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Eine blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 3 fotografieren mit Kompaktkameras

Nachtaufnahme eines Baumes teilweise vom orangenen Licht einer Straßenlaterne beleuchtet.

Diesen und auch schon den nächsten post könnt ihr euch hier auch als Podcast anhören:

https://www.spreaker.com/user/8265506/die-kompakte-und-die-megapixel-luege?autoplay=1

Wieder ein Hallo an alle Fotografieinteressierten!

Nachdem ich mich in meinem letzten Artikel mit dem Thema Handy beschäftigt habe, soll es heute einen Schritt weiter gehen, und zwar zur Kompaktkamera, dem kleinstmöglichen Knipsgefährten.

Die Kompakte ist eher was für die, die im Fotografieren doch etwas flexibler sein oder werden möchten, da sie über Einstellungsmöglichkeiten verfügt, welche Handys nicht oder nur selten haben. Aber auch hier zeigen sich zum Handy oder Tablet auch Nachteile.

Nachteile

Bedienung

Als erstes haben die, die auf eine Sprachausgabe angewiesen sind diesen Luxus bei einer Kompakten nicht. Hier gilt es leider, sich die Funktionen zu merken, die man braucht und benutzen will.

Ein ähnliches Problem stellt sich für Menschen, die noch einen Sehrest haben. Um die Kompakten so klein wie möglich zu halten, leidet natürlich mit als erstes die Größe des Displays. Selbst für voll Sehende sind kleine Einzelheiten auf diesen kleinen Schirmen oft nicht richtig auszumachen. Für „Sehrestler“ heißt es also auch hier, nahezu blind fotografieren.

Dieses Kompaktprinzip bringt noch einen anderen unschönen Nebeneffekt, gerade für Blinde mit sich. Der Platzmangel am Gerät schlägt sich auch auf die Bedienelemente nieder. Möglichst wenig Knöpfe müssen her, und die sind dann oft auch noch mehrfach belegt, oder nützliche Funktionen sind tief in den Menüs vergraben. Dazu gibt es im nächsten Post einen kleinen Kauftipp.

Vorteile:

Einschärfen

Nicht jedes Handy bietet dieses kleine Feature. Auch wenn die Bedienung teils komplizierter ist, bringt die Kompakte den kleinen Vorteil mit, dass wir hören können, ob sie sich auf ein Motiv eingeschärft hat, was meist sehr zuverlässig ist. Dafür muss der Auslöser halb durchgedrückt werden, man spürt einen leichten Widerstand. Gibt die Kamera einen hellen Doppelpieps von sich, konnte sie das Motiv scharf stellen, und ihr könnt getrost abdrücken. Hat das nicht funktioniert, gibt sie einen einfachen Pieps von sich.

Automatiken

a) Automatik-Modus

Jede Kamera, bei der kleinsten angefangen, hat einen Automatik-Modus. Dieser eignet sich besonders für Schnappschüsse, wenn man keine Zeit hat, groß an seinen Einstellungen herumzubasteln. Heutzutage funktionieren die Kameras in diesem Modus recht zuverlässig. Wie Handys und Tablets auch, messen die Kameras die Umgebungsbedingungen, und stellen die nötigen Werte darauf ein. Damit holt man zwar oft nicht das Maximum aus seinem Motiv heraus, was Licht oder Farben angeht, aber es reicht locker, wenn man für den Umgang mit dem Gerät erst mal ein wenig Routine bekommen möchte.

b) Programmautomatiken / Szenenwahl

Hier kommt der erste klare Unterschied zum Handy. Man hat die Möglichkeit, seine Kamera von vornherein schon ein wenig auf die Umgebung anzupassen. Fotografiere ich Natur, Pflanzen, Tiere, Mache ich Portraitaufnahmen, möchte ich einen Sonnenuntergang fotografieren oder sogar eine Nachtaufnahme oder Nahaufnahme von kleinen Objekten machen? Gebe ich der Kamera eben diese Szenarien bereits vor, kann ich Messfehlern vorbeugen, und die Kamera tut das ihrige, um sich richtig auf die Beleuchtung, die ungefähre Entfernung des Motivs und damit auch der Farbqualität anzupassen. Die Einstellung eines solchen Programms macht die Kamera auch schneller, da sie weniger selbst ermitteln muss. Leider kommt es bei einigen Kameramodellen vor, dass der reine Automatikmodus das Auslösen Bremst.

