Konzert im Dunklen – Livemitschnitt

Hier endlich ein Livemitschnitt des ersten Konzerts im Dunklen mit der „Planung“ in der Galerie Bernau. Die Planung sind Alexandra Reinshagen, Claudia Fierke und Sabine Ercklentz:

 

 

 

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Dem Trubel der Großstadt für eine Moment entfliehen

Der Idee, folgende Innenhöfe aufzunehmen, führte die Fotografin zu einem Ort ihrer Kindheit. Dort angelangt, entwickelte sich der Gedanke, eine Serie aufzunehmen. Die Auswahl umfasst fünf Bilder, die von Ruhe und Idylle in der Großstadt erzählen.

Die Aufnahmen entstanden Mitte Mai in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte.

Blick aus dem Dunkel eines Tunnels

 

 

Mitten im Lärm der Großstadt stehend – eine Straßenbahn im Rücken, brausender Autoverkehr, klingelnde Fahrräder, Menschenstimmen und Touritrubel um einen herum – fällt der Blick durch eine dunkle, langgezogene Toreinfahrt hinein in einen begrünten Hof.

Sogleich lädt die erblickte Szenerie dazu ein, in die üppige und menschenleere Natur des Hofes einzutauchen.

Zuerst betreten wir einen viereckigen, sterilen Durchgang: Glatte Decke und Betonboden sowie gekachelte Wände verweisen auf Architektur jüngeren Datums. Er endet vor einem Weg mit Rechtsbiegung, die den Blick auf den Rest vom Hof verwehrt. An diesem Punkt möchte man einmal tief einatmen und innehalten.

Befreit von der Unruhe, bietet sich nun eine neue und warme Atmosphäre zum Eintauchen an. Auf dem schmalen, gepflasterten Weg beginnt die Reise…

 

Eine grüne Tafel, die auf einem Spielplatz steht

 

Wir tauchen an einem verlassenen Spielplatz wieder auf. Der Platz ist sonnig, aber es steht dort auchein Baum, der seine schweren, belaubten Äste tief hängen lässt und Schatten spendet. Im Vordergrund sieht man eine bekritzelte Tafel. Sie steht frei vor einer Wand und wird von massivem Holz eingefasst und gehalten. Auf ihrer Fläche zeichnet die Sonne ein spitzes, aufrechtes Dreieck.

Die Situation strahlt Ruhe aus, wie man sie von der sonntäglichen Mittagspause kennt. Das vermitteln auch die anderen, in der Nähe stehenden, einsamen Spielgeräte, die auf die Rückkehr der Kinder zu warten scheinen.

So lange warten wir nicht sondern lassen uns weitertreiben…

Ein vergittertes Fenster, mit gemalten Fensterläden in einer mit Blumen bemalten Wand

 

und stoßen kurz darauf auf die Backsteinfassade eines kleinen Gartenhäuschens.

Die Backsteinmauer ist alt und von Wind und Wetter gezeichnet. In vergangenen Tagen einmal bunt bemalt worden, ist die Farbe nicht mehr kräftig und strahlend, sondern bereits von der Sonne ausgeblichen. Um das alte Holzfenster herum sind zwei braune Fensterläden aufgemalt, jeweils verziert mit einem roten, blau umrahmten Herzen. Sie heben die Tristesse des Fensters, mit seiner abbröckelnden Farbe und dem verrosteten Gitter, etwas auf.

Die Mauer schmückt eine gemalte Rosenhecke. Ihre großen, offenen rosa Rosenblüten und die vielen Verzweigungen, an denen kleine schmale grüne Blätter hängen, reichen vom Boden bis unter das Dach. Lässt man seinen Blick nicht durch die Verzierungen ablenken, entdeckt man den bröckelnden Mörtel zwischen den Steinen. Es scheint so, als halte die Rosenranke die Wand und gebe dem vernachlässigten Häuschen ein wenig Zuneigung.

Dieser Ort erinnert uns an ein Märchen und wir folgen wie Hänsel und Gretel dem Pfad weiter…

Eine Mohnblume

und kommen von den gemalten Rosen zum leuchtenden Mohn.

Die strahlend rote Blüte hebt sich klar vom verschwommenen, grünen Hintergrund ab. Es ist eine große Blüte von 15 cm Durchmesser. Sie ist fast vollständig geöffnet und man erkennt große schwarze Flecken in der Mitte. Die Sonne scheint seitlich auf die Blüte, wodurch ein eingeklapptes Blütenblatt einen Schatten auf den Stempel wirft. Die Blütenblätter wirken dünn und leicht wie knittrige Seide.

Der Mohn strahlt Wärme,Kraft und Ruhe aus. Er erinnert an Frühlingswiesen mit dem Surren und Zirpen der Bienen und Insekten. Der Duft nach Frühling liegt in der Luft und man spürt einen leichten Windhauch und auch die wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Gesicht.

Wir verlassen den Mohn und sind fast…

Blick aus einem Tunnel auf eine belebte Straße

zurück im Trubel!

Am Ende unseres Besuchs „Der Insel der Ruhe“ kommen wir zurück an den dunklen, kalten Übergang. Der Wind in den Blättern der Bäume dringt noch leise ans Ohr. Das Vogelgezwitscher wird ruhiger. Während wir hindurch gehen, werden die eigenen Schritte von den gekachelten Wänden zurückgeworfen und lauter. Stimmengewirr und das Lachen von Kindern, die am Tor zur Straße stehenbleiben, sind undeutlich zu hören. Alles vermischt sich miteinander: Motorengeräusche von Autos und Bussen und das Klappern eines vorbeifahrenden Fahrrades. Beim Auftauchen auf der Straße sind wir wieder zurück in der Hektik und dem Trubel der Großstadt.

