Blick vor der Tür1

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Vor meiner Tür:
Das Bild zeigt, das ich an einer hauptverkehrsreichen Straße wohne. Wo am Tag mehr Autos vorbei kommen als Menschen.  Dennoch wohne ich gerne an ihr, weil alles was ich benötige sich hier an findet. Nachtbus, U-Bahn Theater Oper und jegliche Einkaufsmöglichkeit. Sie gibt mir das Gefühl von Freiheit!

Lieben Gruß
silja

Eine breite, verkehrsreiche, innerstädtische Straße
Beschreibung von Aljoscha Kairetdinov:

Tatsächlich. Es ist eine der breitesten Straßen in Berlin: gleichzeitig können hier fünf Autos nebeneinander in eine Richtung und noch mal fünf in die andere fahren. Dazwischen liegt ein Streifen, auf dem schräg zur Bewegungsrichtung auf der Fahrbahn die geparkten Autos stehen. Sollte also jemand auf die Idee kommen, diese Straße zur Hauptverkehrszeit an einer falschen Stelle zu überqueren, würde er sich viermal der Gefahr aussetzen, von links überfahren zu werden und dann, nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Parkstreifen, noch viermal von rechts. Viermal, weil die jeweils äußere Fahrspur doch auch zum Parken genutzt wird.

Unmittelbar von der Haustür zur Straße führt eine Ausfahrt, die mit Kopfstein gepflastert ist. Sie ist zur Straße hin geneigt und bildet ein leichtes Eindellen der Fahrradspur auf der äußeren  Seite des ziemlich breiten Bürgersteigs. Zwischen der Fahrradspur und dem eigentlichen Fußgängerbereich stehen in fünf-sechs Meter Entfernung zueinander Bäume mit jeweils einem kleinen Rasen darunter.

Auf der anderen Straßenseite stehen aneinander gereiht große sechsstöckige Gebäude mit den ausgebauten Dächern, also mit noch einem oder zwei Stockwerken oben drauf. Unten im Erdgeschoss befinden sich Läden wie etwa „Computer und Handy“ direkt gegenüber oder die Fahrschule linkst davon oder ein großes Café rechts. Dieses Café geht übereck, denn das Haus auf der anderen Straßenseite rechts ist ein Eckhaus. Irgendwo dort in der Nähe liegt wohl auch eine Apotheke, da man oben über dem Café die beiden Buchstaben A und P sieht, wahrscheinlich gehören sie zur Werbung.

An der Ecke vor dem Café ragt eine Säule mit einem Würfel darüber und dem großen Buchstaben U, ein Hinweis auf den Eingang zu einer U-Bahnstation. Neben dieser „U-Säule“ steht auch eine Ampel. Das wäre dann der Blick direkt vor der Haustür.

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Ein Spiegel

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Ein Foto der blinden Malerin und Fotografin Silja Korn

Ein Spiegel in einem geschwungenen Rahmen. Er zeigt eine Küche.

Beschreibung von Ewa Maria Slaska:

In einem wunderschönen Kristallspiegel aus dem 19. Jahrhundert widerspiegelt sich eine schöne altmodische und zugleich ziemlich moderne Küche in einem alten Bauernhaus. Es kann natürlich sein, dass das alles bloß eine gelungene Nachahmung ist, also kein Biedermeierspiegel und kein Kristall, kein altes Bauernhaus, überhaupt kein Bauernhaus, sondern eine Plattenbauten-Wohnung in Marzahn mit lauter Attrappen. Aber auf dem Foto ist es glaubwürdig, authentisch, alt und unheimlich schön.

Die Gegenstände sind schön, die Wirkung des Fotos… unheimlich.

Es ist ein Verwirrungsspiel, in dem schwer zu urteilen ist, was wo platziert ist. Wahrscheinlich ist der Spiegel auf der Hinterwand eines Zimmers angebracht, in dem von der Decke her ein Art-Deco-Leuchter hängt. Die Küche ist im Raum nebenan, verbunden mit der guten Stube mit einer offenen Tür, direkt dem Spiegel gegenüber.

