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Zwei Frauen auf dem Gleis Von Silja

Zwei Frauen auf dem Gleis

Beschreibung von Stefan

Zu sehen ist ein Bild im Querformat. Die dominanteste Farbe ist grün. Das Grün stammt von den vielen Pflanzen, Gebüsch, Bäumen und Wiese im Hintergrund. Im vorderen Drittel des Bildes ist ein Gleisbett mit den dazugehörigen Schienen zu sehen. Das Gleisbett ist mit Geröllsteinen gestärkt. Diese sind grau. Die Querbalken, an denen die Schienen befestigt sind, sind aus Holz und stark verwittert. Die Schienen sind ebenfalls verwittert, ankorrodiert und matt. Die Schienen verlaufen horizontal von links unten nach rechts leicht ansteigend. Die Steigung beträgt nicht mehr als 20 Grad. Sie verschwinden am rechten Rand des Bildes hinter einem im Vordergrund stehendem Gebüsch.

Auf der hinteren Schiene sitzen zwei Frauen. Ihre Köpfe sind einander zugewandt. Sie scheinen miteinander zu reden. Beide tragen eine Brille. Die linke von Ihnen eine Sonnebrille. Die rechte nicht. Sie sind umgeben von grünem Gebüsch. Das Grün ist satt und das Gebüsch trägt weiße Blühten. Es ist Tag, die Sonne scheint und steht hoch. Die Frauen werfen fast keinen Schatten. Der Himmel ist kaum zu sehen, außer an einer kleinen Stelle im linken, oberen Eck. Dort scheint er weiß zu sein, leicht bedeckt, mit Schleierwolken. Diese strahlen in einem hellen Grau.

Es scheint warm zu sein. Die Frauen tragen leichte, kurzärmlige Oberteile, eine von ihnen eine kurze Hose. Die linke eine blaue Jeans, deren Hosenbeine hochgekrempelt sind. Die rechte eine kurze, über dem Knie endende, helle, karierte Stoffhose. Dazu ein weißes Oberteil, ohne Aufdruck, mit rundem V-Ausschnitt. Die linke Frau trägt ein weißes, mit fliederfarbenen Blumen, bedrucktes Shirt. Darunter ein dunkles Unterhemd. Die rechte hat schwarze, etwas Längeres als Schulterlanges, glattes Haar. Sie trägt es offen, nur das Vorderhaar hat sie nach hinten geklemmt, damit dieses nicht ins Gesicht fällt. Die linke trägt schulterlanges, leicht gewelltes braunes Haar mit Pony. Es ist offen.

Die beiden Frauen bilden fast die Mitte des Bildes. Das Gebüsch hinter den beiden Frauen, senkt sich hinter dem Kopf der linken ab und gibt den Blick auf eine dahinter liegende Wiese frei. Deren grün ist ausgeblichen. Es scheint als wäre sie des Längeren nicht gewässert worden. Am hinteren Ende der Wiese ist ein Maschendraht Zaun zu erkennen, dahinter fährt ein VW Transporter von rechts nach links über eine Kreuzung. Eine Ampel, die an dieser Kreuzung zu sehen ist, zeig rot für die Fußgänger.

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Siljas Anfänge – Dokumentationsfoto

Silja fotografiert ihr Model

Bildbeschreibung von Stefan

Das Bild, das im Folgenden beschrieben wird, ist, anders als die große Mehrheit der Bilder, nicht durch die Fotografin (Silja) unserer Gruppe selbst entstanden, sondern entstand während der ersten Fotoseminarsitzung, in Siljas Kleingruppe und zeigt, wie sich Silja an ihr erstes Fotomodel heran wagt.

Vor uns haben wir ein Foto im Hochformat. Ein Zeitstempel, welcher in der rechten untern Ecke zu sehen ist und von der Kamera automatisch dem Foto hinzugefügt wurde, beziffert das Datum und die genau Uhrzeit. Es ist der 9. Mai 2015, um 10:53Uhr.

