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Licht Fühlen – Gedanken zur Lichtfotografie von Silja Korn

Im Frühjahr 2016 fand im Rahmen unserer Fotoseminare ein Vortrag über altertümliche Fotografiertechnik statt. Da reifte in mir die Idee heran, Porträtfotografie doch mal anders auszuprobieren: Indem ich Licht und dessen Wärme nutze, um Licht zu erspüren. Und zugleich mit der verlängerten Belichtungszeit zu arbeiten.

Während der Veranstaltung griff Karsten das spontan auf, und wir begaben uns in eine dunkle Nische im Flur, wo eine Kamera ausgerichtet – und eine Person vom Feuerzeugschimmer angeleuchtet wurde. Durch die Wärme der Flamme konnte ich  mit den Fingern fühlen, welcher Teil des Gesichts erleuchtet wurde. Durch die lange Belichtungszeit der Kamera, blieb genügend Zeit, genau zu spüren und zu lokalisieren, was sich vom Gesicht im Lichtschatten befindet und was angeleuchtet wird.

 

 

Silja berühlt eine auf einem Stativ stehende Kamera

Das war ein erster Versuch, der mich sehr inspirierte, mich noch tief gehender damit zu befassen, wie das als nicht sehende Person funktionieren könnte? Daraus entstand dann ein neues Fotoprojekt mit Studierenden der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Im November 2016 wurde dann das Projekt konkret. Acht Studierende begeisterten sich ebenfalls für das Thema.

Beim ersten der 2 Termine tauschten wir uns darüber aus was ich mir unter Licht –und Wärmefotografie vorstelle und wie ich vorgehen möchte. Für den zweiten Termin hatte eine Studierende ein Atelier organisiert, das wir völlig verdunkelten um im Dunkeln mit verschiedenen Lichtquellen und verlängerter Belichtungszeit zu arbeiten. Es kamen Spiegel, Teelichter, eine Lichterkette mit alten herkömmlichen Glühlampen und ein Kinderlicht mit LEDs zum Einsatz. Jede/r  begab sich mal in die Rolle des Models oder des/der Lichtakteur/in um beide Perspektiven zu erleben.

Die Belichtungszeit war auf 30 Sekunden eingestellt. Dadurch hatten wir nur eingeschränkt Zeit, um mit den Lichtquellen kreativ zu experimentieren, z.B. die Wärme des Kerzen- oder Lichtscheins auf der Haut mal näher oder weiter weg von sich zu spüren. Wir beleuchteten uns selbst und ließen uns beleuchten.

Mit der Zeit stellte sich bei mir ein feineres Gespür ein, ob sich der Lichtschimmer z.B. mehr unterhalb der Nasenspitze oder eher oberhalb der Nasenwurzel befindet. Beim LED-Licht blieb die Lichtquelle für mich leider verborgen, da ich weder etwas auf dem angeleuchteten Bereich noch mit den Fingerspitzen an der Lampe erspüren konnte. Einige der Fotos sind leicht verwischt, verschwommen und eher abstrakt in der Bildkomposition geworden, da wir manche Lichtquellen während der Aufnahme hin und her bewegten.

Eine Person befestigt eine Lichterkette an Silja

Anfang Januar 2017 besuchte ich den Workshop von Sonia Soberats aus den USA. Sie ist eine blinde Fotografin die mit licht malt. Da erhielt ich zum Thema: Licht — Wärme — verlängerte Belichtungszeit neue Erkenntnisse und Einblicke in das Gebiet der fotografischen Lichtmalerei. Sie zeigte, zum Beispiel wie sie mit der LED-Taschenlampe arbeitet.

Zusammenfassend gesagt ist es möglich, relativ selbstbestimmt mit dieser Fotografiertechnik zu hantieren, wenn man mit dem dazugehörigen Handwerk und Equipment vertraut ist. Das heißt, genauer zu planen: Was möchte ich fotografieren? Wie möchte ich die Szene inszenieren? Der Umgang mit der Taschenlampe erfordert etwas Übung ist aber lernbar. Der Trick ist sie nah am Körper des Models entlang zu bewegen. Je langsamer man sie bewegt desto mehr Licht strahlt auf die Fläche. Um zu helle, gleißende Flächen und scharfe Striche zu vermeiden sind schnelle Bewegungen aus dem Handgelenk oft besser.

