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Warum eigentlich 100 Meisterwerke?

Regelmäßigen Lesenden unseres Blogs ist sicher schon aufgefallen, dass wir im letzten Jahr angefangen haben 100 Meisterwerke zu beschreiben. Dank der fleißigen Studierenden der Alice-Salomon Hochschule Berlin, die sich in einem Seminar ausführlicher mit Bildbeschreibungen beschäftigen, und unserem Korrekturteam findet ihr inzwischen fast 60 Beschreibungen in der Kategorie 100 Meisterwerke. Diese bunt gemischte Sammlung enthält berühmte Gemälde, Grafiken und Fotografien in den verschiedensten Stilen und aus den unterschiedlichsten Kunstepochen. Die Reihenfolge ist willkürlich, da wir keine Hitliste erstellen wollen, die Verschiedenheit der Werke macht einen Vergleich unmöglich. Erstellt wurde die Auswahl gemeinsam von sehenden und blinden Künstlern, Kunstkritikern, Kunsthistorikern und interessierten Laien. 100 ist nur ein Anfangsziel und wir freuen uns über weitere Vorschläge.

Entstanden ist das Projekt aus einer Seminarrehe darüber, was eigentlich ein „gutes Bild“ ausmacht und wodurch ein Werk berühmt wird. Damit ein Werk für Sehende aus der täglichen Bilderflut herausstricht, muss es entweder aus einem wichtigen historischen oder kulturellen Kontext heraus entstanden sein oder die Aufmerksamkeit des Betrachtenden sofort auf sich ziehen. Letzteres kann zum Beispiel durch ein seltenes oder emotional berührendes Motiv, durch interessante Techniken oder durch ungewohnte Blickwinkel erreicht werden. Um solche Bilder handelt es sich bei unseren 100 Meisterwerken, von denen viele ikonisch sind und sozusagen zum visuellen Allgemeinwissen gehören. Auch ohne Wissen über Künstler und Entstehungsgeschichte, haben viele Betrachtende das Gefühl ein Foto oder Gemälde irgendwo schon einmal gesehen zu haben.

Auch wenn es inzwischen häufiger blindengerechte Museumsführungen und Audioguides gibt, fehlt vielen blinden und sehbehinderten Menschen dieses Allgemeinwissen der visuellen Kunst. Vielleicht macht der mangelnde Vergleich die Werke vieler blinder Künstler auch so einzigartig, aber wir wollen mit unseren 100 Meisterwerken versuchen diesen Nachteil auszugleichen und hoffentlich neues Interesse für bildende Kunst und Kunstgeschichte wecken.

Wir freuen uns wie immer über Kommentare, Rückfragen und vorschläge für weitere Meisterwerke

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100 Meisterwerke: 57. „Olympia“ von Édouard Manet

Olympia

„Olympia“ ist ein Ölgemälde auf Leinwand mit den Maßen 130, 5 × 190 Zentimeter. Es ist eines der Hauptwerke des Französischen Malers Édouard Manet aus dem Jahre 1863 und befindet sich heute in französischen Staatsbesitz im Musée d´Orsay.

Im Vordergrund liegt eine nackte, junge Frau ausgestreckt auf einem Bett. Sie hat rotbraunes, hochgestecktes Haar. Auf ihrer linken Seite ziert eine auffällige, große rosa Blume die Frisur. Ihren Oberkörper hat sie auf der linken Bildseite halb aufgerichtet gegen zwei große weiße Kissen gelehnt. Dabei stützt sie ihr rechter Arm, der ein goldenes Armband mit einem kleinen Anhänger trägt. Um den Hals hat sie ein schmales, schwarzes Band, das wie ein Geschenkband zu einer Schleife gebunden ist. An diesem Band ist eine helle Perle oder ein Diamant befestigt. Ihr dezenter Ohrschmuck passt zu diesem Stein.

