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Im St. Pöltener Dom

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN.

Hallo, liebe Bildbeschreiber!

Ende Juli habe ich an einer Kultur- und Wanderwoche in Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten (organisiert von den Blindenfreizeiten) teilgenommen. Die Besichtigung des Doms und seiner Orgel war ein besonderes Highlight und dabei sind die folgenden beiden Fotos entstanden; und ich bitte Euch, sie mir und allen Lesern Eurer Seite zu beschreiben.

Ich schicke jedes Foto in einer eigenen mail und den „Blick aus meinem Wohn und Arbeitszimmer“ reiche ich nach.

Bilder für blinde Menschen zu beschreiben ist eine sehr schöne Idee und sie hilft auch, Erinnerungen lebendig zu halten sowie die inneren Bilder zu bereichern.

Vielen Dank und herzliche Grüße von, Beate

Drei Menschen vor dem Barockaltar des Doms, eine Frau sitz auf einem prächtigen Stuhl.

Bildbeschreibung von Karsten:

Drei Menschen vor einem überbordend prunkvollen Barockaltar. Erst der Altar: Er selbst scheint aus rotbraunem Stuckmarmor gemacht zu sein, aber man sieht nicht viel von ihm,  über seiner Tischfläche hängt eine weiße Spitzendecke. Darauf ist er völlig zugestellt mit einem grau-metallischen Altaraufsatz, der mit einem mir unbekannten goldenen Wappen geschmückt ist, das zwei gekreuzte Zweige mit Blättern zeigt, zwischen denen sich ein rotes Kreuz befindet. Links und rechts neben dem Altaraufsatz jeweils noch zwei große, Silber gefaßte Wappen und je zwei sehr schwer wirkende, üppig verzierte silberne Kerzenleuchter mit elfenbeinfarbenen Kerzen.

Links neben dem Altar sieht man einen Teil einer Wand mit rötlich brauner Kassettentäfelung, darauf wiederum einige goldfarbene wappenartige Verzierungen, in deren Mitte sich ein Wappen befindet, auf dessen blauem Grund in goldener Schrift „Uni trinoque Domino“ steht – dem Dreieinigen Gott. (Das ist eine Zeile aus einer Hymne Thomas von Aquins, gelobt sei Wikipedia.)

Davor die drei Menschen, mit dem Rücken zum Altar. Alle drei haben lächelnde, fröhliche Gesichter. Links sitzt eine blonde Frau auf einem rot-samtenen Stuhl mit hoher Lehne, wie ein Bischofsstuhl. Die Frau trägt eine Sonnenbrille und hält einen Langstock in der Hand. Hinter ihr, mit einer Hand auf der Lehne steht ein Mann, der offenbar gerade redet. In  seiner anderen Hand sieht man einen Griff, der ebenfalls zu einem Langstock gehören könnte. Rechts neben den beiden macht eine weißhaarige Frau gerade einen Schritt auf sie zu. Sie hat eine Digitalkamera in der Hand.

Die Szene, wenn man das Bild so begreift, wirkt durch das bewegte Gesicht des Mannes und die Schrittbewegung der Frau rechts sehr lebendig.

Puh das war jetzt ein bißchen etwas von einer Herausforderung. Beate, kannst du etwas mit dieser Beschreibung anfangen? Oder hat auch jemand anderes Ergänzungen?

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Die Orgel im St. Pöltener Dom

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN.

Hallo! Hier kommt wie versprochen das zweite Bild.

Beate

Eine Frau spielt Orgel. Fünf Menschen hören aufmerksam zu.

Bildbeschreibung von Karsten:

 

Die Frau, die auf dem ersten Bild aus St. Pölten auf dem Bischofsstuhl saß, spielt hier – im Bildvordergrund – Orgel. (Sie trägt, nebenbei, eine blaue Wetterjacke.) Links im Bild die Orgelmanuale, über die sich ihre Hände bewegen, rechts, in ihrem Rücken, die teils mit einer nach Mahagoni aussehenden Kassettentäfelung verkleideten Orgelpfeifen. Die Frau hat einen konzentrierten, aber nicht angestrengten Gesichtsausdruck.

 

Im Bildmittelgrund stehen fünf Personen, die ihr offenbar aufmerksam zuhören, zwei Frauen und drei Männer. Interessant scheint mir, daß sie alle lange Hälse machen, um dicht gedrängt der Orgelspielerin auf die Hände sehen zu können.

