Schlagwort-Archive: Kunstfotografie

Richtlinien für Bildbeschreibungen II

Aus gegebenem Anlass hier noch einmal der Vorschlag der blinden Kunsthistorikerin Anja Winter für ein Schema für Bildbeschreibungen :

Bildbeschreibung für Blinde

I. Fakten

1. Maler

2. Titel & Genre

3. Format & Maße

4. Technik

5. Entstehungszeit

II. Beschreibung

1. Aufbau (Vorder-, Mittel-, Hintergrund)

2. Hauptmotiv (evtl. auch nur Teil), das sofort ins Auge springt

3. Farben

III. Eindruck, Stimmung

möglichst genau wiedergeben, aber Achtung: keine Interpretation!

IV. Hintergrund 

(soweit zum Verständnis erforderlich!)

1. biografische Daten des Malers (und ggbfs. Auftraggebers)

2. Stil & Epoche

3. kunsthistorische Besonderheiten

4. historischer, religiöser Hintergrund 

© tastkunst 06.2012

Vergleicht es bitte mit den Vorschlägen des blinden Kunsthistorikers Erich Schmid.

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Workshops in Fotogeschichte und Ästhetik für blinde Fotograf_Innen und alle, die Interesse haben

Es ist soweit. Im nächsten Monat werden wir mit unseren Workshops beginnen.

Wir konnten die Kunsthistorikerin Petra Schröck, Leiterin der Brotfabrik Galerie und die Fotografen Sabine Wührich, Jörg Möller, Micha Winkler und Stephan Wilke, den ihr schon vom Seminar im letzten Sommer kennt, gewinnen, euch jeweils einen Samstag lang zu erzählen, was ihnen an der Fotografie und einem Foto wichtig ist. Was sie unter einem guten Foto verstehen und was sie denken, was es ausmacht.

Ihr seid alle herzlich eingeladen!

Details:

Wo? Karsten Hein, c/o W.I.M.

Crellestr. 19/20, 2. Hof, 4. OG, 10827 Berlin

Wann? Samstag 16. 4. 2016 11:00 Uhr, weitere Termine folgen

Was? Vortrag und Gesprächsrunde mit Fotografen und Kunsthistorikern

Für wen? Blinde und sehbehinderte Fotograf_Innen, Bildbeschreiber_Innen, Teilnehmende an unseren Praxisworkshops und alle, die sich für Kunst und Fotografie interessieren.

 

Wir freuen uns auf euch!

 

 

 

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Aufruf zum Fotowettbewerb des BSVW

Der Blinden – und Sehbehindertenverein Westfahlen e.V. hat auf seiner Facebook Seite folgenden Wettbewerb ausgeschrieben. Einsendeschluss ist der 15. März. Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit eure Fotos auszustellen und einem öffentlichen Publikum zu zeigen, dass es Blinde und Sehbehinderte Menschen gibt die Interesse an visueller Kunst haben und die auch selbst fotografieren. Soweit wir wissen ist die Teilnahme nicht auf Einsendungen aus Westfahlen beschränkt.

Heute wollen wir zu einem für uns ungewöhnlichen Wettbewerb aufrufen: zu einem Fotowettbewerb.
Für unsere neue Homepage benötigen wir viele und schöne Fotos über das Leben mit einer Sehbehinderung im weitesten Sinn – gerne auch mit schrillen und ungewöhnlichen Motiven.

Knipst der lasst z. B. die Vereinsarbeit in eurer Bezirksgruppe oder in eurer Fachgruppe fotografieren oder sucht andere Motive, die ihr für geeignet haltet. Bitte schickt eure Fotos per Mail an die Landesgeschäftsstelle: info@bsvw.de.
Die Fotos müssen im jpg-Format sein und mindestens eine Breite von 1.200 Pixel haben.

