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Strand bei Swinemünde

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Susanne schreibt:

„Könnt ihr mir bitte einige Bilder von unserem Ausflug an die Ostsee beschreiben?
Hier ist das erste:
Das Strandbild muss am Strand von Swinemünde auf dem Weg zur Mole entstanden sein. Da war es so, dass ich immer sehr auf den Strand achten musste. Ich mag so gleichmäßige Spuren. Das war der Strandjeep. Allerdings denke ich, ich wollte eher Wasser und Strand aufnehmen. Möglicherweise  war die Sonne schön oder das Wasser hatte die blaugrüne Färbung die ich liebe :-)“
Ich habe Susanne gefragt, wie sie es schafft, den Horizont so waagerecht zu fotografieren. Das schaffe ich oft nicht. Sie hat geantwortet:
„Das mit dem geraden Horizont finde ich gut. Ich halte das I-Phone parallel zu meinem Standpunkt. Das hat scheinbar geklappt ;-= Oder besser so gerade wie ich schauen würde, ohne den Kopf zur Seite zu halten.“
Der blaue Himmel, darunter das blaue Meer, darunter der gelbe Strand, von Autospuren zerfurcht

 

liebe Susanne,

da es mir das Meer schon immer angetan hat und ich sehr lang nicht da war, hier die Beschreibung deines Strandfotos:

Also zunächst auch mein Kompliment für den Horizont. Bis auf ca. 0,5 Grad komplett parallel, besser krieg ich das als Sehende selten hin. Das Foto ist ein Querformat, das obere Viertel füllt der Himmel, das Viertel darunter füllt das Meer und die untere Hälfte zeigt den weißgelblichen Sand. Ungefähr bei einem Drittel des Horizonts auf der rechten Seite sieht man sehr klein aber deutlich den Umriss eines Schiffes. Links daneben noch zwei kleine scharze Flecken, die wohl kleinere Schiffe sind. Über den türkisblauen Himmel zieht eine aufgelockerte Reihe Wolken mit einem schönen graden Abschluss nach unten, der durch einige waagerecht verwehte Wolkenstreifen unterstrichen wird. Die Wolken heben sich reinweiß sehr schön räumlich vom Himmel ab. Das Meer ist insgesamt ruhig und hat aus dieser Perspektive eine eher dunkelblau-grüne Farbe. Vorn auf dem Meer brechen sich gerade zwei bis drei sehr niedrige Wellen und bilden dabei das typische Gittermuster der Meeresgischt, die sich schnell auflöst, wenn die Welle auf dem Sand ausläuft. Manchmal schäumt sie auch so stark, daß sie kleine Schaumklümpchen auf dem Sand hinterlässt. Man sieht einige wenige ganz vorn am Rand des Wassers. Dann folgt in Richtung der Betrachterin der beigefarbene Streifen festen, feuchten Sandes. Im Vordergrund dann schließlich das ganze dramatische Geschehen der Reifenspuren. Es gibt mehrere, vor allem in der rechten Hälfte des Bildes. Links laufen nur zwei parallele Spuren aus dem Bild. Die Spuren von rechts laufen in einem schrägen Winkel auf das Meer zu. Sie überlagern sich teilweise und häufen dabei kleine Wände aus Sand auf, der von den Reifen verdrängt wurde. Sie haben ein bißchen die Form von Krokodilen. Es ist aber ein freundliches, harmonisches Bild. Die gleißende Sonne läßt Wolken und Sand kräftig weißlich strahlen. Es transportiert schön die Stimmung an einem heiteren Ostseetag.  Man spürt den leichten Wind und schaut direkt in die Weite des Horizonts.

Katrin Heidorn

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Pieter Bruegel der Ältere: Jäger im Schnee

 

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Saskia schreibt:

Können Sie bitte für mich eine Beschreibung des Gemäldes „Jäger im Schnee“ von Pieter Bruegel dem Älteren machen? Mich interessiert besonders, was man von den Menschen auf dem Bild erkennen kann und wie die Stimmung des Bildes ist. Es gibt eine Beschreibung bei Wikipedia, aber die ist sehr kurz. Wenn möglich würde ich gern mehr Details erfahren.

