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Das Mädchen und der Junge auf dem Dach von Silja

 das mädchen und der Junge auf dem Dach

Beschreibung von Stefan

Zu sehen ist ein Bild im Querformat. Die Aufnahme erfolgte im Halbprofil. Die rechte Bildhälfte wird vom Jungen dominiert. Links neben ihm sitzt das Mädchen. Sie sitzen im Freien. Beide tragen schwarze Jacken. Beim Jungen ist die Jacke mit einem weißen Kapuzenband und einem weißen Reißverschluss abgesetzt. Er trägt eine schwarz-weiße Schirmmütze, ein Basecab, sowie einen schwarzen Vollbart. Sein Körper wird unterhalb der Brust, durch den Rand des Bildes begrenzt. Auch das Basecape ist am oberen Ende des Bildes abgeschnitten.

Links neben ihm, zu seiner rechten, sitzt das Mädchen. Sie trägt unter ihrer Jacke einen braunen Kapuzenpullover. Dieser ist zu sehen, da sie ihre Jacke bis kurz über Brusthöhe geöffnet hat. Sie lächelt mit offenem Mund, ihre weißen Schneidezähne sind zu sehen. Sie hat natur blondes Haar, welches sie zu einem Zopf gebunden hat. Einzelne Strähnen hängen an ihrer linken Gesichthälfte herab. Sie trägt eine Sonnebrille mit weißem Rand und großen violett abgedunkelten Gläsern. Beide schauen in Richtung Sonne, diese steht tief. Das linke Brillenglas wirft ein violett gefärbtes Licht auf den linken Wangenknochen des Mädchens.

Der Junge kneift die Augen etwas zusammen, obwohl diese im verschatteten Bereich des Schirmes, des Bascabes liegen. Man sieht nur seine linke Gesichtshälfte und sein linkes Auge. Er ist eher im Profil abgebildet; sie mehr im Halbprofil, man erkennt beide Gläser der Sonnebrille deutlich. Es lässt sich erahnen, dass beide sitzen. Man sieht keinen Unterkörper, auch sie ist Bauch abwärts abgeschnitten durch den unteren Rand des Bildes. Allerdings lässt die Körperhaltung des Mädchens erahnen, dass sie sich an eine Lehne anlehnt, eventuell an eine Lehne einer Bank.

Würde man das Bild vertikal in der Mitte teilen, so bliebe, auf der linken Seite, eine Hälfte des Mädchens über, mit Gesicht und Lächeln. Links davon bliebe, mit dunklem Kies bedeckter Boden, welcher teilweise mit Pflanzen bewachsen ist. Einige Pflanzen scheinen ausgetrocknet, andere erscheinen in einem blassen grün. In der linken unteren Ecke ist ein gelber Margeritenstrauch zu erkennen. Das Gelb ist kräftig, wie bei einer Sonneblume, wenn sie ausgeblüht ist.

Beide befinden sich auf einem Dach. Hinter den beiden verläuft ein Zaun, welcher das Dach begrenzt. Der Zaun ist feingliedrig und mit einem taupefarbenen Lack bestrichen. Das Foto wirkt alles andere als statisch, obwohl sich beide nicht zu bewegen scheinen. Das kann an der Perspektive liegen. Gäbe es einen dominanten Fluchtpunkt, so läge dieser im linken oberen Eck, außerhalb des Bildes. Der Zaun würde exakt, durch seine Fluchtlinien auf diesen deuten.

Im linken obern Eck steht eine halb, ca. hüfthohe Wand. Würde man derer Fluchtlinien verfolgen, hätte man den zweiten, ebenfalls markanten, Fluchtpunkt, welcher außerhalb des Bildes liegen würde, in etwa oberhalb der vertikalen Mitte des Bildes.

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Julia in Streifen von Silja

Portrait von Julia

Beschreibung von Julia

Silja bat uns, dass wir diesmal die Bilder von uns selbst beschreiben sollen. Da mir neulich bei meinen letzten Beschreibungen aufgefallen ist, dass ich immer recht wenig im Detail vom Gesicht beschrieben habe, versuche ich diesmal das Gesicht genauer zu beschreiben. Damit sich auch die Leser ein Bild davon machen können, wie bei dieser Beschreibung mein Gesicht aussieht.

