Archiv des Autors: Tina Franziska Paulick

Eine blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 2 Fotografieren mit dem Smartphone

In meinem ersten Post habe ich ja nun schon das eine oder andere über mich erzählt.
Ab jetzt soll es aber vornehmlich um die verschiedenen Kameratypen gehen, die wir so nutzen können, wo Vorteile, und wo die Nachteile liegen.

Hier also zuerst das, mit dem die meisten, und auch ich, anfangen und angefangen haben, das Handy, oder auch Tablet, das Prinzip ist das gleiche.

Vorteile:

Immer dabei

So gesehen ist das Handy unter bestimmten Voraussetzungen eine gelungene Einstiegsalternative. Diese Geräte sind heute inzwischen so gut, dass sich die Bildqualität locker mit der von kleinen und kompakten Kameras messen kann. In der Regel haben wir unsere Handys immer dabei und griffbereit für einen Schnappschuss. Sie übernehmen für uns das Denken, und erwarten keinerlei Fachwissen von uns. zumindest nicht bei den Motiven, die man als Einsteiger in der Regel fotografiert. Menschen, Tiere, Landschaften, vielleicht auch mal kleinere Objekte aus kurzer Entfernung. Wir können uns also voll aufs reine Fotografieren konzentrieren. Auf das Einschätzen unserer Umgebung, der Lichtverhältnisse und darauf, unser Motiv in den Fokus zu bekommen.

Einfache Bedienung

Ein weiterer Vorteil ist, dass die meisten Handykameras sich sehr gut auf ihre Umgebung einstellen können, sodass man als Nutzer nichts mehr machen muss. Aber Vorsicht, das gilt so nur für Tageslichtaufnahmen. Und einer der wichtigsten Vorteile, gerade für uns blinde und sehbehinderte Fotografen, wer ein Android oder IOS Handy hat, hat sogar eine Kamera mit Sprachausgabe und kann, sollte er doch was verstellen wollen genau prüfen, was er da wie eingestellt hat.

eine Dahlie von schräg unten fotografiert

Nachteile

Nachtaufnahmen

Die meisten Handykameras schwächeln ein wenig bei Dämmerung und im Dunkeln. So eine Nachtaufnahme hat definitiv etwas für sich, aber hier kommt die Crux mit den Automatiken.Man kann dem Handy überlassen, wann es den Blitz zuschaltet, was für jemanden, der gar keinen Restvisus mehr hat vermutlich am besten wäre, da wir die Lichtverhältnisse nicht abschätzen können. Oftmals neigt so ein Handy dann aber dazu, das Motiv überzubelichten. Das heißt, dass Farben zu hell werden, Linien zu scharf, bei einem Portrait kann die Haut fast weiß wirken,  und das Foto kann im Allgemeinen sehr flach werden.
Nicht viele Handys schaffen es, in der Dämmerung oder Nacht ein naturgetreues Foto zu schießen, was aber auch daran liegt, dass der eingebaute Blitz meist sehr hell ist. Beliebt sind solche Fotos gerade, weil das Hauptmotiv, im Idealfall, taghell abgelichtet ist, der Hintergrund ist aber nächtlich.

ein überbelichtetes, gelb wirkendes Gesicht

Bildstabilisierung

Viele Handys haben so einen Bildstabilisierer, der eigentlich gegen ein verwackeltes Bild helfen soll. Verwackelte Fotos sind verschwommen, flach, Farben sind meist schwer zuzuordnen, umrisse werden schwammig oder verschwinden. Die Stabilisierung von Handykameras reicht meistens nicht aus, um Wackler beim Fotografieren ausreichend auszugleichen. Natürlich hilft hier die ruhige Hand immer noch am Besten, also nicht ärgern, wenn der Schnappschuss verwackelt ist, und bei ruhigen Motiven einfach Zeit lassen, dann geht das auch so.

Zoom

Es gibt zwei Arten von Zoom; den optischen und den digitalen. Zum optischen in einem anderen Post mehr, aber die Handys verfügen nur über einen digitalen Zoom. Das heißt, dass ich mir mein Motiv nicht wirklich näher heranhole, das Handy nimmt nur einen Bildausschnitt, und vergrößert diesen. Meistens geht das nicht ohne Verlust der Bildqualität einher.

Ein verwackelter und unscharfer Skorpion.

Aber bei all diesem Pro und Kontra muss ich noch mal sagen, das Handy ist das perfekte Einstiegswerkzeug.