Die Frau hat ein ovales Gesicht, braune mandelförmige Augen und dunkle Augenbrauen. Ihre Nase passt zu den Proportionen des Gesichtes. Ihre Lippen sind etwas voller. Sie scheint geschminkt zu sein. Ihre Augen wirken betonter, vermutlich durch Mascara und sie hat leicht rötliches Rouge auf den Wangen. Ihre Lippen sind ebenso in einem leichten Rot-Ton geschminkt. Sie schaut nachdenklich oder ernst zum Betrachtenden.

Die linke Hand liegt auf ihrem rechten Oberschenkel und verdeckt ihren Schoß. In dieser Haltung wendet die junge Frau nicht nur ihren Oberkörper, sondern auch ihr Gesicht offen dem der Betrachtenden zu. Ihr Gesäß und die übereinander geschlagenen Beine liegen auf einem cremefarbenen Tuch, das am Rand mit Blüten sowie goldfarbenen Fransen  verziert ist. Das Tuch verdeckt einen Teil des darunter liegenden weißen Bettzeuges. Die Frau hält eine Ecke des Tuches in der rechten Hand. Seitlich unter dem Bettzeug ist die dunkelrote Polsterung des Bettes zu erkennen. Die Frau trägt feine, hellgelbliche Pantoffeln, jedoch ist der rechte Schuh auf das Bett gefallen, so dass der rechte Fuß nackt ist. Allerdings wird er durch das Überschlagen der Beine vom linken Fuß samt seinem Pantoffel verborgen.

Hinter dem Bett steht leicht vorgebeugt eine schwarze Frau. Diese Frau hält vor ihrer Brust einen in weißes Papier gehüllten, üppigen, bunten Blumenstrauß. Sie wendet sich der liegenden Frau zu und blickt sie an. Es scheint als würde sie die nackte junge Frau beobachten. Bekleidet ist diese zweite Frau mit einem rosafarbenen Kleid und einem gemusterten Kopftuch. Man erkennt nur ihr linkes Ohr, an dem sie einen längeren herabhängenden, roten Ohrschmuck trägt. Ihr Gesicht ist schwer zu erkennen, da sich dieses kaum vom dunklen Hintergrund abhebt. Auf dem Fußende des Bettes steht eine kleine schwarze Katze mit hoch emporgerecktem Schwanz, die die den Betrachtenden direkt mit ihren hellen Augen anblickt.

Im Hintergrund sieht man ein in dunklen Farben gestaltetes Zimmer, das fast ohne räumliche Tiefe dargestellt ist. Ein auffälliger, goldfarbener Streifen teilt es vertikal in zwei verschieden große Abschnitte und endet beinahe im Schambereich der liegenden Frau. Dieser Streifen bildet die Zwischenlinie zwischen der braun-goldenen Tapete, die die Wand auf der linken, schmaleren Seite bedeckt und der rechten Seite die mit einem dunkelgrünen Vorhang behängt ist. Auf der linken oberen Seite des Hintergrundes, auf Höhe des oberen Bettendes, ist dieser schwere dunkelgrüner Vorhang nochmal gerafft zu sehen. Der Vorhangstoff findet sich wie eben schon erwähnt auch rechts von der Tapete bzw. dem goldenen Streifen im Bild wieder. In der Mitte ist der Vorhang geteilt und scheint einen Durchgang zu bilden. Der Spalt ist im oberen Teil hell und im unteren Teil dunkel, es scheint als wäre es eine Tür.

Die farbliche Gestaltung des Bildes ist auf wenige Farbtöne begrenzt. Hauptsächlich finden sich Weiß, Schwarz, ein ins Blaue gehendes Dunkelgrün,  Goldbraun und ein Rot-Ton, sowie Beige für die Haut der porträtierten Frau und das Tuch, auf dem sie liegt. Alle Farben bilden Kontraste. Die Umrisse der Katze sowie der Kopf der stehenden Frau verschwinden fast vor dem dunklen Hintergrund der Vorhänge.