Auf dem Bild zu sehen bin Ich, Julia. Allerdings nicht vollständig, da ich oben ab dem Haaransatz angeschnitten bin. Ansonsten ist mein Oberkörper ziemlich vollständig im Bild und außerdem Folie, die als Hintergrund dient, zu sehen. Silja hat mich frontal fotografiert, dennoch bin ich irgendwie schräg im Bild. Mein Kopf ist in der rechten oberen Ecke und füllt knapp ein Viertel des Bildes. Mein Oberkörper endet links unten im Bild, also fülle ich das Bild diagonal aus. Ich stütze meine Arme nach hinten auf. In etwa die Hälfte meiner Unterarme sind nicht von dem schwarzen Langarmshirt verdeckt, das ich trage. Meine Hände sind nicht zu sehen und auch der Boden, auf dem ich sitze, ist nicht zu sehen.

Auffällig an diesem Bild ist das Licht. Besser gesagt die Sonne, die in das Fenster hinein scheint. Aufgrund von halbgeöffneten Jalousien am Fenster entstehen quer gestreifte Schatten, die vor allem auf mein Shirt und mein Gesicht fallen. Die hellen und dunklen Streifen sind unvollständig auf meinem Shirt. Etwas oder Jemand steht vor dem Fenster, so dass ein Schatten auf einen Teil meines Shirts fällt. Der Schatten geht von meinem Kinn aus links abfallend bis zum rechten Bildrand und ist rundlich. Es könnte ein Kopf sein. Auf der Folie verliert sich der Schatten fast, da diese geknittert ist und durch die milchige Farbe wird das Licht reflektiert. Oben mittig im Bild, links von meinem Kopf ist ein heller Lichtkreis. Über mein Gesicht fallen ebenfalls Schattenstreifen, so dass drei Teile meines Gesichtes im Schatten liegen, jeweils dazwischen scheint das volle Licht auf mein Gesicht. Die Schattenstreifen in meinem Gesicht sind allerdings leicht rund nach unten hin abfallend. Durch die Art des Lichteinfalles wird der Blick auf das gesamte vollständige Gesicht irritiert. So fragte mich mein Freund, als ich dabei war das Bild zu beschreiben, wer das da eigentlich ist auf dem Bild.

Zu meinem Gesicht und Kopf. Die Spitze meines Kinns liegt im Schatten. Dann kommt ein heller Streifen, der bis zur Unterkante meine Oberlippe reicht. Im Licht zu sehen sind ein großer Teil meiner Zähne und meine Unterlippe, sowie der Bereich unterhalb der Lippe bis zur Spitze des Kinns und der Bereich zwischen Kinn und Wangen, der seitlich vom Mund ansetzt. Ich lache. Hinzuzufügen ist an dieser Stelle vielleicht noch, dass wir beim Beschreiben des Bildes nach dem Fotografieren, uns darauf einigten, dass mein Lachen gut getroffen ist und es natürlich aussieht. Seitlich neben meinem Mund bilden sich zwei vertikale Lachfalten, eine links und eine rechts. Diese reichen bis in den nächsten schattigen Abschnitt hinein. In diesem sind meine Oberlippe, meine Nasenflügel und -spitze und ein Teil meiner Wangen zu sehen. Von den Nasenflügen reichen wiederum zwei Lachfalten bis zu den Mundwinkeln hinab. Auf mein Nasenbein, sowie dem Großteil meiner vom Lachen leicht geschlossenen Augen und auch meiner Wangenknochen fällt wieder ein Streifen Sonnenlicht. Die Farbe meiner Augen ist auf dem Bild nicht zu erkennen. Es könnte grau sein. In der Tat ist der farbige Teil meiner Augen blaugrau. Neben und unter meinen schmalen Augen herum bilden sich ebenso Lachfalten. Links unter dem linken Auge ist ein kleiner Leberfleck zu sehen. Die obere Linie zwischen Licht und Schatten dieses Abschnitts verläuft auf Höhe der Nasenwurzel, weiter an den Augenlidern nach unten bis zu den Ohrläppchen. Um mein rechtes Ohrläppchen steckt ein schlichter runder Holzohrring. Dieser wird von der Sonne beschienen, während das Ohr selbst im Schatten liegt. Das linke Ohr ist nicht zu sehen. Meine weder schmalen noch vollen, gewölbten Augenbrauen werden nach außen hin schmaler. Sie sind dunkel und reichen leicht bis über die Länge meiner Augen hinaus. Die Augenbrauen und auch die Hälfte meiner recht hohen Stirn liegen im Schatten, während der Rest der Stirn bis zum Haaransatz, ab dem das Bild angeschnitten ist, von der Sonne beschienen wird. Ein Teil meiner blonden zum Zopf gebundenen Haare sind noch im Bild zu sehen. Links und rechts hinter den Ohren hängen zwei kleine blonde Strähnen hinunter.