Als blinde/r Fotograf/In muss man versuchen Umgebung und Lichtquelle so gut wie möglich zu kontrollieren. Dazu gehört auch genau zu wissen, wie es sich mit der Belichtungszeit verhält. Das bedeutet: Ich entscheide selbst, wann ich mit dem Foto beginne und wann es fertig ist. Jedoch benötige ich auf der anderen Seite jemanden, der mir die Kamera ausrichtet, einstellt und den Auslöseknopf der Kamera bedient. Hierzu stellt sich mir die Frage, wie weit ich Hilfe mehr und mehr minimieren kann, sodass ich auf weniger Assistenz zurückgreifen könnte? Das wird die Zukunft zeigen, denke ich!

Bildschirm mit einem Foto auf das von rechts eine Hand zeigt

In der Ausstellung ist eine Auswahl der Fotos zu betrachten, die im Fotoprojekt mit den Studierenden der ASH Berlin entstanden sind.

Silja Korn Januar 2017

Fotos: Guido Korn

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Fotografieren – ein verloren geglaubtes Hobby von Susanne

Dieser Text wurde ursprünglich in der „Gegenwart“ – Magazin für blinde und sehbehinderte Menschen veröffentlicht.

Als ihr Sehvermögen nachließ, war Susanne Emmermann klar, dass sich das Fotografieren für sie erledigt hätte. Doch dann experimentierte sie mit dem Smartphone und besuchte einen Foto-Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen. Heute hat sie ein Verständnis von Fotografie, das nicht nur mit dem Sehen, sondern mit allen Sinnen und mit viel Kommunikation zu tun hat.

verschwommene Anzeigetefel im Berliner HBF

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Bildbeschreibung Anzeigetafel

Mit 14 Jahren bekam ich von meinem Vater eine Kamera geschenkt. Das war in den 1970er Jahren. Damals fotografierte man analog. Das heißt, man überlegte, bevor man den Auslöser betätigte. Ich fotografierte ziemlich viel und dokumentierte so mein Leben. Mein Vater meinte, ich hätte einen „Blick“ dafür.

Mit dem allmählichen Verlust meiner Sehkraft in Folge von Retinitis pigmentosa spürte ich immer mehr, dass ich mein Hobby würde aufgeben müssen. Da kreuzte ein Smartphone meinen Weg und ich versuchte erneut, „Augenblicke“ festzuhalten. Durch Tippen und Wischen auf dem Display bekam ich nützliche Hinweise: „zwei Gesichter zentriert“, „Bild unscharf“ usw. Das erleichterte mir die Sache. Ich versuchte, mit meinem Restsehen und diesen Anweisungen zu fotografieren. Und bekam positives Feedback.

Etwas später lernte ich den Fotografen Karsten Hein kennen, der gerade ein Fotoprojekt unter dem Titel „Schönheit der Blinden“ machte. Das Thema Blindheit ließ ihn nicht mehr los. Und so kam er vor vier Jahren auf die Idee, einen Foto-Workshop für blinde und sehbehinderte Menschen anzubieten, in Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule Berlin und Studierenden des Studiengangs Soziale Arbeit.

Von meinen Versuchen mit dem Smartphone angespornt, wollte ich mir die Chance nicht entgehen lassen, mehr über Fotografie zu erfahren. Dass ich mich dabei ständig mit meiner Erblindung würde auseinandersetzen müssen, nahm ich in Kauf. Inzwischen habe ich an drei Workshops teilgenommen. Wir haben in Teams aus sehenden und nicht sehenden Teilnehmern zu unterschiedlichen Themen fotografiert, zum Beispiel „Hinterhöfe“, „Barrieren“, „Rot“.