Die Stimmung wirkt auf mich eher angespannt und nachdenklich. Nur die Katze scheint unbeschwert zu beobachten. Der Fokus liegt eindeutig auf der nackten Frau, da diese durch ihre helle Hautfarbe und das helle Bettzeug, auf dem sie liegt, sehr hervorsticht. Im Pariser Salon von 1865 löste das Bild einen der größten Skandale der Kunstgeschichte aus.

Bildquelle: Wikipedia.org

Text: Lydia Jander und Wikipedia

 

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100 Meisterwerke: 56. „Adam“ von Rudolf Hausner

Adam

Das Bild „Adam“ wurde von dem Österreichischen Maler und Grafiker Rudolf Hausner in den 1960er Jahren angefertigt. Hausner war ein Vertreter der Wiener Schule des Fantastischen Realismus.

Das farbige, querformatige Ölgemälde ist von einem schmalen, gräulichen Holzrahmen umrandet. Im Mittelpunkt befindet sich ein 10 bis 13-jähriger Junge. Er ist vom Kopf bis zur Schlüsselbeinhöhe abgebildet, ab Brustbeginn ist er durch einen schmalen schwarzen Rahmen verdeckt. Dieser schwarze Rahmen zieht sich durch das ganze Bild und setzt quasi einen inneren Rahmen zusätzlich zum Holzrahmen. Dieser gemalte schwarze Rahmen ist am oberen und linken Rand des Bildes um einiges breiter und verläuft sich links in ein intensives rot.

Der Junge trägt ein weißes Oberteil mit dunkelblauem Kragen. Die Ärmel sind ¾ lang und durch einen blauen schmalen Bund abgegrenzt. Der Blauton ist derselbe wie der am Kragen. Allerdings sieht man nur einen Arm, nämlich den linken Arm vom Jungen aus gesehen. Diesen hält er leicht angewinkelt nach oben mit einer roten mittelgroßen Fahne in der Hand. Von dem anderen Arm ist nur die Schulter zu sehen. Außerdem trägt der Junge eine weiß-blaue Mütze, die einer Schifffahrtsmütze ähnelt. Insgesamt wirkt er wie ein Matrosenjunge.

Er hat kurzes, rotes Haar und einen kurzen Pony, der ihm in die Stirn fällt. Seine Augen sind dunkel, er hat volle rote Lippen, die weder lächeln, noch traurig herunterhängen. Seine Nase und seine Ohren sind verhältnismäßig zu seinem Gesicht groß. Insgesamt wirkt er eher neutral. Obwohl er den Mittelpunkt des Gemäldes darstellt, nimmt er einen verhältnismäßig kleinen Raum des Bildes ein. Direkt hinter ihm zieht sich, wie ein Rahmen um sein Gesicht, ein bräunlich-gelbes trapezförmiges Viereck zum Mittelpunkt des Bildes hin. Seinen Rand bilden eine Reihe undeutlicher dunkler Büschel, die wie Baumkronen in der senkrechten Draufsicht wirken. Der hintere Rand hat sehr kurze dünne, nur angedeutete Baumstämme. Wo wir ein Schiff vermuten würden, sieht es aus wie die unpassende perspektivische Sicht auf ein Stück Park. Den übrigen Hintergrund bildet ein leuchtendes Blau, das am oberen Bildrand etwas dunkler beginnt und in ein sehr helles Wasserblau am unteren Rand übergeht.

Bildquelle: ebay.de

Text: Stefanie Rode

 

 

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100 Meisterwerke: 55. „Der Blindensturz“ von Pieter Bruegel

Der Blindensturz

Der Blindensturz ist ein Gemälde des niederländischen Malers Pieter Bruegel des Älteren. Es entstand im Jahre 1568 und ist der europäischen Kulturepoche Renaissance zuzuordnen. Das Gemälde ist in einer reduzierten Palette aus Braun- und Blaugrautönen gehalten und wurde mit Temperafarben auf Leinwand aufgetragen. Das querformatige Originalgemälde hat die Abmessungen 154 cm × 86 cm und ist heute im Museo di Capodimonte in Neapel zu besichtigen.