Damit ist die Beschreibung des Fotos beendet und nun folgen noch ein paar persönliche Gedanken zu Fragen, die uns Silja stellte.

Wie empfindest du es fotografiert zu werden?

Ich empfinde es jedes Mal ein wenig seltsam selbst fotografiert zu werden, denn irgendwie will ich ja auch gut dabei aussehen oder zumindest soll es ein schönes Foto sein. Das ist dann schon mal mit ein paar Schweißausbrüchen und Nervosität verbunden, wie bei einem Referat, dass man vor dem Seminar halten muss. Dabei macht es mich wahrscheinlich vor allem nervös, da Ich und mein Äußeres durch die Fotos in gewisser Hinsicht beurteilt werden. Fotos werden ja schließlich gemacht, um sie sich anzusehen und jeder hat irgendwie auch eine Meinung dazu. Wenn ich also auf dem Foto bin, werde ich auch bewertet. Zum einen natürlich das Foto im Gesamten, ob es zusammenpasst, wie man guckt oder wie man dasteht, aber zum anderen eben auch ob es schön so ist, wie man auf dem Bild aussieht bzw. ob die Person auf dem Bild schön ist. Ein gutes Foto wirkt ja irgendwie auch durch die Schönheit der Person, die darauf ist. Also wird indirekt bewertet, ob man gut aussieht oder nicht. Diese Gedankenprozesse laufen eher im Hintergrund ab, wenn Silja Bilder von mir macht, aber sie sind nicht ganz unbedeutend. In der Besprechung der Fotos haben wir darüber zwar nie gesprochen. Wir haben eher darüber gesprochen, wie wir auf den Bildern aussehen. Ein gutes Bild wurde daran festgemacht, ob die Augen offen sind oder ob es im Gesamtbild gepasst hat. Mir selbst fällt es darüber hinaus dann schwer zu beurteilen, ob dies oder jenes Foto schön ist. Ich kann für mich sagen, ja es ist gut getroffen. Ich lache da natürlich oder eben nicht. Mir fällt es schwer zu sagen, ich finde dieses Foto schön, denn was ich sehe auf dem Foto, bin ich und ich lache oder gucke so oder so. Aber ich weiß immer nicht, ob ich die Fotos dann tatsächlich schön finde, weil für mich damit irgendwie auch in Verbindung steht, ob ich schön bin. Es fällt mir schwer dies zu beurteilen, da ich nun mal so aussehe wie ich aussehe. Ich finde mich nicht hässlich, aber auch nicht außergewöhnlich hübsch oder so. Halt irgendwie ganz normal. Ich kann ja daran auch nichts groß ändern, an dem wie ich aussehe.

Wie gefallen dir Bilder von dir?

Auf Bildern finde ich es nicht einfach gut oder normal auszusehen. Oft mag ich Bilder von mir nicht sonderlich, denn entweder sehen sie gestellt aus oder wenn ich lache, sind meine Augen oft geschlossen und das sieht auch nicht gut aus. Ich finde es schwierig auf gestellten und inszenierten Bildern nicht gestellt auszusehen. Als Silja das erste Mal Fotos von mir machte, sagte sie, „Lach mal!“ und „Fühl dich mal so, als wenn du dich gern hast.“ Ich dachte mir, uff, wie sieht das eigentlich aus? Ich machte mir davor nie groß Gedanken darüber, wie es aussieht, wenn man sich gern hat, denn entweder hab ich mich gern oder nicht. Das ist dann zwar schon zu sehen oder merkbar für andere, aber ich glaube, dass kann man für ein Foto nicht inszenieren.

Mittlerweile klappt es ganz gut zu lachen. Manchmal sind die Bilder dann im richtigen Moment getroffen und dann sieht das gut aus. Andere Male sind sie nicht gut getroffen, dann sehen sie doof aus, weil die Augen zu sind oder so. Meist klappt es gut, wenn wir als Gruppe irgendwas Witziges erzählen, worüber ich dann lachen muss und dann ist es auch ein echtes Lachen, was auf dem Foto zu sehen ist.