Die assistierenden Studierenden haben die Aufgabe, mein Umfeld für mich sichtbar zu machen. Durch ihre Beschreibungen kann ich auf Motivsuche gehen und bestimmte Ausschnitte wie mit einem Fotoapparat heranzoomen. So kann ich Ideen für meine Bilder entwickeln. Auch beim eigentlichen Fotografieren helfen mir die Studierenden, indem sie beschreiben, was auf dem Display meiner Kamera zu sehen ist. Mein Handicap kann ich während unserer Fototouren vergessen.

Eine junge Frau bläst Seifenblasen

Bildbeschreibung Seifenblasen

Nach der gemeinsamen Fotoauswahl erstellen die Studierenden ausführliche Bildbeschreibungen, die in dem Blog www.bildbeschreibungen.wordpress.com zugänglich gemacht werden. Mir ist es wichtig, dass diese Beschreibungen auch eine emotionale Komponente haben. Oft bearbeiten wir die Texte gemeinsam. Dabei mache ich immer wieder die Erfahrung, dass wir unsere Sinne gegenseitig schärfen können.

die selbe junge Frau auf einer Schaukel sitzend

Bildbeschreibung Schaukel

Im letzten Semester haben wir uns mit Porträtfotografie befasst. Das ist nicht gerade meine favorisierte Richtung, weil ich das Modell nicht sehe. So kam mir die Idee, die junge Frau zunächst auf eine Reise in ihre Kindheit zu schicken. Ich fotografierte sie beim Spielen mit Seifenblasen und beim Schaukeln auf einem Spielplatz. Nachdem wir in einen Innenraum umgezogen waren, hatte ich ein Aha-Erlebnis. Ich saß in für mich optimalen Lichtverhältnissen unserem Modell gegenüber und konnte das Gesicht der Frau dank ihrer dunklen Haare und Augenbrauen auf dem Display meiner Kamera erkennen. Das eröffnete mir Möglichkeiten, die ich bisher nicht hatte. Diesmal fühlte ich die Situation nicht nur, ich sah sie auch. In der wunderschönen Fotoreihe „Die elf Gesichter einer Frau“ habe ich verschiedene Emotionen festgehalten.

Collage aus Gesichtern der jungen Frau auf Schwarzem Untergrund

11 Gesichter einer Frau

Inzwischen bin ich mit meiner ersten Foto-Assistentin eng befreundet. Wir fotografieren gerne in unserer gemeinsamen Freizeit. Für mich ist das Fotografieren ein neues Fenster in die Welt geworden. Ich versuche, mit meinen Bildern alle Sinne anzusprechen, ebenso wie ich sie erlebe, wenn ich fotografiere. So gesehen, habe ich mein Hobby nicht nur wiederfinden, sondern sogar erweitern können. Und ich will noch mehr. Die positive Resonanz auf meine Bilder hat mich ermutigt, mich auf das Feld der Kunstfotografie vorzuwagen.

Susanne Emmermann (57) lebt in Berlin und arbeitet im finanziellen Projektmanagement eines Verkehrsunternehmens.

 

 

 

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„Shot in the Dark“ – Ein Film mit blinden Fotografen

Pünktlich zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Darkhaben wir mit Regisseur Frank Amann darüber gesprochen, wie aus einer spontanen Begegnung mit blinden und sehbehinderten Fotografen und der Faszination mit ihren Werken ein Film über die Werke dreier starker Persönlichkeiten entstand. Aus diesem Gespräch und selbst recherchierten Informationen entstand folgendes, fiktives Interview.

Der Film prämiert am 19. 1. in Berlin und am 21. 1. in Hamburg. Zwischen 13. und 24. Januar finden weitere Veranstaltungen und Workshops rund um den Film und die Protagonisten statt.  Untertitel und Audiodeskription sind über die App Greta & Starks verfügbar.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Dokumentarfilm über blinde Fotografen zu drehen?

„Shot in the Dark“ ist meine erste Regiearbeit. ich bin eigentlich Kameramann. Vor ungefähr 6 Jahren habe ich in Spanien an einem Coming of Age Spielfilm über ein überbehütetes, blindes Mädchen gearbeitet. Der Film begleitete die Protagonistin auf der Suche nach ihrem Platz in einer von visuellen Eindrücken geprägten Teenagerwelt. Um ihre Sichtweise besser in Filmbildern darstellen zu können, habe ich mich gefragt, wie dieses Mädchen ihre Umwelt erlebt.

