Dank freundlicher Unterstützung einer Blindenschule in Berlin, können wir Blinden Besuchern unsere Bildbeschreibungen für die Ausstellung in der Brotfabrik im Dezember als Blindenschriftdruck anbieten. Da aber nicht alle Blinden Braille beherrschen und einige der Texte ziemlich lang sind, möchten wir auch Audioversionen auf ausleihbaren MP3-Playern bereitstellen.
Um dies möglich zu machen, suchen wir jetzt sehr kurzfristig noch Freiwillige, die einen oder mehrere Texte für uns auflesen. Professionelle Sprecherausbildung oder Vorkenntnisse sind nicht nötig. Alles was ihr braucht ist ein Handy oder Cmputer mit Aufnahmesoftware. Durchschnittliche MP3-Qualität ist völlig ausziehend.
Auf dem von Katrin gemachten Foto sind zwei Menschen mit ausgestreckten Armen hintereinander in einer Grünanlage stehend zu sehen. Hinter ihnen gibt es Bäume mit gelben, hell grünen, manchmal braunen Blättern. Hinter den Bäumen ist der U-Bahnhof Hellersdorf zu sehen und hinter dem U-Bahnhof gibt es ein größeres Haus mit vielen Apartments. Es scheinen insgesamt 18 Apartments zu sein, zumindest gibt es 18 Balkone. Das Haus ist weiß oder vielleicht auch sehr hell gelb. Die Balkone sind hellgrau. Am linken Rand des Gebäudes scheint es eine rote Fassade zu geben, die aber nur von der Seite zu sehen ist.
Links neben dem Gebäude, aus Sicht unserer Fotografin, ist die Alice Salamon Hochschule zu sehen. Im Gegensatz zum anderen Gebäude sind die Fenster wesentlich größer und die Hochschule steht im Schatten. Dadurch wirkt sie grau und schwer. Unter dem blauen Himmel herrscht eine schöne, sonnige Herbststimmung.
Der Schatten der Fotografin ist direkt gegenüber der ersten Protagonistin, die mit schwarzen Leggings, schwarzen Socken, schwarzem Schal und einer dunkelgrauen Bluse bekleidet ist. Ihre Arme und Beine hat sie ausgestreckt. Die Ärmel der Bluse sind nicht sehr lang, etwa 10 cm der Unterarme bleiben unbedeckt. Sie trägt schwarze, halbhohe Schuhe der Marke Converse mit weißen Schnürriemen. Sie ist ziemlich groß (etwa 1,75), mit heller Haut, einem leichten rosa Teint im Gesicht und dunklen kurzen Haaren. Der Haarschnitt ist aus Sicht der Protagonistin rechts etwas länger als auf der linken Seite, sodass ihr rechtes Auge kaum zu sehen ist. Das linke Auge hingegen ist frei. Es scheint, dass sie ihre Augen wegen der strahlenden Sonne zusammengekniffen hat.
Hinter der ersten Protagonistin ist eine zweite, kleinere Person zu sehen. Sie hat ihre Arme nach unten ausgestreckt und trägt einen hellgrauen Pullover. Wir sehen ihren Kopf nicht, sondern nur die Arme und ihre gerade stehenden Beine mit dunkler Hose und dunkelbraunen Wanderschuhen.
Der Schatten der Fotografin ist nicht einfach zu sehen. Er besteht lediglich aus dem Kopf der Fotografin und befindet sich am rechten, unteren Bildrand. Links, neben diesem Schatten sieht man Teile von zwei offensichtlich übereinander gelegten, Jacken. Eine Jacke hat bunte Streifen, die andere ist Olivgrün.
Auf dem Foto befindet sich der Horizont nach dem ersten Viertel von Oben. Der Himmel ist wolkenlos und hellblau. Von oben nach unten werden die Farben des Himmels immer heller, bis sie beinahe ins Weiße übergehen. Die unteren drei Viertel zeigen eine Wiese mit kleineren, kahlen Stellen. Die kahlen Stellen sind braun-grau und wirken, je weiter man vom Fotografen ins Bild schaut, trockener.
Auf dem hinteren Teil der Wiese befinden sich zwei kleine Bäume, die im Zuge des Herbstes nur noch wenige braune Blätter tragen. Hinter der Wiese befindet sich ein weiterer Baum am rechten Rand des Fotos. Dieser ist weitaus größer und hat auch noch viele gelbe und hellgrüne, fast leuchtende Blätter. Vor dem großen Baum befindet sich am oberen Rand der Wiese ein vom Herbst unbeeindrucktes Gebüsch. Es trägt noch
viele saftgrüne Blätter.
