die Knie umschlungen sind, zwar recht aufrecht, ist aber durch diese Sitzhaltung leicht nach hinten gebeugt. Sie trägt eine schwarze, eng anliegende Jeans und eine grün karierte Bluse mit Kragen, dieser fällt locker auf ihre Schultern. Die Karos auf ihrer Bluse sind teils hell und teils dunkelgrün. Ihr Gesicht ist durch die Bewegung, die sie im Moment der Aufnahme macht, verschwommen und lässt daher nur vermuten, wie sie aussieht. Sie lacht herzlich und ihre weißen Zähen kommen dabei zum Vorschein. Durch das Lächeln sind ihre Augen zusammen gekniffen und lediglich ein Stück weit geöffnet. Ihre blond braunen Haare sind zu einem Dutt nach oben gebunden, ihr Gesicht und ihre Stirn sind dadurch offen.

Sie sitzt mit dem Rücken zu der jungen Frau rechts im Bild. Diese sitzt nur halb seitlich und schaut zu der eben beschriebenen Frau. Sie schaut sie an und lächelt ebenfalls herzlich. Auch ihr Gesicht ist durch die Bewegung verschwommen und nicht ganz deutlich und klar abgebildet. Sie trägt schwarze Kleidung und eine Kette um den Hals. Sie trägt einen Ohrring, der nur ganz leicht und verschwommen sichtbar ist. Sie hat rotblondes Haar, welches offen bis zum Nacken zu sehen ist.

Im Hintergrund sind Fenster mit grauen Rahmen zu sehen, die Griffe der Fenster sind silbern und vor den Fenstern sind graue Jalousien, die kein Licht durchlässt. Auf der Höhe der Köpfe, der Beschriebenen ist eine vertikale schwarz-graue Stange sichtbar.

 

 

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Kurzfristig Leser_Innen für Audio Versionen unserer Texte gesucht

Dank freundlicher Unterstützung einer Blindenschule in Berlin, können wir Blinden Besuchern unsere Bildbeschreibungen für die Ausstellung in der Brotfabrik im Dezember als Blindenschriftdruck anbieten. Da aber nicht alle Blinden Braille beherrschen und einige der Texte ziemlich lang sind, möchten wir auch Audioversionen auf ausleihbaren MP3-Playern bereitstellen.

Um dies möglich zu machen, suchen wir jetzt sehr kurzfristig noch Freiwillige, die einen oder mehrere Texte für uns auflesen. Professionelle Sprecherausbildung oder Vorkenntnisse sind nicht nötig. Alles was ihr braucht ist ein Handy oder Cmputer mit Aufnahmesoftware. Durchschnittliche MP3-Qualität ist völlig ausziehend.

Bei Interesse schreibt uns an picdesc@gmail.com

Und bitte weitersagen!

Vielen Dank

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Aus Zwei mach Eins – Katrins Gedanken zur Schattenserie

An diesem wunderschönen letzten Oktobertag wanderten wir in den kleinen Park in der Nähe der ASH. Ich wollte das schöne Wetter unbedingt nutzen, um ein paar Herbstbilder zu machen. Ich liebe diese Jahreszeit und hatte noch gar keine Fotos davon. Von Sommer, Frühling und Winter jede Menge, aber nicht vom Herbst.

Wir hatten überlegt, etwas mit Blättern zu fotografieren und das Spiel von Licht und Schatten im Bild festzuhalten. Wie wir schließlich auf die Idee mit den Doppelschatten gekommen sind, weiß ich nicht mehr, aber dieses Phänomen hat mich fasziniert: Ein Schatten mit einem Kopf, vier Armen und vier Beinen. Eine Art Fabelwesen also, wenn man den Ursprung des Schattens nicht kennt. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich an Schatten durchaus auch visuelle Erinnerungen habe. Das fasziniert mich besonders an der Fotografie: Wie durch die Beschäftigung mit visuellen Zusammenhängen bei mir Erinnerungen zurück kommen, die längst unter anderen Erlebnissen verschüttet gewesen sind und auf die ich sonst eigentlich nur im Traum oder bei Imaginationsreisen zurückgreifen kann, weil sie sich in einer tiefen Schicht meines Unterbewusstseins befinden.