Allgemeine Tipps

Mal ein paar kleine Tipps, die einigen von euch sicher klar sind, aber manchmal auch so banal, dass man dann doch nicht dran denkt.

1. Linse sauber halten.

Und es stimmt, man denkt manchmal nicht dran. Wir telefonieren mit dem Handy, und legen schnell mal den Finger aufs Objektiv. Wir stecken das gute Stück in die Tasche, Finger auf dem Objektiv. Das geht halt doch sehr schnell. Und je nach dem kann bereits ein Fingerabdruck das Bild neblig oder trübe machen. Wenn man sein Handy zum Knipsen nutzt, sollte man immer ein Brillenputztuch dabei haben, das auch für optische Geräte geeignet ist. Egal ob Mikrofaser oder Einmal-Putztuch. Bitte nicht einfach mit irgendetwas drüberwischen, was dafür nicht geeignet ist, sonst bekommt die Linse schnell sog. Polierkratzer, und leidet auf Dauer darunter.

2. Nicht zoomen.

Wollt ihr ein Motiv näher haben, geht ran, wenn ihr könnt. Dann ist das Bild auch sauber. Zoomen lässt es schnell körnig wirken, wie oben schon beschrieben.

3. Knopf drücken

Wenn eure Handykamera einen physischen Auslöser, also einen Knopf am Gehäuse hat, nutzt den. Sobald man das Handy ausrichtet und einen Knopf auf dem Bildschirm erwischen muss, verwackelt das Bild schnell mal, weil man das Gerät dann mit einer Hand ausrichten und stillhalten muss. IPhone-Kameras lassen sich z.B. mit den Lautstärketasten auslösen.

4. Auf Lichtverhältnisse achten

Handys mögen Gegenlichtaufnahmen meistens nicht. Wollt ihr also tagsüber fotografieren, geht in den Schatten, oder fotografiert mit der Sonne im Rücken oder von schräg hinten, manchmal klappt es auch recht gut, wenn die Sonne von der Seite kommt. Die Mittagssonne ist da oft ein Problem, weil ihr Licht etwas hart und ziemlich hell ist, sie verdirbt uns damit bei Portraits zum Beispiel feine Gesichtslinien und andere kleine Details.
Früh am Tag, oder wenn es langsam auf den Sonnenuntergang zugeht, lassen sich bessere Aufnahmen machen. Das Licht wird dann etwas schwächer und wärmer, Konturen werden wieder deutlicher und feiner.

5. Aufpassen!

Und das gilt für jeden Kamera-Typ. Achtet immer drauf, nicht direkt in die Sonne zu fotografieren. Ihr kennt bestimmt dieses früher gern gemachte Experiment von Jungs, mit dem Ameisenhügel und der Lupe. Mit Sonne und zu Hilfenahme dieser bekommt man den Hügel leicht in Brand Gesteckt. Objektive bestehen oft aus mehreren Linsengruppen, und Linsen und Bildsensor von Handys nehmen dabei unter Umständen schweren Schaden, weil diese Linsen das Licht der Sonne extrem bündeln und verstärken.

6. Position der Linse

Und hier noch eins, was für uns als Blinde wichtig ist, zumindest hat es mir in den Anfangszeiten Probleme bereitet. Immer dran denken, dass sich die Linse der Kamera oft oben in einer Ecke oder am Rand versteckt, nicht in der Mitte. Man muss also wirklich mit der Linse zielen, nicht das Handy mittig draufhalten, sonst rutscht einem das Wunschmotiv schnell mal in eine Bildecke, wo man es gar nicht haben möchte.

Das sind nur einige Tipps, damit es nicht zu lang wird. Aber ausgeschöpft ist das Thema natürlich noch nicht.

Im Play- oder APP – Store gibt es natürlich auch noch diverse APPs zum Fotografieren und mit den vielfältigsten Effekten, aber das sprengt den Rahmen, und letztlich sollte jeder, wenn er denn möchte, dieses riesige Angebot selbst durchforsten und ausprobieren.

Wenn ihr zu Handykameras beziehungsweise Tablets noch Fragen habt, könnt ihr mir gern eine Nachricht über Facebook schicken, oder mich direkt per Mail anschreiben unter:
fotokunst@blind-click.de

Eure Nadine

Alle Bilder wurden von Nadine mit dem Handy gemacht. Skorpion und Gesicht dienen der Veranschaulichung unerwünschter Effekte.