Wie war es für dich ein Foto von der selbst zu beschreiben?

Ein Foto von sich selbst zu beschreiben ist nicht viel anders als ein Foto von anderen zu beschreiben. Da ich möglichst objektiv versuche ein Foto zu beschreiben. Ich versuche dann das zu beschreiben was ich sehe. Allerdings ist es schwer, gerade ein Gesicht, genau zu beschreiben, da ich durch die Beschreibung einer Form schon auch festlege, ob die Stirn hoch oder die Nase dick oder schmal ist, auch irgendwie bewerte, wie ich die Nase oder die Stirn empfinde. Da ich selbst, wie ich finde, keine sonderlich markanten Gesichtsmerkmale habe und mich bis jetzt noch nicht vor den Spiegel gestellt habe, um die Form meiner Nase oder Augenbrauen zu beurteilen, finde ich es hinsichtlich dessen noch schwerer zu sagen, ob meine Nase schmal, die Augenbrauen lang und dick oder die Augen klein oder groß sind. Denn wie groß, ist groß oder wie dick, ist dick? Ich könnte natürlich alles genau nachmessen, was ich mit meiner Stirn tatsächlich auch getan habe, aber machen dann so genaue Angaben nicht auch die Bildbeschreibung irgendwie langweilig? Das führt mich zu der Frage, was soll über die Bildbeschreibungen transportiert werden? Eine möglichst genaue Beschreibung des Bildes oder geht es auch um die Wirkung und den Eindruck, den das Bild beim Betrachter hinterlässt?

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Eine Blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 5.2 Allgemeine Tipps zur Portraitfotografie

Die verschiedenen Einteilungsmöglichkeiten von Portraitfotografie die ich in meinem letzten Post vorgestellt habe, sehen jetzt natürlich nach einem riesigen Sortiment aus, das man quasi auswendig lernen muss, aber so extrem ist es wirklich nicht, und einige von euch machen einige von diesen Dingen schon intuitiv. Hier aber vielleicht noch mal ein paar kleine Tipps, die für schöne Portraitaufnahmen helfen.

1. Hintergrund

Wie schon erwähnt gibts sowohl die Möglichkeit, den Hintergrund mit einzubeziehen, als auch die, sich wirklich nur auf die Person zu konzentrieren. Wichtig ist aber auch beim Umgebungsportrait, dass in der Szenerie nicht zu viele andere Menschen zu sehen sind. Die eher klein dargestellte Hauptperson verschwindet damit fast, und das Auge des Betrachters wird all zu schnell umgelenkt. Für Umgebungsportraits eignen sich hervorragend Naturkulissen, Bauwerke oder auch Kunstwerke wie z.B. Statuen. Möchte ich doch eine belebtere Situation mit anderen Menschen, sollte mein Portraitobjekt größer als die umgebenden Menschen dargestellt sein.

2. Fokus

Der Fokus spielt nicht nur in den näheren Aufnahmen eine wichtige Rolle. Gerade bei Umgebungsportraits misslingt mir das Bild ganz zügig, wenn mein Hauptmotiv aus dem Fokus gerutscht ist, irgendwo am Bildrand oder in einer Ecke landet. Die Person soll der Blickfang im Bild sein, und das Auge findet so keinen Fixpunkt. Wenn der Betrachter weiß, wer die fotografierte Person ist, geht das noch. Schaut sich jemand das Foto an, ohne das Hauptmotiv zu kennen, ist er dann visuell mal schnell ratlos. Sind zu viele Dinge auf dem Foto zu sehen, sortiert das Gehirn nicht so recht nach relevanten und unrelevanten Bildkomponenten. Der Blick richtet sich von vornherein erst mal dorthin, wo man das Motiv bei einem Foto vermutet, genau mittig.

Am Besten kann man sich natürlich nach dem Gehör ausrichten, gerade für uns blinde eignet sich das. Wenn ihr eure Chancen erhöhen wollt, euer Motiv auch wirklich ins Zentrum zu bekommen, macht ruhig zum Anfang mehrere Aufnahmen und verrückt die Kamera immer ein kleines Stückchen.

