Archiv der Kategorie: Sonstiges

Blinde Experten für Barrierefreies Möbeldesign gesucht

Hättet ihr gerne weniger Spitze ecken an Tischen, Sofamaterialien die sich gut anfassen, Arbeitsflächen mit Kontrasten oder solche auf denen man so wenig wie möglich Fingerabdrücke sieht?

Wenn ihr Ideen habt, wie Möbel für blinde und Sehbehinderte Nutzerfreundlicher gestaltet werden können oder einfach einer Gruppe von Studenten aus eigener Erfahrung erzählen möchtet was ihr schön und praktisch findet und ihr außerdem kommenden Montag in Berlin seid und noch nichts vor habt, dann meldet euch doch als Experte für einen Workshop mit Studierenden der Kunsthochschule Weißensee. Es geht um die Barrierefreiheit von Möbeln, insbesondere darum worauf ihr und eventuell andere blinde und Sehbehinderte Menschen wert legen.

Wann? Montag 18. 4. 10:00 bis 16:00, wobei ihr nicht unbedingt bis zum Ende bleiben müsst

Es gibt eine kleine Aufwandsentschädigung

Wo? künftiges TUECHTIG in den ehemaligen Osram Höfen, Oudenarder Str. 16 in Berlin-Wedding

Bei Interesse und weiteren Fragen meldet euch bei Stefanie Trzecinski trzecinski@kopfhandundfuss.de.

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Interview mit Tanzfähig: Initiative für mehr Körperliche Vielfalt im Zeitgenössischen Tanz

Tanzende mit und ohne Rollstuhl

Wer genau steckt eigentlich hinter tanzfähig und wie beschreibt ihr / beschreibst du deine eigene Beziehung zum Tanzen?

Hinter tanzfähig stecken wir, Evelyne Wohlfarter und Bernhard Richarz. Seitdem wir 2010 begonnen haben, unsere Vorstellungen zum Tanz gemeinsam umzusetzen, haben wir tanzfähig zur jetzigen Initiative für mehr körperliche Vielfalt im zeitgenössischen Tanz entwickelt.

BERNHARD: Meine Beziehung zum Tanz hat sich über die Zeit hinweg verändert. Derzeit interessiert mich vor allem, wie Menschen im Tanz nicht-sprachlich kommunizieren, wie sie sich verständigen können, wenn sie dafür allein ihren Körper nutzen, wie sie dabei auf Inhalte zurückgreifen, die sie in ihrem Körpergedächtnis abgespeichert haben, und wie sie sich darin außenstehenden Dritten, dem Publikum so mitteilen können, dass sie verstanden werden.

EVELYNE: Es fällt mir nicht leicht, meine Beziehung zum Tanz in Worten zu beschreiben. Ist der Tanz nicht eine eigene Sprache? Seit unserer letzten Produktion „Als der Flieder blühte, …“ wurde es für mich sehr deutlich, dass unser Körper alles Erlebte speichert und es dauerhaft aufzubewahren vermag. Sehe ich mich – sowohl in der pädagogischen Arbeit, als auch im choreografischen Schaffen – als Raumöffnerin: Ich schließe einen Raum auf und bringe die Geschichten aus dem Körper ins Tageslicht. Faszinierend finde ich, dass diese Geschichten ohne jegliche Verbalisierung körperlich über Generationen weitergegeben werden.

 

Wie bist du [seid Ihr] auf die Idee gekommen tanzfähig zu starten?

BERNHARD: Ich wollte wieder tanzen, aber wegen meiner Behinderung war es damals für mich nicht vorstellbar, den allgemein angebotenen Unterricht zu besuchen. Da lernte ich 2003 in Bremen auf der Sommer-Uni „DanceAbility“ kennen und fühlte mich sehr davon angesprochen. Da es das in Berlin nicht gab, machte ich 2006 in Wien bei Alito Alessi das sog. DanceAbility Teacher Training und begann danach mit tanzfähig.

