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Jan van Eyck – Die Arnolfini-Hochzeit

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Dies ist das Bild Jan van Eycks, das Ewa zu ihrer Beschreibung von Siljas Spiegelfoto heranzieht.

Jan van Eyck: Die Arnolfini Hochzeit

Bildbeschreibung von Cord:

Das Gemälde zeigt ein stehendes Paar in einem nicht sehr großen Zimmer, links der Mann und rechts die Frau. Das Paar wirkt recht ernst, das gesamte Bild etwas streng. Ich habe den Eindruck, die beiden Menschen stehen etwas steif da. Sie tragen Kleidung, wie sie wohl bei reichen Bürgern im 15. Jahrhundert zu festlichen Anlässen üblich war, sichtbar wohlhabend, aber nicht protzig. Die beiden reichen einander die Hände, genauer, sie  strecken sie sich seitlich auf Bauchhöhe entgegen. Die Frau hat ihre geöffnete rechte Hand auf seine ebenfalls geöffnete Linke gelegt. Beide haben sehr kleine, zarte Hände. Er hält seine rechte, flache Hand vor seiner Brust hoch. Die linke Hand der Frau ruht auf ihrem sehr dicken Bauch. Sie sieht hochschwanger aus.

Der Bildausschnitt zeigt nur wenig mehr als die beiden Personen. Das Zimmer, in dem sie stehen, wirkt dadurch sehr eng.  Es ist sparsam eingerichtet und wirkt alltäglich. Links neben dem Mann befindet sich im Hintergrund ein Fenster, vor dem ein kleiner Tisch steht, auf dem einige Äpfel liegen, rechts, schräg hinter der Frau steht ein großes rotes Himmelbett.

In der Mitte sieht man durch die beiden Figuren hindurch oben einen vierarmigen Deckenleuchter aus Messing, in dem nur eine Kerze steckt, die aber brennt, obwohl es Tag ist.

Darunter steht, quasi auf die hintere, graue Zimmerwand geschrieben, „Johannes v Eyck fuit hic“ und darunter „1434“. (Wobei ich die geschwungen geschriebene Jahreszahl allein kaum hätte entziffern können. Aber in der Wikipedia steht es so. Dort auch  etwas zur Deutung des Bildes, sowie Literaturangaben.)

Und darunter wiederum der Spiegel, den Ewa in ihrem Beitrag erwähnt. Man sieht dort das stehende Paar von hinten und zwischen ihnen hindurch den Maler und aufgrund der Wölbung des Spiegels einen weiteren Bildausschnitt, also mehr vom Zimmer, als auf der ersten Bildebene. So werfen wir im Spiegel, winzig klein, einen Blick auf das gemachte Bett und sehen durch das Fenster etwas von der Landschaft draußen.

Der Spiegel steckt in einem Holzrahmen, der mit zehn kleinen runden Medaillons mit gemalten Stationen aus der Passion Christi geschmückt ist.

Links neben dem Spiegel hängt ein Rosenkranz aus Glas- oder Bernsteinperlen mit grünen Quasten an den Bandenden. Rechts daneben hängt ein Handfeger aus Reisig am Bettpfosten des mit geschnitztem Maßwerk verzierten Holzrückens des Bettes.

Unter dem Spiegel steht eine mit dem gleichen roten Stoff wie das Bett überworfene Bank, unter der zwei Pantoffeln aus rotem Leder stehen.

Auf den gräulichen, bloßen Holzdielen des Fußbodens liegt vor dem Bett ein geometrisch gemusterter Teppich. Die Dielen tragen wesentlich dazu bei, daß das Ambiente des Bildes nüchtern und wenig prunkvoll wirkt.

Daran, daß ich all diese Details auf diesem relativ kleinen Bild von 82 mal 60 cm erkennen kann, merkt man schon, daß es sehr, sehr fein gemalt ist. Man sieht noch die Kratzer auf dem Messingleuchter und die Falten in der zarten Hand der Frau.