3. Perspektive

Kleine Regel ist immer, der Fotograf wechselt die Perspektive, nicht der zu Portraitierende. Da kommt es sonst nämlich mal schnell zu eher angespannter Körperhaltung, und schon vermittelt uns das Bild auch eine eher unnatürliche Betrachtung. Lasst euer Motiv sich so hinsetzen oder hinstellen, wie es gerade möchte, so kann die Person eine entspannte Körperhaltung beibehalten, und das Foto wird ausdrucksstärker.

Wenn ihr ein wirklich natürliches Portrait haben wollt, achtet auch auf eure Körperhaltung. Wenn ihr Leute fotografiert, die gerade sitzen, macht es sich oft besser, ein Stück zurück und in die Hocke zu gehen.

4. Gesichtsausdruck

Ich habe da immer meinen Trick 17, der auch meistens funktioniert. während und nachdem sich mein Motiv gemütlich positioniert hat, unterhalte ich mich mit der Person, über alles mögliche, je nach dem, was sich gerade anbietet. Dann halte ich drauf, laufe herum, schieße weiter, und so kommen die natürlichsten Aufnahmen heraus. Wichtig bei solchen Aufnahmen ist, dass man wirklich mehrfach abdrücken sollte. Ein Gesichtsausdruck kann sich tatsächlich in ein paar Sekunden mehrfach ändern, und man bekommt oft erstaunliche Ergebnisse. Ich nutze dafür immer meine Serienbildfunktion. Die meisten Handys bieten diese Funktion auch, Kameras auf jeden Fall.

5. Anschnitt

Wenn man zum Beispiel eine Großaufnahme macht, wird auch oft mit Anschnitten nach oben hin gearbeitet, also dass ein Teil der Haare oder Stirn nicht oder nur teilweise zu sehen ist.
Das sollte man aber mit Vorsicht genießen, weil das ein Mittel ist, um beispielsweise bestimmte Gesichtspartien zu betonen, etwa Stirn und Augenpartie. Wenn man nicht aufpasst sieht es schnell mal … naja, versehentlich abgeschnitten aus, und das ist schade.

6. Was nun wie und wann verwenden?

Hier gibt es kein richtig und kein falsch. Das einzig wichtige ist, dass wir unser Portrait im Zentrum haben, und mit dem Hintergrund vorsichtig sind. Ansonsten kann ich eigentlich nur raten, hört auf euer Bauchgefühl. Schaut, was ihr über die entsprechende Person wisst, spürt nach, welche Stimmung sie gerade hat, welche Ausstrahlung, und wenn ihr dann vielleicht noch möchtet und dürft, könnt ihr auch ein bisschen auf Tuchfühlung gehen, damit ihr einen guten Überblick über Statur, Kleidung und Gesicht des Menschen habt, den ihr fotografieren wollt.

Lauft nicht mit ’nem Zirkel um euer Motiv herum, horcht einfach mal auf eure Intuition, probiert alle möglichen Varianten durch.

Am besten ist es, wenn ihr euch mal an ein und derselben Person versucht, damit ihr mal seht, was ihr mit den verschiedenen Einstellungen und sonstigen Möglichkeiten aus einem Menschen an Stimmungen und Wirkungsweisen herausholen könnt. Mir hat das damals jedenfalls wirklich Spaß gemacht.

Vielleicht konnte ich dem einen oder anderen ja ein paar Inspirationen mitgeben.

Frohes Fotografieren!

Eure Nadine

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Eine Blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 5 Einteilungsmöglichkeiten für Portraitfotografie

Hallo liebe Hobbyfotografen,

Nachdem ich in meinen letzten Posts die technischen Grundlagen grob umrissen habe, finde ich wird es jetzt einfach mal Zeit für ein paar praktische Grundlagen.

Da hier viele von den eingereichten Bildern Portraits sind, möchte ich mich hier mal der Portraitfotografie mit ihren verschiedenen Arten widmen. Grundsätzlich schimpft sich jede Aufnahme, auf dem  der Körper und das Gesicht eines Menschen ganz oder teilweise zu sehen ist Portrait. Eine Ausnahme bilden Fotos, bei denen der zu portraitierende komplett mit dem Rücken zur Kamera steht, dazu komme ich später.

Je nachdem, wie ich einen Menschen einfange, hat jede Technik ihre Auswirkungen auf den Betrachter.

Hier einmal die Varianten, nach denen man Portraits einteilt.