Pieter Bruegel d. Ä.: Jäger im Schnee

Pieter Bruegel d. Ä.: Jäger im Schnee © Wikipedia

 

 

 

 

 

 

 

Und hier die Beschreibung von Jörg Schumacher:

Mir ist das Bild “Die Jäger im Schnee” (auch Heimkehr der Jäger) von Pieter Bruegel dem Älteren, gemalt 1565, bekannt als eines der ersten Bilder, auf denen eine Winterlandschaft zu sehen ist. Das Original hängt im Kunsthistorischen Museum Wien, ist gemalt in Öl auf Eichenholz und hat eine Größe von 117 Zentimetern in der Höhe und 162 Zentimetern in der Breite. Es ist also ein eher handliches Bild. Aber beschreiben wir die abgebildete Szene nun so, als wären wir mittendrin.
Jäger kommen nach Hause und haben nach einem anstrengenden Tag auf der Jagd trotz der 13 Hunde unterschiedlicher Größe nur einen mickrigen Fuchs erbeutet. Es ist Winter und sie laufen über einen schneebedeckten Hügel auf das Dorf im Tal zu. Es weht ein eisiger Wind von rechts und ein wenig von vorn. Ein Feuer vor einem Wirtshaus – erkennbar an einer knarrenden hölzernen Fahne über der Tür – etwa dreißig Meter links von Standpunkt des Betrachters wird vom Wind stark angefacht. Es wird Schilf oder Stroh verbrannt, warum, erschließt sich nicht. Ein Kind steht mit dem Rücken zum Wind am Feuer.

Der Betrachter der Szene ist zurückgeblieben, denn die Hunde und die drei anderen Jäger sind bereits ein gehöriges Stück voraus. Ein Busch im Vordergrund ist von verharschtem Schnee bedeckt. Die Jäger werden gleich einen nicht erkennbaren Weg den Hang hinunter beschreiten, der vermutlich nach links unten weitergeht und danach wieder sichtbar an einigen Häusern auf der linken Seite vorbei zwischen mehreren zugefrorenen Teichen nach halbrechts zu einem kleinen Dorf mit Kirche führt.

In der Ferne noch weiter rechts ragen zwei spitze Berge mit mehreren eisbedeckten Gipfeln und Gletschern ins Bild. Eine Burg liegt zu Füßen der Berge. Von dort weiter nach links öffnet sich ein Tal, in dem sich schneebedeckte Flächen mit vereinzelten Menschen, Wege, zugefrorene Teiche und Flüsse sowie vereinzelte Bäume und Buschgruppen abwechseln, bis ganz links in der Ferne ein kleine Stadt mit zwei Kirchen am zugefrorenen Meer liegt. Diese Eisfläche bindet die Schiffe ans Ufer und hält sogar Pferd mit Reiter aus.

Der Betrachter spürt die Weite dieser offenen Landschaft. Er ist vermutlich gegen die Kälte geschützt und hört die Geräusche im eisigen Wind an diesem trüben Nachmittag nur gedämpft. In der nächsten Nähe links voraus ist leises Kläffen zu hören. Die größeren, schlanken Windhunden ähnlichen Hunde machen einen müden Eindruck und schleichen nur noch dahin. Es sind die wenigen kleinen Hunde, die noch agil sind und Geräusche von sich geben. Die Menschen links am Feuer sind beschäftigt, ganz leise ist das Fauchen des durch den Wind angefachten Feuers zu hören.

Von fern voraus erklingen die Stimmen vieler Menschen, gelegentliches Lachen und freudige Kinderstimmen. Rechts von den Jägern grenzen im Tal mehrere zugefrorene Teiche aneinander, auf denen sich Menschen tummeln. Fünf Erwachsene üben Eisstockschießen, Kinder spielen Eishockey und noch weiter entfernt wird auf Schlittschuhen gelaufen. Die gewagten Kunststücke gehen nicht in jedem Fall gut aus, einige der Eisläufer finden sich bereits auf dem kalten, blanken Eis wieder. Vereinzelte Krähen auf den Bäumen in der Nähe geben krächzende Töne von sich, der Wind löst kleine Eisstückchen von den Bäumen in der Nähe. Das beherrschende Geräusch aber sind die knirschenden Schritte der Jäger im Schnee, die sich wortlos nach Hause bewegen.

