„Shot in the Dark“: „Electric Man“ von Pete Eckert

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Ein grünlich beleuchteter Mann vor dunklem Hintergrund

Beschreibung 1:

Auf braunem Grund steht neben einem stoffbezogenen Stuhl eine Gestalt mit Füßen eines Menschen, herabhängenden Armen und oberhalb des Oberkörpers einer dunklen von gelbem, weißem und blauem Licht umrahmten Fläche. Rechts gesättigtes Moosgrün eines Stuhls. Im linken oberen Bildviertel ein mittelgroßer Fleck aus primärroten Lichtschlieren. In der Mitte des Bildes ist die abstrakte Gestalt in ein langgezogenes, vertikales, gelbleuchtendes Oval gesetzt. Sie ist überzogen von weißen, gelben und roten, teilweise spiralförmigen und gezackten Linien. Vereinzelte weiße, gelbe und rote Lichtbögen sind um sie herum angeordnet.

Beschreibung 2:

Ein Blick in einen Raum mit einem Holzboden. Kreisende, spiralförmige Linien in gelb, weiß und rot bringen einen menschlichen Körper hervor. Auch die farbigen Ausmalungen des Kopfes lassen eine stehende Person erkennen. Unterbrochen das grelle Kreisen von nackten Füßen auf rotbraunen Dielen, die ihm einen fleischlichen Sockel geben. Die ganze Figur vor einem gelben Farbgrund, durchzogen von weißen Zeichenspuren.

Das Ende der Hosenbeine, das Ende der Ärmel des Oberteils eines Judoanzuges, die Hände, von denen Blitze ausgehen, sind zu erkennen. Die Arme hängen locker am Körper herunter. Rechts von der Figur ein alter Sessel mit einer grünen Rückenlehne, seine linke Lehne im Licht, seine rechte Seite im Dunkeln. Der Sessel mit seinem grünen Sitzpolster ist nach vorne gedreht, als wäre die Figur gerade von ihm aufgestanden. Unter einer der hölzernen Lehnen ein gedrechselter Fuß im Hellen.

Von Kopf bis Armhöhe der Figur brechen Lichtlinien aus dem Körper aus, zwischen Hüfte und Knie leuchtet etwas aus dem Dunkeln auf. Rechts eine weiße Wand oder ein Wandvorsprung, als wäre eine Tür geöffnet, die den Blick auf die Figur freigibt.

Das Gelb des Hintergrundes der Figur, nach oben hin in Streifen aufgelöst, verleiht der Umgebung etwas Rauchiges, etwas zugleich Irdisches und Auratisches. Das Weiß hingegen behält eine präzise Zeichenhaftigkeit,wie elektrische Ströme, die die ganze Figur durchziehen, während rechts von der Figur die Farben und Linien ins Konturlose verwischen. Links hingegen hat die Figur Halt, begrenzt eine scharfe Kontur die Figur vor dem dunklen Hintergrund.

Beschreibung 3:

Mittig im Hintergrund steht eine Figur, deren Körper und Kopf aus lauter gelben, weißen und roten Lichtlinien besteht. Rechts von ihr befindet sich ein mit grünem Stoff bezogener Sessel. Lediglich an ihren nackten Füßen erkennt die Betrachter*in diese Lichtgestalt als reale Person.

Die Lichtlinien grenzen die linke Körperseite vom dunklen Hintergrund ab. Die rechte Körperseite hebt sich dagegen vom Fuß bis zum Ärmelansatz nicht scharf vom gelblich leuchtenden Grund ab. Der Electric Man und die linke Hälfte des Sessels stehen in einem gelblich leuchtenden Lichtkegel. Sein linkes Bein etwas nach hinten versetzt wird durch eine vertikale weißliche Linie gekennzeichnet, dagegen wird sein rechtes Bein durch spiralförmige gelbliche Linien angedeutet. Erkannt werden auch der Saum seiner Hose und die beiden Ränder der Ärmel. Auch die Hände sind mit Lichtlinien nachgezeichnet. Der Kopf wird von vertikal gebogenen Linien in rot, weiß und violett angedeutet. Auf der bildrechten Seite verlassen sie den Kopf als gelbliche und rötliche Schlieren.