Objektiv

a) Besser zielen

Ein Vorteil, den ich in meiner Anfangszeit sehr zu schätzen gelernt habe. Gerade für uns Blinde eignet sich eine Kompakte allein schon, weil sie über ein kleines Objektiv verfügt. Das eignet sich hervorragend, um das genaue Zielen zu üben. Schaltet man die Kamera ein, öffnet sich die Verblendung über dem Objektiv, und es fährt ein Stück aus. Hier kann ich gerade als blinder Fotograf sehr schön meine Finger an der Seite anlegen, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wohin ich ziele. Bei einem Handy habe ich, wenn ich nicht aufpasse bei so etwas auch schnell mal einnen meiner Finger auf dem Bild, was manchmal mehr als ärgerlich ist, wenn uns das ein ansonsten sehr schönes Bild verdirbt. Dieses Hilfsmittel sollte man anfänglich auch wirklich hemmungslos nutzen.

b) Schutz der Linse

Wie oben schon gesagt, noch ein kleiner Vorteil des Objektivs. Wir müssen uns nicht gar zu viele Sorgen machen, wenn wir das gute Stück mal eben irgendwo hinlegen, in die Tasche oder den Rucksack, oder ganz männlich, in die hintere Hosentasche stecken. Wird die Kamera ausgemacht, fährt das Objektiv automatisch wieder ein, und eine kleine Verblendung schließt sich über der Linse. Das befreit uns natürlich trotzdem nicht davon, das gute Stück hin und wieder zu reinigen, aber wir müssen uns keine übermäßigen Sorgen machen, der Linse durch Unachtsamkeit gleich Schaden zuzufügen.

Aufhellblitz, Hilfslicht, Iso-Wert.

Hä? Was ist das denn? So hab ich am Anfang dagestanden, bis ich durch Herumprobieren die Vorteile dieser Funktionen herausbekommen habe.

a) Aufhellblitz

Den bieten inzwischen die meisten Kompaktkameras. Der Aufhellblitz ist für die Kamera, wenn man ihn nicht bewusst einsetzt, eigentlich nur eine technische Hilfe. Wenn ihr in dämmrigen oder dunklen Szenarien fotografieren wollt, bietet er sich auf jeden Fall an.

Der Ablauf ist folgender: Ihr visiert ein Motiv im Dunkeln an und drückt den Auslöser durch. Der Aufhellblitz, wenn in den Einstellungen aktiviert, blitzt dann einige Male vor, und bietet der Kamera so die Möglichkeit, die Umgebungsverhältnisse zu messen. So bestimmt das Gerät, wie lang der Hauptblitz anhalten soll. Ist die Kamera mit der Messung fertig, kommt es dann zur eigentlichen Auslösung, mit der vorher berechneten Blitzdauer

b) Hilfslicht

Das Hilfslicht ist ein beliebtes Mittel, wenn ich die Überbelichtung eines Motivs vermeiden möchte. Das Hilfslicht, wenn eure Kompakte über eins verfügt, beginnt bereits zu leuchten, wenn ihr den auslöser halb durchdrückt. Auf der einen Seite hilft es der Kamera ebenfalls, die Umgebung richtig zu messen und das Hauptmotiv ggf. einzuschärfen, es ist aber auch eine Belichtungsmöglichkeit, wenn man auf den Blitz verzichten und eine möglichst natürliche Lichtatmosphäre haben möchte.

Natürlich kann es euch trotzdem passieren, dass dem Gerät das Hilfslicht nicht reicht, und der eigentliche Blitz sich trotzdem zuschaltet. Man sollte sich aber auch aus einem anderen Grund genau überlegen, ob man diese Funktion nutzt. Leider haben viele Hersteller das Problem noch nicht ausgeräumt, dass die Hilfslichter oft leichte Farbstiche haben, also leicht ins grünliche, bläuliche oder sogar rötliche gehen. Möchte man ein möglichst natürliches Hilfslicht haben, wird man bei den Kompakten schwer fündig und muss leider tiefer in die Tasche greifen. Ich selbst nutze das Hilfslicht eigentlich nie, da gibt es andere Möglichkeiten, um in der Dämmerung oder bei Nacht gut belichtete Bilder zu machen.

Iso-Wert

Eigentlich möchte ich demnächst dem kapitel Belichtung einen extra Artikel zuordnen, aber da nicht nur Nutzer der Kompakten, sondern auch der eine oder andere Handyfotograf über das Wort Iso gestolpert sein dürften, schneide ich es hier kurz an. Der Iso-Wert steht ganz einfach für die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Stellt euch den Bildsensor einer Kamera – egal welchen Typs – wie die Netzhaut im Auge vor. Dort werden Informationen wie Licht und Farben hingeleitet. Ich habe nun mit meiner Kamera die Möglichkeit, diese Lichtempfindlichkeit einzustellen.