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Durch die Dünen

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Noch ein Urlaubsbild von Susanne. Sie schreibt dazu wunderschön:

Übrigens ist eins meiner Favoriten das Bild, das ich durch den Dünenübergang zum Strand gemacht habe. Es war für meine Schwester und mich das Grösste, wenn wir nach langer Autofahrt an der See ankamen – und mein Vater fuhr immer erst an den Strand für uns-, durch so einen Übergang liefen und dann das Meer sahen. Das spüre ich heute noch körperlich, wenn ich an der See bin oder wenn ich auch nur daran denke ;-=

Ein Durchgang durch die Dünen

Bildbeschreibung von Katrin Heidorn:

Liebe Susanne,
ich wollte schon lang dein schönes Erinnerungsbild beschreiben, komme aber erst jetzt dazu.
Ich habe selbst in meiner Kindheit oft die Ferien am Meer verbracht und kann die Freude verstehen.
Das Foto ist einfach und harmonisch aufgebaut. In der Mitte, leicht nach links verschoben, sehen wir den typischen Bohlenweg aus quergelegten Holzleisten, wie sie in regelmäßigen Abständen durch die Dünen gelegt werden, um den empfindlichen sandigen Untergrund zu schützen. Links und rechts davon der sandige, mit trockenen Blättern
bedeckte Waldboden. Der Weg führt durch einen grünen, sonnendurchfluteten Dünenwald. Ein Laubwald aus dünnen Bäumen, die es trotzdem schaffen, sich über den schmalen Weg zu lehnen und ihre Kronen zusammen zu stecken. So wird der Weg fast zu einem Hohlweg. Rechts vorn auf den Weg fallen einige beinah kreisrunde Sonnenflecken wie locker gestreut.
Das zeigt uns, dass die Sonne recht hoch steht. Also Mittagszeit. An der Ostsee, wo wir wohl sind, eine gute Zeit für den Strand!
Der Bohlenweg sieht aus der Fotoperspektive ziemlich abschüssig aus. Das kann aber eine raffinierte Täuschung sein. Wahrscheinlich steigt er eher an, um dann hinter dem Wald in den offenen Dünen wieder abzusteigen. Jedenfalls gibt es keine Stufen an denen wir es sehen könnten. Er führt direkt ins gleissende Sonnenlicht. Da das Foto den lindgrünen Wald so gut belichtet, ist die Öffnung des Weges hoffnungslos überbelichtet. Streng genommen wissen wir nur deshalb, dass es zum Strand geht, weil du, Susanne, es uns mit der Überschrift verraten hast. Oder wenn wir uns die Mühe machen, das Blechschild zu entziffern, das im Vordergrund rechts neben dem Weg steht. Da steht nämlich alles Wichtige drauf, was man zu einem ordentlichen deutschen Strandaufenthalt wissen muss: Strandabschnitt, textil, keine Hunde, nächstes WC 50m nach rechts, Kurtaxenpflicht und noch einiges mehr. Darüber noch ein kleines Schild, das uns ermahnt, nur diese schönen Holzwege zu benutzen, weil die Dünen Hochwasserschutz bilden. Zuwiderhandlung kostet sogar Bußgeld! Damit es niemand aus Versehen macht, ist weiter vorn links und rechts vom Weg in Kniehöhe ein Draht gespannt.
Wir sind also voll informiert. Dabei ist das Foto so super, weil es eben nichts verrät, aber sofort dazu führt, das ich das Geräusch des Windes und der Brandung höre. Gerade weil der Wald das Meer noch versteckt, ist die Vorfreude umso größer. Das ist ungefähr die Stelle, wo ich als Kind wohl angefangen hätte, loszurennen, um schneller am Wasser zu sein.

Katrin

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Spaziergang in der Natur

Außerdem würde mich interessieren, was auf diesem Fotos drauf ist. Dem Dateinamen nach entstand es irgendwo in der Natur, kann mich aber nicht mehr erinnern wo.

