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100 Meisterwerke: 57. „Olympia“ von Édouard Manet

Olympia

„Olympia“ ist ein Ölgemälde auf Leinwand mit den Maßen 130, 5 × 190 Zentimeter. Es ist eines der Hauptwerke des Französischen Malers Édouard Manet aus dem Jahre 1863 und befindet sich heute in französischen Staatsbesitz im Musée d´Orsay.

Im Vordergrund liegt eine nackte, junge Frau ausgestreckt auf einem Bett. Sie hat rotbraunes, hochgestecktes Haar. Auf ihrer linken Seite ziert eine auffällige, große rosa Blume die Frisur. Ihren Oberkörper hat sie auf der linken Bildseite halb aufgerichtet gegen zwei große weiße Kissen gelehnt. Dabei stützt sie ihr rechter Arm, der ein goldenes Armband mit einem kleinen Anhänger trägt. Um den Hals hat sie ein schmales, schwarzes Band, das wie ein Geschenkband zu einer Schleife gebunden ist. An diesem Band ist eine helle Perle oder ein Diamant befestigt. Ihr dezenter Ohrschmuck passt zu diesem Stein.

Die Frau hat ein ovales Gesicht, braune mandelförmige Augen und dunkle Augenbrauen. Ihre Nase passt zu den Proportionen des Gesichtes. Ihre Lippen sind etwas voller. Sie scheint geschminkt zu sein. Ihre Augen wirken betonter, vermutlich durch Mascara und sie hat leicht rötliches Rouge auf den Wangen. Ihre Lippen sind ebenso in einem leichten Rot-Ton geschminkt. Sie schaut nachdenklich oder ernst zum Betrachtenden.

Die linke Hand liegt auf ihrem rechten Oberschenkel und verdeckt ihren Schoß. In dieser Haltung wendet die junge Frau nicht nur ihren Oberkörper, sondern auch ihr Gesicht offen dem der Betrachtenden zu. Ihr Gesäß und die übereinander geschlagenen Beine liegen auf einem cremefarbenen Tuch, das am Rand mit Blüten sowie goldfarbenen Fransen  verziert ist. Das Tuch verdeckt einen Teil des darunter liegenden weißen Bettzeuges. Die Frau hält eine Ecke des Tuches in der rechten Hand. Seitlich unter dem Bettzeug ist die dunkelrote Polsterung des Bettes zu erkennen. Die Frau trägt feine, hellgelbliche Pantoffeln, jedoch ist der rechte Schuh auf das Bett gefallen, so dass der rechte Fuß nackt ist. Allerdings wird er durch das Überschlagen der Beine vom linken Fuß samt seinem Pantoffel verborgen.

Hinter dem Bett steht leicht vorgebeugt eine schwarze Frau. Diese Frau hält vor ihrer Brust einen in weißes Papier gehüllten, üppigen, bunten Blumenstrauß. Sie wendet sich der liegenden Frau zu und blickt sie an. Es scheint als würde sie die nackte junge Frau beobachten. Bekleidet ist diese zweite Frau mit einem rosafarbenen Kleid und einem gemusterten Kopftuch. Man erkennt nur ihr linkes Ohr, an dem sie einen längeren herabhängenden, roten Ohrschmuck trägt. Ihr Gesicht ist schwer zu erkennen, da sich dieses kaum vom dunklen Hintergrund abhebt. Auf dem Fußende des Bettes steht eine kleine schwarze Katze mit hoch emporgerecktem Schwanz, die die den Betrachtenden direkt mit ihren hellen Augen anblickt.

Im Hintergrund sieht man ein in dunklen Farben gestaltetes Zimmer, das fast ohne räumliche Tiefe dargestellt ist. Ein auffälliger, goldfarbener Streifen teilt es vertikal in zwei verschieden große Abschnitte und endet beinahe im Schambereich der liegenden Frau. Dieser Streifen bildet die Zwischenlinie zwischen der braun-goldenen Tapete, die die Wand auf der linken, schmaleren Seite bedeckt und der rechten Seite die mit einem dunkelgrünen Vorhang behängt ist. Auf der linken oberen Seite des Hintergrundes, auf Höhe des oberen Bettendes, ist dieser schwere dunkelgrüner Vorhang nochmal gerafft zu sehen. Der Vorhangstoff findet sich wie eben schon erwähnt auch rechts von der Tapete bzw. dem goldenen Streifen im Bild wieder. In der Mitte ist der Vorhang geteilt und scheint einen Durchgang zu bilden. Der Spalt ist im oberen Teil hell und im unteren Teil dunkel, es scheint als wäre es eine Tür.