Ich atmete diesen ganz speziellen Herbstduft nach verrottendem Laub, feuchter Erde und Abschied ein, spürte die sonne auf meiner Haut und fühlte mich wohl in dieser kreativen Gruppe, die immer neue Schattenkonstellationen ausprobiert hat. Anschließend gingen wir zu einem Stein und fotografierten die Hände von zwei Frauen im Laub, mit Laub bedeckt und die Gesichter der beiden in der Sonne. Besonders gefallen hat mir die Situation, in der wir alle unsere Hände ineinander verschränkt und sie dann fotografiert haben. Das hat ein schönes Gefühl von Verbundenheit in mir ausgelöst. Eine Teilnehmerin meinte in ihrer Bildbeschreibung, wir seien ein neu zusammengewürfeltes Team und hätten uns erst finden müssen. Seltsamerweise hatte ich gar nicht diesen Eindruck. Für mich hat es vom ersten Moment an eine gute Zusammenarbeit gegeben und die Ideen der einzelnen Gruppenmitglieder haben sich schnell zu einem harmonischen Ganzen zusammengefügt. Klar haben wir sehr unterschiedliche Situationen ausprobiert, aber genau das fand ich spannend und schön an dieser Arbeit, denn jede hat sich kreativ in die Gruppe eingebracht, so dass wir am Schluss wirklich schöne und interessante Fotos gemacht hatten.

Für mich stellte sich während der Arbeit an den Schattenfotos die Frage, was das eigentlich bedeutet – ein Schatten. Eigentlich ist die Antwort ja klar: Die Sonne fällt in einem bestimmten Winkel auf eine Person oder einen Gegenstand, der bei entsprechendem Licht einen dunklen Kontrast auf den Boden daneben wirft. Diesen Kontrast kann man auch als stark sehbehinderter Mensch gut erkennen. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen großen und einen kleinen Schatten, die nebeneinander auf einen Sandweg fallen und dabei leicht zittern, weil die beiden Gestalten langsam nebeneinander her gehen.

Aber was bedeuten diese schatten für uns? Sind sie ein abbild unserer Selbst? Wenn ja, was verstehen wir darunter, unter diesem Selbst? Oder welcher Teil des Ichs, des Egos, des selbst wird dort abgebildet, wiedergegeben, als dunkle Silhouette auf den Boden gebannt? Wir sind angeblich das einzige Tier, das sich über solche Dinge Gedanken machen kann. Das sich darüber den Kopf zerbrechen kann. Noch so eine seltsame Formulierung. Warum hat man für etwas, das sich hinter der Schädeldecke abspielt, in Gedanken besteht, die man weder sehen noch fühlen kann, gesagt, jemand zerbreche sich den Kopf? Wegen der Kopfschmerzen, die das verursacht? Hat sich ein verzweifelter Faustus wirklich irgendwann sein Oberstübchen eingerannt, weil das Denken zum Wahnsinn ausuferte? Kann an Tiecks Geschichte über einen Mann, der seinen Schatten dem Teufel verkaufte und damit auch seine Seele und bei dem verzweifelten Versuch, beides zurückzugewinnen, den Verstand verlor, wirklich etwas dran sein? Warum bildet ein Schatten lediglich die Konturen einer Person, eines Gegenstandes ab und keine Details?

Man könnte hier auf das Höhlengleichnis Platons verweisen und anführen, dass dieser Schatten so ist wie unsere Wahrnehmung von der Wirklichkeit. Das gilt ja auch für die Fotografie: Sie zeigt lediglich einen sehr kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit und stößt schnell an ihre Grenzen. Wir mussten ja bei zwei Beschreibungen auch erklären, was sich „hinter den Kulissen“ abspielte, um zu vermitteln, wie das Foto zustande gekommen ist. Und wie vermittle ich beispielsweise diesen wunderbaren Herbstgeruch auf einem Foto? Susanne hatte ja bei einer ihrer Serien die Idee, dem Publikum kleine Geruchsproben anzubieten. Ich weiß von einer Frau, die einen „Tanz im Kräuterbeet“ aufgeführt und davor den Besuchern kleine Kräutersträußchen zu riechen gegeben hat.