1. Einteilung nach Format

Bereits das Format des Portraits spielt eine Rolle.

a) Das Querformat eignet sich sehr schön,  wenn man ein sog. Umgebungsportrait schießen, Mensch und Umgebung also in Szene setzen möchte. Natürlich ist hier der Hintergrund wichtig, aber dieser sollte eher simpel gehalten werden. Zu viele andere Menschen und sonstiges buntes Treiben hinter dem Hauptmotiv macht das Bild eher unangenehm hektisch.

b) Das Hochformat betont den Menschen, sollte kaum  einen Hintergrund erkennen lassen, bzw einen unscharfen, damit sich die Betrachtung wirklich und nur auf das Portrait an sich bezieht, und nicht von einem überladenen Hintergrund abgelenkt wird. Diese Art Portrait nennt sich Nahportrait.

2. Einteilung nach Darstellungsgröße

Weiter lassen sich Portraits nach Darstellungsgröße einteilen, also wie weit ein Mensch von dem Fotografen entfernt ist, und was man von seinem Körper sehen kann.

a) Totalansicht

Mal sehr grob unterteilt reden wir als erstes von der Totalansicht. Im Extrem kann man einen Menschen auf größere Entfernung in einer Szene fotografieren, was sich z.B. als Darstellung von Emotionen wie Verlorenheit und Einsamkeit, aber auch Freiheit sehr gut eignet. Je weiter wir die Totale heranziehen, also je größer die Person wird, desto mehr verschwindet die Umgebung, und desto wichtiger wird auch der Mensch auf dem Bild.

Person vor einem Baum aus größerer Entfernung aufgenommen

In einer näheren Totalen eignet sich so etwas auch gut für Gruppenaufnahmen. Hier kommt es natürlich auf die Größe der Gruppe an, und es sollte auch noch ein wenig Hintergrund zu sehen sein.

Medium Close-up: Feierlich angezogenes Paar bis zur Mitte des Oberkörpers zu sehen.

Weitere Möglichkeiten sind neben der Totalen, die stets den Menschen im Kompletten darstellt:

  • b) American Shot oder auch Knieportrait
  • c) Medium Shot oder auch Hüftportrait
  • d) Medium Close-up oder auch Brustportrait: Die Figur wird ab der Mitte des Oberkörpers abgeschnitten. Da dies im groben der normalen Sehsituation entspricht, wirkt eine Aufnahme dieser Art gewohnt und familiär.
  • e) Shoulder Close-up auch Büsten- oder Schulterportrait: Hier werden Kopf und Schultern gezeigt
  • f) Close-up oder auch Großaufnahme: Der Kopf der Person wird gezeigt, oft auch mit einem Teil der Schultern.
  • g) Extreme Close-Up oder auch Cut-In oder Teilaufnahme: Hier wird nur ein einziges Detail der Person hervorgehoben, wie Mund, Augen oder Hände.
  • h) Italian Shot oder auch italienische Einstellung: eine besondere Art der Detailaufnahme, bei der nur die Augen des Menschen zu sehen sind.

Extreme close-up eines Fußes

3. Einteilung nach Kopfhaltung

Neben diesen Punkten kann man Portraits weiter auch nach der Kopfhaltung kategorisieren. hier handelt es sich um ein Stilmittel, das von Fotografen oft exzessiv ausgeschöpft wird, da man hier auf einfache Art und Weise sehr viel am Portrait und seiner Wirkung herumbasteln kann.

a) Frontalansicht: Diese Ansicht, bei dem das Gesicht frontal mit Blickrichtung auf den Fotografen dargestellt wird, nutzen Hobbyfotografen recht häufig, und sie erlebt durch die neue Mode der Selfis derzeit auch eine Widergeburt. Professionelle Portraitfotografen nutzen sie eher selten, da diese Fotos ganz allein auf den Gesichtsausdruck des Motivs angewiesen sind, und auch immer etwas gestellt und ein wenig steif wirken.

b) Viertelprofil: Das Gesicht der Person ist leicht aus dem Bild gedreht, oftmals geht der Blick trotzdem zum Betrachter und vermittelt einen nachdenklichen Ausdruck.
Diese Variante ist grundlegend beliebter, weil sie mehr Ausdruck und Lebendigkeit zeigt.

c) Halbprofil: Das Gesicht wird so weit aus der Kamera gedreht, dass das zweite Auge noch klar Erkennbar ist. Auch hier kann sich der Blick noch auf den Betrachter richten, öfter schweift er aber zur Seite, ein gutes Stück an der Kamera vorbei.