Früher, als man noch analog fotografiert hat, wurde das über verschiedene Fotofilme geregelt. Man kaufte sich also seinen Film, auf dem dann die Iso-Werte standen wie z.B. 200, 400, 600, etc. Natürlich war da der Nachteil, dass man mit solchen Filmen dann wirklich nur unter den Lichtbedingungen fotografieren konnte, die der Film selbst vorgab. Heute im digitalen Zeitalter haben wir das Problem nicht mehr.

Wollt ihr also dem Blitz die Arbeit erleichtern, oder ihn vielleicht sogar ganz unnötig machen, könnt ihr euch bei Kompakter und Handy der Iso-Werte bedienen.

Als Richtlinie gilt etwa.

Tageslicht: Iso 80 – 200

Dämmerung: Iso 200 – 600

Nacht ab Iso 800

Macht euch keinen Kopf, dass ihr komplett die falschen Werte nehmt, die Kameras bieten die Iso-Werte so oder so nur in größeren Schritten an. Und wer sich gar nicht herantraut, der kann, wie oben schon gesagt, auch auf die Programme zurückgreifen, aber ein ausprobieren lohnt sich allemal, man kann, setzt man nicht das Blitzlicht ein, sehr schöne Stimmungen einfangen, auch wenn es ringsum wenig Licht hat.

Das sind grob zusammengefasst die Vor –und Nachteile von Kompaktkameras. Im nächsten Post rede ich erst einmal über die „Megapixel-Lüge“ und gebe euch ein paar Tipps zum Kauf vom Kompaktkameras.

Bis dahin

Eure Nadine

Foto von Nadine Alexander-Meißinger

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Zehra und die Schaukel – Reise in die Kindheit Teil 2

Eine lachende Frau auf einer Schaukel

Bild: Susanne, Text: Tatjana
Schließe Deine Augen und folge uns weiter zum nächsten Ziel unserer Reise in die Kindheit…
Dazu haben wir uns einen wunderschönen Spielplatz ausgesucht.
Ein Ort, den wohl jedes Kind als schön empfindet. Er liegt inmitten eines schattigen Parks, was uns die Hitze des Tages erträglicher macht. Ebenso dämpft das Grün die Geräusche der Großstadt. Es ist außer den fröhlichen Kinderstimmen und den Vögeln kaum etwas zu hören. Dazu liegt der Duft des Frühsommers in der Luft.
Beim Rundgang über diesen Spielplatz ist es die Schaukel, die es uns angetan hat. Und so entscheiden wir uns diese als „Bühne“ für unser nächstes Bild mit Zehra zu nutzen.
Zehra ist eine junge Frau, die für unsere Fotos die Hauptrolle übernommen hat.

Daher sehen wir sie zentral im Bild in Großaufnahme, auf einer Schaukel sitzend.
Sie scheint in einem sehr fröhlichen Moment fotografiert worden zu sein, denn ihr Gesicht strahlt aus tiefstem Herzen, sodass sich um ihre Augen herum zahlreiche Lachfältchen gebildet haben, und sich um ihre Mundwinkel tiefe Grübchen zeigen. Das Lachen ist so offen und ehrlich, dass es fast ansteckend wirkt…

Auffällig ist, dass das gesamte Bild von einer Unschärfe überlagert ist – scheinbar, da die junge Frau während der Schaukelbewegung fotografiert wurde. Die Unschärfe des Bildes könnte von der Fotografin gewollt oder unbeabsichtigt durch die Bewegung der Schaukel entstanden sein. Egal wie, sie vermittelt genau das was wir wollen, ein Gefühl von Leichtigkeit und Dynamik, fast ein bisschen als könnten wir selbst auf der Schaukel mitschwingen.

Zehra ist zierlich und hat ein sehr südländisches Aussehen.
Ihre Haare sind schulterlang, sehr dunkel – fast schwarz und leicht gelockt. Die junge Frau trägt ihre Haare offen. Dadurch sehen wir ihr ganzes Gesicht das ebenso zierlich und oval geformt ist.
Ihr Blick ist etwas zur Seite gewandt, weshalb wir Zehra leicht im Halbprofil sehen und ihr Ohr zu sehen ist. In diesem trägt sie einen Ohrring mit Anhänger – einen in Silber gefassten türkisfarbenen Schmuckstein. Die gleiche Optik spiegelt sich auch in der Kette wider, die sie um ihren Hals trägt.