Diese trägt ein grünes Kleid, mit großzügigem Faltenwurf und weißem Fellbesatz. Darunter sieht an den Ärmeln ein blaues Unterkleid mit Bündchen aus einem geflochtenen goldenen Band hervor. Im Ausschnitt der Frau sieht man eine goldene Halskette. Als Kopfschmuck trägt sie eine große Haube aus gestärktem weißen Stoff mit einer Spitzenborte.

Neben den auf den Boden fließenden Falten ihres Kleides steht im Bildvordergrund ein kleiner graubrauner, struwweliger Hund. Neben ihm wiederum liegt ein paar Frauen-Holzpantoffeln mit Lederriemchen.

Der Mann trägt einen dunkelvioletten, mit braunem Pelz besetzten Überwurf über seiner ansonsten dunkelblauen Kleidung. Auf dem Kopf trägt er einen fast zu groß aussehenden schwarzen Hut mit breiter Krempe, größer als ein Zylinder. Der feine Stoff der Kleidung und die Pelze tragen wesentlich dazu bei, daß das Paar sehr wohlhabend wirkt.

Bei allen wahrnehmbaren Details wirkt das Bild dennoch sehr einfach und ruhig. Die großen Farbflächen – das Violett des Umhangs des Mannes vor dem grau-braunen, eher dunkel wirkenden Hintergrund des Zimmers und das Grün des Kleides der Frau vor dem roten Bett – dominieren.

Der Teint der beiden Menschen ist auffallend hell. Das Gesicht des hageren Mannes ist schmal und zeigt keinen Haaransatz, vielleicht trägt er eine Glatze unter seinem Hut. Der Blick seiner fast wimpernlosen, halb gesenkten Lider geht schräg nach vorne, aber eigentlich geht er ins Leere, als sei er in sich versunken.

Der ebenfalls halb gesenkte Blick der Frau geht zum Mann oder wenigstens in seine Richtung. Ihr Gesicht hat ebenso wie das des Mannes ein Grübchen im Kinn, wobei ihr spitzes Kinn eher die Rundlichkeit des übrigen Gesichtes betont. Wie beim Mann kann ich ihren ruhigen Blick mit dem fest geschlossenen Mund kaum deuten.

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New York – Little Italy

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Liebe Bildbeschreiber,

ich war mit meiner Tochter in New York! Sie hat sehr viel fotografiert. Darf ich euch einige Bilder schicken? Es war eine tolle Reise!

Susanne

Straßenszene in Little Italy

Bildbeschreibung von Emma:

Das Bild zeigt eine städtische Straßenszene. Es gibt ziemlich viel zu sehen darauf. Ich hoffe, ich kann alles, was wichtig ist, erfassen. Vor allem: es  ist Sommer! Das Bild hat eine schöne heitere Atmosphäre.

Das Bild ist fast genau zweigeteilt.  Ich versuche, die Dinge in der Reihenfolge zu beschreiben, wie sie mir ins Auge gefallen sind. In der oberen Hälfte sieht man die Fassaden typischer, vielleicht 100 Jahre alter New Yorker Häuser aus hellem gelbem Ziegel, versehen mit ebenso typischen eisernen Feuerleitern und Balkonen mit eisernen Geländern. An einigen Fenstern sind Klimaanlagen angebracht.

In der unteren Bildhälfte sieht man zwei Geschäfte mit Markisen, die Schatten auf die Schaufenster werfen. Über dem linken Geschäft ist die Wandfläche bis zum ersten Stock mit den Wohnungen hinauf dunkelgrün gestrichen. Diese grüne Fläche beherrscht das Bild. Auf ihr ist der Name des Geschäftes in vergleichsweise kleinen weißen Buchstaben montiert: „MONK“ und darunter: „THRIFT SHOP“. Daneben befindet sich eine ebenfalls helle, für mich nicht identifizierbare Figurine.

Auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft schreitet ein junger Mann – vielleicht ein Student – mit leichtem Schritt voran. Er hat kurze, blonde Haare und trägt ein helles T-Shirt, schwarze Shorts und Turnschuhe, sowie über der rechten Schulter eine schwarze Umhängetasche. Er passiert gerade rechts eine Telefonzelle, die zur Straße hin steht. Sie ist auf beiden sichtbaren Seiten mit Reklame beklebt. Links von ihm steht eine gelbe Klapptafel, auf der noch einmal „Monk – THRIFT SHOP“ steht. Das Schaufenster des Geschäftes liegt im Dunkel des Schattens der Markise. Dort wo die Markise nicht mehr hinreicht, erkennt man aber einige Röcke auf Kleiderbügeln.

Das nächste Haus, auf das sich der Student zubewegt, beherbergt das Café „The Bean“, wie der Schriftzug auf der Markise verrät. Vor dem Café stehen drei Bänke mit dem Rücken zur Wand. Auf der mittleren sitzt eine blonde Frau in der Sonne, sie trägt eine Sonnenbrille, ein türkisfarbenes T-Shirt, einen hellen Rock und Sandalen. Sie hat ihre Knie zusammengekniffen, um darauf einen Karton zu balancieren, aus dem sie gerade etwas Essbares nimmt, eventuell eine Teigtasche.

Vor der Frau steht an der Bordsteinkante ein altmodischer gusseiserner Hydrant. Auf den Schaufensterscheiben des Cafés in ihrem Rücken steht „SIMPLY SOUPS“ und „SALAD BAR“, darüber ist ein weißer Wasservogel gemalt, der sich eben aus einem Gewässer erhebt.

Im Vordergrund, vor dem sonnigen Bürgersteig, sieht man noch ein wenig von der Fahrbahn mit zwei Autos im Schatten und davor den Oberkörper einer langhaarigen, blonden Frau im grellen Sonnenlicht, die auf das Café zugeht. Sie trägt ein weißes, schulterfreies Top.

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Noch eine Waschmaschine

Sehr Geehrtes Bildbeschreibungen-Team!

Da ich mit der letzten Bildbeschreibung sehr zufrieden war, bräuchte ich bitte noch zwei Bilder beschrieben.
Es geht wieder zum zwei Waschmaschinen.
Elin WM 716 BL
http://www.elinhaushalt.at/produkt%C3%BCbersicht/waschen-trocknen/neu-elin-wm-716-bl/
Ich hoffe dass da ein bild dabei ist.

Die zweite währe die
Elin WM 26 AAA
Ich kann da leider schwer ein bild finden. Wie schauen die beiden Maschinen genau aus vorallem interessieren mich die Bedienelemente. Wo ist was usw.

mit freundlichen Grüßen
Markus Kirschner

Die Waschmaschine Elin 716 BL

 

 

 

 

Bildbeschreibung Oskar Schulze

Die Waschmaschine ELIN WM 26 AAA hat die typische Form eines Quaders. In ihrer Mitte befindet sich eine durchsichtige Tür, die an ein Bullauge erinnert und von einem weißen Rand gerahmt wird. Zum Öffnen befindet sich ein Hebel an der rechten Seite des Gerätes.

Oberhalb des Bullauges finden sich die Schaltelemente. Diese sind in drei rechteckige Vektoren eingeteilt. Links oben befindet sich eine Schublade, in welche das Waschpulver gefüllt wird. Zum Öffnen dieser besitzt sie in der Mitte einen Spalt, in den man die Hand steckt, um sie daran ziehend zu öffnen. Bei geöffnetem Zustand sieht man darin zwei Kammern, wobei die Linke dem Waschpulver der Vorwäsche bzw. dem Einweichen dient und in die Rechte das Waschmittel für die Hauptwäsche kommt.

Im nächsten Sektor befindet sich das Bedienfeld der Waschmaschine. Dieses besitzt links ein Display, auf dem die Programmdauer angegeben wird. Links unter dem Display ist der Startknopf und daneben, also rechts unter dem Display, ein Knopf, der mit dem Wort „Zeit“ beschriftet ist.