Zu sehen sind drei Personen, alle weiblich. Dies kann teilweise aber nur erahnt werden, da die beiden Personen im Bildvordergrund zum größten Teil mit ihrer Rückansicht abgelichtet sind. Die linke Person im Bildvordergrund ist die Fotografin, welche gerade damit beschäftigt ist, ihr Model zu fokussieren. Dabei assistiert ihr die Person zu ihrer rechten. Zwischen den Beiden ist ein kleiner Abstand, ein etwas größerer Spalt, der den Blick auf das Model frei gibt.

Das Model sitzt auf einem Tisch. Ihre Beine baumeln, Knie abwärts, an einer Tischkante herunter. Sie lacht mit offenem Mund, sieht allerdings nicht in Richtung der Fotografin. Sie schaut, ihren Kopf ganz leicht nach rechts gedreht, aus dem Bild heraus. Sie hat naturblondes, Bob-Frisur längliches Haar, welches sie offen trägt. Ihr Haar ist leicht gewellt. Sie hat eine leicht rötliche Gesichtsfarbe, so als sei ihr etwas warm, oder als hätte sie soeben gelacht und ihr Gesicht färbe sich immer leicht rötlich dabei ein.

Sie trägt ein schwarzes, langärmliges Oberteil mit ovalem Halsausschnitt. Die Ärmel hat sie nach oben geschoben, so dass diese etwa 7/8 lang erscheinen. Eine kurze Hose, welche deutlich über dem Knie endet, trägt sie ebenfalls. Ihr Oberkörper ist zu ca. einem drittel, wie auch ihr rechtes Bein abwärts des Knies und ihr linkes Bein fast vollends, durch den Arm der Fotografin verdeckt. Mit diesem Arm hält die Fotografin die Kamera.

Die Fotografin trägt über einem schwarzen Unterteil ein teils grobmaschiges, teils feinmaschiges, weißes Strickoberteil mit kurzen Ärmeln. Ihr Oberkörper wird, durch die Ränder des Bildes, links und unten, stark beschnitten. Ihr Kopf ist noch ganz auf dem Bild, ihre linke Schulter und ihr linker Arm sind nur noch zu erahnen. Sie trägt kurzes, dunkelviolettes Haar. Ihr Haar ist an den Seiten so kurz, das ihr rechter Ohrring, eine mittelgroße Creole, gut zu erkennen ist. Die Fotografin scheint auf dem Boden zu hocken oder zu knien, dies verrät die Perspektive des Bildes. Daneben, ihre Assistentin. Sie beschreibt der Fotografin, was sie soeben im Sucher ihrer Digitalkamera hat. Die Assistentin steht ihren Oberkörper vorgebeugt, sich mit ihren Armen auf ihren Oberschenkeln abstützend, rechts neben der Fotografin. Der Horizont im Bild kippt leicht. Die Tischplatte ist von links nach rechts leicht abfallend.

Hier findet ihr das am Ende entstandene Bild.

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Das Mädchen und der Junge auf dem Dach von Silja

 das mädchen und der Junge auf dem Dach

Beschreibung von Stefan

Zu sehen ist ein Bild im Querformat. Die Aufnahme erfolgte im Halbprofil. Die rechte Bildhälfte wird vom Jungen dominiert. Links neben ihm sitzt das Mädchen. Sie sitzen im Freien. Beide tragen schwarze Jacken. Beim Jungen ist die Jacke mit einem weißen Kapuzenband und einem weißen Reißverschluss abgesetzt. Er trägt eine schwarz-weiße Schirmmütze, ein Basecab, sowie einen schwarzen Vollbart. Sein Körper wird unterhalb der Brust, durch den Rand des Bildes begrenzt. Auch das Basecape ist am oberen Ende des Bildes abgeschnitten.

Links neben ihm, zu seiner rechten, sitzt das Mädchen. Sie trägt unter ihrer Jacke einen braunen Kapuzenpullover. Dieser ist zu sehen, da sie ihre Jacke bis kurz über Brusthöhe geöffnet hat. Sie lächelt mit offenem Mund, ihre weißen Schneidezähne sind zu sehen. Sie hat natur blondes Haar, welches sie zu einem Zopf gebunden hat. Einzelne Strähnen hängen an ihrer linken Gesichthälfte herab. Sie trägt eine Sonnebrille mit weißem Rand und großen violett abgedunkelten Gläsern. Beide schauen in Richtung Sonne, diese steht tief. Das linke Brillenglas wirft ein violett gefärbtes Licht auf den linken Wangenknochen des Mädchens.