2 Kommentare

Eingeordnet unter Sonstiges

Träumend in der S-Bahn von Tina

Eine junge Frau schaut aus dem Fenster einer S-Bahn in dem sich ihr Gesicht spiegelt.

Portrait von Marit in der S-Bahn beschrieben von Flo

Die Fotografie zeigt ein Portrait von Marit, welche in der S-Bahn sitzt und mit verträumtem sowie leicht nachdenklichem Blick aus dem Fenster schaut. Der Oberkörper ist gerade zum Betrachter gerichtet und der Kopf nach links gedreht, wodurch ein seitliches Profil entsteht.

Sie nimmt ungefähr ein Drittel des Bildes ein und befindet sich auf der rechten Seite. Der rechte Bildrand schneidet ihre linke Schulter ab, die andere Schulter befindet sich ungefähr in der Mitte der Fotografie. Marit ist mit dem Körper zur Fotografin gerichtet, ihr Kopf ist seitlich nach Links gedreht wodurch ihr Seitenprofil deutlich sichtbar wird. Der untere Bildrand reicht bis knapp über Brusthöhe und vom schwarzen T-Shirt ist nur ein ungefähr 2 Zentimeter dicker, schwarzer Träger und schwarzer BH Träger ersichtlich.

Marit ist eine schlanke und junge Frau von ungefähr 25 Jahren. Ihre Haut an Oberarm, Schulter und Dekolletee wirkt auf der Fotografie sehr weich und eher hell. Der Hals und hintere Teil der Wange sind vom Schatten etwas abgedunkelt. Ihre Lippen, Wangen und Ohren sind leicht gerötet. Die dunkelbraunen Haare trägt Marit seitlich kurz und die längeren Haare sind über die Stirn von links nach rechts gekämmt.

Die linke Seite des Bildes zeigt einerseits das Fenster der S-Bahn, in welchem das Spiegelbild von Marit erkennbar ist. In der Spiegelung ist das vollständige Gesicht von Marit zu sehen. Andererseits ist auf der linken Seite des Bildes der Ausblick von der S-Bahn heraus erkennbar. Da die S-Bahn gerade in Fahrt zu sein scheint, ist dieser Teil des Bildes leicht verschwommen. Deutlich erkennbar sind jedoch Büsche, welche hellgrüne bis dunkelgrüne, volle Blätter tragen. Einige dieser Blätter wirken zudem heller, da sie von der von oben scheinenden Sonne beleuchtet und herausgehoben werden. Weiter ist hinter diesen Büschen ein Ziegeldach zu sehen, welches ebenfalls von der Sonne sehr hell leuchtet wird.

Beim genaueren und längeren Betrachten des Bildes ist noch eine weitere Person erkennbar. Sehr unauffällig und ganz klein im Hintergrund in der Mitte ganz am rechten Rand außen ist ein weiteres Gesicht erkennbar. Es zeigt eine weitere, weibliche Person welche in der S-Bahn sitzt. Von der ungefähr 50 Jährigen Frau mit kurzen Haaren ist nur sehr unscharf das Gesicht zu erkennen. Das Licht beleuchtet nur eine Seite ihres Gesichtes, die andere Hälfte ist durch den Schatten nicht zu sehen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter schon beschrieben

Eile mit Weile… von Tina

Bildbeschreibung eines Portraits in einer Bahnhofskulisse von Anja

Junge Frau auf Bahnhofstreppe sitzend mit laufenden Menschen im Hintergrund.

Das Foto ist im Hochformat angelegt. Es zeigt ein Ganzkörperportrait einer jungen Frau (schätzungsweise Anfang 20), die den Blick nach unten gerichtet, auf einer Treppe sitzt. Es handelt sich augenscheinlich um eine sehr lange und steile Bahnhofstreppe mit 3 sichtbaren Absätzen, die rechts und links im Bild jeweils durch eine pastellgelbe, (und für viele Bahnhöfe typische) geflieste Wand begrenzt wird. An diesen Wänden sind dunkle Handläufe erkennbar, die sich von der Form her den Treppenabsätzen anpassen. Die einzelnen dunkelgrauen und schmutzig wirkenden Treppenstufen sind klar und deutlich zu erkennen. Als Stolperschutz am jeweils oberen Ende haben sie alle eine, mittlerweile sehr verblasste, weiße Kante.

