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100 Meisterwerke: 1. „Porträt der Simonetta Vespucci“ von Sandro Botticelli

Portrait der Simonetta

Simonetta Vespucci, „die schönste Frau von Florenz“, taucht in vielen Sandro Botticelli-Werken auf. Zum Beispiel in „Die Geburt der Venus“. Das hier beschriebene Gemälde ist ein Portrait der Simonetta. Es existieren noch andere Versionen. Dieses Bild hängt in Berlin, in der Gemäldegalerie. Es entstand zwischen 1475-1480 in Italien.

Das Bild ist im Hochformat mit den Maßen 47,5 × 35 cm. Es wurde in Tempera Technik auf Holz gemalt. Die Farben sind kräftig und wurden in detaillierten Pinselstrichen aufgetragen.

Dargestellt ist eine Frau im Linken Seitenprofil bis unter die Brust. Sie nimmt den rechten Teil des Bildes von der Mitte bis zum Rand ein. Am linken Rand und über ihrem Kopf sind einige Zentimeter Hintergrund zu sehen.

Die Frau ist schätzungsweise Mitte bis Ende zwanzig, mit blond-braunem, langem Haar, das ihr bis zum Ellenbogen reicht. Der Pony ist vorne etwas kürzer und wird zum Kinn hin länger. Vier weiß –grau schimmernde Perlen sind dicht an der Kopfhaut in ihr Haar eingeflochten. Das Haar ist in der vorderen Partie locker zusammen gehalten und am Hinterkopf mit einem schwarzen Band zu einem Dutt gebunden. Die untere Haarpartie ist aufgeteilt in einen schmalen, geflochtenen Zopf über der Schulter in den weitere kleine Perlen eingearbeitet sind und einen zweiten Zopf, der bis zur Hälfte mit dem schwarzen Band in Kreuz-Technik verflochten ist und hinten gerade am Rücken herunter fällt.

Die Frau zeigt keinerlei Mimik und ihr Blick richtet sich geradeaus und etwas nach unten. Sie wirkt, als ob sie in Gedanken versunken ist. Ihr Gesicht ist zart und schmal und auf ihrer ebenmäßigen Haut sind vereinzelte Sommersprossen erkennbar. Die Stirn ist hoch und die Augenbrauen sind zu schmalen Bögen gezupft wurden. Die Simonetta hat hohe Wangenknochen und es wirkt als trage Sie dezent rosa Lippenstift und passenden Lidschatten. Das Kinn ist kurz und rund. Ihre Nase ist eher schmal und länglich. Ihre schmalen, gleichförmigen  Lippen harmonieren miteinander. Die Augen sind mandelförmig und grau-grün.

Die Simonetta trägt ein Kleid, welches vorne einen schwarzen, mit feinen weißen Quernähten versehenen „Latz“ hat. Der sichtbare Teil des Kleides ist in einem rot-orange Ton gehalten. Der Halsausschnitt ist groß und rund und die Puffärmel fangen erst am Rand der Schultern an. Sie trägt eine feine, dunkle Kette wie aus dünnem Leder, welche doppelt um ihren Hals gelegt ist. Eng unter ihrem Kinn liegt ein Teil der schwarzen Schnur, mit der ihr Haar gehalten wird.

Im Hintergrund des Gemäldes ist im linken oberen Teil ein hellblaues Rechteck zu sehen. Es könnte sich um den Ausschnitt eines Fensters mit dunklem Holzrahmen handeln. Dieses Rechteck reicht in Augenhöhe bis zum Hinterkopf und oben bis zum Rand des Bildes. Der dunkle Rahmen ist durch graue Erhöhung plastisch hervorgehoben. Der übrige Teil des Hintergrunds ist schwarz. Es wirkt, als schauten die Augen aus dem Fenster in den Himmel.

Die Simonetta Vespucci ist eine junge Frau mit einer schönen Figur, langen, vollen Haaren und einem hübschen Gesicht. Der für die Zeit modischen Kleidung und ihrer kunstvollen Frisur nach zu urteilen, gehörte sie zur italienischen Oberschicht des fünfzehnten Jahrhunderts.