Das Gemälde zeigt eine Gruppe sechs blinder Männer, die im Gänsemarsch diagonal von links oben nach rechts unten das Bild durchqueren und dabei auf abschüssigem Gelände einer nach dem anderen ins Stolpern geraten. In der linken unteren Ecke wird die Gruppe durch den Bildrand von der Betrachterin getrennt.

Die Szene spielt sich auf einer in hellen Brauntönen gehaltenen Dorfwiese ab. Links oben, hinter den letzten beiden Männern, sieht man zwischen einigen dürren Bäumen die braunen Dächer zweier mit Reet gedeckten Häuser. Auf der rechten Bildseite ist ein von Bäumen gesäumtes Gewässer zu sehen. Möglicherweise ist es ein Bach.

Den Hintergrund bilden ein überwiegend grün bewachsener Hügel und, neben einigen weiteren Bäumen, eine in blaugrau dargestellte Dorfkirche. Die Wiese endet vorn links im Bild an einem Abbruch, der weißen Boden erkennen lässt. Entlang dieser Abbruchkante verläuft die Wiese, auf der sich die sechs Männer bewegen abschüssig, schräg nach unten.

Die Männer tragen typisch mittelalterliche Kleidung in vorwiegend Grau- und blassen Blautönen: Bundhosen mit weißen Strümpfen und schwarzen Schuhen, darüber eine lange Jacke, die von einem Gürtel zusammengehalten wird. Die beiden Männer in der Mitte haben jeweils eine Ledertasche am Gürtel befestigt. Über die Jacken haben alle Männer weite, am Hals gebundene und vorn offene Umhänge um die Schultern geworfen. Jeder von ihnen trägt Kopfbedeckung – einen Hut, eine Kappe oder eine Haube, einige auch beides. Die Kleidung lässt vermuten, dass es Herbst ist.

Jeder zweite Mann hat einen langen, hölzernen Stab in der Hand. Die Blinden sind wie an einer Kette aufgereiht unterwegs: Jeder hat die Schulter des Vorangehenden oder dessen nach hinten gereichten Blindenstab erfasst, den Kopf mit den blinden Augen emporgehoben – während wohl jeder Sehende den Blick auf den unebenen Boden gerichtet hätte. Der vorderste der Männer ist bereits gestürzt. Er liegt nun mit dem Rücken in dem Gewässer am rechten Bildrand, die angewinkelten Beine der Betrachterin entgegengestreckt und die Arme hilflos emporgehoben. Mit der rechten Hand umklammert er den Holzstab. Die Finger seiner linken Hand sind durch das Bildende abgeschnitten. Rechts neben ihm halb im Wasser eine braune Tasche.

Der zweite in der Reihe wurde von dem Gestürzten mitgerissen und ist im Moment des Fallens dargestellt. Sein Körper ist bereits um 45 Grad nach vorn (im Bild nach rechts) gekippt, er hat den Kopf der Betrachterin zugewandt – der Schrecken ist ihm ins Gesicht geschrieben. Der Mund ist weit aufgerissen. Bei genauer Betrachtung kann man bei ihm die Ursache seiner Blindheit feststellen. Ihm wurden die Augen ausgestochen.

Nach einer kleinen Lücke folgt der dritte Mann auf den zweiten. Er befindet sich in der vorderen Bildmitte. Mit seiner nach vorn gestreckten linken Hand hält er den Stock seines Vordermanns fest. Dadurch kommt er ebenfalls ins Stolpern. Er ist bereits ein wenig nach vorn (im Bild nach rechts) geneigt. Sein Gesicht zeigt die Verwunderung über das Geschehen vor ihm, das er wohl nur erahnen kann. In der linken Hand hält er seinen hellen breitkrempigen Hut.

