Blind Fotografieren: ein Skurriles Hobby? – Interview mit Susanne Aatz

Eine große Hundefote auf Tepichboden

Erzähle uns etwas über dich und deinen Bezug zu Fotografie:

Mein Name ist Susanne Aatz. Ich bin 42 Jahre alt und praktisch blind. Das bedeutet: ich habe einen kleinen, verwertbaren Sehrest, bin aber einer komplett blinden Person gesetzlich gleichgestellt. Mein Sehen umfasst die Wahrnehmung von Umrissen, Farben und unscharfen Strukturen. Ein klassisches Augenmaß besitze ich nicht. Ich kann keine Entfernungen abschätzen. Mein Rest-Sehen hat sich im Laufe meines Lebens verschlechtert, ist aber zur Zeit erfreulich stabil. Ich kann im Nahbereich mit Lupe lesen, habe aber kaum Ausdauer. So arbeite ich z. B. am PC mit Mischtechniken, wie Brailleausgabe, Sprachausgabe und ein wenig am Bildschirm.

Als die ersten Digitalkameras aufkamen, begann ich mit dem Fotografieren. Ich konnte ja einfach ausprobieren, da ich keine Filme mehr kaufen und entwickeln lassen musste. Es waren vor allem meine Hunde, die ich gerne in Bild und auch in Ton festhalten wollte. Ich wollte, wenn ich mich einmal von meinen Hunden trennen muss, Fotos und andere Dokumente zur Erinnerung haben.

Wie reagieren deine Mitmenschen auf dich als blinde Fotografin?

Im ersten Moment habe ich überlegt, ob ein Fotoworkshop für Blinde und Sehende wirklich was für mich ist. Ich mag manche Diskussionen und Fragen nicht, weil sie ständig gestellt werden. Z. B. „Bist Du schon von Geburt an so?“ „Kann man da nichts machen?“ usw. Mittlerweile habe ich eine deutliche Aversion auf solche Fragen. Hinzu kommt oft das Unverständnis. Manche Leute können nicht verstehen, dass jemand schlecht oder nichts sieht, trotzdem oder auch gerade deswegen fotografiert und das, was hinterher auf den Bildern ist, nur teilweise oder gar nicht sehen kann. Die Leute glauben, dass ich das, was ich fotografiere auch komplett gesehen haben muss. Manche haben schon geglaubt, ich wäre nicht blind.

Andere sind fasziniert, weil ein Foto gut getroffen ist und mir jemand hinterher erzählt, was ich da fotografiert habe. Sie glauben an übersinnliche Fähigkeiten und an Wunder. Beides ist totaler Quatsch!

Als ich dann mitbekam, dass ein Vollblinder als Referent teilnahm, den ich ein bisschen kenne, habe ich meinen Mut zusammengenommen. Ich verfüge über keine hochwertige Ausrüstung und habe wenig Ahnung von Fotografietechnik. Eigentlich gar kein. Ich wüsste z. b. nicht, wie ich eine Kamera manuell einstellen muss. Mit meinen wenigen Vorerfahrungen habe ich mich geschämt und gedacht, ich bin zu „dilettantisch“ für den Workshop. Und ich möchte mich nicht rechtfertigen, warum ich, obwohl ich schlecht sehe fotografiere. Diese Scham musste ich dann erst einmal überwinden.

Wie lief der Fotoworkshop für blinde und sehende Menschen insgesamt ab?

Nach einer Einführung haben wir in Kleingruppen mit zwei oder drei Leuten gearbeitet. Nach Möglichkeit war eine Person blind oder Sehbehindert, die anderen Sehend. Da wir nicht so viele blinde Leute in der Gruppe hatten, haben wir uns in Dreiergruppen zusammengefunden. Wir sind durch die Hamburger Zentralbücherei gelaufen und haben verschiedene Motive, oft zufällig ausgewählt. So habe ich oft Dinge Fotografiert, die ich nicht gut erkennen konnte. Manches auch einfach aus Neugierde. Z. B. wie sieht eine brennende Lampe von unten aus, wenn sie fotografiert wird? Ich habe auch meinen Blindenführhund häufiger fotografiert, der immer dabei gewesen ist.

Wie funktionierte die Zusammenarbeit in der Gruppe?

Für meine sehenden Kolleg_Innen war die Frage spannend, wie es möglich ist, ohne zu sehen zu fotografieren. So haben wir ausprobiert, ob meine beiden Mitstreiter_Innen auf „Zuruf“ mit geschlossenen Augen fotografieren konnten. Ob sie überhaupt mit geschlossenen Augen hören, wohin sich z. B. ein redender Mensch bewegt. Ich habe sehr viele Fragen beantwortet.

Also gab es einen kreativen Austausch zwischen blinden und sehenden Teilnehmern?