Text: Jenny Kraus

Bildquelle: Wikimedia

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Abschied vom Tempelhofer Feld an einem sonnigen Tag von Silja

Zwei Frauen in einer Menschenmenge vor der Bahnhofstreppe

Beschreibung von Sarah

Dieses Foto im Querformat wurde in der Bahnhofshalle des S-Bahnhofs Berlin Tempelhof aufgenommen. Im Vordergrund des Bildes stehen mittig Meike und Stephie ca. 2 Meter vor den Treppen, die hoch zum Gleis führen. Meike steht auf der linken Seite. Sie ist dabei der Treppe zugewandt, dreht sich aber mit Oberkörper und Kopf in Richtung Kamera. Der Bildausschnitt endet etwas unterhalb der Knie der beiden Hauptpersonen. Meike trägt eine kurze Jeansshorts und eine blaue Bluse mit Dreiviertelärmeln, die an der Hüfte und den Ärmeln gerafft ist. Darunter ist sie mit einem dunkelblauen Top bekleidet, das unter der Bluse hervorkommt. Außerdem hat sie einen brauen Rucksack auf.

Meike hebt zum Abschied ihren rechten Arm und winkt damit in Richtung Kamera. Den Arm hat sie dabei nur leicht angewinkelt. Ihr Kopf ist zum Teil von diesem Arm verdeckt, das Gesicht ist jedoch vollständig sichtbar. Meike lächelt. Dabei sind ihre Mundwinkel jedoch etwas heruntergezogen und ihr Mund ist vollständig geschlossen. Das Lächeln findet sich auch in ihren Augen wieder. Die Haare sind partiell durch den Arm verdeckt. Es ist jedoch erkennbar, dass Meike kinnlange braunrötliche Haare trägt. Vom linken Arm ist nur die Hand sichtbar. Auf der rechten Seite steht Stephie. Auch sie wendet sich der Treppe zu und schaut zur Kamera zurück. Stephies und Meikes Oberkörper sind dabei zueinander gedreht.

Stephie trägt eine weißgrundige knielange Hose, die durch schwarze Steifen gitterartig gemustert ist. Dazu ist sie mit einem weißen T-Shirt bekleidet. Sie hat schulterlange schwarze Haare. Den Pony hat sie mit einer Spange oben auf dem Kopf befestigt, so dass auch ihre Stirn sichtbar ist. Sie trägt eine Brille mit roten Bügeln und rotem Rand oberhalb des Glases. Unterhalb des Glases ist die Brille randlos. Auch Steffi lächelt mit geschlossenem Mund. Ihre Mundwinkel sind dabei leicht hochgezogen. Sie hat ihren linken Arm gehoben und winkt mit angewinkeltem Arm. Der rechte Arm ist vom Körper verdeckt.

Direkt hinter Meike und Stephie laufen eine Frau und ein Kind mit einem Kinderwagen her. Links neben Maike gehen eine Frau und ein Mann, die beide Tüten tragen. Rechts neben Stephie sind Bierkisten gestapelt. Die oberen Kisten sind mit einer durchsichtigen Plastikfolie bedeckt. Durch den Bildausschnitt sind jedoch nicht alle Kisten sichtbar.

Hinter den Beiden laufen einige Fahrgäste die Treppe zum Gleis herauf und eine größere Anzahl läuft die Treppen hinunter. Es scheint kurz vorher eine Bahn in den Bahnhof eingefahren zu sein. Der Boden einschließlich der Treppenstufen sind dunkelgrau und die Wände gelb gefliest. An den Wänden sind auf beiden Seiten graue Handläufe und blaue Schilder, die die verschiedenen S-Bahnlinien, die von diesem Gleis abfahren, ausweisen. Auf der linken Seite hängt ein gerahmtes Poster, das auf eine Veranstaltung hinweist. Auf der rechten Seite sind Schilder (Rauchverbot und Kameraüberwachung) angebracht. Außerdem ist ein Stück von einem roten Kasten, der in die Wand eingelassen ist, sichtbar. Am Ende der Treppe befinden sich das graue Metalldach des Gleises und ein weiteres blaues Schild. Das letzte Drittel der Treppe ist durch einfallendes Sonnenlicht viel heller

 

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Sprung in die Freiheit von Silja

zwei Frauen auf den Bahngleisen

Beschreibung von Sarah

Dieses Foto im Hochformat wurde auf den stillgelegten Bahnschienen auf dem Tempelhofer Feld aufgenommen. An der linken Bildkante beginnt eine der beiden Bahnschienen, die zweite mittig von der unteren Kante aus. Die Schienen laufen nach hinten optisch zusammen. Dadurch bekommt das Bild Tiefe. Auch die Bahnschwellen sind sichtbar. Diese wirken morsch, da aus einer Schwelle schon etwas Holz herausgebrochen ist. Unter den Schienen und Schwellen liegen graue Steine.