Mit der rechten Hand hält sich Zehra an der Kette der Schaukel fest, während sie in ihrer linken Hand eine wunderschöne große, tiefrote Rosenblüte hält.
Gekleidet ist Zehra mit einem sommerlichen Oberteil, das sofort den Blick auf sich zieht, da es besonders auffällig gemustert ist. Leuchtend bunte Blüten sind auf einen tiefschwarzen Hintergrund gestickt. Die leuchtenden intensiven Farben des Oberteils und das tiefe Rot der Blüte stechen stark aus dem Bild hervor.

Im Hintergrund des Bildes sehen wir fast über das gesamte Bild verteilt die beige Sandfläche auf der sich die Schaukel befindet. Dahinter lässt sich ganz oben im Bild ein kleines Stück einer grünen, aus Blättern bestehenden Hecke erkennen.

Das Bild strahlt durch die Bewegtheit, in der sich Zehra auf der Schaukel befindet, sehr viel Freude und dynamische Leichtigkeit aus, die sich auch in ihrem vor Freude strahlenden Gesicht widerspiegelt. Die leichte Unschärfe lässt die Gesichtszüge der Frau sehr weich erscheinen und lässt sie in einer fast makellosen Schönheit erstrahlen.
Und so sitzt da sicherlich in ihrem Inneren die Erinnerung, an einen schönen Sommertag in der Kinderzeit, mit auf der Schaukel… Erinnern Sie sich auch wieder?

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Das Mädchen und der Junge von Silja

Eine junge Frau und ein junger Mann sitzen auf einem weißen Tisch vor einer weißen Wand.

Beschreibung von Stefan:

Die Aufnahme erfolgte frontal. Der Hintergrund ist völlig weiß, es ist eine Wand in einem Raum, sie scheint glatt zu sein, ohne jegliche sich abzuzeichnende Struktur. Das Mädchen sitzt, für den Betrachter, rechts vom Jungen, der Junge links vom Mädchen. Sie heißt Julia, er Stefan. Sie sitzen beide auf einem Tisch, nicht direkt aufrecht, sich auch nicht an die Wand anlehnend, eher locker, etwas spannungslos.

Die Tischplatte ist ebenfalls weiß aber etwas dunkler als die Wand, vielleicht ein Altweiß. Das Bild ist leicht verschwommen, doch kann man alles erkennen. Der Tisch steht, mit einer der beiden Längsseiten direkt an der Wand. Die Beine der beiden porträtierten hängen an der anderen Längsseite, Knie abwärts, herunter.

Stefan ist direkt in der Bildmitte, zentral. Zöge man eine vertikale Mittelachse, so würde sie Stefan fast genau zweiteilen. Rechts hätte man Stefans rechte Körperhälfte und Julia, links den Rest. Julia dominiert die rechte Bildseite. Links von Stefan, ist nur weiße Wand und leichte Verschattungen an dieser, von den Protagonisten, zu sehen. Stefans Kopf, genauer gesagt sein geschlossener Mund, stellt fast den Mittelpunkt des Bildes dar. Würde man eine horizontale Mittelachse durch das Bild ziehen, so würde sie die Köpfe vom Rest der Körper trennen. Durch diese Asymmetrie wirkt das Bild dynamisch, durch die leichte Unschärfe gleichzeitig weich.

Die ausschließlich natürliche Lichtquelle kommt von der rechten Bildseite her. Es ist das Tageslicht, welches durch die Fenster in dem Raum, fällt. Es wirkt als wäre es gedämpft, kein direkter Sonnenschein, eher bewölkt, bedeckt. Sehen kann man die Fenster, durch die das Licht fällt, nicht.

Julia trägt ein schwarzes „Longsleeve“, ein langärmliges T-Shirt, sowie eine kurze, die Farbe sich kaum von der der Tischplatte zu unterscheidende, Hose. Die Hose ist kurz, ziemlich kurz. Sie endet im oberen drittel der Oberschenkel. Doch ist sie nicht zu kurz, kein „Hotpants“, nicht hauteng, eher sportlich. Stefan trägt eine graue Jeans, ein graues T-Shirt mit einer vertikal aufgedruckten, an eine Amerika Flagge erinnernde Flagge, unter einem, vollends geöffnetem Kapuzenpullover mit Reizverschluss, welcher aus Baumwolle besteht und dunkel blau ist. Er hält seine Hände locker zwischen seinen Oberschenkeln. Sie, ihre rechte Hand auf die linke gelegt, ebenfalls, auf ihren überschlagenen, Oberschenkeln. Ihre Schultern berühren sich.

