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100 Meisterwerke: 27. „Die Eltern“ von Otto Dix

Die Eltern

Das Bild von Otto Dix mit dem Titel‘ „Die Eltern“ ist im Jahre 1924 gemalt
worden. Otto Dix war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker des 20.
Jahrhunderts. Seine Werke sind von stilistischer Vielfalt geprägt. In seiner
künstlerischen Grundhaltung blieb er jedoch dem Realismus treu.

Im Vordergrund des Bildes sitzt ein Paar in seinen Sechziger Jahren auf einem Sofa nebeneinander. Das Sofa hat eine dunkel- braune Sitzfläche und eine grüne Rückenlehne, die von Holzkanten umrahmt ist. Die beiden sitzen auf gleicher Höhe auf dem Sofa. Wobei der Mann breitbeinig mehr in der Mitte und die Frau eher links am Rand sitzt. Man kann die Beine beider bis kurz unter dem Knie sehen.

Die Frau trägt eine rote, langärmlige Bluse, dazu einen blauen langen Rock. Sie hat kurze, braune, leicht gewellte Haare und gleichfarbige Augenbrauen. Ihr Gesicht ist lang und schmal mit einer langen rötlichen Nase. Stirn und Mundpartie sind faltig. Auf dem Bild ist nur ihr linkes großes Ohr zu sehen. Die Wangen sind leicht gerötet und sie hat blaue Augen.

Der Mann ist mit einem kragenlosen Hemd, das bis oben zugeknöpft ist, bekleidet. Es hat feine blaue und weisse Streifen nach Art eines Arbeiterhemdes. Dazu trägt er eine schwarze Hose und eine braune Weste. Die Weste ist bis auf einen dreieckigen Ausschnitt, aus dem das Hemd heraus schaut, ebenfalls geschlossen. Wie die Frau hat auch der Mann eine grötete lange Nase. Bei ihm sind beide auffällig großen Ohren zu sehen. Die Haare, der buschige Schnurrbart und die Bartstoppeln am Kinn sind grau. Die Frisur wirkt dicht und gut durchgekämmt. Seine Augenbrauen sind weiß und auch er hat Stirnfalten. Seine Wangenknochen sind stark ausgeprägt.

Beide sind sauber und ordentlich angezogen. Ihre Gesichter wirken alt, aber nicht älter als sie tatsächlich sind. Auffällig ist, dass die alte Frau ihr Gesicht seitlich nach links dreht, ins Halbprofil, während der Mann geradeaus schaut, aber nicht zum Betrachter. Weiter fallen die ausgestreckten, überproportional großen, faltigen Hände auf: Die Frau hält ihre beiden Hände rechts und links auf ihren Oberschenkeln. Der Mann hat seine linke Hand neben seinem Knie auf dem Sofa platziert. Die rechte liegt auf dem rechten Knie. Seine Hände sind groß und er hat lange dicke Finger mit verdickten Gelenken, die nach schwerer Arbeit aussehen. Beider Gesichtsausdruck wirkt ernst und teilnahmslos. Sie schauen stumm und müde.

Der obere Teil des Hintergrunds ist hellgrün. Fast direkt über der Sofalehne verläuft ein ungefähr zehn Zentimeter breiter Zierstreifen mit grünem Muster horizontal vom einen zum anderen Bildrand. Wo das Sofa rechts und links den
Hintergrund nicht komplett ausfüllt, ist der untere Teil der Wand blau. Beide Wandteile sind mit einer schmalen schwarzen Linie voreinander getrennt. In der rechten, oberen Ecke des Bildes hängt hinter dem Sofa an der Wand ein weißer Zettel auf
dem steht: ,,Mein Vater 62 Jahre, Mutter 61 Jahre alt. Gemalt im Jahre 1924“.
Es ist mit der Hand geschrieben und mit einem Nagel befestigt.

