Marit und Pusteblume von Tina

Hier ist das zweite Pusteblumenbild aus unserem Fotoseminar im Mai.

Auch wenn Löwenzahn von Gartenbesitzern als Unkraut bezeichnet wird, ist er trotzdem eine faszinierende Pflanze. Auf einer wilden Wiese sehen die leuchtend gelben Blütenköpfe schön aus und Naturköstler machen aus ihnen Honig und Salate. Meerschweinchen und Hasen lieben die saftigen, leicht gezackten Blätter, aber verschmähen die Blüten und die ungenießbaren, mit Flüssigkeit gefüllten Stiele.

Zu Beginn des Sommers verwandeln sich die gelben Blütenköpfe in weiß-graue Pusteblumen, deren Fallschirmchen vom Wind oder uns Menschen davon geweht werden. Wo sie landen entsteht im nächsten Jahr eine neue Löwenzahnkolonie. Unkraut hin oder her, es macht Spaß den Fallschirmchen hinterher zu schauen und sich zu fragen wo sie landen werden und was sie dort erleben.

Marit

Bildbeschreibung eines Portraits vor natürlicher Kulisse von Anja Stellfeld

Das Foto ist im Querformat angelegt und zeigt ein Portrait von Marit mit einer Pusteblume in der Hand im Seitenprofil vor einer natürlichen Kulisse. Das Bild entstand an einem sehr sonnigen Tag im Park vor der ASH. In diesem Fall wurde das Motiv im Schatten stehend mit einer Digitalkamera aufgenommen, dennoch gibt es vereinzelt, bedingt durch die Sonne einige harte Schattenspiele (Hell-Dunkel-Kontraste).

In der Umgebung befinden sich durchgehend kleinere Bäume mit sattgrünen Blättern, von denen jedoch keiner komplett, sondern alle im Anschnitt abgebildet sind. Das Grün der Blätter hebt sich deutlich vom etwas hel­leren Grün der Wiese im im unteren Drittel des Bildes ab. Dadurch ergibt sich optisch ein recht unruhiger Gesamteindruck. Durch die Blätter der Bäume ist im oberen Drittel des Bildes ein Stück eines Plattenbaus und hellblauer, fast weißer Himmel erkennbar. Diese ziehen sich in einer geraden Linie leicht diagonal durch das gesamte obere Bild (aufsteigend von links unten nach rechts oben).

Das Hauptaugenmerk des Betrachters wird jedoch auf das Portrait von Marit gelenkt. Sie befindet sich im Seitenprofil mit Blick zur linken Bildseite mehr im rechten Bereich des Fotos. Dabei wird ihr kompletter Kopf bis zum Ansatz der Schultern gezeigt. Das Gesicht befindet sich im Schatten, jedoch sind am Ansatz von Hals, Dekolleté und obere Kopfhälfte einige harte Schattierungen sichtbar.

Marit ist eine junge Frau mit sehr kurzen, dunkelbraunen Haaren. Den Pony trägt sie nach rechts gekämmt, so dass ihre linke hellhäutige Gesichtshälfte mit einem kleinen Mal schräg-unterhalb des linken Auges sowie das linke Ohr komplett zu sehen sind. An diesem Tag trug sie ein dunkles Kleid mit kurzen Ärmeln und großen blau-rot-orangenen floralen Mustern, das im Ansatz auch hier zu sehen ist. Vor sich hält Marit mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand (die sich im Anschnitt zum unteren Bildrand befindet) eine einzelne Puste­blume. In dem Moment der Bildaufnahme pustet sie mit gespitzten Lippen und offenen Augen, die Augen­brauen leicht nach oben gezogen, den Blick auf etwas Unsichtbares kurz hinter der Blume geheftet, gegen die Pusteblume, so dass einzelne Teile durch die Luft fliegen. Diese winzigen fliegenden Teilchen sind während ihres Fluges etwas verschwommen im linken Bereich des Fotos erkennbar. Generell hebt sich Marit im Vor­dergrund ab, da der Hintergrund im Vergleich zu dem Portrait etwas unscharf wirkt.

 

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„Aggro Pusteblume“ von Tina

Dieses Foto entstand bei unserem Fotoseminar am 9. Mai. Hier könnt ihr Tinas Bericht über den Workshop lesen und wie ihr Team die Idee mit den Pusteblumen-Portraits hatte. Der originelle Titel „Aggro Pusteblume“ stammt aus der Bildbeschreibung

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Bildbeschreibung von Marit-Inga Zimmermann

Das Foto ist draußen an einem sonnigen Tag entstanden. Es ist eher unscharf und durch die Sonne hell belichtet. Teilweise gibt es starke Kontraste zwischen Sonnenlicht und Schatten. Der Hintergrund ist eher dunkel und es ist eine dunkle Häuserwand mit großen, quadratischen Steinen zu sehen.