 

Im Hintergrund eine halb geöffnete, verglaste zweiflügelige Tür, vielleicht führt sie zum Abgang von der Orgelempore.

 

Denn dort oben befinden wir uns doch, oder Beate?

 

 

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Apps für Blinde

Hier sind zwei Beiträge über iPhone-Apps, die sich ebenfalls mit dem Thema Bilder bzw Sehen für Blinde befassen:

Ein Rundfunkbeitrag von DRadio Wissen (danke Matthias!) und ein Fernsehbericht vom Bayrischen Fernsehen (danke Sandra!).

 

 

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Blick aus dem Fenster: Kiefer

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Ein Foto von Siljas Website, das Ewa sich ausgesucht hat.

Die Spitze eines Kiefernzweigs vor einem FensterBildbeschreibung von Ewa:

Wenn man das Bild so sieht, wie die Autorin es ins Netz gestellt hatte, weiß man überhaupt nicht, was eigentlich auf dem Foto zu sehen ist. Der erste Gedanke ist es, dass es irgendwelche Algen sind, von der Sorte, die man in einem guten Fischladen kauft, um Meeresfisch ohne Salz zu kochen. Aber die Algen sind Meerespflanzen und dieser grüne Haufen Etwas auf dem Bild wurde doch normal, dh. in der Luft fotografiert. Man vermutet sogar auf der linken Seite so etwas, wie Fensterrahmen, gar weißen, auf dem die Farbe ein ganz kleines Bisschen abschuppt. Dies muss natürlich bedeuten, dass es einfach ein absichtlich verstellter Blick aus dem Fenster ist. Und uns wachsen keine Algen vor den Fenstern. Ist es tatsächlich ein Fensterbild, ist der Haufen auch keine Schilfgarbe und keine von Schachtelhalmen. Für Heu wiederum sind die einzelne Stiele (oder was es auch ist) zu dick und zu beständig. Die Grasblätter wären bei dieser Nähe des Blickes – ganz flach und in der Mitte länglich ein bisschen versenkt. Und das Grüne ist auch zu dunkel für Heu.

Rätselhaftes pflanzliches Etwas. Die Triffids vielleicht. (Weiß man noch, was Triffids sind, oder ist es nur Wissen unserer Generation? Sicherheitshalber hier noch ein Link zur Wikipedia.

Erst wenn man das Foto um 90° rechts umdreht, sieht man, dass die Antwort so zu sagen auf der Hand liegt.

Das obere Bild um 90° gedreht. Die Kiefernnadeln zeigen jetzt nach oben.

Es ist eine sehr nahe und stark vergrößerte Aufnahme eines Kiefernzweiges (Waldkiefer, Pinus sylvestris). Durch die dichten Nadeln (es sind also keine Stiele) sieht man gar rechtsrum einen noch grünen weiblichen Zapfen und linksrum vielleicht zwei unteren, ebenfalls noch nicht verholzten, fleischigen Zapfenschuppen. Da die Zapfen normalerweise drei Jahre brauchen, um sich völlig zu entwickeln und Samen herzustellen, muss man bei diesem Kiefernexemplar vermuten, dass er die jungen Zapfen vor einem Jahr hervorbrachte und zu Samen im Jahr danach kommen wird. Keine Triffids also, einfach Waldkiefer oder gemeine Kiefer, Rotföhre, Weißkiefer oder Forche.

Ein schöner Trick, Silja. Alle Achtung.


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Blick vor der Tür 2

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Vor meiner Tür:
Das Bild zeigt, das ich an einer hauptverkehrsreichen Straße wohne. Wo am Tag mehr Autos vorbei kommen als Menschen.  Dennoch wohne ich gerne an ihr, weil alles was ich benötige sich hier an findet. Nachtbus, U-Bahn Theater Oper und jegliche Einkaufsmöglichkeit. Sie gibt mir das Gefühl von Freiheit!

Lieben Gruß
silja

Eine verkehrsreiche Großstadtstraße

Beschreibung von Aljoscha Kairetdinov:

Fortsetzung von „Blick vor der Tür 1“

Dreht man sich um 45 Grad nach rechts, bekommt man mehr von der Kreuzung zu sehen, zu der die Ampel gehört. Die Straße kann wohl nicht in einem Durch überquert werden. Man überquert zuerst die eine Hälfte bis zum Parkstreifen, wofür die eigens in der Mitte der Straße aufgestellte Ampel sorgt. Und dann muss man wieder auf das Signal der zweiten Ampel warten, die auf der anderen Seitenstraße steht.