Close-up Halbseitenprofil einer Frau

d) Dreiviertelprofil: Das Gesicht dreht sich noch weiter Richtung Profil. Die Nase dominiert, das zweite Auge ist nur noch zum Teil zu sehen oder nur angedeutet. Auf diese Weise verdeutlicht man am besten das nachdenkliche beziehungsweise gedankenverlorene, einen Blick, der in die unbestimmte Ferne schweift.

e) Profilansicht: Das Gesicht zeigt sich hier im Profil, es ist also nur eine Hälfte des Gesichtes zu sehen. Da aber auch hier das Motiv eher statisch wirkt, und nur wenig Lebendiges herausgezogen werden kann, wird auch diese Ansicht eigentlich kaum noch genutzt.

f) Verlorenes Profil: Diese Ausrichtung nennt man auch Dreiviertelansicht von hinten. Hier werden meist nur noch die Konturen der Wange sichtbar.
Diese Einstellung vermittelt dem Betrachter, die Person quasi unbemerkt beobachten, ihr über die Schultern schauen zu können, was sehr reizvoll bis kokett wahrgenommen wird.

g) Rückenfigur: Hierbei wird die Person gerade von hinten fotografiert, das Gesicht ist also nicht mehr erkennbar, daher handelt es sich nicht mehr eigentlich um ein Portrait. Auf diese Weise aufgenommene Personen spielen in der Hinsicht eine Rolle, indem sie zwischen Betrachter und Szenerie eine Verbindung herstellen. Unser Blick richtet sich automatisch nach der Blickrichtung der eingefangenen Person, und der eigentliche Hintergrund wird somit extra betont. Ein Mittel, das auch gern in der Landschaftsfotografie genutzt wird, wie etwa eine Person, die auf ein Gewässer schaut oder einen Sonnenuntergang oder Bergpanorama betrachtet.

Rückenfigur vor Panorama

4. Einteilung nach Perspektive

a) Normalperspektive: Das ist die Perspektive, die gerade im Alltäglichen wohl am häufigsten anzutreffen ist. Die Person wird in Augenhöhe fotografiert, was für das Auge gewohnt ist, und damit auch sehr aufgelockert erscheint. Dies ist auch für Schnappschüsse die beliebteste Perspektive.

b) Untersicht: Die Person wird von schräg unten aufgenommen. Es entsteht der Eindruck von Macht, Übermacht, Bedrohlichkeit oder auch Distanziertheit des zu portraitierenden.

c) Aufsicht: Hier wird die Person von schräg oben fotografiert. Oft wirkt sie dadurch kleiner, unterwürfig, es kann aber auch so eine Art Beschützerinstinkt oder Fürsorge seitens des Beobachters entstehen.

close-up Anschnitt nach oben

5. Einteilung nach der Blickrichtung

Nun mag der eine oder andere denken: „Warum soll ich das auch noch berücksichtigen, wenn ich doch schon die Kopfhaltung berücksichtige.“ Tatsächlich kann ich bestimmte Aspekte aber sogar noch verstärken oder komplett verkehren, wenn ich zu einer bestimmten Kopfhaltung noch eine bestimmte Blickrichtung hinzufüge.

a) Abgewandter Blick: Die Person wirkt in Gedanken vertieft und ganz bei sich selbst. Der Betrachter kann sie also sozusagen ungestört beobachten.

b) Zugewandter Blick: Hier entsteht quasi ein direkter Blickkontakt zwischen der aufgenommenen Person und dem Betrachter. Es geht also nicht in erster Linie darum, was wohl in der Person vorgeht, sondern um das, was sie und ihr Blick in uns auslöst.

Wenn man noch etwas mehr Dynamik  in ein Portrait bringen möchte, kann man beim Fotografieren auch darauf achten, dass die Körperhaltung nicht mit der Kopfhaltung übereinstimmt. Der Körper kann beispielsweise im Profil fotografiert werden, während das Gesicht im Halbprofil eingefangen wird. Zusätzlich könnte man dann noch mit der  Blickrichtung der Augen oder der Neigung des Kopfes arbeiten.

Probiert einfach mal aus, was herauskommt, wenn ihr mehrere Elemente kombiniert, denn so kann man die Charakteristika einer Person sehr schön herausarbeiten

Das soll erst einmal für den Anfang reichen. In Teil zwei gebe ich noch ein paar allgemeine Tipps zur Portraitfotografie.