Aber diesen Herbstgeruch kann man schlecht in eine Tüte packen und Menschen zu riechen geben. Ein gepresstes Blatt duftet nicht mehr. Oder diese wunderbare Wärme auf der haut, die die Sonne erzeugt und die jetzt im Herbst zu etwas Kostbarem geworden ist, weil sie die Selbstverständlichkeit des sommers verloren hat, kann man zwar auf dem Foto erahnen, aber nicht spüren. Wie stelle ich eine Berührung dar, ein Gefühl, das über das reine Tastempfinden hinaus geht? Das ist auf einem Foto sehr schwer umzusetzen. Aber genau diese Grenzbereiche faszinieren mich und waren vielleicht auch unbewusst ein Teilanstoß zur Idee für diese Fotoserie.

 

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Versteckspiel von Katrin

Zwei Personen stehen hintereinander

Beschreibung von Sibel

Auf dem von Katrin gemachten Foto sind zwei Menschen mit ausgestreckten Armen hintereinander in einer Grünanlage stehend zu sehen. Hinter ihnen gibt es Bäume mit gelben, hell grünen, manchmal braunen Blättern. Hinter den Bäumen ist der U-Bahnhof Hellersdorf zu sehen und hinter dem U-Bahnhof gibt es ein größeres Haus mit vielen Apartments. Es scheinen insgesamt 18 Apartments zu sein, zumindest gibt es 18 Balkone. Das Haus ist weiß oder vielleicht auch sehr hell gelb. Die Balkone sind hellgrau. Am linken Rand des Gebäudes scheint es eine rote Fassade zu geben, die aber nur von der Seite zu sehen ist.

Links neben dem Gebäude, aus Sicht unserer Fotografin, ist die Alice Salamon Hochschule zu sehen. Im Gegensatz zum anderen Gebäude sind die Fenster wesentlich größer und die Hochschule steht im Schatten. Dadurch wirkt sie grau und schwer. Unter dem blauen Himmel herrscht eine schöne, sonnige Herbststimmung.

Der Schatten der Fotografin ist direkt gegenüber der ersten Protagonistin, die mit schwarzen Leggings, schwarzen Socken, schwarzem Schal und einer dunkelgrauen Bluse bekleidet ist. Ihre Arme und Beine hat sie ausgestreckt. Die Ärmel der Bluse sind nicht sehr lang, etwa 10 cm der Unterarme bleiben unbedeckt. Sie trägt schwarze, halbhohe Schuhe der Marke Converse mit weißen Schnürriemen. Sie ist ziemlich groß (etwa 1,75), mit heller Haut, einem leichten rosa Teint im Gesicht und dunklen kurzen Haaren. Der Haarschnitt ist aus Sicht der Protagonistin rechts etwas länger als auf der linken Seite, sodass ihr rechtes Auge kaum zu sehen ist. Das linke Auge hingegen ist frei. Es scheint, dass sie ihre Augen wegen der strahlenden Sonne zusammengekniffen hat.

Hinter der ersten Protagonistin ist eine zweite, kleinere Person zu sehen. Sie hat ihre Arme nach unten ausgestreckt und trägt einen hellgrauen Pullover. Wir sehen ihren Kopf nicht, sondern nur die Arme und ihre gerade stehenden Beine mit dunkler Hose und dunkelbraunen Wanderschuhen.

Der Schatten der Fotografin ist nicht einfach zu sehen. Er besteht lediglich aus dem Kopf der Fotografin und befindet sich am rechten, unteren Bildrand. Links, neben diesem Schatten sieht man Teile von zwei offensichtlich übereinander gelegten, Jacken. Eine Jacke hat bunte Streifen, die andere ist Olivgrün.

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