Auf Höhe des Horizonts ist am linken Bildrand die Ecke eines kleinen weißen Gebäudes zu sehen. Es gibt dort auch ein Fenster. Teils verdeckt von kleineren Büschen ist auf Höhe des Horizonts ein weißes Geländer zu sehen, wahrscheinlich besteht es aus lackiertem Metall. Typischerweise sind solche Geländer vor Zugschienen zu finden, was nahe legt, dass am Horizont nicht sichtbar Gleise verlaufen.
Auf der Wiese liegen vereinzelte braune und gelbe Blätter. Im Bereich um die beiden kleinen Bäume herum liegen vermehrt abgefallene Blätter. Diese sind meist gelblich oder hellbraun. In der unteren Hälfte des Bildes sind zudem übereinander gelagerte Schatten von zwei Personen zu sehen. Rechts unten sieht man die vier Beine nebeneinander, schräg nach links oben setzen dann die übereinander liegenden Rümpfe der Personen auf. Auf Höhe der Schultern ragen die vier Arme heraus. Ausgestreckt und zusammen ein Kreuz, wie ein ‚X‘ geformt, bildend. Als Ganzes betrachtet sieht der Schatten einer Windmühle ähnlich.
Das Bild ist im Querformat an einem wunderschönen sonnigen Herbsttag aufgenommen. Besonders interessant an dem Foto sind die Lichtverhältnisse, welche Bereiche des Bildes bis zur „Unkenntlichkeit“ überbelichten und andere Teile in voller Detailliertheit ausstrahlen. Die Mitte am oberen Rand, geprägt vom gleißenden Sonnenschein, zeigt uns eine weiß scheinende Fläche. Im Vordergrund sind zwei junge Frauen von der Hüfte bis zum Kopf abgebildet. Rechts und Links im Bild ist eine grüne Wiese zu erkennen. Etwa auf Halshöhe der Beiden beginnt eine dichte Baumreihe, in der einzeln verzweigte Baumstämme und bunt gemischte grüne und gelbe Blätter zu sehen sind.
Zwischen den beiden Frauen zeichnet sich im unteren Teil des Bildes der Schatten der linken Frau ab. Der Rest zerfließt im Weiß des oberen Teils. Die Frau rechts im Bild trägt eine dunkle Jacke mit grau gemuscheltem Muster und einen dicken dunklen Schal.Ihr Kopf ist leicht nach unten geneigt, als würde sie nach unten schauen. Der größte Teil ihres Gesichts verschwindet im Weiß der Umgebung, sodass keine Abgrenzung zwischen Kopf, Haar und Hintergrund möglich ist. In ihrem Gesicht ist erkennbar, dass es sich um einen lustigen Moment handelt, da ihre Augen infolge des Lachens zu kleinen Spalten zusammen gezogen sind. Außerdem zeichnen sich ein kleiner Schatten an der Nase und ein breites Grinsen ab. Durch das Grinsen und den hochgezogenen Mundwinkel zeichnen sich Schatten zur Nase hin ab.
Die Frau links im Bild trägt einen schwarzen Pullover mit einem in Reihen verlaufenden Lochmuster und einen lilafarbenen Schal. Sie hat rotblondes Haar und trägt eine Sonnenbrille. Auch ihr Gesicht ist voll und ganz von der Sonne ausgestrahlt. Ihr rechter Mundwinkel gibt ein breites Lächeln preis. Ansonsten sind auch in ihrem Gesicht keine Details zu erkennen… Außer … hinter ihrer Sonnenbrille, die sonst die Augen verdeckt. Durch den besonderen Lichteinfall wird der Umriss zwischen Iris und Augenweiß, der hinter den gelblichen Brillengläsern ist, sichtbar. Erkennbar ist auch, dass ihre Augen leicht zusammen gekniffen sind aufgrund des Lächelns.
Gerade diese vielleicht nicht „perfekten“ Lichtverhältnisse machen das Bild für mich besonders schön und ausdrucksstark.
Das Bild entstand an einem wunderschönen, sonnigen, wolkenlosen Tag Ende Oktober. Wir befinden uns am Rande des kleinen Parks, inmitten von unzähligen bunten Blättern. Der Blickwinkel der Fotografin geht quer durch den Park in Richtung einer ordentlich aussehenden Häuserfront. Bei den Gebäuden handelt es sich auf der linken Seite um die Alice-Salomon-Hochschule. Dieser Gebäudekomplex wird zum Teil von Bäumen verdeckt, die innerhalb des Parks stehen. Diese Bäume befinden sich in der oberen linken Ecke des Motives.