Ich recherchierte ein bisschen und stieß auf den blinden Fotografen Evgen Bavcar, dessen Bilder allerdings eher einer surrealistischen und symbolistischen Tradition verbunden sind und für unsere Filmrecherche deshalb nur bedingt geeignet waren. Dann stieß ich auf den Fotokatalog der Wanderausstellung „Sight Unseen“, die ich später auch live besuchte. Einige dieser Bilder blieben mir im Gedächtnis und als ich für ein ganz anderes Projekt in den USA war, beschloss ich spontan zwei der in „Sight Unseen“ vertretenen Fotografen Bruce Hall und Pete Eckert anzurufen, ob sie sich mit mir treffen würden. Damals hatte ich noch keine konkrete Filmidee. Ich war neugierig und wollte die Fotografen hinter den Bildern kennen lernen. Aus einer kurzen Unterhaltung wurden mehrere Stunden und wir entdeckten, dass wir viele Ansichten über Kunst und Fotografie teilten. Von der Idee zum fertigen Film über Pete Eckert, Bruce Hall und Sonia Soberats war es allerdings ein langer Weg.

Was war dir bei der Verfilmung deiner Idee wichtig?

Ich wollte keinen Film über sondern mit blinden Fotografen machen. Ich habe den HBO Kurzfilm „Dark Light The Art of Blind Photographers“ gesehen, in dem Bruce und Pete auch vorkommen, aber der hat versucht analytisch und didaktisch zu erklären wie blinde Fotografen arbeiten. Sehende Experten wurden gefragt, wie das funktioniert und das Ganze wirkte wie Forscher, die einen Ameisenhaufen inspizieren.

Mein Film ist eher visuell und beobachtend und begleitet die Protagonisten bei der Arbeit und lässt sie selbst und ihre Familien und Freunde zu Wort kommen. Der Zuschauer soll sich selbst anhand des Gesehenen und Gehörten eine Meinung bilden ohne zu sehr von Erklärungen und Kommentaren meinerseits gelenkt zu werden.

Bruce Hall

Bruce zum Beispiel fotografiert hauptsächlich unter Wasser und seine beiden autistischen Zwillingssöhne, über die er gemeinsam mit seiner Frau das Buch „Immersed: Our Experience with Autism“ veröffentlicht hat. Da er die Gesichtsausdrücke seiner Söhne schwer sehen kann, begegnet er ihnen in vergrößerten Bildern auf eine neue Art. Die hauptsächlich nonverbale Kommunikation mit seinen Kindern ist wichtig, aber nicht Mittelpunkt des Filmabschnitts über Bruce. Was er sieht, setzt er sich seit frühster Kindheit mit Vergrößerungsgeräten und heutzutage mit Bildschirmen zusammen. Bruce sagt von sich selbst, er sieht zweimal: zuerst einen Eindruck oder Umriss beim Aufnehmen und später auf dem fertigen Bild mehr Einzelheiten.

Außerdem wollte ich, dass die Protagonisten den fertigen Film auch genießen können. Daher die Audiodeskription über Greta. Ich habe auch viel mit Klangeffekten und Tonschichten gearbeitet. In Kinovorführungen wird sich der Sound räumlich auf verschiedene Boxen verteilen. Da sich die Töne im Raum bewegen, entsteht ein räumlicher Klangeffekt.

Was hat dich an den Arbeiten dieser blinden Fotografen fasziniert und was unterscheidet sie von den Werken sehender Fotografen?