Der Junge kneift die Augen etwas zusammen, obwohl diese im verschatteten Bereich des Schirmes, des Bascabes liegen. Man sieht nur seine linke Gesichtshälfte und sein linkes Auge. Er ist eher im Profil abgebildet; sie mehr im Halbprofil, man erkennt beide Gläser der Sonnebrille deutlich. Es lässt sich erahnen, dass beide sitzen. Man sieht keinen Unterkörper, auch sie ist Bauch abwärts abgeschnitten durch den unteren Rand des Bildes. Allerdings lässt die Körperhaltung des Mädchens erahnen, dass sie sich an eine Lehne anlehnt, eventuell an eine Lehne einer Bank.

Würde man das Bild vertikal in der Mitte teilen, so bliebe, auf der linken Seite, eine Hälfte des Mädchens über, mit Gesicht und Lächeln. Links davon bliebe, mit dunklem Kies bedeckter Boden, welcher teilweise mit Pflanzen bewachsen ist. Einige Pflanzen scheinen ausgetrocknet, andere erscheinen in einem blassen grün. In der linken unteren Ecke ist ein gelber Margeritenstrauch zu erkennen. Das Gelb ist kräftig, wie bei einer Sonneblume, wenn sie ausgeblüht ist.

Beide befinden sich auf einem Dach. Hinter den beiden verläuft ein Zaun, welcher das Dach begrenzt. Der Zaun ist feingliedrig und mit einem taupefarbenen Lack bestrichen. Das Foto wirkt alles andere als statisch, obwohl sich beide nicht zu bewegen scheinen. Das kann an der Perspektive liegen. Gäbe es einen dominanten Fluchtpunkt, so läge dieser im linken oberen Eck, außerhalb des Bildes. Der Zaun würde exakt, durch seine Fluchtlinien auf diesen deuten.

Im linken obern Eck steht eine halb, ca. hüfthohe Wand. Würde man derer Fluchtlinien verfolgen, hätte man den zweiten, ebenfalls markanten, Fluchtpunkt, welcher außerhalb des Bildes liegen würde, in etwa oberhalb der vertikalen Mitte des Bildes.

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Julia in Streifen von Silja

Portrait von Julia

Beschreibung von Julia

Silja bat uns, dass wir diesmal die Bilder von uns selbst beschreiben sollen. Da mir neulich bei meinen letzten Beschreibungen aufgefallen ist, dass ich immer recht wenig im Detail vom Gesicht beschrieben habe, versuche ich diesmal das Gesicht genauer zu beschreiben. Damit sich auch die Leser ein Bild davon machen können, wie bei dieser Beschreibung mein Gesicht aussieht.

Auf dem Bild zu sehen bin Ich, Julia. Allerdings nicht vollständig, da ich oben ab dem Haaransatz angeschnitten bin. Ansonsten ist mein Oberkörper ziemlich vollständig im Bild und außerdem Folie, die als Hintergrund dient, zu sehen. Silja hat mich frontal fotografiert, dennoch bin ich irgendwie schräg im Bild. Mein Kopf ist in der rechten oberen Ecke und füllt knapp ein Viertel des Bildes. Mein Oberkörper endet links unten im Bild, also fülle ich das Bild diagonal aus. Ich stütze meine Arme nach hinten auf. In etwa die Hälfte meiner Unterarme sind nicht von dem schwarzen Langarmshirt verdeckt, das ich trage. Meine Hände sind nicht zu sehen und auch der Boden, auf dem ich sitze, ist nicht zu sehen.