Die farbliche Gestaltung des Bildes ist auf wenige Farbtöne begrenzt. Hauptsächlich finden sich Weiß, Schwarz, ein ins Blaue gehendes Dunkelgrün,  Goldbraun und ein Rot-Ton, sowie Beige für die Haut der porträtierten Frau und das Tuch, auf dem sie liegt. Alle Farben bilden Kontraste. Die Umrisse der Katze sowie der Kopf der stehenden Frau verschwinden fast vor dem dunklen Hintergrund der Vorhänge.

Die Stimmung wirkt auf mich eher angespannt und nachdenklich. Nur die Katze scheint unbeschwert zu beobachten. Der Fokus liegt eindeutig auf der nackten Frau, da diese durch ihre helle Hautfarbe und das helle Bettzeug, auf dem sie liegt, sehr hervorsticht. Im Pariser Salon von 1865 löste das Bild einen der größten Skandale der Kunstgeschichte aus.

Bildquelle: Wikipedia.org

Text: Lydia Jander und Wikipedia

 

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100 Meisterwerke: 34. „Susanna im Bade“ von Jacopo Tintoretto

Susanna im Bade

Das Bild „Susanna im Bade“ ist ein Gemälde des Venezianischen Malers Jacopo Tintoretto aus den Jahren 1555-56. Es ist im Querformat in der Größe 146cm x 193,5 Zentimeter mit Ölfarben auf Leinwand gemalt und heute im Besitz des Kunsthistorischen Museums in Wien. „Susanna im Bade“ gilt als Tintorettos  berühmtestes Werk.

Auf dem Bild ist de Ausschnitt eine Gartens zu sehen in dem eine nackte Frau an einem Wasserbecken von zwei alten Männern beobachtet wird. Die völlig unbekleidete Frau sitzt im Vordergrund am rechten Bildrand. Ihr Oberkörper ist leicht nach vorne geneigt und sie umfasst mit beiden Armen ihr rechtes Bein, das sie angewinkelt auf dem Boden aufgestellt hat. Die Frau sitzt seitlich, leicht dem Betrachtenden zugewandt. Ihr linkes Bein ist bis zur Wade in das Wasserbecken getaucht. Unter der Wasseroberfläche ist noch ihre Wade zu erkennen, der Fuß allerdings nicht mehr. Das Becken ist aus Stein und rechteckig, wie tief und lang es ist, ist nicht erkennbar.

In Susannas Rücken ist der Teil eines Baumstammes zu sehen,  der in seinem Wuchs der Linie ihres gebeugten Rückens folgt, also schräg wächst. Hinter dem Baumstamm, am rechten Bildrand,  leicht über ihrem Kopf sind Holunderblüten abgebildet. Auf einem Ast des Holunderbusches sitzt eine Elster. Der Badebereich wird durch ein dichtes Rosenspalier mit hellrosa Blüten begrenzt. Es beginnt im äußeren linken Bildrand und steht gegenüber der Badenden.

Auf dem Boden an dem Spalier lehnt, der Frau zugewandt, ein Spiegel, in den die Frau versunken blickt. Der Spiegel ist rechteckig und hochkant. Er hat einen schmalen, vielleicht vergoldeten Holzrahmen und ist von der Größe her eher ein Spiegel, der Gesicht und Büste abbildet. Kein Ganzkörperspiegel. Von der Spiegelung ist nicht viel zu sehen, nur ein wenig Spitzentuch, das direkt davor liegt.

Susanna hat blonde, leicht ins rötlich gehende Haare und eine aufwendige Flechtfrisur mit vielen, eng am Kopf anliegenden Zöpfen. An ihrem Ohr hängt ein Perlenohrring mit einer traubengroßen Perle und an beiden Handgelenken trägt sie goldene Armreifen, die mit Perlen oder Steinen besetzt sind. Sie wirkt sehr jung; hat ein jugendliches und faltenfreies Gesicht mit großen Augen und einer geraden schmalen Nase. Der Mund ist schmal, der Gesichtsausdruck eher ruhig und konzentriert.