Bilder von Susanne, Text von Anika und Katja

Entstanden bei unserem Fotoseminar für Blinde

 

 

 

 

 

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Unfreiwilliges Spiegelbild

Eine Steinskulptur

Beschreibung von Verena und Anne
An unserem ersten Termin des Seminar Fotografieren für Blinde, haben wir am Nachmittag einen Streifzug über den Antiquitäten Flohmarkt am Tiergarten gemacht. Dabei konnten wir einige kuriose Entdeckungen machen und unsere tolle Fotografin Mary hat gegen Ende der Tour unter anderem dieses schöne Foto geschossen. Das vorliegende Bild zeigt das Spiegelbild einer Skulptur die wir durch Zufall entdeckt haben.
All das was im weiteren Verlauf beschrieben wird, ist nicht die direkte Abbildung des/der Objekte, es handelt sich dabei um die Fotografie eines Spiegelbildes.
Im Hintergrund ist der Tisch des Flohmarkthändlers zu sehen, auf dem eine dunkelrote Samttischdecke liegt. Die Tischkante verläuft parallel zum oberen Bildrand, nur ansatzweise erkennt man, dass auf dem Tisch noch Gegenstände liegen. Diese sind jedoch sehr unscharf, lediglich etwas blau und grau ist zu erkennen.
Der linke Bildrand wird durch den schrägen Zierschliff des Spiegels geprägt. Durch den Facettenschliff zeigt das Bild eine doppelte, nebeneinander liegende Spiegelung der Gegenstände. Zum einen sieht man eine hellbraune, runde Rattan Box, die circa mit der waagerechten Bildmittellinie abschließt und oberhalb ein Stück der Rückenlehne eines rot-braunen Korbsessels. Insgesamt nimmt beides das linke Viertel des Bildes ein. Im Detail macht ein Drittel die Spiegelung des Facettenschliffs aus, dort sind die Box und der Sessel sehr unscharf dargestellt, weiter rechts folgt dann die schärfere Spiegelung bei der sich eine Flechte am oberen Rand der Rattanbox erkennen lässt.
Nun kommen wir zum Hauptmotiv des Fotos, dies zeigt eine Steinfigur, auf dem Rücken liegend mit Flügeln. Die Figur liegt auf der senkrechten Mittelachse des Bildes. Die Skulptur hat den Blick nach links oben aus dem Bild gerichtet, spitz zulaufende Ohren und die Zunge hängt aus dem Mund, dessen Mundwinkel nach unten zeigen. Die Beine sind angewinkelt und eine Hand befindet sich zwischen den Beinen, die Füße liegen aufeinander und die linke Hand fasst an das Gesäß. Zum rechten Bildrand hin ist ein Flügel zu sehen, der an den einer Fledermaus erinnert. Die Spitze des Flügels wird vom rechten Bildrand abgeschnitten, das Gesäß der Skulptur vom unteren Bildrand.
Die Skulptur liegt auf einem runden weißen Tisch, dahinter sind einige hellgrüne Linien zu erkennen die von rechts oben diagonal nach nicht ganz links unten verlaufen. Diese Linien gehören zu einem runden Sessel, der hinter dem Tisch mit der Skulptur steht und bilden eine starken Kontrast zu den sonst eher erdigen Farbtönen des Bildes. Das Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes, bleibt allerdings die Skulptur, die fast komplett weiß und als einziges scharf dargestelltes Objekt zu erkennen ist.

 

Insgesamt ist das Bild recht klar, die Skulptur wirkt leidend, sodass das Bild bei längerer Betrachtung eher eine gedrückte Stimmung vermittelt, aber auf der anderen Seite wirkt es auch hoffnungsvoll, durch den Blick, den die Skulptur nach oben richtet…

 

(aus dem Fotoseminar mit Blinden)

 

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Konzert im Dunklen

Am 3. Juli findet um 19 Uhr in Magdeburg im Rahmen unserer Ausstellung „Die Schönheit der Blinden“ wieder ein Konzert im Dunklen mit Alexandra Reinshagen, Claudia Fierke und Sabine Ercklentz statt! Hier ein Vorgeschmack:

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Die Schönheit der Blinden ab 10. Juni in Magdeburg

Es geht weiter! Vom 10. Juni bis 10. Juli 2014 läuft unsere Ausstellung DIE SCHÖNHEIT DER BLINDEN im City Carré in Magdeburg, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof.

Die Ausstellung wird wieder begleitet von einem Konzert im Dunkel und – neu – diesmal auch mit einer Veranstaltungsreihe!

Nähere Infos im PDF hier:

barrierefrei- schönheit der blinden_klein

 

 

 

 

 

 

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An imaginary place for those who see and those who are blind

Ein neues Projekt unserer spanischen Freundin Noemi Pena!

Sie schreibt darüber:

It belongs to a project entitled „An imaginary place for those who see and those who are blind“ that I did as part of a workshop and it has been exhibited at the INAEA website to celebrate 2014 Arts Education Week.

Photographs created by blind people,  look for other meanings from people who can see. Each photograph evoke a story that enrich the meaning of each picture.  Time is a key concept that show how many words and ideas evoke a picture to someone and at the same time a camera is visually recording that description. Visually recording become blind.
Those stories have been  listening for each of the blind people who create them.

Folgt dem Link: http://www.inaea.org/ArtEducationWeek2014/index.html

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