Für mich selbst war ein schönes Ergebnis, dass meine Beiden Kolleg_Innen anfingen häufiger andere Sinne „sprechen“ zu lassen. Sie haben es als Bereicherung und als Aha-Effekt erlebt, dass bei der Motivwahl auch die Ohren und die Nase mitentscheiden können.

So stand für mich als Ergebnis der positive Austausch im Vordergrund. Die Fotografie ist für mich eine Annäherung an einen Sinn der mir manchmal fremd ist, wegen dem ich aber auch häufig ausgegrenzt oder blöd behandelt werde. Das hat beim Workshop zum Glück wirklich keiner gemacht. Für meine eigene fotografie habe ich nicht so viel mitgenommen, außer das Interesse Handwerkszeug zu lernen und mir vielleicht wirklich doch eine gute Kamera zu kaufen.

Was hast du aus dem Workshop für dich mitgenommen und wirst du weiter fotografieren?

Ich werde auf alle Fälle weiter fotografieren, Es gibt viele Motive, die ich gerne fotografiere. Und die Kamera wird manchmal auch zum Hilfsmittel. Die im Workshop entstandenen Bilder sind sehr zufällig und gefallen mir nicht so wirklich. Ich habe schon schönere Fotos gemacht.

Aber ich habe gelernt, dass ich mich nicht schämen muss, als fast blinde Frau ein „skurriles Hobby“ zu haben und dass ich nicht fürchten muss als „Simulantin“ abgetan zu werden, weil ich mich an einem Sinn versuche, der mir nur zu kleinsten Teilen zur Verfügung steht. Die Geduld die „üblichen Fragen“ zu beantworten, bis das Gespräch andere Formen annimmt, muss ich auch oft genug haben, obgleich es oft unangenehm ist, wie das 8. Weltwunder ausgefragt zu werden. Ich bin oft unfreiwillig Mittelpunkt des Gespräches, wenn ich selbst Fragen hätte, die ich dann oft nicht stellen kann, weil kein Raum dafür ist.

Was fotografierst du und woher nimmst du deine Inspirationen?

Das ist relativ einfach beantwortet. Neben Erinnerungen, die ich mir auf dem Großbildschirm anzeigen lassen kann, fotografiere ich auch Dinge, weil ich sie nicht sofort erkennen und zuordnen kann. Manchmal sind es aber auch akustische Eindrücke, die mich inspirieren. Z. B. Meeresrauschen, der Wind in den Bäumen, ein Wasserfall. Ich schaue mir die Bilder hinterher an, lasse sie mir beschreiben und manches, was mit Text daherkommt, wird auch über die Texterkennung geschickt. Gedruckte Schrift kann ich mir so gut von meinem Smartphone vorlesen lassen.

Ich fotografiere auch Situationen, die in mir gute Gefühle auslösen. Das ist z. B. am Strand der Fall, oder dann, wenn mein Hund frei läuft und spielt. Hier empfinde ich mit den Motiven eine positive visuelle Ästhetik.

Wie war es für dich mit sehenden Fotografen zusammen zu arbeiten??

Das war auf jeden Fall lehrreich. Ich habe etwas darüber gelernt, wie „Sehende“ sehen. Dass die Wahrnehmung sehr selektiv und gefiltert ist. Da wo ich darauf angewiesen bin, meinen Sehrest auszuschöpfen und möglichst viel sehr gezielt wahrzunehmen, ergänzt die „dumme Kamera“ für mich die ungefilterten und ungenauen Eindrücke. Sehende filtern mehr bevor sie ein Foto aufnehmen. Ich analysiere das Ergebnis im Detail hinterher.

 

 

 

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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2008

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Springender Junge im Planschbecken

Ein Blick aus dem Wasser. Das wogende und spritzende Wasser des Planschbeckens und der Himmel verschmelzen zu einer großen blauen Fläche, die in der oberen linken Ecke durch die Fassade eines Hauses begrenzt wird. Die Mitte des Bildes wird von einem Jungen eingenommen, der, nur mit einer Windel bekleidet, hochspringt. Die Fotografie hält die Bewegung an, als ob der Junge schwebte. Er streckt Arme und Beine vom Körper ab. Sein Körper erscheint verwischt, wie in wilder Bewegung. Nur seine rechte Hand ist scharf, der Kamera entgegengestreckt, die schmalen Finger gespreizt.

Copyright: Bruce Hall, 2008 Originalmaße: 45 x 60cm

 

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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2008

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Ein kleiner Junge im Planschbecken

Durch einen Schwall Wasser hindurch unscharf ein kleiner Junge, nur mit einer Windel bekleidet, in einem Garten mit einem blauen Planschbecken, buntem Wasserspielzeug und gelben Blumen. Das Wasser fliegt auf die Kamera zu, der größere Teil des Bildes verschwimmt in einer Wand aus Wasser, als würde es durch geriffeltes Glas betrachtet. Doch das Gesicht des Kindes ist zwischen all dem Wasser klar zu erkennen. Das Kind lacht aus vollem Halse.