Unter dem Leuchter mit den Rücken zur Küche und mit der Kamera zum Spiegel muss die Fotografin stehen. Wo aber? Sie ist im Spiegel nicht zu sehen. Auch keine Kamera auf dem Stativ mit Selbstauslöser. Nichts nirgendwo. Wolkenheim.

Der Spiegel aus dem Hintergrund von Jan van Eycks "Arnolfini-Hochzeit". Man sieht darin das Brautpaar von hinten.Meistens ist es der Stolz des Künstlers, wenn er sich heimlich via Spiegel ins Bild bringt. Das Berühmteste ist das Spiegelselbstbildnis von Jan van Eyck auf dem Doppelporträt „Eheleute Arnolfini“ (gen. auch „Arnolfinis Hochzeit“) von 1434. Im Spiegel sieht man die Rücken der vorne stehenden porträtierten Eheleute, zwei Hochzeitszeugen und den Maler, wie er vor Staffelei sitzt…

Hier ist es umgekehrt. Spooky! Die Künstlerin hat sich selbst abgeschafft und auch ihr Medium, mit dem sie die Welt anhält. Alles ist nur im Spiegel, nur dies soll wahrgenommen werden. Aber das, was man im Spiegel sieht, ist nicht wirklich. Es ist ein Zerrbild, von links nach rechts gedreht. Eine in sich verwickelte Welt, ein Betrug. Sand in die Augen. Du siehst etwas, was es vielleicht gar nicht gibt. Oder du siehst es nicht, obwohl es da ist. Du kannst nur glauben, dass du etwas siehst. Spiegel ist ein Spiel.

Die Kamera schneidet diesen Spiegel aus, hebt ihn vor der weißen unbedeutenden Wand hervor, als ob der Rahmen des Spiegels zugleich auch Rahmen der ganzen Welt war.

Was also macht die Welt aus? OK, es ist die Küche. Ein Raum mit weißen Balken, Abstellleisten und Holz- bzw. Kachelverkleidung der Wände, die Decke zwischen den Balken türkisgrün gemalt. Aber auch in dieser Küche, die sich im Spiegel widerspiegelt, ist kaum etwas sicher oder fest angehalten. Frontal sieht man eine Küchen-Arbeitsplatte mit eingebautem Waschbecken und Armatur. Sie ist mit weißer gehäkelter Bordüre verziert. Hinter der Armatur sieht man eine weißgekachelte Wand, klassisch auf die Höhe von 4 Kacheln gebaut. Drauf eine moderne Küchenleiste mit einem Set der Edelstahlkochlöffel und Nippes. Darüber weiße Regale für alles Mögliche. Es stehen da irgendwelche kleine und gleich aussehende Emaillendosen, oder sind es Marmeladegläser? Oder was? Davor ein Mobile, lang, weiß. Hängt es da, oder in dem anderen Raum vor dem Spiegel und hier legt es sich nur im Spiegel der Kamera auf die Kachelwand drauf? Nebenan ein Zierlöffel, oder was ist das überhaupt?! Alles verschwimmt, verfließt. Ist unscharf und je länger man schaut, desto unschärfer.

Über den Gläsern steht noch etwas auf der frontalen Abstellfläche, verliert sich in der Dunkelheit, die die ganze rechte Ecke da oben übernimmt. In der Dunkelheit rechtsrum stehen kantig zu uns platziert ein Zierteller und vielleicht zwei kleine Vasen. Überhaupt ist da rechts vor der Armatur alles kantig und eckig, ohne dass man versteht, was es ist. Ein Brotofen? Ein Abzug? In diesem weißem Verschlag eine Nische und drinnen ein Porträt oder nur ein paar Flecken auf der Wand, die wie eine Gesichtsskizze aussehen.