Ein Stückchen weiter rechts ist ein weißes, nicht besonders hohes Haus zu erkennen. Hierbei handelt es sich dem Anschein nach um ein Wohnhaus (5-Geschosser). Vor den Gebäuden kann man den Bahnsteig des U-Bhfs Hellersdorf erkennen, der sich über der Erde befindet. Dieser zieht sich horizontal wie eine lange Linie fast durch das gesamte Bild, wird jedoch im linken Bereich ebenfalls von der gleichen Baumgruppe verdeckt, wie auch die Häuserfront weiter hinten. Da das Motiv im Querformat fotografiert wurde und der Fokus mehr auf den Objekten und Gegebenheiten der Umgebung liegt, ist von dem gleichmäßig blauen Himmel nur sehr wenig am oberen Bildrand sichtbar.
Betrachtet man den Park, wirkt er menschenleer und friedlich. Man kann eine große grüne Wiese sehen, durch die ein schmaler, gepflasterter, grauer Weg seine Serpentinen zieht. Jedoch ist diese Wiese ebenfalls nur ein kleiner Bestandteil des Bildes im oberen rechten Drittel. Im Fokus befindet sich ein fast quadratisches Stück Boden, das über und über mit herabgefallenen, überwiegend in Brauntönen gefärbten Herbstblättern bedeckt ist. Mitten in diesem Blättermeer befindet sich ein einzelner Laubbaum mit dünnem Stamm, der einen guten Kontrast mit seinem noch grünen Blätterwerk bildet. Die Baumkrone ist nicht vollständig zu sehen, da sie im oberen Bildrand beschnitten ist.
Dieser Baum steht fast mittig im Bild. Jedoch ist das eigentliche Highlight das Schattenspiel, welches sich im horizontalen unteren Bilddrittel abspielt. Da die Fotografin bei dieser Momentaufnahme die Sonne im Rücken hat, zeichnen sich mitten in den Blättern auf dem Boden die langen Schatten von drei Personen ab. Es ist nicht erkennbar, ob es sich bei den Personen um männliche oder weibliche
handelt. Man könnte meinen, diese drei Schattenmenschen wollten direkt vom unteren Rand im Bild auftauchen.
Unsere eigentlich zu portraitierende Person steht, mit in die Hüften gestemmten Armen, neben einem Baum, von dem man ebenfalls ausschließlich den Schatten sieht. Dieser Schattenmensch ist länger als die beiden anderen, was darauf schließen lässt, dass diese Person entweder größer ist oder aber weiter vorn steht. Die beiden anderen Menschen befinden sich unmittelbar links von unserem Fotomodel. Die Schatten berühren sich nicht. Bei den beiden handelt es sich um die Fotografin und ihre Fotografie-Assistentin. Die beiden stehen sehr dicht beieinander, was dazu führt, dass ihre Schatten zu einem viereckigen Klops mit zwei Köpfen mutieren.
Für mich hat das Bild keinen direkten Mittelpunkt. Durch das Schattenspiel handelt es sich nicht um ein Portrait im eigentlichen Sinn, sondern bekommt einen sehr subtilen Touch. Die Schatten sind Teil der Umgebung und passen sich an.
Was geschah hinter den Kulissen?
Wir hatten lange Überlegt, welches Motiv wir wählen sollen. Letztlich kamen wir darauf, das tolle Licht zu nutzen und uns dem Licht-Schatten-Kontrast zu widmen. Ich glaube, Anfangs war es uns gar nicht so sehr bewusst, worauf wir eigentlich hinaus wollten. Aber ich finde diese Art eines indirekten Portraits spiegelt sehr gut unsere Gruppe wieder. Wir sind ein neu zusammengewürfeltes Team, das sich erst zusammenfinden muss. Niemand kann den anderen richtig zuordnen, was durch die gesichtslosen Schatten refklektiert wird, dennoch symbolisieren wir auch eine Einheit, indem wir recht dicht beieinander stehen inmitten der weitläufigen Umgebung.
Es ist der 31. Oktober. Ein sonniger, warmer Herbsttag mit einem klaren blauen Himmel. Das Foto zeigt ein seitliches Ganzkörperportrait von Sibel, einer jungen, schlanken, hellhäutigen Frau mit dunklen, kinnlangen Haaren. Wir befinden uns in einem kleinen Park neben der ASH in Hellersdorf.