Copyright: Bruce Hall, 2008 Originalmaße: 45 x 60cm

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„Shot in the Dark“: „Untitled“ von Bruce Hall, 2013

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Auf dem Boden eines Weimming Pools sitzender Junge

Ein etwa zwölfjähriger Junge sitzt auf dem Grund eines Blau­türkisen Swimmingpools. Er trägt bunte Batikhosen und einen langärmeligen grünen Nicki-Pullover. Der Swimmingpool ist bis über seinen Kopf mit Wasser gefüllt. Die Kamera blickt aus der Tiefe hinauf zur Wasseroberfläche, in der sich Haar und Antlitz des Jungen spiegeln. Vor seinem Körper und Gesicht steigen Luftbläschen auf. Die Augen des Jungen sind geschlossen, sein Gesicht wirkt entspannt, er lächelt versonnen.

copyright: Bruce Hall, 2013 Originalmaße: 100 x 150cm

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„Shot in the Dark“: „Voodoo Shaman“ von Sonia Soberats

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Ein Dunkelhäutiger Mann mit Lichtschlangen

Beschreibung 1:

Ein dunkel gehaltenes Schwarz-Weiß-Foto. Ein vertikal angeordnetes Porträt. Gesicht und nackter Oberkörper eines dunkelhäutigen Mannes. Die Figur ist tief im Bild platziert, so dass das obere Bildviertel für den Hintergrund verbleibt. Auf den schwarzen Hintergrund sind vertikal verlaufend parallele, teilweise auch gezackte, helle Linien aufgetragen. Der Oberkörper des Mannes ist mit runden Lichtspuren bedeckt, die sich als helle, kreisförmige Linien auf seiner dunklen Haut abzeichnen. Im Gegensatz zum Hintergrund ergeben sich hier durch die Beleuchtung eher runde, organische Flächenstrukturen. Das Gesicht, seine rechte Schulter und seine rechte Hand sind durch eine hellere Lichtgebung herausgehoben.

Auf dem Kopf sind nur andeutungsweise Haare erkennbar. Der porträtierte Mann trägt einen dünnen Bart. Beide Augen sind weit geöffnet. Sein linker Augapfel ist vollständig weiß, es ist keine Pupille zu sehen. Das rechte Auge blickt nach oben. Schlangenkörper winden sich auf Kopf und Oberkörper. Der Kopf einer der Schlangen ist in der Mitte seiner Stirn platziert. Seine beiden Hände sind zusammengeführt, drei der Finger

tragen Ringe. Die Hände halten eine kleinere Schlange, ihr Maul ist geöffnet. Hinter der linken Schulter des Mannes zeichnen sich der Kopf, und, in vertikaler Position, Teile des Körpers einer weiteren kleinen Schlange ab.

Beschreibung 2:

Ein Mann mit afrikanischen Wurzeln mit nacktem Oberkörper. Die Stirn in Falten, nach oben gewandt der Blick. Eine Pupille wie in Blindheit ausgebleicht, nur ein Effekt von Belichtung? Das andere Auge lässt die blinde Fotografin sichtbar sehen. Wie ein Zauberer, der Schlangen beherrscht, hält er eine Schlange in den Händen, eine andere beschützt drohend seinen Rücken, eine dritte liegt ihm züngelnd und als ein Segen auf dem Kopf. Während einerseits der ganze Körper ausgeleuchtet ist, bündelt sich der Schein auf seiner rechten Schulter.

Beschreibung 3:

Eine Schwarz-Weiß-Fotografie im Hochformat. Ein leicht in die linke Bildhälfte gesetztes Halbporträt eines dunkelhäutigen Mannes vor schwarzem Hintergrund, das von einem schiefen Bilderrahmen gesäumt ist. Der verklärte Blick des Mannes ist nach oben gewandt. Seine Stirn ist gerunzelt. Sein Kopf leicht nach oben und hinten geneigt. Sein linkes Auge ist ohne Pupille. Vermutlich handelt es sich um einen blinden Mann. Vom oberen mittig linken Rand des Fotos fließen vertikale Lichtschlieren auf den Mann. Auf seinem Oberkörper werfen sie Lichtkringel. Der linke Bildrand bleibt gänzlich im Dunkeln.