EVELYNE: Im Rahmen meines Studiums der Musik- und Tanzpädagogik hatte ich mich intensiv mit dem Thema Inklusion und Tanz auseinandergesetzt. Mein Traum war es, eines Tages eine inklusive Tanzcompanie zu leiten. Nachdem ich in 2009 Berlin angekommen war, recherchierte ich in der Szene und fand nichts, das meinen Ideen entsprochen hätte. So organisierte ich ein wöchentliches Tanztraining für Erwachsene und Jugendliche in Neukölln. Ich besuchte auch Bernhards Training, welches unter dem Namen tanzfähig lief.

BERNHARD: Ja, ja, mein Training entsprach auch nicht so ganz Deinen Vorstellungen.

EVELYNE: Wir verstanden uns sehr gut und in vielen Stunden Gespräch merkten wir, dass wir gleiche Vorstellungen hatten, worauf es uns im Tanz ankam. So wagten wir unseren ersten gemeinsamen Workshop und gestalteten einen Flyer mit unser beider Termine für das Training darauf, was vorerst noch getrennt voneinander lief. Dabei blieb es nicht, und so wuchs der Wunsch, die Sache größer werden zu lassen; ein Logo und eine Website entstanden. Es war eine sehr fruchtbare Zeit, weil wir Begriffe finden mussten, die eindeutig bezeichneten, was wir wollten. Der Namen tanzfähig blieb, und so nannten wir unsere Initiative.

 

Ihr habt dieses Jahr zehnjähriges Bestehen, wie hat sich das Projekt seit 2006 weiter entwickelt und was hat sich verändert?

EVELYNE: tanzfähig hat sich immer wieder im Wandel befunden und wird sich weiter wandeln. Das Samenkorn, das Bernhard 2006 mit dem wöchentlichen Training gelegt hat, ist heute eine schöne Pflanze…

BERNHARD: Das liegt auch daran, dass Du kräftig gedüngt hast. Anfangs war tanzfähig noch stark von DanceAbility geprägt, also dem Konzept der gemeinsamen Tanzimprovisation von Menschen mit und ohne Behinderungen.

EVELYNE: Mir war es wichtig, andere Formen des zeitgenössischen Tanzes einzubringen und das Künstlerische zu fokussieren. Darüber merkten wir, dass Behinderung für uns keine Kategorie war, die für uns zählte, sondern es war vielmehr die Vielfalt der Körper.

BERNHARD: Was wir jetzt machen, lässt sich gut mit dem Begriff „Ästhetik der Differenz“ bezeichnen. Wir wollen gerade die Verschiedenheit der Körper sichtbar machen, uns von ihrer Vielfalt leiten lassen und ihre Schönheit stimmig zusammenführen.

 

Viele Leute stellen sich unter tanzen entweder klassischen Paartanz oder „rumhopsen“ in der Disco vor, was für eine Art von Tanz macht ihr?

Wir bieten zeitgenössischen Tanz an. Es geht dabei nicht darum, von außen gesetzte Schritte nachzuvollziehen, sondern in der Tanzimprovisation Bewegung zu entwickeln, die dann für sich stehen oder in einer Choreografie eine feste, wiederholbare Form bekommen kann.

 

Viele Menschen würden wahrscheinlich gerne tanzen, aber denken sie sind nicht athletisch genug, zu alt, zu unbeweglich, zu langsam … Wer kann bei euch mittanzen und wie läuft es ab, wenn jemand zum ersten Mal zu einer eurer Tanzstunden kommt?

Wenn jemand Bedenken hat zu tanzen, dann müssen wir ihn oder sie ermutigen, es trotzdem zu versuchen. Was jemand dafür braucht, ist sicher immer ganz unterschiedlich, und unsere Aufgabe als Anleitende ist es, das zu finden, was jemanden weiter bringt. Es gibt für uns im Tanz kein „zu alt“ oder „zu unbeweglich“: Dennoch kann sein, dass jemand, der es nicht gewohnt ist zu tanzen, sich gerade bei den ersten Malen so erlebt. Das kann für die Betreffenden ganz schön hart werden. Wer dann bereit ist, seine Vorstellungen von sich und von dem, was Tanz bedeutet, zu überprüfen und zu verändern, der oder die kann bei uns gut mittanzen. Mit anderen Worten: Tänzerische Vorerfahrungen, Behinderungen jeglicher Art oder verschiedene kulturelle Prägungen sind uns willkommen, aber nicht erforderlich.