An ihren Gesichtsausdrücken ist zu erkennen, dass die drei anderen (in der linken Bildhäfte) noch nicht ahnen, was ihnen bevorsteht. Sie tappen im Gänsemarsch hinterher. Dabei hält sich die vierte und fünfte Person jeweils mit der linken Hand an der rechten Schulter des Vordermanns fest. Den fünften und sechsten Mann verbindet ein Stock, den beide in der rechten Hand halten. Der Letzte hält zusätzlich noch einen weiteren Stock, senkrecht als Gehhilfe, in seiner linken Hand.

Die Einzelbilder der sechs Gestalten könnten auch die Bewegung eines einzelnen Stolpernden in verschiedenen Phasen zeigen, der von links nach rechts, mit zunehmender Neigung durch das Bild kippt und schließlich zum Liegen kommt.

Bildquelle: wikipedia.org

Text Antje Köhn und Wikipedia

 

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100 Meisterwerke: 53. „Der Sämann vor untergehender Sonne“ von Vincent van Gogh

Das Gemälde „Der Sämann vor untergehender Sonne“ entstand im November 1888. Es wurde von dem Niederländischen Maler Vincent van Gogh gemalt und gehört zu einer Reihe von Gemälden typischer Ernte- und Landschaftsszenen, die der Maler in diesem Jahr anfertigte. Diese Kombination aus Landschaft und Mensch stellt eine besondere Variante dar; da anders als bei traditionellen Jahreszeitenszenen nicht nur das Feld, sondern auch der es bestellende Arbeiter abgebildet ist. Van Gogh zählt zu den Begründern der modernen Malerei. Das beschriebene Werk entstand im Französischen Arles und wurde in Öl auf einer 32 x 40 cm großen Leinwand gezeichnet. Heute ist es im Rijksmuseum Vincent van Gogh zusehen.

Auf dem Gemälde ist eine Herbstlandschaft dargestellt: ein Fluss, ein Getreidefeld sowie der von einer großen Sonne dominierte Himmel. Außerdem befindet sich eine Person auf dem Feld.  Der wagerechte Streifen des Horizonts teilt die Szene in zwei gleichgroße Abschnitte. Diagonal durch das Bild vom unteren, rechten bis zum oberen linken Bildrand verläuft ein dunkler Baum mit ein paar dünnen Ästen an denen wenige rötliche Blätter hängen. Ebenso von rechts unten bis zum Horizont – schräg nach links verlaufend ist ein Acker in verschiedenen Farben zu erkennen. Die verschiedenen Braun-Töne mit wenigen schwarzen Akzenten lassen die Ähren erscheinen als würden sie vom Wind bewegt.

Das Ende des Ackers wird durch einen schmalen Streifen von Wiese verdeutlicht, der genauso wie das Feld am Horizont endet. Der Horizont wird nur von der Person und von dem Baum unterbrochen. Dahinter verläuft ein hellblauer Fluss  in den vereinzelt dunklere Blaue Schraffierungen eingezeichnet sind. Außerdem führt vom rechten Bildrand ausgehend ein grün-brauner Pfad zum linken Bildrand und somit zum Feld. Auf dem Horizont der rechten Seite sind in der Ferne kleine, schwarz umrissene Bäume und Häuser zu sehen. Die Sonne ist durch einen großen, gelben Kreis dargestellt und leuchtet über den gesamten Himmel. Es wirkt als wäre das Gelbe der Sonne mit warmen orangeroten Strahlen, dies sich im Himmel wieder spiegeln, verbunden. Denn dieser ist keineswegs blau, sondern in der Farbe der Sonnenstrahlen gehalten.

Die Person befindet sich auf dem Feld und ist dunkel gezeichnet, wodurch sie schattenhaft wirkt. Sie trägt ein grünliches Gewand und eine Kopfbedeckung in der gleichen Farbe und aus identischem Stoff. Durch das Gewand ist nur ein wenig Haut zusehen, nämlich ein Teil des Gesichts sowie die Hände. Die Person wirkt leicht nach vorne gebeugt und ist nur bis unterhalb der Knie abgebildet. Der Kopf ist nach unten geneigt und lässt keine Gesichtszüge erkennen.