Die Lichtgestalt steht nach hinten versetzt mittig auf einem rötlichbraunen Parkettboden, der einen großen Teil des Vordergrundes der Fotografie einnimmt. Rechts wird das Foto von einer weißlichen Wand begrenzt, die fast bis zum oberen Bildrand reicht. Der Raum liegt hauptsächlich im Dunkeln.

Copyright: Pete Eckert, Originalmaße: 90 x 67cm

 

 

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Eingeordnet unter Ausstellung "Shot in the Dark", Lightpainting, schon beschrieben

Telefongespräche von Willi Heinsohn

Telefonierende Männer auf einer Treppe

SONY DSC

Dieses Bild enstand im Rahmen eines Fotoworkshops für Blinde und Sehende in Hamburg. Willi ist ein Sehender Teilnehmer.

Eigentlich ist dieses ausgewählte Bild zum Thema der Ausstellung „Shot in the Dark“ nicht für mich charakteristisch. Ich finde es aber deshalb interessant und habe es eingeschickt, weil es eine bestimmte Situation in der Hamburger Zentralbibliothek widergibt, die charakteristisch für das Treiben in einer großen Einrichtung ist.

Der erste Mann in dem Foto verharrt beim Telefonieren auf einer Stufe in dem Treppenaufgang und nimmt sich etwas Ruhe für das Gespräch, während der andere Mann beim Telefonieren die rastlos die Treppen hinuntereilt. Ich denke, diese Gegensätze werden im Foto sehr deutlich gezeigt. Zum Ersten durch die im Foto  aufgenommene Unschärfe dieser heruntereilenden Person und zusätzlich durch die scharf fotografierte, stehende Person im Treppenaufgang.

Für mich sind die ausgestellten Bilder zu „Shot in the Dark“ so faszinierend gewesen, dass ich gerne an dem Workshop teilgenommen habe. Gerne wollte ich auch einmal ausprobieren, wie Fotos mithilfe von Lightpainting gemacht werden. Leider ist der Workshop zeitlich zu kurz angelegt gewesen und durch die hohe Teilnehmerzahl ist der Workshopcharakter gesprengt worden. Man hat kaum die Chance gehabt, etwas sinnvoll auszuprobieren. Ich habe dennoch viele Anregungen erhalten, besonders auch durch den Dokumentarfilm, den ich am nächsten Abend sehen konnte.

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Streifenmensch im Blindversuch von Zorana Lalic

Portrait mit überbelichteten Streifen

Dieses Foto entstand bei einem Fotografieworkshop für Blinde und Sehende in Hamburg im Rahmen der Filmvorführung von „Shot in the Dark“. Zorana ist sehend und ließ sich für dieses Bild die Augen verbinden.

Das Foto ist im Querformat aufgenommen. Im oberen Teil ist das Bild etwa zu 45 % mit schwarzem Hintergrund ausgefüllt. Im restlichen Teil ist das Gesicht der gleichen Person dreimal im Halbprofil zu sehen. Die Gesichter bilden eine Art Dreieck und nur im Mittleren sind Gesichtszüge ansatzweise erkennbar. Während der Belichtungszeit von 8 Sekunden wurde die Kamera horizontal hin – und her bewegt, wodurch farbige Querstreifen entstanden: ein streifen ist rötlich, ein andere sehr gleißend weiß und dünn und ein dritter beige, durch die Farbe der Jacke, die die Person trägt.

Das Foto war ein Experiment und Zorana wusste vorher nicht, wie das Bild aussehen würde.