Bildquelle: Tumbler

Text:  Rojbin Julia Yümin

 

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100 Meisterwerke: 25. „Der grüne Streifen. Bildnis Madame Matisse“ von Henri Matisse

Der grüne Streifen. Bildnis Madame Matisse

Der grüne Streifen. Bildnis Madame Matisse“ von Henri Matisse ist eine Ölgemälde aus dem Jahr 1905. Darauf stellt Matisse seine Frau im fauvistischen Stil jener Zeit dar. Der Fauvismus war eine Stilrichtung in der Malerei die sich vom damals vorherrschenden, orthodoxen Impressionismus abhob. Fauvistische Künstler waren nicht darauf aus Gegenstände illusionistisch oder naturgetreu darzustellen, vielmehr wollten sie durch den Zusammenklang von Farbflächen Aussagen treffen. Dementsprechend sind fauvistische Bilder von leuchtenden Farben und flächigen Farbgebungen sowie durch stark vereinfachte Darstellungen geprägt. Farbschattierungen gehen nicht wie im Impressionismus fließend ineinander über, vielmehr bleiben Farbflächen ungebrochen, um das Farbempfinden des Künstlers darzustellen.

Das hochformatige Gemälde ist mit groben, pastösen Pinselstrichen in Farbe gemalt. Im Fordergrund zeigt es eine Frau mittleren Alters, die ab oberhalb ihrer Brust zu sehen ist. Aus ihrer Perspektive gesehen, ist der Kopf der Frau leicht nach rechts gerichtet, so dass sie den Betrachtenden geradewegs anschaut. Ihr Körper hingegen ist mehr nach links gedreht.

Sie trägt ein rotes Oberteil, dass ihre Schultern bedeckt. Von ihren Armen ist nichts zu sehen. Das Oberteil hat einen V-Ausschnitt mit einem weißen Kragen mit unregelmäßigen dunklen Punkten, die Fell andeuten könnten. Ihr schwarzes Haar ist mittig auf ihrem Kopf hochgesteckt, die Ohren liegen frei. Dadurch dass ihre Haare streng nach oben gekämmt sind, wirkt ihre Stirn relativ eckig und breit. Die Frisur ist von Blautönen durchzogen, die wahrscheinlich Lichteffekte andeuten sollen. Besonders die Akzente in der Mitte sind allerdings zu großflächig und mittelblau um natürlich zu wirken.

Links im Hintergrund, von ihrer Schulter bis kurz über ihr Ohr reichend, befindet sich eine orangrote Fläche, wahrscheinlich die Lehne eines Sessels oder Sofas, auf dem sie sitzt. Es könnte sich aber auch lediglich um einen Teil des mehrfarbigen Hintergrundes handeln.

Die Frau hat ein sehr schmales Gesicht, dünne rosarote Lippen, eine längliche Nase, dunkle Augen und dicke, schwarze Augenbrauen. Ihre rechte Augenbraue ist leicht nach oben gezogen, was zusammen mit der Frisur und den schmalen Lippen einen etwas strengen und ernsten Gesichtsausdruck andeutet.

Das Gemälde trägt den Titel „Grüner Streifen“, weil sich mitten durch das Gesicht eine klare Grenze zwischen der hell beleuchteten linken und der im Schatten liegenden dunkleren Gesichtshälfte zieht. Diese Grenze ist durch einen senkrechten, grünen Streifen, der sich von der Stirn über die Nase, den Mund und das Kinn hinab über den Hals zieht, gekennzeichnet. Der leuchtend grüne Streifen ist genauso breit wie der Abstand zwischen den Augenbrauen. Er ist zu gerade und deutlich, um lediglich wie ein Schatten zu wirken.

Ihre, aus Sicht des Betrachtenden rechte Gesichtshälfte liegt im Schatten und hat bräunliche Haut, in der mehr Schatten und Fältchen als auf der anderen Seite angedeutet sind. Der Hintergrund auf dieser Seite ist dunkeltürkisgrün, während der Hintergrund zur linken, beleuchteten Gesichtshälfte oberhalb des roten Sessels lilapink ist. Diese Gesichtshälfte ist durch eine gelbere Hautfarbe gekennzeichnet und wirkt beleuchtet und weicher.

Formen und Farben des Gesichts sind so stark vereinfacht, dass sich nichts darüber sagen lässt, welche Augenfarbe und ob sie viele oder wenig Falten hat oder ob sie wirklich auf einem Sessel sitzt, oder es sich nur um einen mehrfarbigen Hintergrund handelt. Zusätzlich ist ihr Gesicht eher starr. Trotz des strengen Blicks wirkt sie ruhig und gelassen. Durch die starke Vereinfachung der Gesichtszüge tritt das Zusammenspiel der unterschiedlichen, miteinander kontrastierenden Farben um so deutlicher hervor. Durch die grobe Linienführung wirkt das Bild zudem sehr flächig und mehr linear als plastisch.