Am oberen Ende der Treppe sieht der Betrachter ein Stück des Daches sowie eine Vielzahl der typischen blauen Beschilderungen und Anzeigentafeln mit weißer Schrift. Auf der vordersten ist sogar mit ein bisschen Fantasie noch die Aufschrift des Richtungsanzeigers der Ringbahn erkennbar.

Das Bildmotiv wurde fast zentriert aufgenommen, weist jedoch einen ganz leichten „Rechtsdrall“, also kleiner Schwenk zur rechten Seite auf. Der/die Fotograf_in befindet sich unmittelbar am Fuß der Treppe und richtet die Kamera nach oben hin zum Ende der Treppe aus. Das Ende ist erkennbar, macht jedoch durch die Perspektive einen weit entfernten Eindruck. Anscheinend handelt es sich bei dem Tag der Aufnahme um einen sonnigen Tag, denn oben auf dem Bahnsteig sind sehr helle Lichtverhältnisse auszumachen. Dieses Licht sorgt in dem Bild im oberen Drittel für harte Schattenspiele und Hell-Dunkel-Kontraste, die plötzlich und abrupt enden. Im unteren Teil des Fotos gibt es kaum noch Schattenspiele, da durch die künstliche und einheitliche Bahnhofsbeleuchtung alle Seiten ausgeleuchtet werden. Dies sorgt für gute, gleichmäßige Lichtverhältnisse, macht das Bild in meinen Augen jedoch auch ein wenig eintönig.

Im Fokus steht, wie oben bereits erwähnt, eine junge Frau mit glatten, mittellangen, dunkelblonden Haaren, die sie offen trägt. Auf ihrer linken Seite fallen die Haare nach vorne über die Schulter und auf der rechten Seite sind sie locker nach hinten gelegt. Sie sitzt, aus vertikaler Sicht, ziemlich genau in der Mitte am unteren Ende auf der Treppe, die Arme locker auf ihre Knie gelegt und lächelt direkt in die Kamera. Sie trägt ein dunkelgraues Shirt mit roter Aufschrift, kurze Shorts, von denen auf dem Bild jedoch nichts zu sehen ist, da die unbekleideten Beine im Vordergrund sind. Außerdem fallen dem Betrachter sehr schnell ihre dunkelroten Sneakers mit der weißen Sohle, der schwarze Riemen ihrer Tasche, der quer von der linken Schulter zu ihrer rechten Hüfte geht und eine vielzahl von schwarzen, feinen Armbändern am rechten Handgelenk, ins Auge.

Neben der porträtierten Person befinden sich noch weitere 6 Menschen auf diesem Bild. Hierbei handelt es sich um mindestens eine Frau und drei Männer, zwei Personen sind nicht eindeutig erkennbar, da sie entweder verdeckt sind oder bereits zu weit oben und sich somit im etwas überbelichteten Teil des Fotos befinden. Alle fünf befinden sich auf dem Weg nach oben zum Bahnsteig und sind demnach von hinten abgelichtet worden. Deutlich erkennbar ist in der linken Bildhälfte eine junge Frau im schwarzen Top und hellblauen Jeanspants, etwas weiter vor ihr befindet sich ein Mann mittleren Alters in einem roten Hemd mit beigefarbenen kurzen Hosen und einem etwa gleichfarbigen Rucksack. Im rechten Teil des Bildes sieht man neben den beiden Personen, die nicht mehr richtig identifiziert werden könnnen, ebenfalls einen Herren mittleren Alters. Er trägt ein helles, großflächig kariertes Hemd in Kombination mit einer Jeanshose mit auffälliger Waschung und hält in seiner rechten Hand eine 0,5l Wasserflasche. Nahezu auf gleicher Höhe befindet sich ein weiterer Mann, das Alter ist schwer zu schätzen – denke jedoch er ist etwas jünger. Er trägt ein Jeanshemd mit einer hellen langen Hose und hat über der Schulter ein Tasche quer gehängt.