Auffällig an diesem Bild ist das Licht. Besser gesagt die Sonne, die in das Fenster hinein scheint. Aufgrund von halbgeöffneten Jalousien am Fenster entstehen quer gestreifte Schatten, die vor allem auf mein Shirt und mein Gesicht fallen. Die hellen und dunklen Streifen sind unvollständig auf meinem Shirt. Etwas oder Jemand steht vor dem Fenster, so dass ein Schatten auf einen Teil meines Shirts fällt. Der Schatten geht von meinem Kinn aus links abfallend bis zum rechten Bildrand und ist rundlich. Es könnte ein Kopf sein. Auf der Folie verliert sich der Schatten fast, da diese geknittert ist und durch die milchige Farbe wird das Licht reflektiert. Oben mittig im Bild, links von meinem Kopf ist ein heller Lichtkreis. Über mein Gesicht fallen ebenfalls Schattenstreifen, so dass drei Teile meines Gesichtes im Schatten liegen, jeweils dazwischen scheint das volle Licht auf mein Gesicht. Die Schattenstreifen in meinem Gesicht sind allerdings leicht rund nach unten hin abfallend. Durch die Art des Lichteinfalles wird der Blick auf das gesamte vollständige Gesicht irritiert. So fragte mich mein Freund, als ich dabei war das Bild zu beschreiben, wer das da eigentlich ist auf dem Bild.

Zu meinem Gesicht und Kopf. Die Spitze meines Kinns liegt im Schatten. Dann kommt ein heller Streifen, der bis zur Unterkante meine Oberlippe reicht. Im Licht zu sehen sind ein großer Teil meiner Zähne und meine Unterlippe, sowie der Bereich unterhalb der Lippe bis zur Spitze des Kinns und der Bereich zwischen Kinn und Wangen, der seitlich vom Mund ansetzt. Ich lache. Hinzuzufügen ist an dieser Stelle vielleicht noch, dass wir beim Beschreiben des Bildes nach dem Fotografieren, uns darauf einigten, dass mein Lachen gut getroffen ist und es natürlich aussieht. Seitlich neben meinem Mund bilden sich zwei vertikale Lachfalten, eine links und eine rechts. Diese reichen bis in den nächsten schattigen Abschnitt hinein. In diesem sind meine Oberlippe, meine Nasenflügel und -spitze und ein Teil meiner Wangen zu sehen. Von den Nasenflügen reichen wiederum zwei Lachfalten bis zu den Mundwinkeln hinab. Auf mein Nasenbein, sowie dem Großteil meiner vom Lachen leicht geschlossenen Augen und auch meiner Wangenknochen fällt wieder ein Streifen Sonnenlicht. Die Farbe meiner Augen ist auf dem Bild nicht zu erkennen. Es könnte grau sein. In der Tat ist der farbige Teil meiner Augen blaugrau. Neben und unter meinen schmalen Augen herum bilden sich ebenso Lachfalten. Links unter dem linken Auge ist ein kleiner Leberfleck zu sehen. Die obere Linie zwischen Licht und Schatten dieses Abschnitts verläuft auf Höhe der Nasenwurzel, weiter an den Augenlidern nach unten bis zu den Ohrläppchen. Um mein rechtes Ohrläppchen steckt ein schlichter runder Holzohrring. Dieser wird von der Sonne beschienen, während das Ohr selbst im Schatten liegt. Das linke Ohr ist nicht zu sehen. Meine weder schmalen noch vollen, gewölbten Augenbrauen werden nach außen hin schmaler. Sie sind dunkel und reichen leicht bis über die Länge meiner Augen hinaus. Die Augenbrauen und auch die Hälfte meiner recht hohen Stirn liegen im Schatten, während der Rest der Stirn bis zum Haaransatz, ab dem das Bild angeschnitten ist, von der Sonne beschienen wird. Ein Teil meiner blonden zum Zopf gebundenen Haare sind noch im Bild zu sehen. Links und rechts hinter den Ohren hängen zwei kleine blonde Strähnen hinunter.

Damit ist die Beschreibung des Fotos beendet und nun folgen noch ein paar persönliche Gedanken zu Fragen, die uns Silja stellte.

Wie empfindest du es fotografiert zu werden?