 

Wo und wann tanzt ihr?

Wir bieten derzeit ein wöchentliches Training „Zeitgenössischer Tanz in körperlicher Vielfalt“ an. Es findet jeden Donnerstag von 18:30 bis 20:30 Uhr im Ada-Studio, Uferstr. 23 / Badstr. 41a in Berlin-Wedding statt. Die Anmeldung dafür geschieht über: bernhard@tanzfaehig.com

Außerdem gibt es immer wieder zusätzliche Veranstaltungen. Die Termine dazu stehen dann auf unserer Website: http://www.tanzfaehig.com

 

Man kann euch auch für Veranstaltungen in Institutionen, Feste und Aufführungen buchen. Wo seid ihr schon überall aufgetreten?

Unser Konzept haben wir schon auf verschiedenen Tagungen von Deutschland bis Brasilien vorgestellt. Ebenso haben wir schon im In- und Ausland unterrichtet. Von unseren künstlerischen Produktionen hat vor allem der Video-Tanz „triptychon“ international Verbreitung gefunden und sogar einen Preis gewonnen. Durch unsere Internet-Präsenz sind wir weltweit vertreten…

 

Kennt ihr ähnliche Projekte in Deutschland oder weltweit, für Interessierte, die nicht in Berlin wohnen?

Natürlich ist das, was wir machen, nicht einzigartig. Insofern gibt es andere, ähnliche Projekte. Wenn wir da jetzt anfangen aufzuzählen, können wir in Teufels Küche kommen, weil wir sicher jemanden nicht nennen, der meint, an dieser Stelle genannt werden zu müssen.

 

Ihr versucht allen Menschen die Interesse haben, die Möglichkeit zu geben Teil eurer Gruppe zu sein. Wie funktioniert das? Um ein extremes Beispiel zu bringen: Können Blinde, Gehörlose und Rollstuhlfahrer_Innen zusammen tanzen und wenn ja wie kommunizieren sie miteinander?

EVELYNE: Wie Menschen miteinander kommunizieren können, die unterschiedliche körperliche Voraussetzungen haben, ist gerade das, womit wir uns befassen. Das kann schon auch mal schwierig werden und einige Zeit brauchen, bis wirklich eine tänzerische Kommunikation entsteht.

BERNHARD: Die Kommunikation im Tanz ist nicht dadurch erschwert, dass jemand behindert ist. Angesichts der verschieden körperlichen Bedingungen, die bei uns zusammen kommen können, fällt sie manchmal sogar Nicht-Behinderten schwerer. Ich denke an eine nicht-behinderte Tänzerin, die schon vor Beginn des Unterrichts umgekehrt ist, weil es ihr zu viele Rollstühle waren. Oder an die Teilnehmerinnen, die sich nach einem Unterricht, wo wir viel in körperlichem Kontakt getanzt hatten, darüber empörten, es sei für sie übergriffig gewesen, ohne zu verstehen, dass gerade die viele Berührung notwendig war, weil eine andere Teilnehmerin sonst nicht mitbekommen hätte, was im Studio geschah, weil sie nicht sah und schlecht hörte. Darüber wurde mir klar, dass manche, die so ganz nichtbehindert erscheinen, für das, was wir machen, viel mehr behindert sind als offensichtlich Behinderte.

EVELYNE: Kommuniziert wird im Tanz mit dem Körper und dem ihm gegebenen Möglichkeiten. Dafür braucht es Offenheit für die Anderen und Neugierde, ungewohnte Kommunikationswege beschreiten zu wollen; übrigens auch Eigenschaften, die mitbringen sollte, wer bei uns mittanzen will. Aus unserer Erfahrung können wir manche Wege aufzeigen, die möglich sind. Oft wissen wir aber auch nicht, wie die unterschiedlichen Menschen unsere Angebote annehmen. Beim Unterrichten sind wir daher gefordert, ständig aufmerksam zu sein und entsprechend zu antworten. Wir lernen immer wieder Neues dazu: Unsere Workshopreihe „Aufbruch ins Unerwartete“ benennt sehr gut, worum es für alle Beteiligten geht.