Stefan schaut, mit einem verlegenen Lächeln und einem, leicht von Julia abgewandtem und leicht nach unten geneigtem Kopf, zu Boden. Julia schaut mit offenem Mund, lächelnd, knapp links an der Kamera vorbei.

Julia ist blond. Sie hat abgestuftes, an den längsten Stellen schulterlanges, offenes, leicht, im unterem bereich gewelltes, Haar. Stefan hat dunkles, langes, zu einem Zopf, welchen man nur erahnen kann, zusammengebundenes Haar. Er trägt einen schwarzen, cirka ein bis zwei Zentimeter langen Vollbart.

Die Stimmung scheint aufgelockert und entspannt zu sein.

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Eine blinde Kunstfotografin erzählt: Teil 2 Fotografieren mit dem Smartphone

In meinem ersten Post habe ich ja nun schon das eine oder andere über mich erzählt.
Ab jetzt soll es aber vornehmlich um die verschiedenen Kameratypen gehen, die wir so nutzen können, wo Vorteile, und wo die Nachteile liegen.

Hier also zuerst das, mit dem die meisten, und auch ich, anfangen und angefangen haben, das Handy, oder auch Tablet, das Prinzip ist das gleiche.

Vorteile:

Immer dabei

So gesehen ist das Handy unter bestimmten Voraussetzungen eine gelungene Einstiegsalternative. Diese Geräte sind heute inzwischen so gut, dass sich die Bildqualität locker mit der von kleinen und kompakten Kameras messen kann. In der Regel haben wir unsere Handys immer dabei und griffbereit für einen Schnappschuss. Sie übernehmen für uns das Denken, und erwarten keinerlei Fachwissen von uns. zumindest nicht bei den Motiven, die man als Einsteiger in der Regel fotografiert. Menschen, Tiere, Landschaften, vielleicht auch mal kleinere Objekte aus kurzer Entfernung. Wir können uns also voll aufs reine Fotografieren konzentrieren. Auf das Einschätzen unserer Umgebung, der Lichtverhältnisse und darauf, unser Motiv in den Fokus zu bekommen.

Einfache Bedienung

Ein weiterer Vorteil ist, dass die meisten Handykameras sich sehr gut auf ihre Umgebung einstellen können, sodass man als Nutzer nichts mehr machen muss. Aber Vorsicht, das gilt so nur für Tageslichtaufnahmen. Und einer der wichtigsten Vorteile, gerade für uns blinde und sehbehinderte Fotografen, wer ein Android oder IOS Handy hat, hat sogar eine Kamera mit Sprachausgabe und kann, sollte er doch was verstellen wollen genau prüfen, was er da wie eingestellt hat.

eine Dahlie von schräg unten fotografiert

Nachteile

Nachtaufnahmen

Die meisten Handykameras schwächeln ein wenig bei Dämmerung und im Dunkeln. So eine Nachtaufnahme hat definitiv etwas für sich, aber hier kommt die Crux mit den Automatiken.Man kann dem Handy überlassen, wann es den Blitz zuschaltet, was für jemanden, der gar keinen Restvisus mehr hat vermutlich am besten wäre, da wir die Lichtverhältnisse nicht abschätzen können. Oftmals neigt so ein Handy dann aber dazu, das Motiv überzubelichten. Das heißt, dass Farben zu hell werden, Linien zu scharf, bei einem Portrait kann die Haut fast weiß wirken,  und das Foto kann im Allgemeinen sehr flach werden.
Nicht viele Handys schaffen es, in der Dämmerung oder Nacht ein naturgetreues Foto zu schießen, was aber auch daran liegt, dass der eingebaute Blitz meist sehr hell ist. Beliebt sind solche Fotos gerade, weil das Hauptmotiv, im Idealfall, taghell abgelichtet ist, der Hintergrund ist aber nächtlich.

ein überbelichtetes, gelb wirkendes Gesicht

Bildstabilisierung

Viele Handys haben so einen Bildstabilisierer, der eigentlich gegen ein verwackeltes Bild helfen soll. Verwackelte Fotos sind verschwommen, flach, Farben sind meist schwer zuzuordnen, umrisse werden schwammig oder verschwinden. Die Stabilisierung von Handykameras reicht meistens nicht aus, um Wackler beim Fotografieren ausreichend auszugleichen. Natürlich hilft hier die ruhige Hand immer noch am Besten, also nicht ärgern, wenn der Schnappschuss verwackelt ist, und bei ruhigen Motiven einfach Zeit lassen, dann geht das auch so.