Ich empfinde es jedes Mal ein wenig seltsam selbst fotografiert zu werden, denn irgendwie will ich ja auch gut dabei aussehen oder zumindest soll es ein schönes Foto sein. Das ist dann schon mal mit ein paar Schweißausbrüchen und Nervosität verbunden, wie bei einem Referat, dass man vor dem Seminar halten muss. Dabei macht es mich wahrscheinlich vor allem nervös, da Ich und mein Äußeres durch die Fotos in gewisser Hinsicht beurteilt werden. Fotos werden ja schließlich gemacht, um sie sich anzusehen und jeder hat irgendwie auch eine Meinung dazu. Wenn ich also auf dem Foto bin, werde ich auch bewertet. Zum einen natürlich das Foto im Gesamten, ob es zusammenpasst, wie man guckt oder wie man dasteht, aber zum anderen eben auch ob es schön so ist, wie man auf dem Bild aussieht bzw. ob die Person auf dem Bild schön ist. Ein gutes Foto wirkt ja irgendwie auch durch die Schönheit der Person, die darauf ist. Also wird indirekt bewertet, ob man gut aussieht oder nicht. Diese Gedankenprozesse laufen eher im Hintergrund ab, wenn Silja Bilder von mir macht, aber sie sind nicht ganz unbedeutend. In der Besprechung der Fotos haben wir darüber zwar nie gesprochen. Wir haben eher darüber gesprochen, wie wir auf den Bildern aussehen. Ein gutes Bild wurde daran festgemacht, ob die Augen offen sind oder ob es im Gesamtbild gepasst hat. Mir selbst fällt es darüber hinaus dann schwer zu beurteilen, ob dies oder jenes Foto schön ist. Ich kann für mich sagen, ja es ist gut getroffen. Ich lache da natürlich oder eben nicht. Mir fällt es schwer zu sagen, ich finde dieses Foto schön, denn was ich sehe auf dem Foto, bin ich und ich lache oder gucke so oder so. Aber ich weiß immer nicht, ob ich die Fotos dann tatsächlich schön finde, weil für mich damit irgendwie auch in Verbindung steht, ob ich schön bin. Es fällt mir schwer dies zu beurteilen, da ich nun mal so aussehe wie ich aussehe. Ich finde mich nicht hässlich, aber auch nicht außergewöhnlich hübsch oder so. Halt irgendwie ganz normal. Ich kann ja daran auch nichts groß ändern, an dem wie ich aussehe.

Wie gefallen dir Bilder von dir?

Auf Bildern finde ich es nicht einfach gut oder normal auszusehen. Oft mag ich Bilder von mir nicht sonderlich, denn entweder sehen sie gestellt aus oder wenn ich lache, sind meine Augen oft geschlossen und das sieht auch nicht gut aus. Ich finde es schwierig auf gestellten und inszenierten Bildern nicht gestellt auszusehen. Als Silja das erste Mal Fotos von mir machte, sagte sie, „Lach mal!“ und „Fühl dich mal so, als wenn du dich gern hast.“ Ich dachte mir, uff, wie sieht das eigentlich aus? Ich machte mir davor nie groß Gedanken darüber, wie es aussieht, wenn man sich gern hat, denn entweder hab ich mich gern oder nicht. Das ist dann zwar schon zu sehen oder merkbar für andere, aber ich glaube, dass kann man für ein Foto nicht inszenieren.

Mittlerweile klappt es ganz gut zu lachen. Manchmal sind die Bilder dann im richtigen Moment getroffen und dann sieht das gut aus. Andere Male sind sie nicht gut getroffen, dann sehen sie doof aus, weil die Augen zu sind oder so. Meist klappt es gut, wenn wir als Gruppe irgendwas Witziges erzählen, worüber ich dann lachen muss und dann ist es auch ein echtes Lachen, was auf dem Foto zu sehen ist.

Wie war es für dich ein Foto von der selbst zu beschreiben?