Rechts von dem Display sind vier Knöpfe, die untereinander angeordnet sind. Der oberste Knopf ist zum Einschalten einer Vorwäsche gedacht, der darunter für die Kurzwäsche, der darunter für das Spülen und der Unterste für das Stoppen des Spülen.

Wiederum weiter rechts befindet sich eine vertikale LED Anzeige, die die Anzahl der Schleuderdrehungen anzeigt, indem eine der folgend aufgezählten Angaben erleuchtet: Von oben nach unten gibt es die Schleuderdrehzahlen 1600, 1350, 1150 , 900, 700 und 500. Darunter befindet sich ein Knopf mit der Bezeichnung Schleuderdrehzahl, mit dem man zwischen den einzelnen Drehzahlen auswählen kann. Rechts von der LED-Anzeige befindet sich ein“Programm- und Temperaturschalter“, der es einem ermöglicht zwischen verschiedenen Programmen und Temperaturen zu wählen. Dieser ist rund und von Programmnamen sowie den Temperaturen umringt, wobei festzustellen ist, dass die niedrigeren Temperatur immer weiter rechts stehen als die Höheren.

Die ersten 90° des Kreises stehen für Koch und Buntwäsche, bei der man zwischen 90, 75 ,60 ,40 und 30 Grad wählen kann. Die folgenden 90° des Kreises stehen für Pflegeleicht. Hier kann man die Temperatur auf 60, 50, 40 oder 30 Grad drehen. Dreht man den Knopf weiter, kommt man in den Sektor der Feinwäsche, bei dem man 40 oder 30 Grad einstellen kann. Bei einem weiteren Dreh kommt das Programm „Seide- Kalt“. Danach kommt Wolle 60, dann 30, dann Wolle Kalt. Die letzten 90 Grad des Kreises bestehen aus Handwäsche 30 °, Kaltwäsche, Spülen, Pumpen/Schleudern und aus dem letzten bzw. ersten Punkt, Stopp.

Rechts von dem Drehknopf befindet sich wieder eine LED Anzeige, die auch vertikal angeordnet ist. Sie zeigt an, welches Programm gerade läuft. Von Oben nach Unten gibt es die Anzeigen: Vorwäsche, Hauptwäsche, Spülen, Schleudern und Ende.

Darunter ist der Knopf, der zum an- und ausmachen der Waschmaschiene dient und über all diesen Bedienelementen befindet sich eine Arbeitsplatte, auf der man beispielsweise das Waschpulver lagern kann. Des Weiteren befindet sich an der unteren rechten Ecke der Waschmaschine eine Filterklappe und wiederum darunter, direkt unter der Waschmaschine, höhenverstellbare Füße.

 

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Beschreibung für Un Mannequin

BILDBESCHREIBUNG von Aljoscha

Das ist die Geschichte einer Verwandlung in 31 Schnappschüssen. Diese Schnappschüsse – also Fotos, die quasi beiläufig und spontan vom Fotografen aufgenommen wurden, – sind so aneinander gereiht, dass man sie wie eine Erzählung oder einen Bericht zurecht fantasieren kann. Ich versuche es jetzt.

Teil I. Bilder 1 bis 15

Das erste Bild besteht aus zwei Fotos – rechts eine kunstvoll gekleidete Frau mit glänzend weißem Haar, einem weißen Reifrock, einem schwarzen Mieder und ellenbogenlangen schwarzen Handschuhen. Die Schulter und Oberarme sind frei, und sie hält davor überkreuz ihre Hände in schwarzen Handschuhen. Ihr Kopf hat sie leicht nach rechts und nach unten gesenkt. Das Foto daneben ist ein Zigarettenautomat mit einem großen Pfeil darüber und einem Schriftzug, von dem man nur die Buchstaben VIP sieht.

Mit dem zweiten Bild erschließt sich auch das erste: Es ist wohl ein Viertel in einer alten Stadt, wo Brautkleider angeboten werden. Hier hängen Dutzend ähnliche Fotos wie das erste mit jungen hübschen Frauen in lauter weißen Brautkleidern, dazu bunte Reklame, die vor der Hochzeit wohl Blumen ersetzt. Irgendwas in einer nicht sofort identifizierbaren Sprache steht auch darüber geschrieben – Tschechisch oder Ungarisch?  Szalon Heléna Exclusive Modellek. Vor Vitrinen flanieren Menschen, es ist Spätherbst und es ist fast ganz dunkel.