Zoom

Es gibt zwei Arten von Zoom; den optischen und den digitalen. Zum optischen in einem anderen Post mehr, aber die Handys verfügen nur über einen digitalen Zoom. Das heißt, dass ich mir mein Motiv nicht wirklich näher heranhole, das Handy nimmt nur einen Bildausschnitt, und vergrößert diesen. Meistens geht das nicht ohne Verlust der Bildqualität einher.

Ein verwackelter und unscharfer Skorpion.

Aber bei all diesem Pro und Kontra muss ich noch mal sagen, das Handy ist das perfekte Einstiegswerkzeug.

Allgemeine Tipps

Mal ein paar kleine Tipps, die einigen von euch sicher klar sind, aber manchmal auch so banal, dass man dann doch nicht dran denkt.

1. Linse sauber halten.

Und es stimmt, man denkt manchmal nicht dran. Wir telefonieren mit dem Handy, und legen schnell mal den Finger aufs Objektiv. Wir stecken das gute Stück in die Tasche, Finger auf dem Objektiv. Das geht halt doch sehr schnell. Und je nach dem kann bereits ein Fingerabdruck das Bild neblig oder trübe machen. Wenn man sein Handy zum Knipsen nutzt, sollte man immer ein Brillenputztuch dabei haben, das auch für optische Geräte geeignet ist. Egal ob Mikrofaser oder Einmal-Putztuch. Bitte nicht einfach mit irgendetwas drüberwischen, was dafür nicht geeignet ist, sonst bekommt die Linse schnell sog. Polierkratzer, und leidet auf Dauer darunter.

2. Nicht zoomen.

Wollt ihr ein Motiv näher haben, geht ran, wenn ihr könnt. Dann ist das Bild auch sauber. Zoomen lässt es schnell körnig wirken, wie oben schon beschrieben.

3. Knopf drücken

Wenn eure Handykamera einen physischen Auslöser, also einen Knopf am Gehäuse hat, nutzt den. Sobald man das Handy ausrichtet und einen Knopf auf dem Bildschirm erwischen muss, verwackelt das Bild schnell mal, weil man das Gerät dann mit einer Hand ausrichten und stillhalten muss. IPhone-Kameras lassen sich z.B. mit den Lautstärketasten auslösen.

4. Auf Lichtverhältnisse achten

Handys mögen Gegenlichtaufnahmen meistens nicht. Wollt ihr also tagsüber fotografieren, geht in den Schatten, oder fotografiert mit der Sonne im Rücken oder von schräg hinten, manchmal klappt es auch recht gut, wenn die Sonne von der Seite kommt. Die Mittagssonne ist da oft ein Problem, weil ihr Licht etwas hart und ziemlich hell ist, sie verdirbt uns damit bei Portraits zum Beispiel feine Gesichtslinien und andere kleine Details.
Früh am Tag, oder wenn es langsam auf den Sonnenuntergang zugeht, lassen sich bessere Aufnahmen machen. Das Licht wird dann etwas schwächer und wärmer, Konturen werden wieder deutlicher und feiner.

5. Aufpassen!

Und das gilt für jeden Kamera-Typ. Achtet immer drauf, nicht direkt in die Sonne zu fotografieren. Ihr kennt bestimmt dieses früher gern gemachte Experiment von Jungs, mit dem Ameisenhügel und der Lupe. Mit Sonne und zu Hilfenahme dieser bekommt man den Hügel leicht in Brand Gesteckt. Objektive bestehen oft aus mehreren Linsengruppen, und Linsen und Bildsensor von Handys nehmen dabei unter Umständen schweren Schaden, weil diese Linsen das Licht der Sonne extrem bündeln und verstärken.

6. Position der Linse

Und hier noch eins, was für uns als Blinde wichtig ist, zumindest hat es mir in den Anfangszeiten Probleme bereitet. Immer dran denken, dass sich die Linse der Kamera oft oben in einer Ecke oder am Rand versteckt, nicht in der Mitte. Man muss also wirklich mit der Linse zielen, nicht das Handy mittig draufhalten, sonst rutscht einem das Wunschmotiv schnell mal in eine Bildecke, wo man es gar nicht haben möchte.

Das sind nur einige Tipps, damit es nicht zu lang wird. Aber ausgeschöpft ist das Thema natürlich noch nicht.

Im Play- oder APP – Store gibt es natürlich auch noch diverse APPs zum Fotografieren und mit den vielfältigsten Effekten, aber das sprengt den Rahmen, und letztlich sollte jeder, wenn er denn möchte, dieses riesige Angebot selbst durchforsten und ausprobieren.