Heutzutage sind wir einer tagtäglichen Bilderflut ausgesetzt. Damit ein Bild unsere Aufmerksamkeit für mehr als ein paar Sekunden hält und uns anschließend im Gedächtnis bleibt, muss es etwas Besonderes zeigen oder eine ungewöhnliche Perspektive oder Technik haben. Vielleicht haben blinde Fotografen in dieser Hinsicht sogar einen Vorteil, da ihnen oft der Vergleich zu anderen Bildern fehlt. Wenn man gar nichts oder wenig sieht, verliert man sich weniger im Detail, wodurch Hell –Dunkelkontraste und abstrakte Formen besser zur Geltung kommen. Ich selbst kneife auch manchmal die Augen zusammen um das große Ganze besser zu sehen. Das bedeutet aber nicht, dass die Bilder von Blinden alle ähnlich sind, im Gegenteil Motive und Techniken sind so unterschiedlich wie ihre Fotografen und deren Sehreste und Interessen.

Arbeiten blinde Fotografen anders als Sehende?

Jeder Künstler, ob sehend oder nicht hat, seine eigene Arbeitsweise. Die meisten blinden Fotografen arbeiten konzeptionell. Während sehende oft zufällig etwas Interessantes sehen und es fotografieren, entwickeln blinde die Bildkomposition zuerst vor ihrem inneren Auge und versuchen sie dann umzusetzen.

Pete Eckert

Vor seiner allmählichen Erblindung durch eine Erbkrankheit war Pete Schreiner und Kunststudent, zuletzt studierte er Architektur, und im Prozess seiner Erblindung Wirtschaft. Er kam erst später von Skulpturen über Holzschnitte zur Fotografie. Er arbeitet auch heute noch mit einer analogen Mittelformatkamera, da diese ihm mehr Unabhängigkeit ermöglicht. Die Mechanik dieser alten Kameras ist ertastbar und Markierungspunkte am Objektiv und ein Lichtmesser ohne Glasverkleidung ermöglichen das selbstständige Einstellen. Abgesehen von der Auswahl für großformatige Abzüge verzichtet Pete auf sehende Hilfe, da für ihn nur ein selbstständig entworfenes und fotografiertes Bild ein authentisches Bild aus der Welt eines Blinden ist. Trotzdem ist ihm das Feedback der Betrachter wichtig, da kein Künstler auf Dauer ohne positive Rückmeldung motiviert bleibt.

Sonia Soberats

Als junge Einwanderermutter verlor Sonia kurz nacheinander ihre beiden Kinder und ihr Augenlicht. Obwohl sie früher nicht fotografierte, fand sie später neue Lebenserfüllung im Light Painting, einer Fotografietechnik bei der in völliger Dunkelheit nur das Bildmotiv mit verschiedenen Lichtquellen angestrahlt wird, wodurch es im fertigen Bild nahezu geisterhaft zur Geltung kommt. Sonia gewinnt ihre Ideen aus Erlebnissen, Gerüchen und fühlbaren Texturen. Ihre Modelle sind oft Familienmitglieder und Freunde mit denen sie sich während des Fotoshootings unterhält. Bei Umsetzung und Auswahl hilft ihr ein sehender Assistent. Die Belichtungsdauer beträgt mehrere Minuten. Die Ideen sind ihre, für sie ist die Assistenz nur technische Hilfe.

Light Painting Workshops für Blinde und Sehende

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe rund um den Film finden in Berlin Künstler Gespräche und am 14. und 15. Januar ein Light Painting workshop für blinde und sehende Teilnehmer statt. Geleitet wird der Workshop von Sonia Soberats und Mila Teshaieva, einer sehenden Fotografin, die ähnliche Techniken benutzt.

Kontakt: kontakt@shotinthedark-film.com

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Warum eigentlich 100 Meisterwerke?

Regelmäßigen Lesenden unseres Blogs ist sicher schon aufgefallen, dass wir im letzten Jahr angefangen haben 100 Meisterwerke zu beschreiben. Dank der fleißigen Studierenden der Alice-Salomon Hochschule Berlin, die sich in einem Seminar ausführlicher mit Bildbeschreibungen beschäftigen, und unserem Korrekturteam findet ihr inzwischen fast 60 Beschreibungen in der Kategorie 100 Meisterwerke. Diese bunt gemischte Sammlung enthält berühmte Gemälde, Grafiken und Fotografien in den verschiedensten Stilen und aus den unterschiedlichsten Kunstepochen. Die Reihenfolge ist willkürlich, da wir keine Hitliste erstellen wollen, die Verschiedenheit der Werke macht einen Vergleich unmöglich. Erstellt wurde die Auswahl gemeinsam von sehenden und blinden Künstlern, Kunstkritikern, Kunsthistorikern und interessierten Laien. 100 ist nur ein Anfangsziel und wir freuen uns über weitere Vorschläge.