Plötzlich sind wir in einem Raum, grell beleuchtet, blendend weiß, mit zwei Scheinwerfern und einer Fotokamera. Hinten steht jemand in Schwarz. Aber im Vordergrund sitzt eine Frau  auf dem Stuhl. Schwarze Hose, weißer Sweatshirt. Schwarzes Haar, zusammengebunden zu einem kleinen Pferdeschwanz. Sie hält ihre linke Hand am Gesicht, sie fühlt sich unbeobachtet.

Es wird hektisch. Ein Fotograf, eine Maskenbildnerin, zwei weitere Frauen. Es ist aber nicht nur ein Foto auf diesem Bild sondern gleich mehrere, chaotisch komponiert, so wie es wahrscheinlich bei der Maske eben zugeht. Und vor dem Spiegel sitzt die Frau vom Bild davor – aber auch hier sehen wir sie von de Seite, die anderen um sie herum und das leuchtende Licht gibt die Sicht auf sie nicht frei. Erst auf dem nächsten Bild sehen wir sie genauer: sie hält die Augen geschlossen, sie wird geschminkt. Auch hier viele chaotische Schnappschüsse – der Fotograf ist auch dabei, allerdings ist er mit seiner Kamera beschäftigt und probiert was aus.

Das nächste Bild, Nummer sechs, stellt die Frau dar, die wir schon wieder erkennen. Sie sitzt noch in der Maske, aber sie ist fertig damit. Sie ist der Kamera zugewandt. Sie schaut entspannt und lächelt bezaubernd. Sie ist sehr schön.

Auf dem nächsten Bild sind zwölf kleine Schnappschüsse zusammengefügt mit drei weiteren Frauen: Sie trinken Kaffee und führen wohl ein Gespräch, auch wenn man am Anfang das Gefühl hat, dass sie vielmehr einander zuhören: sie lächeln, lachen, gestikulieren.  Besonders eine junge Schwarzafrikanerin mit einem Haarschopf.

Und gleich danach, auf dem nächsten Bild, ist sie ganz allein. In einem adretten gepunkteten Kleid mit offenen Schultern und Armen, barfuss. Doch die eigentliche Überraschung ist der Hintergrund – er ist grün. Bis jetzt war eben alles schwarzweiß. Und siehe da – ein Salatgrün, etwas verblasst. Und das Mädchen steht da, die Hände in die Seiten gestemmt.

Und wieder eine Kollage aus einigen kleinen Schnappschüssen: die Frau, die zurecht geschminkt worden ist, sitzt nun im Fotostudio – unter einem Scheinwerfer, vor dem Fotografen. Augen geschlossen, Beine weit auseinander gestellt. Man merkt ihr an, dass sie leicht angespannt ist: als hätten die Beine, die Körperhaltung, die Arme ein Kommando vom Bewusstsein bekommen. Und auch hier, auf dem letzten Schnappschuss das Mädchen vom Bild davor. Sie ist barfuss und probiert im Hintergrund wohl ihre Schritte.

Nun wissen wir auch warum: Sie ist Tänzerin. In einer heftigen Drehung wirbelt sie ihr Kleid hoch,  sie dreht sich auf den Zehspitzen, die Arme ganz nach oben geworfen. Aber die Frau mit schwarzen Hosen und weißem Shirt schaut nur halbwegs zu ihr, obwohl das tanzende Mädchen ihren Blickkontakt sucht. Die Frau sitzt burschikos da und nimmt zwar die stürmische Bewegung hinter ihr wahr, schaut aber nicht wirklich hin.

Die Tänzerin ist nun vor ihr. Sie dreht sich heftig, der Rock steht fast waagerecht ab. Aber die Frau, vor der da getanzt wird, hat sich auf ihrem Stuhl zurückgelehnt und die Augen geschlossen. Sie ist ganz entspannt.

