Unser Workshop in der Brotfabrik

Ihr Lieben,

kein Live-Blogging, aber Ganz-Kurz-Danach-Blogging: unser Workshop heute ist ganz großartig gelaufen. Silja und die Teilnehmer haben mit dem Blindfotografieren experimentiert und es gab dabei und danach sehr angeregte und anregende Gespräche. Die Bilder von Siljas Kamera folgen ganz bald. Hier unter dem Text sind schon mal einige Eindrücke von Petra Schroeck, der Leiterin der BrotfabrikGalerie. Die Bilder sind leider noch nicht beschrieben, aber immerhin schon mit Alt-Texten versehen. Zu Besuch beim Workshop  waren auch das Deutschlandradio und der Deutschlandfunk, wir werden deren Beiträge hier verlinken. Und schließlich Gerald Pirner, ein blinder Autor, der sehr toll über Kunst schreibt. Das war ein schöner Zufall, ich hatte ohnehin vor, ihn bald einmal anzuschreiben. Hier sein Blog: http://geraldpirner.com.

 

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Workshop mit Blinden Fotografinnen

Am Samstag, d. 19.12. um 11 Uhr findet in der Brotfabrik in Berlin unser erster Workshop mit den Fotografinnen Silja Korn und Tina Paulick statt. Jeder darf mitmachen! Ihr könnt erleben, wie blinde Fotografinnen arbeiten. Es gibt Gespräche über Blindheit und Fotografie. Und es gibt die Möglichkeit, euch von einer blinden Fotografin portraitieren lassen. Macht die Erfahrung!
Wer teilnehmen möchte, melde sich bitte vorher bei uns an: picdesc (at) gmail.com

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11 Gesichter einer Frau von Susanne

Die Fotografin:

Portrait-Fotografie‘ hieß das Thema in diesem Semester. Allein der Gedanke verursachte mir Kopfschmerzen. Bisher waren meine Motive berechenbarer für mich. Ich konnte sie mir besser vorstellen und empfinden. Wie sollte ich einen Menschen empfinden, wenn ich ihn nicht sah. Ich verband ihn mit Dingen, die ich kannte. Ließ unser Model z.B. Seifenblasen machen und auf einem Spielplatz schaukeln. Das gab mir ein gewisses Gefühl der Sicherheit. Ich konnte die Situation nachspüren – denn auf dem Display der Kamera sah ich nur schemenhaft.

Aber ich wollte auch klassische Portraits machen und so zogen wir nach Innen um. Es wurden für mich optimale Bedingungen geschaffen, das bedeutete Licht von hinter mir und auf das Gesicht unseres Models gerichtet. Ein geringer Abstand zwischen uns, rundete das Ganze ab. Die Überraschung folgte, als ich die Kamera einschaltete und auf das Display schaute. Klar und deutlich sah ich dort Zehras dunkle Augen, ihre schön geformten ebenfalls dunklen Augenbrauen und ihr lockiges schwarzes Haar, das ihr Gesicht umrahmte.

Diese starken Kontraste machten es möglich ihre Mimik viel besser einzuschätzen. Es fehlte mir nur die Mundpartie, die konnte ich wie sonst nur schemenhaft erahnen.

Das gab mir nun Möglichkeiten in die Hand, die ich bisher nicht hatte. Wir konnten beide direkt in Kontakt treten. Diesmal fühlte ich die Situation nicht nur, ich sah sie auch. So hielt ich verschiedene Emotionen, die Zehras Gesicht preisgab, in den Bildern fest.

Collage mit 11 Fotos einer Frau auf schwarzem Hintergrund angeordnet.

Bildbeschreibung:

Wir sehen eine Collage aus 11 Portraits einer jungen Frau – Zehra. Jedes Bild zeigt sie in einer neuen Momentaufnahme, die durch ihre Mimik eine jeweils andere Stimmung widerspiegelt. Trotzdem entstand die Fotoserie am Stück hintereinander.

Die Portraits sind vor schwarzem Hintergrund aufgenommen. Alle Fotos zeigen aber ganz zentral im Bild das Gesicht der jungen Frau in Großaufnahme. Es nimmt fast den gesamten Bildbereich ein – überwiegend vom Kopf, über den Hals, bis zum Ansatz der Schultern. Der Hintergrund spielt daher keine große Rolle, sondern untermalt nur das Gesicht, setzt es in Szene.

Von der Kleidung ist jeweils nur an den Schultern ein kleiner Teil zu erkennen. Ein enganliegendes Shirt, bei dem auf schwarzen Untergrund blühende rote Rosen gedruckt sind.