Bis dahin!

Eure Nadine

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Erinnerungsfoto von Silja

Dieses Foto entstand an unserem Stand auf den Designers Open in Leipzig. Mehr Bilder findet ihr auf unserer Facebook-Seite.

 Siljas Foto

Das Foto ist im Hochformat aufgenommen. Im Vordergrund auf der rechten Seite hängt an einem dünnen Drahtbügel, der nicht ganz zu sehen ist, ein schwarzes trägerkleid. Es ist jedoch nicht komplett schwarz, sondern es verlaufen ab dem Dekolletee weiße stoffbänder längs herunter. Die streifen sind mit unzähligen kleinen weißen Punkten bestickt und ab der Taille nicht mehr fest angenäht, sondern locker hängend wie Fransen.

Links im Vordergrund sind  zwei Hände zu sehen,  welche geübt die Streifen entlang wandern. Denn wer die Brailleschrift beherrscht, dem offenbart sich durch das betasten der aufgestickten Punkte ein Gedicht. Links im Hintergrund hängt eine Fotografie auf der eine Frau mit kurzen Haaren und Sonnenbrille zu sehen ist, die genau das beschriebene schwarz weiße Kleid trägt. Auf der Fotografie im Hintergrund sind die Hände einer Person zu erkennen die ebenfalls die Streifen ertastet.

Durch die Glasdecke der Halle fallen Sonnenstrahlen und scheinen der Frau auf der Fotografie direkt ins Gesicht. Sie steht so erneut im Scheinwerferlicht und genießt diesen Moment sichtlich, was man an ihrem zufriedenen Lächeln erkennt.

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Ein Tag im Park von Mary

junge Frau auf Parkbank

Dieses Portraitfoto wurde im Juli 2015 von Mary im Britzer Garten aus der Normalperspektive aufgenommen.

Es ist Sommer – die Bäume tragen dichtes grünes Laub, welches teilweise den Hintergrund, auf dem der Fokus des Bildes liegt, verdeckt. Dort, in einiger Entfernung der Fotografin, tut sich eine Sandkastenfläche auf einer kleinen Lichtung auf. Auf dieser befinden sich spielende Kinder, die sich an alten Autoreifen, welche von einem Holzgerüst an Ketten herunterhängen und als Schaukeln dienen, verlustieren. Links dahinter befinden sich Sitzbänke und Tische aus massivem Holz, an denen weitere Personen verschiedenen Alters sitzen, sowie links eine einsame Tischtennisplatte. Die Szene wirkt sehr dynamisch, nicht nur durch die schwingenden Schaukeln, sondern auch weil am vorderen Rand der Lichtung eine Frau mit kurzen rötlichen Haaren vorüberläuft. Die Lichtung ist gesäumt mit Laub- und Nadelbäumen aller Art. Im Mittelgrund befinden sich jedoch rechts und links nur drei bis vier große Laubbäume.

Direkt im Vordergrund lugt eine dunkle Parkbank von rechts ins Bild, auf welcher eine junge Frau mit dem Rücken zum Betrachter, sozusagen verkehrtherum sitzt und die Spielszene im Hintergrund betrachten zu scheint. In den oberen Bildrand hängen Zweige mit Kastanienlaub.

Direkt neben der Frau steht eine grünliche Plastikflasche. Und in der rechten unteren Ecke lassen sich die Henkel einer vor der Bank stehenden dunkelfarbigen Handtasche erkennen. Die junge Frau wirkt entspannt, aber nicht unterspannt. Die Arme hat sie auf die Rückenlehne der Bank gestützt, Die Beine sind leicht angewinkelt, die Füße übereinandergeschlagen. Sie trägt ihr blondes Haar zu einem Dutt hochgesteckt, einzelne Haarsträhnen hängen verspielt heraus. Details ihres Gesichts sind nicht erkennbar, das verlorene Profil gibt lediglich ihre hohe Wangenknochen und ein markantes Kinn preis.

Sie trägt ein bunt geblümtes Top, dessen Träger zwischen den Schultern zusammenlaufen, eine dunkle eng anliegende Jeans und dazu hellbraune Sandalen.

Bis zum Spielplatz verläuft eine flache Grasfläche, die im Schatten der Bäume liegt und von einigen kahlen Erdstellen durchsetzt ist.

Insgesamt vermittelt die Fotografie eine sehnsüchtige Stimmung.

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