Mit der Einsendung seid ihr einverstanden, dass der BSVW die eingesandten Fotos für seine Publikationen, das Internet und eventuell für eine Ausstellung unter Angabe des Namens der fotografierenden Person nutzen darf.

Eine Jury bestehend aus den Internetredakteurinnen und -redakteuren und Mitgliedern des Vorstandes bewertet die Bilder. Die ersten drei Fotografien werden in der Geschäftsstelle ausgehängt, auf der Homepage veröffentlicht und in einer Pressemitteilung geehrt. Wenn genügend schöne Fotos zusammenkommen, werden sie in einer Ausstellung in der LGS der Öffentlichkeit gezeigt. Zusätzlich erhalten die Preisträger ein klingendes Geschenk.

Einsendeschluss ist der 15. März 2016.
E-Mail: info@bsvw.de

Wir sind sehr gespannt auf eure Einsendungen!

Quelle: Facebook-Post des BSVW

Facebook Seite des BSVW

 

 

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Überbelichtung als probates Stilmittel? – High-Key von Nadine

Liebe Leser,

Da ich gestern schon mit dem leidigen Thema Belichtung begonnen habe, mache ich an dieser Stelle einfach mal etwas differenzierter weiter. Außerhalb der, für uns, normalen Belichtung von Fotos, die auch für unser Auge eher gewohnt wirken, gibt es auch Bilder, bei denen bewusst mit sehr viel Licht gearbeitet wird. Das sind die sog. High-Key-Fotos.

Mehr von diesem Beitrag auf Nadines Blog

 

 

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Tipps zur Belichtung von Nadine

Liebe Leser,

da ich in der letzten Zeit öfter gefragt werde, wie ich arbeite, werde ich mich an dieser Stelle eine Weile dem Schildern meiner Herangehensweise an verschiedene Situationen und Arbeitsweisen widmen.

Mehr von diesem Beitrag auf Nadines Blog

 

 

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Eine Blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 5.2 Allgemeine Tipps zur Portraitfotografie

Die verschiedenen Einteilungsmöglichkeiten von Portraitfotografie die ich in meinem letzten Post vorgestellt habe, sehen jetzt natürlich nach einem riesigen Sortiment aus, das man quasi auswendig lernen muss, aber so extrem ist es wirklich nicht, und einige von euch machen einige von diesen Dingen schon intuitiv. Hier aber vielleicht noch mal ein paar kleine Tipps, die für schöne Portraitaufnahmen helfen.

1. Hintergrund

Wie schon erwähnt gibts sowohl die Möglichkeit, den Hintergrund mit einzubeziehen, als auch die, sich wirklich nur auf die Person zu konzentrieren. Wichtig ist aber auch beim Umgebungsportrait, dass in der Szenerie nicht zu viele andere Menschen zu sehen sind. Die eher klein dargestellte Hauptperson verschwindet damit fast, und das Auge des Betrachters wird all zu schnell umgelenkt. Für Umgebungsportraits eignen sich hervorragend Naturkulissen, Bauwerke oder auch Kunstwerke wie z.B. Statuen. Möchte ich doch eine belebtere Situation mit anderen Menschen, sollte mein Portraitobjekt größer als die umgebenden Menschen dargestellt sein.

2. Fokus

Der Fokus spielt nicht nur in den näheren Aufnahmen eine wichtige Rolle. Gerade bei Umgebungsportraits misslingt mir das Bild ganz zügig, wenn mein Hauptmotiv aus dem Fokus gerutscht ist, irgendwo am Bildrand oder in einer Ecke landet. Die Person soll der Blickfang im Bild sein, und das Auge findet so keinen Fixpunkt. Wenn der Betrachter weiß, wer die fotografierte Person ist, geht das noch. Schaut sich jemand das Foto an, ohne das Hauptmotiv zu kennen, ist er dann visuell mal schnell ratlos. Sind zu viele Dinge auf dem Foto zu sehen, sortiert das Gehirn nicht so recht nach relevanten und unrelevanten Bildkomponenten. Der Blick richtet sich von vornherein erst mal dorthin, wo man das Motiv bei einem Foto vermutet, genau mittig.