Auf den Bahnschienen befinden sich in der oberen Bildhälfte Sarah und Stephie. Auf der linken Seite landet Sarah nach einem Sprung gerade mit den Zehenspitzen auf dem Boden. Sie trägt braune Mokassins mit einer weißen Schleife. Außerdem ist sie mit einer blauen Jeans bekleidet, die etwas aufgekrempelt ist, so dass man den unteren Teil des Schienbeins sehen kann. Dazu kombiniert ist ein hellgrundiges Top, das eine blaue, lilane und rote Musterung besitzt und aus leichtem Stoff genäht ist. Das Muster ähnelt am ehesten einem Pfauenmuster. Durch den Sprung ist das leichte Top etwa bis zum Bauchnabel hochgeflogen. Darunter kommt ein blaues Top zum Vorschein. Desweiteren ist die silberne Gürtelschnalle eines schmalen brauen Gürtels sichtbar. Sarahs Beine sind bei der Landung etwa schulterbreit auseinander und schon wieder gerade gestreckt. Den rechten Arm hat sie angewinkelt in die Luft erhoben. An diesem Arm befindet sich ein braunes Uhrenarmband. Der linke Arm ist von Stephies Körper verdeckt. Ihre schulterlangen braunen Haare liegen auf der rechten Kopfseite größtenteils an, auf der linken Seite fliegen sie leicht in die Luft. Dadurch sieht man das linke Ohr. Sie hält den Kopf leicht nach rechts gebeugt und lächelt, wodurch man Zähne des Oberkiefers sehen kann. Durch die Bewegung ist Sarah auf der Fotografie unscharf.

Neben Sarah steht auf der rechten Seite Stephie. An den Füßen trägt sie schwarze Zehentrennersandalen, die eine braune Sohle haben. Die Füße stehen nach dem Sprung wieder vollständig auf dem Boden und sind schulterbreit auseinander. Außerdem ist sie mit einer weißgrundigen knielangen Hose bekleidet, die durch feine schwarze Steifen gitterartig gemustert ist. Dazu hat sie ein weißes T-Shirt an. Um den Hals trägt sie eine kurze silberne Kette. Steffi hat dunkles schulterlanges Haar, das auf der linken Seite noch etwas in Bewegung ist. Den Pony hat sie auf dem Scheitel befestigt. Stephie lacht, wodurch sie ihre Zähne zeigt. Auf diesem Bild trägt sie keine Brille und ihre Augen sind, vermutlich wegen des Sonnenlichtes, etwas zusammengekniffen. Ihre Arme hängen gerade am Körper herunter. Den Oberkörper hat sie etwas nach rechts gebeugt.

Unmittelbar neben Sarah ist ein grüner Busch mit weißen Doldenblüten gepflanzt. Neben Stephie ist ein grüner Busch mit länglichen Blättern zu erkennen. Hinter diesem Busch befindet sich ebenfalls ein Strauch mit den gleichen weißen Doldenblüten. Hinter den beiden Protagonistinnen sind weitere strauchartige Gewächse zu erblicken. Diese wachsen auch auf den Gleisen. Oben rechts ist der blaue wolkenlose Sommerhimmel ausschnittweise abgebildet. Dabei ist er von Zweigen durchbrochen

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Überbelichtung als probates Stilmittel? – High-Key von Nadine

Liebe Leser,

Da ich gestern schon mit dem leidigen Thema Belichtung begonnen habe, mache ich an dieser Stelle einfach mal etwas differenzierter weiter. Außerhalb der, für uns, normalen Belichtung von Fotos, die auch für unser Auge eher gewohnt wirken, gibt es auch Bilder, bei denen bewusst mit sehr viel Licht gearbeitet wird. Das sind die sog. High-Key-Fotos.

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11 Gesichter einer Frau von Susanne

Die Fotografin:

Portrait-Fotografie‘ hieß das Thema in diesem Semester. Allein der Gedanke verursachte mir Kopfschmerzen. Bisher waren meine Motive berechenbarer für mich. Ich konnte sie mir besser vorstellen und empfinden. Wie sollte ich einen Menschen empfinden, wenn ich ihn nicht sah. Ich verband ihn mit Dingen, die ich kannte. Ließ unser Model z.B. Seifenblasen machen und auf einem Spielplatz schaukeln. Das gab mir ein gewisses Gefühl der Sicherheit. Ich konnte die Situation nachspüren – denn auf dem Display der Kamera sah ich nur schemenhaft.

