„Was du nicht siehst/2“ Ohne Titel (grüner Zauber) von Mary Hartwig

ohne Titel. Foto von Mary Hartwig. Originalmasse 60 x 45 cm

Ein Farbfoto im Querformat. Ein menschliches Portrait mit grünen Lichtspuren um das Gesicht.

In der Bildmitte sehen wir eine Person vor schwarzem Hintergrund, wir sehen Kopf und Oberkörper. Das Gesicht ist gleichmäßig beleuchtet, die Augen sind geschlossen. Das offenbar kurze glatte blonde Haar fällt nach links über die Stirn. Der Hals ist bis zu dem runden Ausschnitt des schwarzen Pullis zu sehen. Um den Hals trägt die Person einen rechteckigen Anhänger an einem Metalldraht. Um das Gesicht herum tanzen grüne Lichtspuren. Schwächere davon auch direkt vor dem Gesicht. Die Lichtspuren bilden so etwas wie einen eckigen Rahmen um das Gesicht.

Die Konturen sind weich, wie gemalt. Das weiche Licht lässt die Haut blaß und fast grau erscheinen. Das Gesicht ist jung und nicht eindeutig männlich oder weiblich.  Die Form ist oval, der geschlossene Mund ist entspannt und wie von einem Lächeln umspielt. Die Brauen bilden einen perfekten Bogen über den weit auseinander stehenden geschlossenen Augen. Sie erinnern an Ikonenmalerei in ihrer Gleichmäßigkeit. Die gerade Nase und der genau waagrechte Mund verstärken den Eindruck. Der Rest des Körpers ist nicht zu erkennen und verschmilzt mit dem Hintergrund. Die grünen Lichtspuren verlaufen rings um den Kopf. Links tanzen sie etwa in Entfernung der Breite des Gesichts senkrecht  in der Luft. Sie bilden eine kleine Spitze, die nach links zeigt und setzen sich parallel nach  hinten fort. Rechts sind sie länger und kräftiger, reichen fast zum unteren Bildrand und bilden mehrere kleine Schleifen direkt neben der Wange. Einige wagen sich bis vor das Gesicht und verschleiern es geheimnisvoll. Oberhalb  des Gesichts vereinigen sie sich in einer einzelnen grünen Schleife quer über dem Kopf. Unterhalb laufen sie quer am Auschnitt des Pullis entlang und betonen das längliche Schmuckstück, das entlang des Brustbeins getragen wird. Das Material dieses Schmuckes könnte Metall sein, es schimmert bläulich. Es wird durch vier einzelne grüne Spuren in einem Quadrat eingerahmt. Die gesamten Spuren in ihrer Verteilung erzeugen einen erstaunlichen räumlichen Effekt: sie bilden wirklich einen sichtbaren Schleier um den Kopf der Person. Die unruhigen grünen Lichtstreifen bilden dabei einen starken Stimmungskontrast zu dem in sich ruhenden entspannten Gesicht. Durch diesen Schleier wirkt die Person sehr entrückt, wie aus der Welt gefallen oder gerade aus dem All gebeamt.

Beschrieben von Katrin Heidorn

 

 

 

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Eingeordnet unter Ausstellung "Was du nicht siehst/2", schon beschrieben

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