Eine neue Drehung, ein neuer Sprung der jungen Tänzerin. Die Frau ist wieder nach vorne gebeugt und, als hätte sie was im Auge, berührt sie es leicht mit der linken Hand.

Die Pirouetten sind vorbei. Das Mädchen ist wieder ruhig. Die Frau schaut vor sich hin, etwas zu streng. Hat die junge Tänzerin etwas falsch gemacht? Oder wartet die Frau auf ihren Einsatz: die Arme und Beine deuten darauf hin, als würde sie nur auf die Musikstelle warten, bei der sie ebenfalls aufspringen und tanzen wird.

Bild 14 besteht aus zwei Fotos – eins oben und eins unten – und zeigt nur die Gesichter der beiden Frauen. Nun hält diesmal das Mädchen die Augen zu, und die Frau, die auf dem Stuhl saß, steht jetzt vor ihr, schaut aber an ihr vorbei und hält ihre Hände vor dem Gesicht des Mädchens. Auf dem Foto unten berührt sie ganz sanft mit ihren Handrückseiten die Wangen des Mädchens.

Auf dem nächsten Bild streichelt sie ihre Wangen nun mit den Fingern, mit den beiden Daumen berührt sie ihre Lippen. Das Mädchen hält die Augen offen.

Teil I. Bilder 16 bis 31

Und wieder die Schnappschüsse, die Frau ist wieder in der Maske: Die Lippen werden konturiert, die Schminke fein abgestimmt, das schwarze Haar glatt gemacht. Es gibt auch eine strahlend blonde Perücke. Ob die Frau sie bekommen wird?

Als wäre sie in den Gedanken noch bei der Tänzerin, berühren ihre Finger mit den Silberringen das Gesicht des schwarzen Mädchens: Die Daumen sind an den Augenbrauen, dort wo sie von der Nasenwurzel hoch abgehen, die anderen Finger berühren die Stirn und die Schläfen.

Noch die letzten Griffe an den Wimpern, die letzten Striche mit dem Kajalstift, und das Gesicht ist perfekt – mit strahlend weißer Perücke.

Die Frau ist verwandelt. Die Augen sind mandelartig nachgezeichnet, wie es die alten Ägypter erfanden, die Lippen geschlossen. Ein Bild der tiefen inneren Trauer und Selbstbeherrschung wäre es, wenn es nicht gleich hier, auf einem Foto noch in derselben Collage, ein Ballklein gewesen wäre. Ein schwarzes eng anliegendes Oberteil und der weiße weit abstehende Rock. Die Frau hat es auch gleich an: Der weiße Reifrock reicht bis zum Boden. Der rechte Arm im ellbogenlangen schwarzen Handschuh.

Drei Frauen helfen, damit das Kleid richtig sitzt. Das schwarze Mädchen im Hintergrund hält den weißen Stoff hoch wie eine Art Schleppe, die Hände der Frau mit den schwarzen Handschuhen im Vordergrund sind am Hals, als würde sie ihre Perlenkette zurechtrücken.

Es ist soweit, die Helfer treten langsam zurück, alle lächeln. Die schwarze Tänzerin, einer der Fotografen, die Maskenbildnerin sind noch im Vordergrund. Hinten, allein, steht sie, das neue Model. Noch ist das Licht nicht auf sie gerichtet, noch streckt jemand die Hände, um das letzte strahlend weiße Strähnchen am Haar zu glätten. Die zart schwarzen Hände der Tänzerin streicheln zur letzten Ermunterung die Wangen und das Kinn des Models. Sie schaut freundlich, dann schließt sie die Augen, an ihrem Mund ist kein einziges Fältchen, die Lippen ruhevoll.

Bild 22. Das Gesicht in Großaufnahme, schräg von oben rechts. Die Augen halb geschlossen, der Kopf halb gesenkt. In den Mundwinkeln die Geburt eines Lächelns.