 

In euren Performances müssen sich die Tanzenden nicht unbedingt synchron bewegen, da es nicht um Uniformität geht, gibt es trotzdem Regeln oder zumindest Schritte, die man lernen muss?

Eine Performance folgt einer Choreografie. Da arbeiten wir schon auch mit wiederholbaren Strukturen und ganz genau festgelegten Bewegungsfolgen. Es kann aber auch sein, dass für die Performance nur die emotionale Qualität festgelegt ist, in der eine Bewegung erfolgen soll, oder die Form der Interaktion, aber nicht der Inhalt. Die Freiheitsgrade sind verschieden. Das kann bis zu einer weitgehend offenen Improvisation gehen, wo vorher nur die Mitwirkenden feststehen und vielleicht noch ungefähr die Dauer der Performance, aber nicht, wie sie miteinander tanzen.

 

Was können Teilnehmende bei euren Tanzveranstaltungen sonst noch lernen und für sich selbst mitnehmen, abgesehen vom Tanzen natürlich?

Selbstvertrauen, soziale Kompetenz, Spontaneität, Körperwahrnehmung und Körperausdruck, Entspannung und Aufmerksamkeit. Aber das ist alles nicht spezifisch für uns, sondern gilt allgemein für jedes Tanzen.

 

Steht für euch eher Tanz als Kunstform, Tanzen als Freizeitaktivität oder der Aspekt der Inklusion und Vielfalt im Vordergrund von tanzfähig?

Im Vordergrund steht die körperliche Vielfalt im Tanz als Kunstform. Inklusion ist ein Begriff der Gesellschaftspolitik und hat unseres Erachtens für Kunst keinerlei Aussagekraft. Nur wenn wir uns irgendwo erklären müssen, wo jemand gar keine Ahnung hat, sagen wir dann auch mal, dass wir integrierten oder inklusiven Tanz machen. Wir tanzen einfach mit allen Menschen, die Lust haben, mit uns zu tanzen. Nennt es, wie ihr wollt.

Wo kann man euch demnächst live sehen?

Beim Tanztag MOVEYOURTOWN in Hannover im April wird Videomaterial von uns zu sehen sein. Bernhard wird im Mai Referent bei einem Seminar am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin sein, wo sich die Studierenden mit verschiedenen Modellen des integrierten Tanzes befassen werden. Im Juni werden wir in Helsinki auf dem Festival MeetShareDance unterrichten. Evelyne wird im Juli auf einem Symposium an der Universität Mozarteum in Salzburg einen Vortrag über tanzfähig und unsere Arbeit mit neuen Medien halten. – Im wöchentlichen Training in Berlin kann man uns außerdem ständig live erleben.

 

Spielen Kostüme und Musik in euren Aufführungen eine Rolle?

Da bei einer Aufführung dem Publikum etwas vermittelt werden soll, machen wir uns bei einer Produktion wie andere Künstler_Innen natürlich auch Gedanken, wie die Aussage durch Musik, Kostüm oder Bühnenbild verstärkt werden kann. Das gehört einfach dazu.

 

Was plant ihr für die Zukunft von tanzfähig beziehungsweise was würdet ihr euch wünschen?

EVELYNE: Wir würden uns noch mehr interessierte Menschen wünschen, die mit uns aufgreifen und umsetzen, was uns bei tanzfähig wichtig ist. Gut besuchte Tanzstudios bei unserem Training und den Workshops. Eine Produktion, geleitet von einem renommierten Choreografen. Weiteren nationalen und internationalen Austausch. Auch planen wir ein Nachwuchsprogramm, das allerdings noch in Kinderschuhen steckt. Damit wollen wir Menschen mit und ohne Behinderungen ansprechen, die sich unter den Bedingungen der körperlichen Vielfalt ausdrücken wollen.

BERNHARD: Ich denke, wenn wir unseren Ansatz der körperlichen Vielfalt im Tanz weiterführen, werden wir noch mehr zum Subjektiven kommen, wie es die Einzelnen im Tanz bewegt und miteinander verbindet. Und wir werden sehen, was wir dafür brauchen bzw. was wir dafür bekommen, um unsere Vorstellungen zu verwirklichen.