Henri Matisse beabsichtigte nicht seine Frau so naturgetreu wie möglich darzustellen, sondern spiegelt seine eigenen Emotionen für sie farblich wider; daher zielt er auf eine emotionale und nicht auf eine ästhetische Repräsentation ab, was ihm schlussendlich gelungen ist.

Bildquelle: pinterest.de

Text: Anna Blankenburg

 

 

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100 Meisterwerke: 21. „Rothko Chapel“ von Mark Rothko

Innenansicht der Rothko Kapelle

Bei der Rothko Chapel handelt es sich um eine konfessionsübergreifende Kapelle in Houston, Texas, die von den Kunstsammelnden John und Dominique de Menil gegründet wurde. Das Innere dient nicht nur als Kapelle, sondern ist auch ein bedeutendes Werk moderner Kunst. An den Wänden hängen insgesamt 14 abstrakte, großflächig schwarze Gemälde des Künstlers Mark Rothko. Die Oktogonform des Gebäudes und das Design der Kapelle wurden hauptsächlich von dem Künstler entworfen, der ab 1964 von den de Menils dazu beauftragt wurde. Rothko erlebte die Fertigstellung der Kapelle 1971 allerdings nicht mehr, da er im Februar 1970 Selbstmord beging. Rothko gilt als bedeutender Vertreter des abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei.

Das Innere der Kapelle ist äußerst kühl und sachlich gestaltet. Die Farbgestaltung bewegt sich zwischen Braun –und Grautönen bis Schwarz. Anders als in den meisten Kirchen, befinden sich keine verzierten Ornamente,  Heiligenbilder oder ähnliches in der Kapelle. Abgesehen von vier Sitzbänken ohne Rückenlehne gibt es keine weiteren Einrichtungsgegenstände wie Taufbecken oder Altar.

Auf dem dunkelgrau, wahrscheinlich gefliesten Steinboden stehen in einem weitläufigen Viereck angeordnet die erwähnten vier kargen Bänke aus dunkelbraun lackiertem Holz. Da sie eine Leiste haben, die parallel zur Sitzfläche verläuft, wirken die Bänke wie schmale, rechteckige Holzrahmen.

An den weißen, über 4 Meter hohen Wänden des achteckigen Raums hängen riesige schwarz bis schwarzlila Bilder Rothkos, die fast die gesamten Wandflächen bedecken. In dem dieser Beschreibung zugrunde liegenden Foto  sind drei von Rothkos Gemälden zu erkennen. Sie sind alle schwarz mit einem Lilastich.

Das größte dieser Gemälde ist vom Betrachtenden aus gesehen am weitesten entfernt, nämlich an der gegenüberliegenden, um etwa einen Meter nach hinten versetzten Wand. Es besteht aus drei gleich großen Teilen, wovon der mittlere mehr lila als schwarz ist. Es sind keine klar abgetrennten Muster erkennbar. Von Weitem sieht es aus wie breite Längsstreifen, die fließend ineinander übergehen. Links und rechts von diesem Triptychon an den angrenzenden Wänden hängen zwei identisch große Bilder, die im gleichen Farbton gehalten sind. Sie sind schmaler als das dreiteilige in der Mitte. Die Schatteneinwirkung der Bilder ändert sich leicht je nach Lichteinfall.

Über den Wänden führt die konisch zulaufende Rauhputzdecke, die sich farblich markant von dem Weiß der Wände abhebt, zu einem schwarz verkleideten Oberlicht, das die einzige Lichtquelle im Inneren der Kapelle zu sein scheint und ein bleiches Licht in den Raum wirft. Neben den beiden kleineren Gemälden sind am rechten und linken Bildrand die Eingänge ins Innere der Kapelle als zwei Einbuchtungen in den Wänden zu sehen.

Die Kapelle dient nicht nur als Gebetsraum für Anhänger aller Religionen, sie wird auch für Aufführungen und als Tagungsort für Menschenrechtsversammlungen genutzt. Sie war die erste Kirche ihrer Art wodurch sie internationale Berühmtheit erlangte.