Die Figur der Frau ist leicht rundlich und weich, sie hat eine sehr helle, makellose Haut. Es zeichnen sich keine Knochen ab. Der Bauch ist fest und die Brüste, soweit sie nicht von ihren Armen verdeckt sind, eher klein. Ein weißes Tuch mit Spitze und Fransen ist um ihr rechtes Bein geschlungen. Es liegt über ihrem Oberschenkel, das eine Ende kommt auf der dem Betrachtenden zugewandten Seite auf dem Boden zwischen ihren Beinen zum Liegen, verschwindet dann auf der dem Betrachtenden abgewandten Seite und kommt in der Mitte ihres Unterschenkels wieder zum Vorschein. Über ihrem Schienbein liegt noch ein Zipfel des Tuchs, der größte sichtbare Teil des Tuches liegt hinter ihrem rechten bein auf dem Boden und berührt fast den an der Hecke lehnenden Spiegel. Es könnte aus Seide sein, jedenfalls ist es ein leichter Stoff, der sich in viele Falten legt und bauscht.

Vor ihr und um den Spiegel herum liegen ein Kamm, eine Perlenkette, zwei Ringe, eine Hut- oder Kleidernadel und stehend, fast am Beckenrand  befindet sich noch ein gläsernes Gefäß mit Deckel, ähnlich einer Zuckerdose, dessen Inhalt nicht zu erkennen ist. Hinter ihr liegt ein rotes, reich mit goldfarbenen Borten verziertes Kleid, es schaut nur ein Teil des Kleides hervor, eventuell der Arm und Halsauschnitt. Es wirkt nicht wie ordentlich zusammen gefaltet, sondern eher wie ausgezogen und fallen gelassen. Die Frau wird von der Sonne beschienen und ist in der ansonsten eher dunkel gehaltenen Badeszene leuchtend hell gemalt und sticht dadurch besonders hervor. Dieser Hell-Dunkel Effekt wird auch Chiaroscuro- Effekt genannt.

Hinter der Rosenhecke verstecken sich zwei alte Männer, die die Frau beobachten. Einer, mit Glatze und weißem Vollbart, liegt im Bildvordergrund hinter der Hecke und schaut von vorne auf die Badende, der Kopf ragt mit der hell glänzenden Glatze dem Betrachtenden entgegen. Sein Blick ist auf das Wasser des Beckens gerichtet. Der andere mit weißem Kopf- und Barthaar steht in der hinteren Bildmitte am Ende der Hecke, nur leicht von dieser verborgen, im Halbprofil dem Betrachtenden zugewandt. Er hält sich an der Hecke fest um besser dahinter hervorschauen zu können. Beide Männer tragen rote Gewänder, es ist viel gewickelter Stoff zu erkennen, vielleicht handelt es sich um eine Art Mantel. Die Frau scheint nichts von der Anwesenheit der Beiden zu bemerken.

Außerhalb der Badeszene ist im Bildhintergrund eine parkähnliche Landschaft zu erkennen: Bäume, Säulen und ein kleiner Teich mit Enten sind in der Mitte des Hintergrundes zu sehen. Im linken Bildhintergrund steht ein Hirsch und noch weiter hinten sind ganz leicht gezeichnete Gebäude mit großen Steinstatuen an der Fassade erkennbar.

Das Bildmotiv stellt eine Szene aus der Bibel dar. Die Badende ist die Ehefrau eines reichen Mannes und wird von den beiden Alten in ihrem Garten beim Baden überrascht. Sie verlangen von ihr, dass sie sich ihnen hingibt. Über ihre Weigerung erbost, klagen sie sie des Ehebruchs an. Sie wird zum Tode verurteilt, in letzter Sekunde aber durch den Propheten Daniel errettet, der mit einer Einzelbefragung der beiden Alten aufdeckt, dass der Ehebruch nur erfunden war. Diese Geschichte hat Einfluss auf die Rechtsprechung und die getrennte Befragung von Zeugen genommen.

Das Thema wird in den verschiedensten Kunstformen bearbeitet.

Bildquelle: Google Arts Project

Text: Astrid Pruß

 

 

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