 

Weitere Infos:

Webseite

Facebook

Foto copyright Martin Neumann

 

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Workshops in Fotogeschichte und Ästhetik für blinde Fotograf_Innen und alle, die Interesse haben

Es ist soweit. Im nächsten Monat werden wir mit unseren Workshops beginnen.

Wir konnten die Kunsthistorikerin Petra Schröck, Leiterin der Brotfabrik Galerie und die Fotografen Sabine Wührich, Jörg Möller, Micha Winkler und Stephan Wilke, den ihr schon vom Seminar im letzten Sommer kennt, gewinnen, euch jeweils einen Samstag lang zu erzählen, was ihnen an der Fotografie und einem Foto wichtig ist. Was sie unter einem guten Foto verstehen und was sie denken, was es ausmacht.

Ihr seid alle herzlich eingeladen!

Details:

Wo? Karsten Hein, c/o W.I.M.

Crellestr. 19/20, 2. Hof, 4. OG, 10827 Berlin

Wann? Samstag 16. 4. 2016 11:00 Uhr, weitere Termine folgen

Was? Vortrag und Gesprächsrunde mit Fotografen und Kunsthistorikern

Für wen? Blinde und sehbehinderte Fotograf_Innen, Bildbeschreiber_Innen, Teilnehmende an unseren Praxisworkshops und alle, die sich für Kunst und Fotografie interessieren.

 

Wir freuen uns auf euch!

 

 

 

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Eine Ausstellung, in der Portraits von zweien von uns hängen

Barbara Fickert hat uns auf eine Ausstellung im Bethanien, in Berlin-Kreuzberg aufmerksam gemacht, in der u.a. Portraits des Fotografen Uwe Schumacher von ihr und Silja Korn hängen. Ausstellungen im Bethanien sind immer sehr nett, kommt also!

Zur Ausstellungseröffnung am 8. April 2016 um 19 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Blickwechsel

Fotografie nach der Werkstatt für Photographie

Wolf Abraham, Maren Baldeweg, Aline Calmet, Stefan Doß, Peter Fischer-Piel, Bernd Große, Ania Kaszot, Torsten Kröger, Heike Reichenstein, Uwe Schumacher, Frank Seeger, Kirsten Steiner, special guest Friedhelm Denkeler

Vernissage: 8. April 2016, 19 Uhr, Ausstellungsdauer vom 9. – 17. April 2016 Öffnungszeiten: täglich 14 – 20 Uhr, Sa. u. So.: 12 – 20 Uhr, bei Veranstaltungen bis 23 Uhr

Ort | Anfahrt

Studio 1 im Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin-Kreuzberg Bus 140 Station Mariannenplatz, U1/U8 Kottbusser Tor

Veranstaltungen

Werkstattgespräch – Führung durch die Ausstellung: Dienstag, 12.04. 2016, ab 18 Uhr

Podiumsdiskussion: Donnerstag, 14.04. 2016, 19 Uhr. Teilnehmer*innen: Rüdiger Flöge (Leiter der vhs-Photogalerie in Stuttgart), Dr. Enno Kaufhold (Fotohistoriker), Ursula Kelm (Fotografin und Dozentin), Thomas Michalak (Dozent am Photocentrum), NN Moderation: Edda Wilde

Finissage: Sonntag, 17. April 2016, ab 18 Uhr Tanzperformance „Bildwechsel“ Die Tenzer Weitere Informationen: http://www.werkstattfürphotographie.de

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Aufruf zum Fotowettbewerb des BSVW

Der Blinden – und Sehbehindertenverein Westfahlen e.V. hat auf seiner Facebook Seite folgenden Wettbewerb ausgeschrieben. Einsendeschluss ist der 15. März. Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit eure Fotos auszustellen und einem öffentlichen Publikum zu zeigen, dass es Blinde und Sehbehinderte Menschen gibt die Interesse an visueller Kunst haben und die auch selbst fotografieren. Soweit wir wissen ist die Teilnahme nicht auf Einsendungen aus Westfahlen beschränkt.