Auf dem Foto befinden sich Anja und Flo die sich gegenüberknien, während sie jeweils einen Strauß Pusteblumen vor sich in der Hand halten. Beide sind im Profil zu sehen. Anja trägt ein schwarzes Langarmshirt mit einem V-Ausschnitt. Die Ärmel sind dabei aufgekrämpelt. Ihr Kopf mit hellen, schulterlangen Haaren ist nur zur Hälfte im linken Bildabschnitt zu sehen. Der Hinterkopf ist gar nicht zu sehen. Anja ist auf dem Foto ab Brusthöhe abgebildet. Sie sitzt auf der linken Seite und hält ca. 7 Pusteblumen in ihrer rechten Hand, die Sie mit ihrer ganzen Hand umfasst, wobei man ihren Handrücken sieht. Sie pustet mit luftgefüllten Wangen eher zarghaft gegen die Pusteblumen, ihre Augen kneift sie dabei zusammen.

Flo kniet auf der rechten Seite und ist etwas weniger als einen Meter von Anja entfernt. Er hat seine hellen, gesträhnten Haare zu einem Dutt zusammengebunden, während ein paar Strähnen aus dem Dutt herausfallen. Er trägt ein helles, offenes Hemd mit dunklem Unterhemd, sein Oberkörper sowie die Kniespitze seines rechten Knies, auf das er seinen rechten Arm abstützt, sind zu sehen. Flo trägt schwarze Ohrstecker, wobei nur der linke zu sehen ist. Sein Gesicht ist gekennzeichnet von einem geschätzten 8 Tage Bart. Im vergleich zu Anja ist Flos Hautfarbe eher dunkler. Seine Augenbraun sind hochgezogen und er pustet mit voller Kraft gegen seinen Strauß. Sein Strauß aus Pusteblumen besteht aus ca. 5 einzelnen Blumen und berührt den Strauß von Anja gerade eben auf der gleichen Höhe. Während Anja den Strauß fest mit der ganzen Hand umklammert, hält Flo den Strauß mit seinen Fingerspitzen fest.

Das Detail in dem Bild sind viele fliegende Pusteblumenblüten. Da Flo mit voller Kraft gegen seinen Strauß pustet, fliegen die einzelnen Blüten in die linke Ecke des Fotos genau in Anjas Gesicht. Ob Sie deshalb Ihre Augen zusammen kneift oder weil die Sonne blendet kann nicht gesagt werden.

Bitte hinterlast ein Kommentar, wenn ihr weitere Fragen habt oder noch Details seht, die zur Beschreibung ergänzt werden können.

Kommentar und Fragen von Katrin:

Die Beschreibung gefällt mir sehr gut. Auch die Idee zu dem Foto.

Warum haben sich die beiden Portraitierten hingekniet, statt z.B. zu sitzen oder zu stehen?

Der Ansatz, vom Hintergrund zum Blickfang hin zu beschreiben, ist genau richtig. So bekommt der Hintergrund auch die gebührende Aufmerksamkeit, bevor man sich auf den Blickfang konzentriert. Aber vielleicht könnte die Art, wie die Sträuße und Blütenschirmchen genau aussehen bzw. fliegen noch etwas genauer beschrieben werden. Ich fände die Frage interessant, wie diese Details das Bild verändern. Hätte es ohne die blumen bzw. fliegenden Blüten anders gewirkt? Wenn ja, warum?

Außerdem finde ich es ungewöhnlich, dass hier zwei Menschen fotografiert sind. Bei dem Wort Portrait denke ich vor allem erst mal an jemand Einzelnen. Natürlich gibt es auch Portraits mit mehren Personen oder Gruppenfotos. Aber wenn ich höre, jemand sei portraitiert worden, habe ich als Vorstellung, die ich damit verbinde, erst einmal eine einzelne Person im Kopf. Deshalb würde ich gern wissen, wie die Idee zu dieser Konstellation zu Stande gekommen ist, was ihr vielleicht sonst noch ausprobiert habt und weshalb ihr euch gerade für dieses Foto entschieden habt, um es in den Blog zu stellen.

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Video von der Ausstellungseröffnung in Quedlinburg

Hier noch ein ausführlicheres Video von der Ausstellungseröffnung in Quedlinburg in dem Karsten über die Ausstellung und unsere Blogs spricht. Das Gesprochene wird in Gebärdensprache übersetzt.