Bildquelle: www.markrothko.org

Text: Stef

 

 

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100 Meisterwerke: 19. „Stillleben mit rotem Selbstporträt“ von Maria Lassnig

Stillleben mit rotem Selbstportrait

Maria Lassnigs „Stillleben mit rotem Selbstporträt“ von 1969 ist ein Gemälde im Querformat, vermutlich mit Öl auf Leinwand gemalt. Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem Werk, wie der Titel schon sagt, um ein konventionelles Stillleben: Von einem erhöhten Standpunkt aus fällt der Blick auf einen rechteckigen Tisch mit weißer Decke, der den zentralen Bildteil einnimmt. Der Tisch steht circa einem 20 Grad-Winkel schräg nach oben zu den Bildrändern. Das Tischtuch wirkt auf den ersten Blick weiß, tatsächlich ist es aber in sehr hellen Grün- und Blautönen gemalt, um Falten und Schattierungen darzustellen. Das Tuch hängt am unteren und am rechten Tischrand in unterschiedlicher Länge über den Tisch. Während drei akkurate, quere Bügelfalten harte Schatten werfen sind die Längsfalten leichter angedeutet.

Es befinden sich nur drei Gegenstände auf dem Tisch: In der Mitte steht eine suppentellerähnliche Schale mit gewelltem Rand. Passend zum Tischtuch ist die Schale weiß mit hellen grünen und blauen Schattierungen. In ihr befinden sich glänzende, dunkelblaue Früchte, die wie Kirschen aussehen. Die Früchte bedecken den Boden, sind aber nicht bis zum hohen Rand aufgeschichtet. Auf einer Linie links neben der Schale liegt ein sattroter Apfel, die Stielseite dem Tisch zugewandt. Oben ist die Blüte als kleine, schwarze Vertiefung angedeutet. Rechts oberhalb der Schale liegt ein zweiter Apfel nahe bei der rechten oberen Tischkante. Dieser Apfel ist gelb-orange und sein blattloser Stiel zeigt nach oben. Alle drei Gegenstände werfen relativ kurze, rundliche, blau-graue Schatten nach rechts auf das Tischtuch.

Von einem konventionellen Stillleben unterscheidet sich dieses Bild jedoch durch die beiden dünen, gebogenen, schwarzen Gestänge, die sich links und mittig an der unteren Längsseite des Tisches in die Platte bohren. An Ihrem unteren Ende halten die Stangen ein rotes, lippenförmiges Objekt, das sich in der linken Ecke und in der Mitte des unteren Bildrandes befindet. Die überdimensionalen, knallroten Lippen stehen in starkem Kontrast zum gedämpften, blaugrünen Rest des Bildes und wirken fehl am Platz. Ober –und Unterlippe erscheinen voll und weich und bilden einen geschwungenen Kussmund, der geschlossen ist. Ein Teil des rechten Unterlippenbogens sowie sein Ende sind am Bildrand abgeschnitten.

Die Gegenstände auf dem Tisch und die Lippen wirken plastisch, fast greifbar. Die Teile des Bildes, die weder vom Tisch noch von den roten Lippen eingenommen werden, sind grünlich-brauner Hintergrund. Ganz am Rand in der rechten oberen Ecke steht „M. Lassnig 1969“ in schwarzer Handschrift.

Bildquelle: 66.media.tumbler.com

Text: Stef

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100 Meisterwerke: 17. „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci

Mona Lisa

Das berühmte Portrait der Mona Lisa stammt von dem italienischen Maler Leonardo da Vinci, der auch Architekt, Bildhauer und Naturphilosoph war. Die Mona Lisa gehört zu den bekanntesten Gemälden der Welt. Es ist eines der größten Meisterwerke der Renaissance und wurde etwa 1503 von  da Vinci gezeichnet. Im Mittelpunkt des Portraits steht Mona Lisas Lächeln, das oft als geheimnisvoll bezeichnet wird. Seit 1804 ist das Gemälde im Louvre in Paris zusehen.

Da Vincis Werk beeinflusste die Welt der Kunst nachhaltig, da er neue Techniken und Stile in seine Werke einbezog, welche vor allem die italienische Portraitmalerei prägten. Das Bild ist 77 cm hoch sowie 53 cm breit und es ist auf dünnem Pappelholz mit Ölfarben gezeichnet.