Wenn ihr zu Handykameras beziehungsweise Tablets noch Fragen habt, könnt ihr mir gern eine Nachricht über Facebook schicken, oder mich direkt per Mail anschreiben unter:
fotokunst@blind-click.de

Eure Nadine

Alle Bilder wurden von Nadine mit dem Handy gemacht. Skorpion und Gesicht dienen der Veranschaulichung unerwünschter Effekte.

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Träumend in der S-Bahn von Tina

Eine junge Frau schaut aus dem Fenster einer S-Bahn in dem sich ihr Gesicht spiegelt.

Portrait von Marit in der S-Bahn beschrieben von Flo

Die Fotografie zeigt ein Portrait von Marit, welche in der S-Bahn sitzt und mit verträumtem sowie leicht nachdenklichem Blick aus dem Fenster schaut. Der Oberkörper ist gerade zum Betrachter gerichtet und der Kopf nach links gedreht, wodurch ein seitliches Profil entsteht.

Sie nimmt ungefähr ein Drittel des Bildes ein und befindet sich auf der rechten Seite. Der rechte Bildrand schneidet ihre linke Schulter ab, die andere Schulter befindet sich ungefähr in der Mitte der Fotografie. Marit ist mit dem Körper zur Fotografin gerichtet, ihr Kopf ist seitlich nach Links gedreht wodurch ihr Seitenprofil deutlich sichtbar wird. Der untere Bildrand reicht bis knapp über Brusthöhe und vom schwarzen T-Shirt ist nur ein ungefähr 2 Zentimeter dicker, schwarzer Träger und schwarzer BH Träger ersichtlich.

Marit ist eine schlanke und junge Frau von ungefähr 25 Jahren. Ihre Haut an Oberarm, Schulter und Dekolletee wirkt auf der Fotografie sehr weich und eher hell. Der Hals und hintere Teil der Wange sind vom Schatten etwas abgedunkelt. Ihre Lippen, Wangen und Ohren sind leicht gerötet. Die dunkelbraunen Haare trägt Marit seitlich kurz und die längeren Haare sind über die Stirn von links nach rechts gekämmt.

Die linke Seite des Bildes zeigt einerseits das Fenster der S-Bahn, in welchem das Spiegelbild von Marit erkennbar ist. In der Spiegelung ist das vollständige Gesicht von Marit zu sehen. Andererseits ist auf der linken Seite des Bildes der Ausblick von der S-Bahn heraus erkennbar. Da die S-Bahn gerade in Fahrt zu sein scheint, ist dieser Teil des Bildes leicht verschwommen. Deutlich erkennbar sind jedoch Büsche, welche hellgrüne bis dunkelgrüne, volle Blätter tragen. Einige dieser Blätter wirken zudem heller, da sie von der von oben scheinenden Sonne beleuchtet und herausgehoben werden. Weiter ist hinter diesen Büschen ein Ziegeldach zu sehen, welches ebenfalls von der Sonne sehr hell leuchtet wird.

Beim genaueren und längeren Betrachten des Bildes ist noch eine weitere Person erkennbar. Sehr unauffällig und ganz klein im Hintergrund in der Mitte ganz am rechten Rand außen ist ein weiteres Gesicht erkennbar. Es zeigt eine weitere, weibliche Person welche in der S-Bahn sitzt. Von der ungefähr 50 Jährigen Frau mit kurzen Haaren ist nur sehr unscharf das Gesicht zu erkennen. Das Licht beleuchtet nur eine Seite ihres Gesichtes, die andere Hälfte ist durch den Schatten nicht zu sehen.

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Eile mit Weile… von Tina

Bildbeschreibung eines Portraits in einer Bahnhofskulisse von Anja

Junge Frau auf Bahnhofstreppe sitzend mit laufenden Menschen im Hintergrund.

Das Foto ist im Hochformat angelegt. Es zeigt ein Ganzkörperportrait einer jungen Frau (schätzungsweise Anfang 20), die den Blick nach unten gerichtet, auf einer Treppe sitzt. Es handelt sich augenscheinlich um eine sehr lange und steile Bahnhofstreppe mit 3 sichtbaren Absätzen, die rechts und links im Bild jeweils durch eine pastellgelbe, (und für viele Bahnhöfe typische) geflieste Wand begrenzt wird. An diesen Wänden sind dunkle Handläufe erkennbar, die sich von der Form her den Treppenabsätzen anpassen. Die einzelnen dunkelgrauen und schmutzig wirkenden Treppenstufen sind klar und deutlich zu erkennen. Als Stolperschutz am jeweils oberen Ende haben sie alle eine, mittlerweile sehr verblasste, weiße Kante.