Heute wollen wir zu einem für uns ungewöhnlichen Wettbewerb aufrufen: zu einem Fotowettbewerb.
Für unsere neue Homepage benötigen wir viele und schöne Fotos über das Leben mit einer Sehbehinderung im weitesten Sinn – gerne auch mit schrillen und ungewöhnlichen Motiven.

Knipst der lasst z. B. die Vereinsarbeit in eurer Bezirksgruppe oder in eurer Fachgruppe fotografieren oder sucht andere Motive, die ihr für geeignet haltet. Bitte schickt eure Fotos per Mail an die Landesgeschäftsstelle: info@bsvw.de.
Die Fotos müssen im jpg-Format sein und mindestens eine Breite von 1.200 Pixel haben.

Mit der Einsendung seid ihr einverstanden, dass der BSVW die eingesandten Fotos für seine Publikationen, das Internet und eventuell für eine Ausstellung unter Angabe des Namens der fotografierenden Person nutzen darf.

Eine Jury bestehend aus den Internetredakteurinnen und -redakteuren und Mitgliedern des Vorstandes bewertet die Bilder. Die ersten drei Fotografien werden in der Geschäftsstelle ausgehängt, auf der Homepage veröffentlicht und in einer Pressemitteilung geehrt. Wenn genügend schöne Fotos zusammenkommen, werden sie in einer Ausstellung in der LGS der Öffentlichkeit gezeigt. Zusätzlich erhalten die Preisträger ein klingendes Geschenk.

Einsendeschluss ist der 15. März 2016.
E-Mail: info@bsvw.de

Wir sind sehr gespannt auf eure Einsendungen!

Quelle: Facebook-Post des BSVW

Facebook Seite des BSVW

 

 

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Gerald Pirner: Der gespürte Blick

Hier, das müsst ihr lesen. Gerald Pirner hat einen sehr tollen Aufsatz anlässlich unserer Ausstellung in der BrotfabrikGalerie geschrieben. All unsere Projekte, die sich mit Blindheit und Fotografie befassen, auch dieser Blog, haben ja eine erkenntnistheoretische Dimension. Wir befassen uns mit der menschlichen Wahrnehmung an einer jener Kanten oder Bruchstellen, die immer für neue Einsichten gut sind. Normalerweise lassen wir das hier im Blog nicht so raushängen, unser Angebot soll ja niedrigschwellig sein. Umso mehr freuen wir uns nun, wenn ein blinder Autor, einer der ganz wenigen, die sich ernsthaft mit visueller Kunst befassen, diesen Aspekt unserer Arbeit thematisiert. Damit ist unser Dialog zwischen Sehenden und Blinden auf eine neue Ebene gehoben:

Der gespürte Blick oder
An der Grenze zwischen Subjekt und Objekt

Die Schönheit der Blinden, eine Ausstellung in der Brotfabrik in Berlin-Weißensee mit Arbeiten von Karsten Hein und Arbeiten der Teilnehmerinnen seines Fotoworkshops

Ein Bild, das es nicht gibt, vorher nicht gab, ein Bild das vielleicht mehrere Bilder ist, das ein-gebildet ist, das nur in seiner Sprache existiert. Er sieht es vor sich, sieht vor sich, wie eine Frau das Gesicht einer anderen Frau berührt, eine Frau, die ihre Augen geschlossen hält, eine Frau mit geschlossenen Augen, berührt von einer anderen mit ebenfalls geschlossenen Augen. In seiner Imagination bittet er seine Assistentin zu Hilfe, bittet sie die Szene zu beobachten, bittet Sie die Szene zu beschreiben: Zwei Frauen, in gleicher Größe, beide vermeintlich in ähnlicher Haltung und doch unterscheidet sie etwas, von dem sie im ersten Moment nicht hätte sagen können, was es sei.

Er wartet, hört Ihr nach, hört wie Sie schaut, obwohl das nicht möglich ist, und doch glaubt er zu hören wie Sie schaut, ohne zu atmen, ohne dass er Ihr Atmen hörte.
„Die eine ist blind“, sagt Sie ruhig und wartet eine Weile.
„Woran siehst du das.“

Hier zum vollständigen Text in Geralds Blog.

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