Mona Lisa stellt das Zentrum des Bildes dar, sie sitzt auf einem Stuhl und im Hintergrund ist eine verschwommene Landschaft dargestellt. Ihr Alter ist schwer ein schätzbar, eventuell ist sie Mitte 30. Es wirkt als säße sie dem Maler direkt gegenüber, jedoch leicht nach links gedreht. Ihr kompletter Oberkörper, ungefähr bis zum Becken ist abgebildet. Sie schaut dabei direkt in seine Richtung und die Augen wirken als guckt sie ihn bewusst an. Ihre Ausstrahlung wirkt dabei markant, ruhend und selbstbewusst. Egal aus welchem Blickwinkel das Portrait betrachtet wird, sie schaut den Betrachtenden immer direkt an. So könnte der Eindruck gewonnen werden sie verfolgt einen mit ihren Augen.

Mona Lisa trägt einen Mittelscheitel und hat dunkelbraune schulterlange Haare, die sehr glatt, fast schon platt wirken. Zusätzlich liegt ein durchsichtiger, feiner Schleier auf ihrem Haar. Insgesamt wirkt ihr Gesicht eher rundlich. Sie hat eine breite Stirn und keine Augenbrauen. Dadurch kommen ihre dunklen Augen intensiver zur Geltung, trotzdem sind sie recht klein und schmal geformt. Die Augen sind mit leichten Tränensäcken untermalt. Ihre Wangen sind voll und sie hat eine gerade Nase mit einem recht lang gezogenen Nasenknochen. Ihre Lippen sind eher schmal geformt. Ihr Mund ist geschlossen und deutet ein Lächeln an, welches durch einen leichten Schatten an den Mundwinkeln deutlich wird. Dabei sind ihre Mundwinkel auf gleicher Höhe. Ihr Kinn ist im Gegensatz zu ihren Wangen schmal und leicht spitz geformt. Es wirft Schatten auf den Hals.

Ihre Kleidung ist in verschiedenen Naturtönen im Braunbereich gehalten und schlägt leichte Falten. Sie trägt ein Kleid, das den Ansatz ihres Dekolletees zum Vorschein bringt, und darüber einen Umhang oder Mantel, der offen ist und an den Ärmeln heller wirkt. Ihre linke Hand liegt auf einer hölzernen, braunen Lehne eines Stuhls, dadurch ist der Unterarm waagerecht dargestellt und die langen Finger der rechten Hand liegen auf der Linken.

Im Hintergrund ist eine Landschaft zuerkennen, die erst nach und nach richtig zur Geltung kommt. Dies ist vor allem dem geschuldet, dass sie verschwommen und leicht neblig dargestellt ist. Zusätzlich wirkt die Landschaft einerseits romantisch, andererseits aber auch unwirklich dargestellt. Die Landschaft zeichnet sich ungefähr ab Achselhöhe ab. Links von Mona Lisa führt ein geschlängelter Weg nach hinten in einen See. Auf der rechten Seite dagegen führt ein Fluss in den See, dort ist auch eine Brücke abgebildet. Der See ist nicht komplett zusehen, da er von Mona Lisas Kopf verdeckt wird. Um den See herum sind verschiedengroße Hügel und Berge gruppiert. Die Landschaft hebt sich farblich kaum von der Farbkomposition Mona Lisas ab und ist in braun tönen gehalten.

Model für das Gemälde war vermutlich die Florentinerin Lisa del Gioconda, wobei es auch andere Theorien gibt. Der italienische Originaltitel lautet „La Gioconda“ (dt. die Heitere). Die Bezeichnung Mona ist nicht Teil des Namens, sondern resultierte aus einem Schreibfehler von Monna, das Madonna oder Frau bedeutet, und daher zu Lisas Titel als Ehefrau gehört.

Bildquelle: Wikimedia

Text: Mandy Buchwalsky

 

 

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100 Meisterwerke: 13. „Großinquisitor“ von El Greco

Großinquisitor

Das 171 x 108 cm große Ölgemälde des Großinquisitors wurde um 1600 vermutlich im Spanischen Toledo geschaffen und befindet sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York. El Grecos Signatur des Gemäldes findet sich auf dem zerknitterten Blatt auf dem Boden vor dem Großinquisitor.