Der Oberkörper des Mannes ist nackt, die Arme sind angewinkelt. Beide Hände hält er vor der Brust. Aus seinen verschränkten Händen ragt eine Schlange mit aufgerissenem Maul, deren Körper sich über seinen linken Unterarm schlängelt. Seine rechte beringte Hand hält er schützend vor seine linke und die daraus sich bäumende Schlange. Die Zähne der Schlange treten deutlich hervor. Auf dem Kopf des Mannes thront eine Kobra in Drohhaltung, mit aufgestellter Haube. Deren Körper schlängelt sich um den Kopf des Mannes. Über der linken Schulter des Mannes ragt eine weitere Schlange mit aufgerissenem Maul. Links und rechts von den Schultern schlängeln sich Schlangenkörper und in Korrespondenz mit diesen, kringeln Lichtschleifen auf der rechten Seite seines nackten Oberkörpers und seinem rechten Arm. Der Mann scheint von den Schlangen beschützt zu werden. Sie bedrohen das Gegenüber des Mannes.

Copyright: Sonia Soberats, 2002 Originalmaße:  90 x 66cm

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„Shot in the Dark“ „Untitled“, 2009 von Bruce Hall

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Zwei Jungen unter Wasser

Beschreibung 1:

Die obere Hälfte des vertikal angeordneten Bildes ist blau. Von einem stark gesättigten Tiefblau nach und nach verlaufend in ein helleres, weniger gesättigtes Blau in der Mitte des Bildes. In der unteren Bildhälfte herrschen wärmere Farbtöne vor. Überwiegend hautfarbene Nuancen, aber auch gelbe verwischte Flächen und vereinzelte rote Akzente. Vertikal ziehen sich unregelmäßig geformte und immer wieder durchbrochene weiße schmale Flächen durchs Bild, die hellsten Bildanteile in der Komposition. Sie teilen das Bild vertikal in ein kleineres rechtes Bilddrittel und eine größere linke Bildseite. Sie teilen auch, wie eine Spiegelachse, zwei Kindergesichter, die nebeneinander im unteren Bilddrittel zu sehen sind. Im Gesicht in der linken Bildhälfte ist deutlich ein Auge auszumachen, das die Betrachter*in anzublicken scheint. Am linken Bildrand, nahperspektivisch, drei gespreizte Finger und ein Daumen einer übergroß wirkenden rechten Hand. Die Finger sowie Teile der Gesichter verfließen in ihrer Form, weil das Bild durch Wasser hindurch aufgenommen ist.

Beschreibung 2:

Eine farbige Unterwasserfotografie im Hochformat. Der obere Teil des Bildes ist bestimmt vom Ultramarin des sich in der Wasseroberfläche spiegelnden Himmels. Ein Wellenberg zieht sich vertikal durch die ganze rechte Bildhälfte. Das Blau des Wassers wird zur Mitte des

Bildes hin heller. Am oberen rechten Bildrand ist eine große stehende Luftblase zu sehen. Kleine Luftbläschen schweben links und rechts vom Wellenberg.

Im unteren Drittel der Fotografie starrt das weit aufgerissene braune linke Auge eines Jungen direkt in die Kamera. Der Rest des Gesichtes ist verwischt. Das linke Ohr ist auch zu erkennen und genauso wie der Rest des Gesichtes mit schwarzem Haaransatz durch das bewegte Wasser konturlos. Die rechte Gesichtshälfte ist vollkommen verschwommen und das rechte Auge scheint geschlossen zu sein. Insgesamt macht die rechte Gesichtshälfte einen entspannten Eindruck.

Vom Gesicht selbst tritt nur die Augenpartie mit Nasen- und Haaransatz deutlich hervor, die mittig über dem unteren Bildrand schwebt. Zum unteren Bildrand hin verschwimmen Hals und Schultern des Jungen zu einer hautfarbenen Fläche. Zum rechten Bildrand hin wird diese amorphe hautfarbene Fläche vom Weiß der Luftblasen und gelblich orangenen Farbblasen durchbrochen. Links am Bildrand ragen vier übergroße Fingerkuppen der rechten Hand des Jungen. Sie nehmen über die Hälfte des linken Bildrandes ein.

Beschreibung 3:

Unter Wasser. Mit einem aufgerissenen Auge reißt sich ein Junge aus seinem verschwommenen Gesicht heraus. Seine tief ins Bild tauchende Hand scheint nach dem Blick eines Außen zu greifen. Die Bewegung der Hand löst eine Welle aus, die ihm die andere Gesichtshälfte ins

Verschwommene zieht und ihn das andere Auge schließen lässt. In der unteren Hälfte des Bildes spielen bunte Farbreflexe der Sonne mit dem Wasser, ein Haufen zitterndes Blattgold.

Copyright: Bruce Hall, 2009, Originalmaße: 90 X 67 cm

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Eingeordnet unter Ausstellung "Shot in the Dark", schon beschrieben