Schon auf dem nächsten Bild scheint die Show vorbei zu sein. Das Model, immer noch in glänzender Perücke, weißem Seidenrock und schwarzem Mieder, steht entspannt abseits des gleißenden Lichts. Die langen Handschuhe hat sie abgestreift und hält sie in den Fingern wie ein Theaterrequisit.

Bild 24. Noch einmal das Gesicht in Großaufnahme. Frontal, mit leicht geschlossenen Lippen. Die Augen geöffnet, etwas nach rechts gerichtet. Ein Blick, in den man viel hineinlesen kann: Trauer, Zärtlichkeit, Vorahnung, Gewissheit.

Doch das Fotoshooting geht weiter, diesmal vor dem dunklen Hintergrund. Die Kostümbildnerin korriegiert die Falten am Rock. Das Model steht in der klassischen Pose: die Ellbogen am Körper, die Hände in den schwarzen Handschuhen am weißen weit abstehenden Rock entlang.

Gleißendes Weiß des Rocks und der Perücke, pechschwarzes Mieder, aprikotzarte Haut, graugrüner Hintergrund. Das Model mit geschlossenen Augen und leicht nach rechts gesenktem Kopf steht mit den Händen überkreuz vor der Brust. Die schwarzen Handschuhe an der nackten Haut. Die Story ist nicht zu Ende, aber dieses Bild ist der Grund, warum sie erzählt wird.

Oder ist die Geschichte doch schon zu Ende. Wir sind nämlich wieder dort, wo sie begann: In einem Viertel, wo Brautkleider verkauft werden. Unter Fotos von Models mit weißen Brautkleidern ist auch unsere Frau mit schwarzen Handschuhen. Das Modegeschäft „Golden Rose“ hat das schöne Bild von ihr ausgestellt.

Auf der anderen Seite des Eingangs hängt auch ein Bild von ihr, das mit den Händen in Handschuhen entlang des weißen Rocks. Darüber steht „Elite Salon“, und ein Pfeil zeigt in den Hinterhof.

Und der letzte Blick unseres Models, fast schon privat. Sie hat noch die weiße Perücke an, aber schon ihren Schal um den Hals. Es sind zwei Schnappschüsse: oben schaut sie uns noch direkt an, unten wird sie sich gleich abwenden.

Bild 30. Im Treppenhaus. Kahle Wände, zwei Lichtschalter, ein Farbschatten von einem abgenommenen Poster, eine riesige Säule auf einem schmalen Sockel. Dahinter steht unser Model. Sie ist noch in ihrem Kostüm. Aber es ist vorbei.

Und doch nicht ganz. Die Frau stellt sich noch einmal frontal vor die Kamera. Hinter ihr die Wand: unten grau, oben hell mit einem grauen Viereck, das von einem Poster zurückblieb. Der Fußboden im alten Treppenhaus mit Musterkacheln. Weißer Rock, schwarzes Mieder, schwarze Handschuhe. Das schöne Gesicht ist nach links gewandt. Der Kopf graziös gesenkt. Aber sie ist etwas zu weit weg. Und sie schaut nicht mehr zu uns.

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Waschmaschine

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Markus schreibt:

Guten Tag!!

Ich brauche bitte folgendes Bild beschrieben. Es handelt sich bei diesem Bild um eine Hanseatic Waschmaschine Typ: WA71410DI. Mich interessiert es einfach.

mit freundlichen Grüßen
Markus Kirschner

Waschmaschine

Bildbeschreibung von Aljoscha:

Hanseatic Waschmaschine Typ WA71410DI ist ein klassisch weißer Kasten mit einem großen dominierenden Bullauge in der Mitte. Da dieser Kasten aber kein Würfel sondern ein Quader ist, also in der Höhe größer als in der Breite ist, liegt das Bullauge etwas versetzt, soll heißen, der Abstand von der Bullaugentür zum rechten Rand ist genauso groß wie zum linken Rand, zum oberen Rand aber ist dieser Abstand doppelt so groß. Und zum unteren Rand dreifach so groß.