Das hochformatige Gemälde zeigt den geistlichen Großinquisitor Kardinal Fernando Niño de Guevara. Er ist in seinen Sechzigern und von schlanker Statur. Der Kardinal sitzt zentral auf einem hölzernen, mit Schnörkeln verzierten Stuhl und nimmt den Großteil des Bildes ein. Sitzfläche und Lehne des Stuhles sind mit rotem Samt bezogen, der mit goldenen Nägeln befestigt ist.

Der Mann sitzt gerade mit leicht geöffneten Beinen auf dem Stuhl. Sein Blick ist aus der Perspektive des Betrachtenden in die rechte Bildmitte gerichtet. Die Arme liegen auf den Armlehnen. Seine rechte Hand hängt locker am Ende der Armlehne hinunter und seine linke Hand wirkt etwas verkrampft an die Lehne geklammert. Er trägt an jeder Hand jeweils zwei prunkvolle Ringe, je am Ringfinger und am Zeigefinger. Seine Hände sehen sehr knochig und dünn aus. Sie sind faltig, blass und von Adern durchzogen.

Der Kardinal trägt hellbraune, geschlossene Lederschuhe, von denen nur die Spitzen zu sehen sind. Des Weiteren ist er mit einem langen, rosa-roten Kardinalsgewand bekleidet. Das Gewand sieht aus wie ein Kleid; unten weit ausladend und oben ist es eine Art Umhang, der bis zur Hüfte reicht. Dieser Umhang ist mit einer geraden Knopfleiste in der gleichen Farbe bis zum Kinn hinauf geschlossen. An den Handgelenken, am Kragen und in der Mitte, wo das Gewand auseinander fällt, blitzt ein gefälteltes Untergewand hervor. Dieses ist gelb-weiß mit schwarzen Schattierungen und an den Rändern mit Spitze versehen.

Auf dem Kopf trägt er eine Kardinalsmütze im Farbton des Obergewandes. Die Form der Mütze erinnert leicht an einen steifen Turban, aber sie ist nicht gewickelt. In der Mitte, sowie rechts und links stehen die Außenkanten etwas eckig ab. Der höchste Punkt der Mütze befindet sich in der Mitte, von wo aus eine Naht senkrecht zum unteren Rand verläuft.

Das schmale Gesicht wirkt müde und erschöpft. Er trägt einen grauen Vollbart, der vorne an der Spitze weiß meliert ist. Er hat schmale, geschlossene Lippen und eine ebenfalls schmale, lange Nase mit einem Huckel. Der Inquisitor trägt eine runde, schwarz umrahmte Brille. Er hat eine hohe, mit Denkfalten versehene Stirn, große, dunkle Augen und dunkle, buschige Augenbrauen, die etwas über dem Brillengestell hervor schauen. Der Kardinal hat große, schmale Ohren und kurze Haare an den Schläfen.

Vor seinen Füßen liegt ein rechteckiges Blatt Papier, an dem die rechte untere Ecke leicht geknickt ist und es scheint schon einmal gefaltet gewesen zu sein. Es sieht bemalt oder beschrieben aus. Die Signatur des Malers, die sich darauf befindet ist nicht zu erkennen. Der Hintergrund ist ungefähr mittig zweigeteilt. Links hinter dem Stuhl steht ein dunkler, rustikaler Holzschrank und rechts scheint die Wand mit gemusterter Goldtapete bedeckt zu sein. Der Boden ist mit hellgrauen und rötlichen und schwarzen Marmorfliesen versehen.

Insgesamt wirkt das Bild ernst und trostlos. Der Kardinal hat einen leeren Blick und wirkt durch die verkrampfte Handhaltung sehr angespannt. Seine Kleidung und der Hintergrund lassen ihn reich und mächtig erscheinen. Wenn man weiß, dass die Spanischen Inquisitoren viele Menschen hinrichten ließen, wirkt sein Gesicht kalt und grausam. Ohne das Kardinalsgewand wäre es eher ein Portrait eines Politikers als das eines Geistlichen.

Das Gemälde diente Stefan Andres als Grundlage für seine 1936 erschienene Novelle „El Greco malt den Großinquisitor“, ein fiktionaler Text der sich mit dem Machtverhältnis von Kirche und Staat, sowie der individuellen Religiosität des Malers befasst.

Text: Jenny Kraus 

Bildquelle: Wikimedia

 

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