Ein Foto von sich selbst zu beschreiben ist nicht viel anders als ein Foto von anderen zu beschreiben. Da ich möglichst objektiv versuche ein Foto zu beschreiben. Ich versuche dann das zu beschreiben was ich sehe. Allerdings ist es schwer, gerade ein Gesicht, genau zu beschreiben, da ich durch die Beschreibung einer Form schon auch festlege, ob die Stirn hoch oder die Nase dick oder schmal ist, auch irgendwie bewerte, wie ich die Nase oder die Stirn empfinde. Da ich selbst, wie ich finde, keine sonderlich markanten Gesichtsmerkmale habe und mich bis jetzt noch nicht vor den Spiegel gestellt habe, um die Form meiner Nase oder Augenbrauen zu beurteilen, finde ich es hinsichtlich dessen noch schwerer zu sagen, ob meine Nase schmal, die Augenbrauen lang und dick oder die Augen klein oder groß sind. Denn wie groß, ist groß oder wie dick, ist dick? Ich könnte natürlich alles genau nachmessen, was ich mit meiner Stirn tatsächlich auch getan habe, aber machen dann so genaue Angaben nicht auch die Bildbeschreibung irgendwie langweilig? Das führt mich zu der Frage, was soll über die Bildbeschreibungen transportiert werden? Eine möglichst genaue Beschreibung des Bildes oder geht es auch um die Wirkung und den Eindruck, den das Bild beim Betrachter hinterlässt?

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Ein Tag im Park von Mary

junge Frau auf Parkbank

Dieses Portraitfoto wurde im Juli 2015 von Mary im Britzer Garten aus der Normalperspektive aufgenommen.

Es ist Sommer – die Bäume tragen dichtes grünes Laub, welches teilweise den Hintergrund, auf dem der Fokus des Bildes liegt, verdeckt. Dort, in einiger Entfernung der Fotografin, tut sich eine Sandkastenfläche auf einer kleinen Lichtung auf. Auf dieser befinden sich spielende Kinder, die sich an alten Autoreifen, welche von einem Holzgerüst an Ketten herunterhängen und als Schaukeln dienen, verlustieren. Links dahinter befinden sich Sitzbänke und Tische aus massivem Holz, an denen weitere Personen verschiedenen Alters sitzen, sowie links eine einsame Tischtennisplatte. Die Szene wirkt sehr dynamisch, nicht nur durch die schwingenden Schaukeln, sondern auch weil am vorderen Rand der Lichtung eine Frau mit kurzen rötlichen Haaren vorüberläuft. Die Lichtung ist gesäumt mit Laub- und Nadelbäumen aller Art. Im Mittelgrund befinden sich jedoch rechts und links nur drei bis vier große Laubbäume.

Direkt im Vordergrund lugt eine dunkle Parkbank von rechts ins Bild, auf welcher eine junge Frau mit dem Rücken zum Betrachter, sozusagen verkehrtherum sitzt und die Spielszene im Hintergrund betrachten zu scheint. In den oberen Bildrand hängen Zweige mit Kastanienlaub.

Direkt neben der Frau steht eine grünliche Plastikflasche. Und in der rechten unteren Ecke lassen sich die Henkel einer vor der Bank stehenden dunkelfarbigen Handtasche erkennen. Die junge Frau wirkt entspannt, aber nicht unterspannt. Die Arme hat sie auf die Rückenlehne der Bank gestützt, Die Beine sind leicht angewinkelt, die Füße übereinandergeschlagen. Sie trägt ihr blondes Haar zu einem Dutt hochgesteckt, einzelne Haarsträhnen hängen verspielt heraus. Details ihres Gesichts sind nicht erkennbar, das verlorene Profil gibt lediglich ihre hohe Wangenknochen und ein markantes Kinn preis.

Sie trägt ein bunt geblümtes Top, dessen Träger zwischen den Schultern zusammenlaufen, eine dunkle eng anliegende Jeans und dazu hellbraune Sandalen.

Bis zum Spielplatz verläuft eine flache Grasfläche, die im Schatten der Bäume liegt und von einigen kahlen Erdstellen durchsetzt ist.

Insgesamt vermittelt die Fotografie eine sehnsüchtige Stimmung.

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Vor und hinter dem Zaun von Mary

3 Menschen vor einem Zaun

Bei diesem Bild handelt es sich um eine Portraitfotografie, welche bei unserem Fotoseminar auf dem Tempelhofer Feld im Juni 2015 von Mary aufgenommen wurde.

Das zentrale Motiv des Fotos – drei Personen, die mit dem Rücken zur Kamera vor einem hohen Stahlgitterzaun stehen – zieht sich wie ein breiter Streifen durch die Mitte des Bildes. Man könnte sagen, das ganze Bild ist streifenartig aufgebaut.