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von | 29. Mai 2015 · 10:52 am

Tina über unser Fotoseminar am 9. Mai 2015

Ich arbeite jetzt seit etwas mehr als einem Monat für „Bilder für die Blinden“ und habe um mich mit dem Projekt vertraut zu machen einige Bildbeschreibungen und Erfahrungsberichte zu vergangenen Workshops und Veranstaltungen gelesen. Vor ein paar Tagen habe ich unsere Vorschläge wie man Bilder für blinde Menschen beschreiben kann für unseren englischen Blog „Photo Narrations for the blind and sighted“ übersetzt und durch die intensive Beschäftigung mit dem Text kann ich ihn inzwischen fast auswendig. Aber das ist natürlich nicht mit der Teilnahme an einem Fotoseminar zu vergleichen und daher freute ich mich, vergangenen Samstag endlich selbst dabei sein zu können.

Trotz Bahnstreik schafften wir es rechtzeitig in der Alice Salomon Hochschule in Berlin zu sein. Auf dem Korridor hingen die Bilder aus dem Seminar im letzten Jahr. Im Großformat eingerahmt hinter Glas erweckten sie Ehrfurcht in mir und ich hoffte, dass in diesem Jahr ähnlich qualitative Bilder entstünden.

Wir bildeten einen Stuhlkreis und stellten uns alle der Reihe nach vor. Rose und ich sind die beiden neuen blinden Fotografinnen, Katrin, Silja und Susanne waren auch schon im letzten Jahr dabei gewesen. Von den ungefähr zwanzig Studierenden die Karstens Modul gewählt haben, studieren fast alle soziale Arbeit.

Anschließend bekam jede Fotografin drei Studierende zugeteilt und die Teams hatten bis zur Mittagspause Zeit erste Fotos zu machen und sich untereinander kennen zu lernen. Mein Team bestehend aus Anja, Marit und Flo ist echt super und wir verstanden uns auf Anhieb, aber ich war mir etwas unsicher, wie wir das Fotografieren angehen sollten. Wir gingen erst einmal raus, da das Wetter so schön war. Als wir etwas ziellos über eine Wiese liefen, pflückte Marit eine Pusteblume und pustete die kleinen Fallschirmchen in die Luft. Und plötzlich hatten wir ein Fotomotiv: Ein Gesicht in der Nahaufnahme, wie es in eine Pusteblume bläst und die Blütenblätter davon segeln.

Die Umsetzung gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht, da die Fallschirmchen nur aus einem bestimmten Winkel und bei günstigen Lichtverhältnissen zu sehen sind. Büsche und Bäume eigneten sich schlecht als Hintergrund, da sie selbst zu detailliert strukturiert waren und die Schirmchen davor kaum zu sehen waren. Mit einer grauen Wand als Hintergrund klappte es etwas besser.

Dann hatten wir die Idee zwei Menschen zu fotografieren, die einen Strauß Pusteblumen zwischen sich halten und gleichzeitig pusten. In der Umsetzung funktioniert das Ganze allerdings nicht so richtig, da Flo eher pustete als Anja, die die Blütenblätter ins Gesicht bekam, wodurch wir alle lachen mussten. Und dann war auch schon die Mittagspause. Wahrscheinlich müssen wir uns für das nächste Seminar auf dem Tempelhofer Feld am 6. Juni etwas neues einfallen lassen, da uns die Pusteblumen ausgehen.

Nach der Mittagspause erzählte uns Karsten etwas über die verschiedenen Arten von Portraits, die das Thema dieses Seminars sind. Es gibt nicht nur die klassischen Portraits, wie wir sie standardmäßig beim Fotografen machen lassen. Im Grunde genommen sind alle Fotos auf denen Menschen im Mittelpunkt stehen Portraits. Ich wusste bis dahin auch nicht, dass die Lichtverhältnisse für Portraits in Räumen besser sind als draußen im Sonnenschein, da direktes Sonnenlicht die Linien in Gesichtern hervor hebt und sie hart aussehen lässt. Es gibt also noch jede Menge zu lernen und ich freue mich schon auf den nächsten Workshop.

Einige der entstandenen Bilder gibt’s demnächst mit Beschreibung.

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Hör doch auf damit! Das ist doch peinlich! – Blind fotografieren

Ein schönes Statement von Anja: Hör doch auf damit! Das ist doch peinlich! – Blind fotografieren.

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„Schöne Blindheit“ – Interview mit Karsten bei Pflichtlektüre

Hier ein sehr gelungenes Interview von Andrea Böhnke vom Studierendenmagazin Pflichtlektüre aus Dortmund mit Karsten, veröffentlicht am 3. Mai.

Schöne Models, schöne Kleider und ein Fotograf, der die Schönen ablichtet – eine typische Modenschau, könnte man meinen. Wäre da nicht ein winziges Detail: Außer dem Fotografen Karsten Hein, kann auf dieser Veranstaltung niemand sehen. Die Models sind blind, Zuschauer gibt es nicht. Im Interview mit pflichtlektüre erzählt Karsten Hein, was hinter dem Projekt steckt.

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