Entstanden ist das Projekt aus einer Seminarrehe darüber, was eigentlich ein „gutes Bild“ ausmacht und wodurch ein Werk berühmt wird. Damit ein Werk für Sehende aus der täglichen Bilderflut herausstricht, muss es entweder aus einem wichtigen historischen oder kulturellen Kontext heraus entstanden sein oder die Aufmerksamkeit des Betrachtenden sofort auf sich ziehen. Letzteres kann zum Beispiel durch ein seltenes oder emotional berührendes Motiv, durch interessante Techniken oder durch ungewohnte Blickwinkel erreicht werden. Um solche Bilder handelt es sich bei unseren 100 Meisterwerken, von denen viele ikonisch sind und sozusagen zum visuellen Allgemeinwissen gehören. Auch ohne Wissen über Künstler und Entstehungsgeschichte, haben viele Betrachtende das Gefühl ein Foto oder Gemälde irgendwo schon einmal gesehen zu haben.

Auch wenn es inzwischen häufiger blindengerechte Museumsführungen und Audioguides gibt, fehlt vielen blinden und sehbehinderten Menschen dieses Allgemeinwissen der visuellen Kunst. Vielleicht macht der mangelnde Vergleich die Werke vieler blinder Künstler auch so einzigartig, aber wir wollen mit unseren 100 Meisterwerken versuchen diesen Nachteil auszugleichen und hoffentlich neues Interesse für bildende Kunst und Kunstgeschichte wecken.

Wir freuen uns wie immer über Kommentare, Rückfragen und vorschläge für weitere Meisterwerke

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„Weitersehen 2017“ – Jahrbuch des DBSV

Kultur ist ein facettenreicher gesellschaftlicher Bereich, an dem auch blinde und sehbehinderte Menschen uneingeschränkt teilhaben wollen. Das umfasst den Zugang zu Fernsehformaten und Filmen ebenso wie zu Theatern, Opern und Museen.

Weitersehen 2017“, das aktuelle Jahrbuch des DBSV, steht unter dem Motto „Kultur erleben – wenn Inklusion im Kopf beginnt“. Zu Wort kommen blinde und sehbehinderte Museumsbesucher, Künstler und Kulturvermittler. Träger und Projektverantwortliche erzählen, wie es in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe gelingen kann, Barrieren abzubauen. Anlässlich des 15. Jubiläums, das der Deutsche Hörfilmpreis im kommenden Jahr feiern wird, blickt das Jahrbuch auf dessen Geschichte zurück und beleuchtet die Bedeutung von Audiodeskription in Film, Fernsehen und Theater.

„Weitersehen 2017“ ist bei den Landesvereinen des DBSV als Schwarzschrift- und DAISY-Ausgabe erhältlich.

Mehr Infos unter www.dbsv.org/infothek/jahrbuch-weitersehen

Der Newsletter „DBSV-direkt“ ist der Online-Informationsservice des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV).

Um den Newsletter zu abonieren, senden Sie bitte eine leere E-Mail ohne Betreff an join-dbsv-direkt@kbx.de.

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Führungen für Blinde und Sehbehinderte im Hygienemuseum Dresden

Sonderausstellung „Sprache. Worte, Zeichen, Gesten“ im Deutschen Hygienemuseum Dresden.

Sonntag, 30. Oktober 2016, 11.00 Uhr

Sonntag, 26. März 2017, 11.00 Uhr

Die Führung ist mit Eintrittskarte kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.“

(Quelle: Susanne Weckwerth, Bildung und Vermittlung, Stiftung Deutsches Hygiene Museum Dresden)

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