Die Fläche zwischen dem Bullauge und dem oberen Kastenrand ist der Bedienungsbereich, der aus den drei gleich großen Rechtecken besteht. Links ist die Einspülschublade, rechts das Display mit den Bedientasten und dazwischen der Programmwähler. Die Einspülschublade hat einen eingebetteten Ziehgriff zum Herausziehen und Spülmittel-Einfüllen. Dieser Ziehgriff ist zur Mitte der Bedienfläche hin versetzt und hat einen leichten Schwung nach oben. Ideal zum Benutzen mit der linken Hand.

Rechts gibt es ein Display, das wohl die Temperatur und die verbleibende Waschzeit anzeigen soll. Gleich unter dem Display liegen auf einer leicht absteigenden Geraden fünf Tasten, oder besser gesagt Knöpfe, mit Bedienungsfunktionen. Der Knopf außen links ist für Startvorwahl, der nächste Knopf rechts steht für Schleuderdrehzahl verringen, der danach für Kurzprogramm, dann kommt Wasser plus für zusätzliches Spülwasser und schließlich der eigentliche Start-Knopf ganz recht zum Programm starten, unterbrechen und fortsetzen. Rechts davon gehen die Leuchtdioden nach oben, die jeweils den Stand des Waschlaufs anzeigen und ob die Kindersicherung eingeschaltet ist.

In der Mitte des Bedienbereiches ist der Programmwahlschalter, also ein Timer-Schalter, den man um seine eigene Axe drehen kann und bei der gewüschten Programmposition einrasten lässt.

Unter dem Bullauge rechts gibt es noch einen kleinen runden Deckel, hinter dem ein Rohr mit Fuseln und sonstigen Fremdkörpern aus der Wäsche liegt.

Vielleicht sollte man noch sagen, dass das runde Bullauge in die Trommeltür eingearbeitet ist, die aber das absolut Runde des Bullauges nicht ganz wiederhholt, sondern ganz leicht nach links und nach rechts gedehnt ist.

Und was gesagt werden muss, ist, dass der Türgriff an der rechten Seite angebracht ist, so dass man sich denkt, die Linkshänder kommen da ganz sicher auf ihre Kosten.

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Beschreibung für Un Mannequin, Seite 2

Un Mannequin Seite 02Beschreibung von Charlotte:

Das zweite Bild ist offensichtlich eine digitale Collage. Auf einem Foto mit einem Straßenzug überlagern sich mehrere Einzelfotos, es ist nicht einfach die Ebenen auseinanderzuhalten. Anscheinend sind Details aus der Straßenansicht vergrößert und in den Vordergrund kopiert worden.

Im Zentrum der Collage steht ein Schild mit der Aufschrift „Teréz krt.“, der Name einer Straße in Budapest die als „Boulevard der Bräute“ bekannt ist.
Verschwommen erkennt man eine belebte Straße mit Geschäften und Schaufenstern. Männer und Frauen flanieren im Dämmerlicht darauf entlang. Aus den beleuchteten Fenstern fällt Licht auf die Straße. Kahle Bäume recken sich in einen grauen Himmel, die Menschen tragen warme Jacken und Mäntel…es scheint Winter zu sein, aber es liegt kein Schnee. Ein älterer Mann ordnet Waren in einem aufgeklappten Schaufenster. Auf der Straße stehen Werbetafeln, auch über den Fenstern sind bunte Schilder angebracht und ragen in die Straße hinein. Ein Aufsteller wirbt für ein Second Hand Geschäft, ein Schild das an einer Kette hängt zeigt Spielkarten, verschwommene Jetons und die rosa Aufschrift „Poker Bolt“. Alle anderen Schilder zeigen junge Frauen in Brautkleidern, weisen auf „Szalons“ hin und versprechen „Magic Moments“. Die strahlenden Bräute auf den Fotos stehen im harten Kontrast zu der abblätternden Farbe einer alten Tür und dem schadhaften Bodenbelag der Straße. Die Exklusivität der Werbebotschaften will nicht recht zur schäbigen Umgebung passen, und auch die Menschen auf der Straße wirken eher einfach.

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