Die untere Kante beginnt mit einem rauen Asphaltstreifen, der von einem schmalen unregelmäßigen Grünstreifen durchbrochen ist. Wieder einmal haben es die Kräfte von Frost und Hitze geschafft einige Nischen und Ritzen als Bett für die Samen der Gräser und Wiesenkräuter zu bereiten.

Dann beginnt der weiße Stahlgitterzaun, dessen Füße sich ca. aller zwei Meter in die Asphaltdecke bohren. Diese verläuft hinter dem Zaun noch ein bis zwei Meter weiter, bis massive Betonbodenplatten das Kommando übernehmen und eine weitreichende Fläche bedecken. In einiger Entfernung begrenzt ein langgezogenes, mächtiges Gebäude das Areal. An der mittleren Gebäudefront sind große, weiße Lettern angebracht, aus denen sich bei ganz genauem Hinsehen die Worte „Berlin Tempelhof“ entziffern lassen. Das Erdgeschoss sieht aus wie eine Aneinander-Reihung von Garagentoren, bzw. Anlieferungsabschnitten.

Darüber erstreckt sich der graublaue Himmel – Übergänge zwischen Schleierwolken und freien Flächen verschmelzen ineinander.

Im mittleren Bildabschnitt, direkt am Zaun stehen eine Frau, ein Mann und noch eine Frau. Alle drei mit erhobenem linkem Arm, greifen in das Stahlgitter und scheinen auf das Objekt, oder auch das weite Feld hinter dem Zaun zu blicken. Das „Objekt“ befindet sich ca. 5-10 Meter hinter dem Zaun und lässt sich genauer beschreiben als ein dunkler Wagen, ähnlich einem BMW Kombi, dessen Fensterscheiben an allen Türen heruntergelassen sind. Die Person am Steuer ist nur eingeschränkt erkennbar: männlich, kurzes Haar, trägt eine dunkle Sonnenbrille, der linke Arm auf dem Türrahmen aufgestützt, die Hand lässig aus dem Fenster hängend. Weitere Insassen lassen sich nicht erkennen. Es ist anzunehmen, dass das Fahrzeug sich in Bewegung befindet – eine Parkposition wirkt in dieser Situation an diesem Ort eher ungewöhnlich – wodurch das Bild irgendwie eine stille Dynamik bekommt.

Das wehende dunkelblonde Haar der beiden weiblichen Personen verrät eine leichte Brise, wobei das der linken Frau offen über die ihre rechte Schulter fällt, währen das etwas lockigerer der rechten zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden ist. Ebenfalls signifikant ist, dass alle drei Personen eine mittelgroße Umhänge-Tasche tragen. Die der linken ist schwarz und hängt locker und gerade über der rechten Schulter – so locker, dass man meinen könnte, sie gleite im nächsten Augenblick herunter. Schräg über den Rücken der männlichen Person hängt die etwas robuster aussehende blau-schwarze Tasche. Die Frau auf der rechten Seite schließlich trägt ihre schräg über der linken Schulter. Sie ist hellbraun und wirkt abgenutzt.

Alle drei tragen Sommerkleidung in Blautönen. Die erste ein marineblaues Kleid, darunter eine schwarze Leggings, die oberhalb der Knöchel endet. Ihre Schuhe verschwinden hinter den Gräsern. Darauf folgt der Mann in legeren dunkelblauen T-Shirt und Jeans. Die Schuhe durch das Gras ebenfalls kaum erkennbar. Außerdem scheint er irgendein schwarzes Bündel in der rechten Hand neben dem Körper zu umklammern. Die Frau mit der braunen Tasche trägt über einem längeren schwarzen Shirt ein kurzärmliches dunkelblaues Häkeljäckchen, eine weiß geblümte Leggings und schwarze Sneaker mit einem lachsfarbenem ovalen Streifen oberhalb der Fersen.

Die Szene ist keine alltägliche, natürliche, und dennoch verlangt sie nach einer Erklärung oder einer fantasievollen Interpretation.

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