An der anderen Ecke, also von hier aus quer und vom Café-Haus direkt gegenüber, steht ein majestätisches altes Wohnhaus mit der Bank im Erdgeschoss. Neben ihm wie ein Sinnbild für Gleichberechtigung ist wohl in den 50ern ein nüchtern einfacher, pragmatisch mehrfenstriger Plattenbau errichtet worden. (Würde mich nicht wundern, wenn er inzwischen denkmalgeschützt wird.)

Und überall sind hier Menschen. Es ist wirklich eine sehr lebendige Ecke beziehungsweise ganze vier Ecken, um genau zu sein. Menschen gehen die Straße entlang oder stehen an der Ampel. Es fahren in einem geordneten Durcheinander die Autos rauf und runter. Jemand geht zur Bank, jemand zur U-Bahn, man fährt Rad, man wartet auf dem Parkstreifen.

Zwischen zwei Bäumen auf „unserer“ Seitenstraße stehen ein Parkautomat und ein Pfosten mit dem Hinweis auf diesen Automat und mit einer Sonnenbatterie ganz oben. Ein paar Meter weiter, direkt vor dem Übergang ist eine Haltestelle für den Nachtbus, und ein entsprechendes Schild weist darauf hin: die Haltestelle hier gilt von 23 bis 7 Uhr. An den Laternen hängen die Wahlplakate, Berlin wählt ja bald. Und natürlich stehen hier und da Fahrräder an die Laternen angekettet. Doch alles ist hier Bewegung.

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Blick vor der Tür1

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Vor meiner Tür:
Das Bild zeigt, das ich an einer hauptverkehrsreichen Straße wohne. Wo am Tag mehr Autos vorbei kommen als Menschen.  Dennoch wohne ich gerne an ihr, weil alles was ich benötige sich hier an findet. Nachtbus, U-Bahn Theater Oper und jegliche Einkaufsmöglichkeit. Sie gibt mir das Gefühl von Freiheit!

Lieben Gruß
silja

Eine breite, verkehrsreiche, innerstädtische Straße
Beschreibung von Aljoscha Kairetdinov:

Tatsächlich. Es ist eine der breitesten Straßen in Berlin: gleichzeitig können hier fünf Autos nebeneinander in eine Richtung und noch mal fünf in die andere fahren. Dazwischen liegt ein Streifen, auf dem schräg zur Bewegungsrichtung auf der Fahrbahn die geparkten Autos stehen. Sollte also jemand auf die Idee kommen, diese Straße zur Hauptverkehrszeit an einer falschen Stelle zu überqueren, würde er sich viermal der Gefahr aussetzen, von links überfahren zu werden und dann, nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Parkstreifen, noch viermal von rechts. Viermal, weil die jeweils äußere Fahrspur doch auch zum Parken genutzt wird.

Unmittelbar von der Haustür zur Straße führt eine Ausfahrt, die mit Kopfstein gepflastert ist. Sie ist zur Straße hin geneigt und bildet ein leichtes Eindellen der Fahrradspur auf der äußeren  Seite des ziemlich breiten Bürgersteigs. Zwischen der Fahrradspur und dem eigentlichen Fußgängerbereich stehen in fünf-sechs Meter Entfernung zueinander Bäume mit jeweils einem kleinen Rasen darunter.

Auf der anderen Straßenseite stehen aneinander gereiht große sechsstöckige Gebäude mit den ausgebauten Dächern, also mit noch einem oder zwei Stockwerken oben drauf. Unten im Erdgeschoss befinden sich Läden wie etwa „Computer und Handy“ direkt gegenüber oder die Fahrschule linkst davon oder ein großes Café rechts. Dieses Café geht übereck, denn das Haus auf der anderen Straßenseite rechts ist ein Eckhaus. Irgendwo dort in der Nähe liegt wohl auch eine Apotheke, da man oben über dem Café die beiden Buchstaben A und P sieht, wahrscheinlich gehören sie zur Werbung.

An der Ecke vor dem Café ragt eine Säule mit einem Würfel darüber und dem großen Buchstaben U, ein Hinweis auf den Eingang zu einer U-Bahnstation. Neben dieser „U-Säule“ steht auch eine Ampel. Das wäre dann der Blick direkt vor der Haustür.

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