Ich bin mir nie (NIE!) sicher, dass das, was ich sehe, da tatsächlich zu sehen ist. Das ist mein normaler Lebenszustand. Hier vermehrt er sich durch den Spiegel, durch das Foto des Spiegels, durch das Auge der Künstlerin, die es mit der Kamera gar NICHT gesehen hat! Und welche NICHT zu sehen ist.

Alles verschwimmt, verfließt. Es spukt.

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Gänse

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Ein Foto der blinden Malerin und Fotografin Silja Korn

Vier Gänse auf einer Wiese.

Beschreibung von Michael König:
Das Bild zeigt 4 Gänse, die auf einer Wiese stehen.

 

2 Gänse stehen einträchtig nebeneinander. Links neben dem „Pärchen“ steht eine Gans, die ihren Kopf leicht nach links neigt, so als würde sie nach hinten schauen. rechts neben dem Pärchen steht eine Gans, die Ihren Kopf in die Höhe streckt, so als würde sie in den Himmel schauen und in die Sonne blinzeln.
Die Gänse stehen auf einer Wiese. Es scheint Hochsommer zu sein. Das Gras sieht schon etwas gelb aus. Möglicherweise sind die Gänse in einem Gehege. Im Hintergrund des Bildes ist ein Maschendrahtzaun zu sehen. Hinter dem Zaun eine grüne Wiese mit Bäumen und einem kleinen Häuschen oder Schuppen.

 

Die Sonne scheint ein bisschen, denn die Gänse werfen leichte Schatten auf dem Boden.

 

Das Bild macht einen friedlichen harmonischen Eindruck – 4 Gänse, die einen schönen Sommertag genießen.

 

 

 

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Italienurlaub III

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Mail von Lisa:

Folgende drei Bilder hätte ich sehr gerne beschrieben. Sie sind vor Kurzem in meinem Italienurlaub entstanden.

Bild 3 von 3:

Eine junge Frau und ein junger Mann, Arm in Arm uns anlachend.

BESCHREIBUNG VON DANIEL:

Das Foto zeigt eine junge Frau und einen jungen Mann, die fröhlich in die Kamera lächeln.
Die Frau hat ein hübsches, rundes Gesicht und lange, dunkelblonde Haare, der ebenfalls gutaussehende Mann trägt seine dunklen Haare sehr kurz. Sein Hals wird von einer silbernen Kette geziert, an der sich ein Anhänger mit einem asiatischen Schriftzeichen befindet, während sein Oberkörper unbekleidet ist. Er ist einen halben Kopf größer als die Frau und hat seine rechte Hand auf die rechte Schulter der Frau gelegt, die mit ihrem linken Arm den Rücken des Mannes so umfasst, dass ihre linke Hand auf dessen Hüfte ruht. Die Frau trägt ein helles, bedrucktes T-Shirt, auf dem sich ein Namensschild befindet, das sie als deutsche Teilnehmerin des International Camp on Communication & Computers ausweist, und verrät, dass sie Lisa heißt.
Die Personen sind knapp oberhalb des Bauchnabels angeschnitten; hinter den beiden ist eine dunkle, überdachte Holzkonstruktion zu erkennen, bei der es sich, wie eine Spritzwasserwolke im linken oberen Bildbereich vermuten lässt, um eine Wildwasserbahn in einem Freizeitpark (Mirabilandia?) handeln könnte.
Der im linken unteren Bildteil erkennbare leere Kinder-Buggy ist wohl nur zufällig mit aufs Foto geraten.
Der Himmel ist strahlend blau und wolkenlos, die intensiv wirkende Sonne steht beinahe senkrecht, wie sich aus dem Schattenverlauf auf Hals und Nacken der Personen erkennen lässt.
Alles in allem handelt es sich um ein Urlaubsbild, das neben einem heißen Sommertag auch eine beinahe ansteckende Unbeschwertheit vermittelt.