Das Motiv ist im Hochformat abgelichtet worden, dadurch ist im oberen Teil des Hintergrundes der azurblaue Himmel zu sehen, der einen wunderschönen Farbkontrast für das Bild darstellt. Die Farbe des Himmels verläuft von oben nach unten in ein helleres Blau und ist nur durch ein paar leichte Kondensstreifen von Flugzeugen durchzogen. In der horizontalen Mitte des Bildes befindet sich im Hintergrund eine kleine Fußgängerbrücke, die über einen Graben verläuft. Diese wird durch zwei sichtbare Pfeiler gestützt und zieht sich bei genauerer Betrachtung des Bildes von links nach rechts komplett durch das Bild. Der Betrachter kann weder das eine noch das andere Ende sehen.
Vor und auch hinter dieser Brücke stehen diverse Bäume, die sich in einem perfekten Herbstlook präsentieren. Die meisten von ihnen sind links im Bild in einer Art Allee, also eine Linie, angeordnet und säumen somit den Graben, den die Brücke überquert. Bei allen zu erkennenden Bäumen handelt es sich ausschließlich um Laubbäume. Das Blätterkleid der meisten ist mehr gelb als grün, jedoch gibt es weiter vorn auch 4 Bäume, die bereits „nackig“ sind, also sprich, die ihre Blätter bereits verloren haben. Eine große Ausnahme bildet allerdings ein großer und sehr mächtig wirkender Baum, der nahezu komplett in sattem Grün erstrahlt und aussieht, als könnte ihm der Herbst nichts anhaben.
Die Wiese, auf der sich auch Sibel befindet ist im Vergleich zu den Farben des Himmels und der Bäume eher dunkel und matt. Das Gras sieht an vielen Stellen kahl und ausgetreten aus und ist durchzogen von einigen Müllresten, einzelnen Blättern und Stöckern. Betrachtet man den Rasen unabhängig vom Gesamtbild, wirkt er schon fast trostlos. Jedoch in Kombination mit allem Anderen stellt er wiederrum einen guten Kontrast dar zwischen einem goldenen Herbsttag und der nahenden kalten Realität des Winters.
Der eigentliche Fokus des Bildes liegt jedoch auf der einzigen Person, die auf dem Foto abgebildet ist. Sibel befindet sich nahezu mittig im Bild. Sie wurde vom Kopf bis zu den Knien abgelichtet. Ihre Füße/Schuhe sind demnach nicht zu sehen und werden vom unteren Bildrand „abgeschnitten“. Sie steht leicht vom Betrachter abgewandt, mit dem Gesicht zur linken Bildseite und schaut mit einem sehr fröhlichen Lächeln nach oben, dennoch befindet sie sich nicht in einer Bewegung, sondern scheint vielmehr auf etwas zu warten…
Sie hat eine Schwarze Hose an, wahrscheinlich eine Jeans (das ist jedoch nicht genau zu erkennen). Zudem trägt Sibel eine auffällige, mit geometrischen Formen bunt gemusterte Jacke. Bei dieser stechen besonders die Farben schwarz, blau, und pink/rot hervor. Dadurch, dass der Reißverschluss offen und die Jacke etwas weiter geöffnet ist, kommt auch ein gestreifter Kapuzenpullover in den Farben apfelgrün, hellgrau und dunkelgrau zum Vorschein. Die Farben der Streifen wechseln sich gegenseitig ab. Auf dem Kopf trägt sie eine dunkelblaue Wollmütze mit einer Bommel, die ihr aufgrund der nach oben schauenden Kopfbewegung fast bis in den Nacken reicht. Unter der Mütze schauen ihre dunklen Haare und ein Stück ihres Ponys hervor.
Der Grund, warum sie nach oben schaut, wird dem Betrachter nicht auf Anhieb klar. Erst bei näherem Hinsehen wird man auf etwas aufmerksam, was von oben herabfällt… hierbei handelt es sich um ein einzelnes Blatt, das direkt auf Sibel herab zu fliegen scheint.
Das gesamte Bild wirkt auf den Betrachter sehr farbenfroh. Die Stimmung scheint locker und gelöst zu sein, so wie man es von einem schönen Herbsttag zu erwarten vermag.
Was geschah hinter den Kulissen?
Was der Betrachter auf dem Bild nicht sehen kann, ist, dass die abgelichtete Situation von uns zwar nur halb gewollt, jedoch auf jeden Fall gestellt war. Auf der linken Seite außerhalb des Bildes befindet sich eine Bank, auf der Marit, ein weiteres Mitglied unserer Gruppe, stand und Blätter auf Sibel herabregnen lassen sollte. Das Blatt, welches noch zu erkennen ist, ist sozusagen „das letzte Einhorn“ 🙂 Der Auslöser der Kamera war nicht schnell genug, um die wenigen Blätter rechtzeitig einzufangen.