Am oberen Ende der Treppe sieht der Betrachter ein Stück des Daches sowie eine Vielzahl der typischen blauen Beschilderungen und Anzeigentafeln mit weißer Schrift. Auf der vordersten ist sogar mit ein bisschen Fantasie noch die Aufschrift des Richtungsanzeigers der Ringbahn erkennbar.

Das Bildmotiv wurde fast zentriert aufgenommen, weist jedoch einen ganz leichten „Rechtsdrall“, also kleiner Schwenk zur rechten Seite auf. Der/die Fotograf_in befindet sich unmittelbar am Fuß der Treppe und richtet die Kamera nach oben hin zum Ende der Treppe aus. Das Ende ist erkennbar, macht jedoch durch die Perspektive einen weit entfernten Eindruck. Anscheinend handelt es sich bei dem Tag der Aufnahme um einen sonnigen Tag, denn oben auf dem Bahnsteig sind sehr helle Lichtverhältnisse auszumachen. Dieses Licht sorgt in dem Bild im oberen Drittel für harte Schattenspiele und Hell-Dunkel-Kontraste, die plötzlich und abrupt enden. Im unteren Teil des Fotos gibt es kaum noch Schattenspiele, da durch die künstliche und einheitliche Bahnhofsbeleuchtung alle Seiten ausgeleuchtet werden. Dies sorgt für gute, gleichmäßige Lichtverhältnisse, macht das Bild in meinen Augen jedoch auch ein wenig eintönig.

Im Fokus steht, wie oben bereits erwähnt, eine junge Frau mit glatten, mittellangen, dunkelblonden Haaren, die sie offen trägt. Auf ihrer linken Seite fallen die Haare nach vorne über die Schulter und auf der rechten Seite sind sie locker nach hinten gelegt. Sie sitzt, aus vertikaler Sicht, ziemlich genau in der Mitte am unteren Ende auf der Treppe, die Arme locker auf ihre Knie gelegt und lächelt direkt in die Kamera. Sie trägt ein dunkelgraues Shirt mit roter Aufschrift, kurze Shorts, von denen auf dem Bild jedoch nichts zu sehen ist, da die unbekleideten Beine im Vordergrund sind. Außerdem fallen dem Betrachter sehr schnell ihre dunkelroten Sneakers mit der weißen Sohle, der schwarze Riemen ihrer Tasche, der quer von der linken Schulter zu ihrer rechten Hüfte geht und eine vielzahl von schwarzen, feinen Armbändern am rechten Handgelenk, ins Auge.

Neben der porträtierten Person befinden sich noch weitere 6 Menschen auf diesem Bild. Hierbei handelt es sich um mindestens eine Frau und drei Männer, zwei Personen sind nicht eindeutig erkennbar, da sie entweder verdeckt sind oder bereits zu weit oben und sich somit im etwas überbelichteten Teil des Fotos befinden. Alle fünf befinden sich auf dem Weg nach oben zum Bahnsteig und sind demnach von hinten abgelichtet worden. Deutlich erkennbar ist in der linken Bildhälfte eine junge Frau im schwarzen Top und hellblauen Jeanspants, etwas weiter vor ihr befindet sich ein Mann mittleren Alters in einem roten Hemd mit beigefarbenen kurzen Hosen und einem etwa gleichfarbigen Rucksack. Im rechten Teil des Bildes sieht man neben den beiden Personen, die nicht mehr richtig identifiziert werden könnnen, ebenfalls einen Herren mittleren Alters. Er trägt ein helles, großflächig kariertes Hemd in Kombination mit einer Jeanshose mit auffälliger Waschung und hält in seiner rechten Hand eine 0,5l Wasserflasche. Nahezu auf gleicher Höhe befindet sich ein weiterer Mann, das Alter ist schwer zu schätzen – denke jedoch er ist etwas jünger. Er trägt ein Jeanshemd mit einer hellen langen Hose und hat über der Schulter ein Tasche quer gehängt.

Obwohl das Bild aufgrund der Lichtverhältnisse und der Bahnhofumgebung auf den ersten Blick etwas Schmuddeliges (die Treppen) und klinisches (geflieste Wände) an sich hat, würde ich die Stimmung des Bildes jedoch als sehr entspannt beschreiben. Alle abgelichteten Personen machen auf mich einen recht lockeren und ausgeglichenen Eindruck. Die Leute, die in Bewegung nach oben sind, gehen gemächlich und sind nicht in Eile und die Hauptperson sitzt ganz entspannt auf der Treppe und lächelt freundlich in die Kamera.

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