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Der erste Hörfunkbeitrag über „Bilder für die Blinden“

Der Ohrfunk hat ein Interview mit uns gemacht! Karsten haspelt sich darin ganz schön was zurecht, aber Jens vom Ohrfunk meint, verhaspelt ist authentisch:-)

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Zwei Menschen

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Ein Schnappschuß von Susanne

Ein Mann und eine Frau an einem Tisch.

BESCHREIBUNG VON CHARLOTTE:

Ein Paar, Mann und Frau, sitzen in einem Restaurant im Freien auf
schwarzen Plastikstühlen. Das Restaurant ist nicht voll besetzt, im
Hintergrund sieht man zwei Tische, an die die Stühle angelehnt sind
damit sie nicht schmutzig oder nass werden. Auf dem grauen
Schotterboden liegen verstreut ein paar welke Blätter, es scheint schon
Herbst zu sein und wirkt nicht sehr gemütlich. Ein weiterer Tisch im
Hintergrund ist besetzt, die Leute dort sitzen aber auf schöneren
Holzstühlen. Neben dem Mann ist rechts noch ein Platz frei. Auf dem
Tisch erkennt man eine hellblaue Tischdecke und Geschirr, ein leeres
Weinglas…es wirkt als ob die beiden auf ihr Essen warten.
Die Frau, die vorne in der linken Bildecke sitzt ist um die 40, vielleicht
auch 50. Sie hat nackenlanges mittelbraunes Haar mit blonden
Strähnchen. Eine kleine Brille mit ovalen Gläsern ist in die Haare
hochgeschoben und hält die Haare wie ein Haarreif zusammen. Sie trägt
eine einfache dunkelblaue Sweatshirtjacke mit Reißverschluss, der bis
oberhalb der Brust zugezogen ist. Darunter eine knallrote Bluse, deren
obere Knöpfe ebenfalls geöffnet sind.Die Frau ist ungeschminkt und trägt
keinerlei Schmuck. Sie sitzt entspannt da, schaut nach vorne über den
Tisch und lacht. Sie sieht glücklich aus, ohne überschwänglich zu sein.

Der Mann sitzt sehr nah neben ihr. Er betrachtet sie aufmerksam, den
Mund leicht gekräuselt, sein Blick wirkt liebevoll und ein bisschen
amüsiert. Obwohl er in der Bildmitte ist wird er durch die Aufmerksamkeit,
die er auf die lachende Frau richtet, nur zur Randfigur. Er trägt eine runde,
hellbraune Hornbrille, ein hellblaues kurzärmeliges Hemd und eine
dunkle Anzughose. Seine Hände sind auf dem Schoß locker gefaltet, er
trägt einen Ehering.Sein Haar und sein Schnauzbart sind schon leicht
ergraut, er trägt es mit Seitenscheitel. Er könnte gleichalt wie die Frau sein
oder ein wenig älter. Er ist ein bisschen rundlich, ohne dick zu sein. Ein
klassischer Beamter oder ähnliches. Beide wirken kultiviert, gelassen und
freundlich.
Auffällig an dem Bild ist der intensive Blick, mit dem der Mann die Frau
ansieht, ohne das sie es bemerkt, denn ihr Blick ist auf etwas oder
jemanden vor sich gerichtet, außerhalb des Bildes.

Beide kümmern sich nicht um den Fotografen, es ist als wäre er garnicht da.
Eine richtige Momentaufnahme.

Man fragt sich, welcher Anlass es ist,
wegen dem sie dort sitzen. Ein Fest kann es nicht sein, dazu ist die
Kleidung zu normal. Vielleicht ein Ausflug mit Freunden oder der Familie.
Komisch, obwohl es kühl aussieht haben die beiden keine Jacken dabei.
Vielleicht sind sie mit dem Auto unterwegs und haben die Jacken drin
gelassen. Ein nettes Paar.

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