Obwohl das Bild aufgrund der Lichtverhältnisse und der Bahnhofumgebung auf den ersten Blick etwas Schmuddeliges (die Treppen) und klinisches (geflieste Wände) an sich hat, würde ich die Stimmung des Bildes jedoch als sehr entspannt beschreiben. Alle abgelichteten Personen machen auf mich einen recht lockeren und ausgeglichenen Eindruck. Die Leute, die in Bewegung nach oben sind, gehen gemächlich und sind nicht in Eile und die Hauptperson sitzt ganz entspannt auf der Treppe und lächelt freundlich in die Kamera.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter schon beschrieben

Eine blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 1 Nadine stellt sich vor

Wir haben Nadine Alexander-Meißinger eher zufällig auf der Suche nach Blinden Fotografen auf Facebook gefunden und sie spontan gebeten ein paar Beiträge für unseren Blog zu schreiben. Auch wenn blinde und sehbehinderte allmählich als Hobbyfotografen anerkannt werden, scheint es leider noch sehr wenige zu geben, die ihr Hobby zum Beruf machen und damit Erfolg haben. Nadine hat diesen Schritt gewagt und wir möchten von ihr wissen wie sie ihr Vorhaben umsetzt und welchen Erfolgen und Schwierigkeiten sie dabei begegnet. Außerdem freuen wir uns auf Praxistipps im Umgang mit verschiedenen Kameras.

Hinterlasst ein Kommentar oder schriebt uns an picdesc@gmail.com wenn ihr Fragen an Nadine habt, oder selbst Blogbeiträge schreiben möchtet.

Hier ist Nadines erster Post.

Nadine sitzt auf einer Mauer. Im Hintergrund ein Haus und Bäume.

Hallo ihr Fotografier-interessierten!

Durch Tina bin ich auf dieses Projekt hier aufmerksam geworden, und möchte mich daher auch einmal zu Wort melden als jemand, der inzwischen als selbstständige blinde Fotografin arbeitet, und ihre Bilder auch online vertreibt.

Ich wurde 1982 in Berlin geboren, und erblindete 1994 krankheitsbedingt. Einige Jahre lang schrieb ich Gedichte, verlor aber leider den Zugang zu meiner Kreativität, bis ich 2011 meinen Mann kennenlernte.

Als jemand, der das Fotografieren selbst als Hobby ausübte, aber auch auf Auftragsbasis arbeitete, ermutigte er mich schnell, selbst einmal seine Kamera in die Hand zu nehmen, sobald er mein Interesse für die Fotografie bemerkte. Natürlich folgte eine lange Zeit des Ausprobierens, und glaubt mir, sie hat auch viel Frustration mit sich gebracht. Ich versuchte mich an vielen Motiven, anfänglich aber hauptsächlich an Fotos von Blumen und anderen Pflanzen in Nahaufnahme. Einfach weil ich so das genaue Anpeilen und Einfangen am besten üben konnte.

Ich war sehr streng mit mir, und stand mir daher so manches Mal selbst im Weg, aber mein Mann stand mit seiner Geduld und seiner motivierenden Art immer hinter mir, sodass ich mich weiter auf verschiedenste Weise versuchen konnte.

Ich fotografierte, wir sahen uns die Bilder an, er beschrieb sie mir genau, von Farben über eingefangenes Motiv bis hin zu Schärfen oder Unschärfen, und nahm dabei kein Blatt vor den Mund, wofür ich ihm heute noch dankbar bin. Denn so praktizieren wir es noch immer.

Ich erweiterte die Bandbreite meiner Wunschmotive nach und nach, und seit ich mit einer digitalen Spiegelreflexkamera fotografiere, auch die verschiedenen Einstellungen und Spielarten, die mir ein solches Gerät bieten kann. Heute gehören Landschaften und Tiere genauso zu meinen Motiven, wie Architektur, Portraits  und Kunstfotografie. Das ist weniger hochgestochen, als es vielleicht klingt, und vieles von dem, was ich heute weiß, habe ich nur durch Ausprobieren und Rumstöbern im Internet herausgefunden.

Bis zu meiner heutigen Kamera habe ich mit nahezu allen Kameratypen fotografiert, und möchte hier gern nach und nach in kleinen Happen schildern, welche Erfahrungen ich dabei gemacht habe, welche Kamera gerade für uns Blinde welche Vorteile hat, und welche Nachteile. Denn meiner Erfahrung nach sind es oft gerade die Kameras, die alles automatisch einstellen, wie bei Handys z.B. die uns manchmal bei unserem Wunschmotiv ein Bein stellen.
Ich hoffe, der eine oder andere kann dabei etwas Nützliches für sich herausziehen.

Nadines Facebook Profil

Nadines Facebook Seite

Nadines Online-Shop www.blind-click.de

Foto: Nadine Alexander-Meißinger (Selbstauslöser)

3 Kommentare

Eingeordnet unter Sonstiges

Führhündin Kelly auf einer grünen Wiese von Rose

Ein brauner Führhund mit Halsband und Geschirr liegt im Gras

Das Foto von Kelly im Gras ist an einem sonnigen Tag auf einer grünen Wiese in der Nähe der ASH entstanden. Die Sonne scheint stark, weshalb das Foto hell beleuchtet ist. Es sind sowohl helle als auch schattige Stellen auf der Wiese zu erkennen.