Aber ich wollte auch klassische Portraits machen und so zogen wir nach Innen um. Es wurden für mich optimale Bedingungen geschaffen, das bedeutete Licht von hinter mir und auf das Gesicht unseres Models gerichtet. Ein geringer Abstand zwischen uns, rundete das Ganze ab. Die Überraschung folgte, als ich die Kamera einschaltete und auf das Display schaute. Klar und deutlich sah ich dort Zehras dunkle Augen, ihre schön geformten ebenfalls dunklen Augenbrauen und ihr lockiges schwarzes Haar, das ihr Gesicht umrahmte.

Diese starken Kontraste machten es möglich ihre Mimik viel besser einzuschätzen. Es fehlte mir nur die Mundpartie, die konnte ich wie sonst nur schemenhaft erahnen.

Das gab mir nun Möglichkeiten in die Hand, die ich bisher nicht hatte. Wir konnten beide direkt in Kontakt treten. Diesmal fühlte ich die Situation nicht nur, ich sah sie auch. So hielt ich verschiedene Emotionen, die Zehras Gesicht preisgab, in den Bildern fest.

Collage mit 11 Fotos einer Frau auf schwarzem Hintergrund angeordnet.

Bildbeschreibung:

Wir sehen eine Collage aus 11 Portraits einer jungen Frau – Zehra. Jedes Bild zeigt sie in einer neuen Momentaufnahme, die durch ihre Mimik eine jeweils andere Stimmung widerspiegelt. Trotzdem entstand die Fotoserie am Stück hintereinander.

Die Portraits sind vor schwarzem Hintergrund aufgenommen. Alle Fotos zeigen aber ganz zentral im Bild das Gesicht der jungen Frau in Großaufnahme. Es nimmt fast den gesamten Bildbereich ein – überwiegend vom Kopf, über den Hals, bis zum Ansatz der Schultern. Der Hintergrund spielt daher keine große Rolle, sondern untermalt nur das Gesicht, setzt es in Szene.

Von der Kleidung ist jeweils nur an den Schultern ein kleiner Teil zu erkennen. Ein enganliegendes Shirt, bei dem auf schwarzen Untergrund blühende rote Rosen gedruckt sind.

Zehra hat ein südländisches Aussehen. Ihre Haare sind sehr dunkel – fast schwarz, schulterlang und gelockt. Die junge Frau trägt ihre Haare offen, sodass sie ihr Gesicht umrahmen. Dieses ist oval geformt, mit einer hohen Stirnpartie. Zehras Augenbrauen sind markant – wie die Haare von dunkler Farbe und haben eine schmal geschwungene Form.

Es sind immer wieder ihre Augen, die im Bild den Blick des Betrachters als Erstes auf sich ziehen. Zehras Augen sind mandelförmig, mit einer auffallend dunklen Iris. Die Augenfarbe ist dunkelbraun, so dunkel, dass sich das Schwarz der Pupille kaum von der Augenfarbe abhebt. Zarte, aber lange Wimpern umranden die Augen, in denen Emotionen intensiv widergespiegelt werden.

Insgesamt ist das Gesicht zierlich, sodass sich die Wangenknochen abzeichnen. In der Nase trägt Zehra einen winzigen Schmuckstein, so klein, dass er auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Der Mund harmoniert mit dem restlichen Gesicht – die Lippen weder voll, noch besonders schmal geformt.

Die einzelnen Fotografien zeigen einen Regenbogen an Emotionen. Das Spektrum reicht von ernst-nachdenklich, und ängstlich-unsicher, schüchtern, über offen-freundlich, selbstbewusst und kokettierend, bis hin zu lachend-albern, den Schalk im Nacken.

Die Fotografin:

So endet für mich die Portraitreihe mit noch einem Höhepunkt, ich schaue in Zehras verschiedene Gesichter, bei guter Beleuchtung nun auch auf meinen Fotos und ich finde sie sind super gelungen. Deswegen an dieser Stelle: Dank an mein Team!

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Unsere Braille-Stickerin im Radio

Nur noch wenige Tage online! Hier könnt ihr Antje Kunze im Interview hören: http://www.mdr.de/mediathek/suche/audio1341616_zc-485c01ae_zs-d23ba9ff.html

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