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Eingeordnet unter Lightpainting, schon beschrieben

„Shot in the Dark“: „Track Man“ von Pete Eckert

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Ein Mann an Bahngleisen in schwarz-weiß

 

Eine Schwarz-Weiß-Fotografie. Ein sonniger Tag. Eine Bahntrasse führt an einem kastenförmigen Backsteinhaus und einer Fabrikanlage vorbei, gesäumt von Telegrafenmasten. Mitten auf den Gleisen steht ein Mann aus hellem Licht. Er trägt einen Hut und Turnschuhe. Den rechten Arm hat er leicht zur Seite ausgestreckt, die Hand wie tastend, seine Linke ruht auf seinem Hüftknochen. Das Gesicht wird von den Lichtlinien nur angedeutet. Arme und Beine sind dünn und knochig, wie ein Skelett. Der Bauch ist durchsichtig. Wie durch ein Fenster erscheinen hinter ihm die Gleise. Sie führen in die Ferne. Ein Selbstporträt von Pete Eckert, es handelt sich um eine Doppelbelichtung.

Copyright: Pete Eckert, Originalmaße: 100 x 100cm

 

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Das Erste Mal Blind Fotografieren von Ninja Junge

Lichtschein an der Decke und Bücherregal

Ninja über ihre Erfahrungen beim Fotoworkshop für Blinde und Sehende in Hamburg:

Hallo, Mein Name ist Ninja Junge. Ich bin blind und habe beim Workshop zum ersten Mal bewusst eine Kamera in den Händen gehalten. Ich hatte gar keine Erfahrung mit Fotografieren.

Ich habe den Film „Shut in the Dark“ gesehen und bin in diesem Zusammenhang auf den Workshop aufmerksam geworden. Ich dachte mir: „Das klingt spannend, so etwas habe ich noch nie gemacht, das möchte ich mal ausprobieren. Mal sehen was dabei herauskommt wenn man blind fotografiert!“

Ich habe mit einer sehenden ehemaligen Lehrerin von mir zusammengearbeitet. Da ich noch hell und dunkel unterscheiden kann habe ich mir Dinge ausgesucht die für mich greifbar waren: Zum Beispiel eine Helle Lichtquelle oder Buchrücken, die sich einfach nur schön anfühlten.

Ich wollte nur ein Helles Licht fotografieren aber was sonnst unbeabsichtigt noch mit auf die Aufnahme gekommen ist finde ich sehr spannend. Ich denke schon, dass ich jetzt doch öfter Fotos machen werde.  Der Workshop hat mir sehr viel Spaß gemacht!!

 

 

 

 

 

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„Shot in the Dark“: “Sword” von Sonia Soberats

Dieses Bild wurde im Rahmen einer Ausstellung zur Filmpremiere des Dokumentarfilms „Shot in the Dark“ in der Brotfabrik Berlin gezeigt. Der Text stammt aus dem großartigen Audio Guide zur Ausstellung.

Eine geisterhaft beleuchtete Frau atakiert eine Lichtquelle mit einem Schwert.

 

In der Körperhaltung einer Fechterin steht eine ältere Frau in der rechten Hälfte des Bildes. In ihrer Rechten hält sie ein Schwert, in ihrer Linken einen rechteckigen Schild, in dem sich wilde Lichtkreise spiegeln. Das angestrahlte Schwert erscheint mehrfach, als würde es geschwungen. Die Frau attackiert einen großen rot-weißen Lichtnebel, der aus wilden Lichtlinien besteht. Er nimmt die ganze linke Bildhälfte ein und leuchtet aus dem schwarzen Hintergrund heraus. Das rote Licht gemahnt an Feuer. Zwischen den strahlenden Lichtlinien sind Schlangen und ein Totenkopf zu erahnen. Bei dem Bild handelt es sich um ein Selbstporträt von Sonia Soberats.

Copyright: Sonia Soberats, 2014, Originalmaße: 100 x 150cm

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