Den Mittelpunkt des Fotos bildet Kelly. Sie liegt auf einer grünen Wiese zwischen weißen und gelben Pusteblumen, sowie einigen weißen Gänseblümchen. Ihr mittelbraunes Fell glänzt im Sonnenlicht. Der Himmel ist auf dem Foto nicht zu sehen, die Wiese füllt das komplette Bild aus.

Kelly liegt, mit ihren Vorderpfoten nach vorn ausgesteckt und ihrem Kopf nach vorn rechts schauend, auf dem Boden. Ihr Kopf verdeckt teilweise ihren Rumpf und ihr Hinterteil. Von ihren Hinterbeinen ist lediglich ein kleiner Teil ihres linken, angewinkelten Oberschenkels zu sehen. Auch ihr rotes Halsband und das weiße Hundegeschirr sind nur teilweise zu erkennen, da sie von ihrem Kopf verdeckt werden. Ihr linkes Vorderbein und die linke Pfote liegen im Halbschatten der Gräser neben ihr. Ihr rechtes Vorderbein und ihre rechte Pfote liegen vollständig im Sonnenlicht. Auch ihr Kopf, der Rumpf und das Hinterteil sind vollständig im Sonnenlicht.

Mit ihren leicht zusammen gekniffenen Augen fixiert Kelly einen Punkt, welcher nicht im Bild zu sehen ist. Auf dem Foto kann man einen Teil ihrer Zunge erkennen, mit der sie sich gerade ihr Maul ableckt.

Auf der Wiese sind vereinzelt gelbe und weiße Pusteblumen sowie weiße Gänseblümchen zu sehen. In der unteren linken Bildecke stehen zwei gelbe Pusteblumen. Sie sind vollständig von der Sonne beleuchtet und stehen nah an der linken Pfote von Kelly. Weiter hinten im Bild, links neben Kellys linken Oberschenkel und somit am linken Bildrand steht eine weiße Pusteblume. Hinter Kelly ist ein größerer Schatten von einem Baum zu sehen. Dieser Schatten füllt das obere Drittel des Bildes. Im Hintergrund sind vereinzelt Blumen zu erkennen. Rechts neben Kelly kann man hell beleuchtete grüne Wiese, auf der kleine, weiße Gänseblümchen stehen, sehen. Der Rasen rechts neben ihr ist an manchen Stellen leicht eingetreten. Auch ist hier der Schatten von ihrem Kopf zu sehen.

3 Kommentare

Eingeordnet unter schon beschrieben

Julias Vergnügte Rutschpartie von Silja

Julia sitzt auf einem Tisch

Bildbeschreibung von Meike

Das Bild wurde in einem Raum der Alice-Salomon Hochschule in Berlin geschossen. Die Wand ist weiß und die Fußleisten sind braun.

Auf dem Bild ist zu sehen, wie Julia auf einem weißen Tisch, mit brauner Tischkante und schwarzen Tischbeinen sitzt. Julia sitzt mit überschlagenen Beinen mittig auf der Tischplatte. Sie trägt eine kurze beige Hose und einen schwarzen Pullover. Ihre Beine sind nur bis zu den Schienbeinen zu sehen. Ihr Oberkörper ist nach hinten links gebeugt und ihre Arme sind eng an ihren Körper angewinkelt, mit ineinander gelegten Händen vor ihrem Gesicht. Ihr Kopf ist hinter den Händen nur halb zu erkennen. Ihre kinnlangen blonden Haare fallen etwas nach links. Die Augen sind zusammengekniffen und man kann an ihren gehobenen Wangen erkennen, dass sie herzlich am lachen ist.

Das Bild ist in Hochformat aufgenommen und in helles Tageslicht getaucht. Der Bildausschnitt ist in einer Schieflage, sodass die Tischkante auf der linken Seite des Bildes in der Mitte beginnt und die Tischkante auf der rechten Seite in der unteren Ecke endet.

Es ist ein dynamisches Bild. Als Betrachter*In des Bildes kommt bei einem die Idee auf, dass Julia den Tisch herunter rutscht, dabei in ihre Hände klatscht und schallend lacht.

Ein Bild für gute Laune.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter schon beschrieben