Zehra hat ein südländisches Aussehen. Ihre Haare sind sehr dunkel – fast schwarz, schulterlang und gelockt. Die junge Frau trägt ihre Haare offen, sodass sie ihr Gesicht umrahmen. Dieses ist oval geformt, mit einer hohen Stirnpartie. Zehras Augenbrauen sind markant – wie die Haare von dunkler Farbe und haben eine schmal geschwungene Form.

Es sind immer wieder ihre Augen, die im Bild den Blick des Betrachters als Erstes auf sich ziehen. Zehras Augen sind mandelförmig, mit einer auffallend dunklen Iris. Die Augenfarbe ist dunkelbraun, so dunkel, dass sich das Schwarz der Pupille kaum von der Augenfarbe abhebt. Zarte, aber lange Wimpern umranden die Augen, in denen Emotionen intensiv widergespiegelt werden.

Insgesamt ist das Gesicht zierlich, sodass sich die Wangenknochen abzeichnen. In der Nase trägt Zehra einen winzigen Schmuckstein, so klein, dass er auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Der Mund harmoniert mit dem restlichen Gesicht – die Lippen weder voll, noch besonders schmal geformt.

Die einzelnen Fotografien zeigen einen Regenbogen an Emotionen. Das Spektrum reicht von ernst-nachdenklich, und ängstlich-unsicher, schüchtern, über offen-freundlich, selbstbewusst und kokettierend, bis hin zu lachend-albern, den Schalk im Nacken.

Die Fotografin:

So endet für mich die Portraitreihe mit noch einem Höhepunkt, ich schaue in Zehras verschiedene Gesichter, bei guter Beleuchtung nun auch auf meinen Fotos und ich finde sie sind super gelungen. Deswegen an dieser Stelle: Dank an mein Team!

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Unsere Braille-Stickerin im Radio

Nur noch wenige Tage online! Hier könnt ihr Antje Kunze im Interview hören: http://www.mdr.de/mediathek/suche/audio1341616_zc-485c01ae_zs-d23ba9ff.html

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Das Fotoseminar für Blinde 2015 im Film

Rechtzeitig zu unserer ersten gemeinsamen Ausstellung in der BrotfabrikGalerie, die am Freitag, d.4.12. um 19h eröffnet, hier ein neues Video über unser Fotoseminar für Blinde an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wie wir es machen:-) Ganz tolles Video. Von Samir. Unter Mithilfe von allen. Gesprochen von Katharina Gonska.

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Die Blinde Fotografin

blinde Fotografin mit Hund

Auf dem Bild ist eine Frau mit einer Kamera zu sehen. Es handelt sich um eine Fotografie, die an einem Sonntag im Oktober 2015 in Leipzig aufgenommen wurde. Die Fotografierende Person steht in einem Abstand von circa zwei Metern zu der Person, die das Bild aufgenommen hat. Die Fotografin auf dem Bild ist leicht nach links gedreht und fotografiert aus dem Bild heraus, ein unbekanntes Motiv.

Im Vordergrund befindet sich eine Frau Anfang Dreißig auf einem Bürgersteig. Sie hat braune lange Haare, die nach hinten gelegt sind. Sie trägt eine braune Lederjacke mit einem fliederfarbenen Schal, eine schwarze Hose und schwarze Turnschuhe mit weißer Sohle. In der rechten Hand hält sie eine Kamera, die ihr Gesicht größtenteils verdeckt. Es ist noch erkennbar, dass sie eine Sonnenbrille trägt. Links von ihr ist ein brauner Hund zu sehen, den sie an der Leine führt. Ebenfalls in der linken Hand befindet sich ein Blindenstock. Dieser befindet sich mit der Kugel auf den geriffelten hellgrauen Bodenplatten, die sich in einer dreier Reihe auf dem Bürgersteig befinden.

Der Bürgersteig ist strukturiert durch verschiedene Steinarten. Von vorne gesehen sind kleine Pflastersteine, dann die geriffelten Bodenplatten, wieder Pflastersteine und große Steinplatten aneinander gereiht. Neben der Fotografin verläuft ein grauer Metallzaun, der den Bürgersteig von einem Hof trennt. Von rechts nach links gesehen reihen sich eine schmale graue Metallwand eines Containers, ein Hof und der Flachbau einer Garage aneinander. Die Mauern der Garage sind mit Graffiti besprüht. Im Hintergrund sind zwei Häuser zu sehen. Eines davon ist saniert und das Dach mit Gauben versehen, das andere unsaniert und die Fenster sind teilweise zugemauert.

Das spannende an diesem Bild ist die Fotografin selbst, da sie sich dieses Bild als „Inszenierung“ gewünscht hat. Sie, als blinde Frau mit Blindenstock und Blindenhund, kann wie alle Menschen auch fotografieren. Außerdem ist in diesem Moment das Motiv, welches sie gerade fotografiert genauso wenig für den Betrachter des Bildes wahrzunehmen, wie für sie selbst.

 

 

 

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