Am Besten kann man sich natürlich nach dem Gehör ausrichten, gerade für uns blinde eignet sich das. Wenn ihr eure Chancen erhöhen wollt, euer Motiv auch wirklich ins Zentrum zu bekommen, macht ruhig zum Anfang mehrere Aufnahmen und verrückt die Kamera immer ein kleines Stückchen.

3. Perspektive

Kleine Regel ist immer, der Fotograf wechselt die Perspektive, nicht der zu Portraitierende. Da kommt es sonst nämlich mal schnell zu eher angespannter Körperhaltung, und schon vermittelt uns das Bild auch eine eher unnatürliche Betrachtung. Lasst euer Motiv sich so hinsetzen oder hinstellen, wie es gerade möchte, so kann die Person eine entspannte Körperhaltung beibehalten, und das Foto wird ausdrucksstärker.

Wenn ihr ein wirklich natürliches Portrait haben wollt, achtet auch auf eure Körperhaltung. Wenn ihr Leute fotografiert, die gerade sitzen, macht es sich oft besser, ein Stück zurück und in die Hocke zu gehen.

4. Gesichtsausdruck

Ich habe da immer meinen Trick 17, der auch meistens funktioniert. während und nachdem sich mein Motiv gemütlich positioniert hat, unterhalte ich mich mit der Person, über alles mögliche, je nach dem, was sich gerade anbietet. Dann halte ich drauf, laufe herum, schieße weiter, und so kommen die natürlichsten Aufnahmen heraus. Wichtig bei solchen Aufnahmen ist, dass man wirklich mehrfach abdrücken sollte. Ein Gesichtsausdruck kann sich tatsächlich in ein paar Sekunden mehrfach ändern, und man bekommt oft erstaunliche Ergebnisse. Ich nutze dafür immer meine Serienbildfunktion. Die meisten Handys bieten diese Funktion auch, Kameras auf jeden Fall.

5. Anschnitt

Wenn man zum Beispiel eine Großaufnahme macht, wird auch oft mit Anschnitten nach oben hin gearbeitet, also dass ein Teil der Haare oder Stirn nicht oder nur teilweise zu sehen ist.
Das sollte man aber mit Vorsicht genießen, weil das ein Mittel ist, um beispielsweise bestimmte Gesichtspartien zu betonen, etwa Stirn und Augenpartie. Wenn man nicht aufpasst sieht es schnell mal … naja, versehentlich abgeschnitten aus, und das ist schade.

6. Was nun wie und wann verwenden?

Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Das einzig wichtige ist, dass wir unser Portrait im Zentrum haben, und mit dem Hintergrund vorsichtig sind. Ansonsten kann ich eigentlich nur raten, hört auf euer Bauchgefühl. Schaut, was ihr über die entsprechende Person wisst, spürt nach, welche Stimmung sie gerade hat, welche Ausstrahlung, und wenn ihr dann vielleicht noch möchtet und dürft, könnt ihr auch ein bisschen auf Tuchfühlung gehen, damit ihr einen guten Überblick über Statur, Kleidung und Gesicht des Menschen habt, den ihr fotografieren wollt.

Lauft nicht mit ’nem Zirkel um euer Motiv herum, horcht einfach mal auf eure Intuition, probiert alle möglichen Varianten durch.

Am besten ist es, wenn ihr euch mal an ein und derselben Person versucht, damit ihr mal seht, was ihr mit den verschiedenen Einstellungen und sonstigen Möglichkeiten aus einem Menschen an Stimmungen und Wirkungsweisen herausholen könnt. Mir hat das damals jedenfalls wirklich Spaß gemacht.

Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen ja ein paar Inspirationen mitgeben.

Frohes Fotografieren!

Eure Nadine

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