Die Person streut mit der offenen, rechten Hand etwas auf das Feld. Die linke hält das Gewand zusammen, dieses hat dadurch eine Raffung vorne auf der Brust. Beide Hände – vor allem jedoch die rechte – sind im Gegensatz zum Gesicht wesentlich detaillierter dargestellt und jeder einzelne Finger ist gezeichnet worden.

Bildquelle: Kunstkopie.de

Text: Mandy Buchwalsky

 

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100 Meisterwerke: 51. „Wilder Shores of Love“ Von Cy Twombly

Wilder Shores of Love

Cy Twombly  (geboren: Edwin Parker Twombly Jr. war ein US-amerikanischer Maler, Fotograf und Objektkünstler. Er zählt zu den bekanntesten Vertretern des amerikanischen Abstrakten Expressionismus. Sein unverwechselbarer Stil ist durch Schlieren, Kritzeleien, unfertige Skizzen und schriftähnliche Codes auf den Werken charakterisiert. Seine Malerei erinnert oft an „Schmiererein“ an Häuserwänden und Toilettenwänden und erweckt Assoziationen an die Bildsprache der später entstandenen Graffiti-Kultur.

Twomblys Bilder vereinen die Züge der abstrakten Malerei mit schriftzugartigen Zeichnungen zu einem sehr feinen gewebeartigen Grundkonzept. Dies trifft auch auf das Gemälde „Wilder Shores of Love“ (dt. „wildere Küsten der Liebe“) von 1985 zu. Das großformatige und fast quadratische Kunstwerk wurde mit Ölfarbe und Fassadenfarbe, Buntstift und Bleistift auf Holz angefertigt und ist 140 cm hoch und 120 cm breit. Es befindet sich in einer Privatsammlung.

Das Bild wird von den Farben Weiß, Schwarz und Rot bestimmt. Ein Großteil des Gemäldes ist durch einen Hintergrund in verschiedenen Weißtönen ausgefüllt. Dieser nimmt etwa zwei Drittel des oberen Bildes ein. Im unteren Teil des Bildes, ausgehend von der linken Ecke ist ein hügelförmiger dunkler Farbbereich angeordnet. Er wird vor allem von Schwarz- und Brauntönen und einem roten Bereich in der rechten unteren Ecke gefüllt. Es sind deutliche Strukturen in den aufgetragenen Farbschichten zu erkennen. Diese könnten durch Pinselstriche oder durch Bunt- beziehungsweise Bleistiftlinien in frischer Farbe entstanden sein. Es scheint als ob der Künstler in der frisch aufgetragenen Farbe herum gekritzelt hätte.

Auf der Spitze in der Mitte des dunklen Hügels der in Form und Farbe an einen abstrakten Mist –oder Erdhaufen erinnert, befindet sich ebenfalls ein roter gekritzelter Klecks mit lilablauen Strichen darin. Von diesem abgehend führt ein krakeliger, roter Strich in Richtung des linken Bildrands. Durch die Kritzeleien in der Farbe wirkt alles wild, stürmisch und aufgebracht.

In der oberen Bildhälfte ist vor dem weißen Hintergrund ein großer Schriftzug zu sehen, der dem Gemälde seinen Namen gibt. In zwei Zeilen steht dort in wilder, krakeliger, roter Schreibschrift: „Wilder Shores of Love“. „Wilder“ befindet sich in der ersten, „Shores of Love“ in der zweiten Zeile. Die Schrift verläuft leicht schräg. Am obersten Bildrand sind zusätzlich in kleiner Schrift die beiden Datierungen „August 29 1984“ in schwarz und „June 21 1985“ in rot zu sehen.

Bildquelle: cytwombly.info

Text: Mirjam Knes-Zierold

 

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