Jacqueline

Eine junge Frau am Rand einer Landstraße stehend

Bildbeschreibung von Michael:
Das Bild „Spaziergang in der Natur“ zeigt eine Frau, die am Rand einer asphaltierten Straße entlang läuft. Es scheint eine von Autos befahrene Straße zu sein, denn am Straßenrand stehen in regelmäßigen Abständen weiß/rote Randmarkierungen.
Es ist Frühling oder Sommer und die Sonne scheint. Die Frau trägt ein orange gemustertes kurzärmliges Hemd und beige-farbene Hosen. An der Hose baumelt ein Schlüsselanhänger in Form eines Männchens (oder einer Maus?).
Um den Hals trägt sie eine Kette. Leider ist das Bild etwas unscharf, so dass ich nicht genau erkennen kann, welche Form die Kette hat.
Die Frau hat den Kopf leicht geneigt und scheint die Augen leicht geschlossen zu haben. Wie sie so geht, scheint ihr die Sonne in den Rücken. Es scheint so, als genieße sie den Sonnenschein. Das Bild macht keinen hektischen Eindruck. Sie geht ganz langsam, in Gedanken versunken, am Straßenrand entlang. Ihre Arme hängen lässig an den Seiten herunter.
Neben der Straße sieht man grüne Bäume und etwas Wiese. Auf der Wiese wachsen gelbe Blumen, möglicherweise Löwenzahn. Neben der Straße scheint es eine Böschung hinabzugehen. In der Senke steht ein Haus. Auf dem Foto ist lediglich das Dach des Hauses zu sehen, dass zwischen den Bäumen hervorschaut.

 

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Sonnenuntergang am Meer

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Hallo!
Vielen Dank für die anderen Beiden Beschreibungen!
Könnte ich noch diese Bilder beschrieben
haben?
Vielen Dank und viele Grüße
Luisa

Ein Sonnenuntergang am Meer. Oder ein Sonnenaufgang?;-)

Bildbeschreibung von Bernhard:

Hallo! Eine Komposition! Die oberen zwei Drittel des Fotos zeigen von hellgelb bis dann ins dunkelrote fast abgestufte Farben -von oben nach unten. Im unteren Drittel das leicht sich kräuselnde Meer, und dazwischen, etwa mittig, die Sonne als 60-Prozent-Kreis leuchtend, das andere ist schon „untergegangen“. Rechts der Sonne ein Segelboot. Am rechten Bildrand mehrere Palmen oder palmenartige Bäume, wohl auf einer kleinen Insel. Mit Haus.

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Kanada II

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Hallo,

hier sind ein paar Bilder von Maria aus kanada. Es wäre eine gute Idee deine Seite und/ oder die Bildbeschreibungen auch in Englisch zu machen.

Maria fragt schon dauernd nach 😉

lg susanne

——– Original-Nachricht ——–

> Subject: Pictures

> Hi Susanne
>
> Here are a few pictures when I went hiking with my sister a few years ago. They are from
> a state park called Kananaskis. It is 563 km drive from Edmonton. it is an Indian name.
> There are lots of hiking and bike trails and a few lakes there. It does not have too many tourists like other parks, that’s why I like it here.
>
> Maria

Ein Bergsee

Bildbeschreibung von Ewa Maria Slaska

Wald, See, Berge und Himmel.
Wahrscheinlich Sommer.

Das Bild ist fast quadratisch und sehr bläulich, was vielleicht an der Qualität des Filmes liegt. Es besteht aus drei Schichten oder vielleicht Plänen. Der Plan ganz vorne ist Dunkelgrün und wiederum in zwei aufgeteilt. Links unten, ein bisschen hinten sieht man einen dichten Nadelbaumwald, nicht besonders alt, aber auch nicht ganz jung und wie ich denke, gleichaltrig. Ich versuche die ganze Zeit zu bestimmen, ob es Fichte oder Tanne ist, und ich weiß es nicht. Aber vielleicht doch eh Fichte. Im Wald sieht man ein paar Bäume, die gefallen sind, aber nicht von Menschenhand, sondern durch den Wind, die schräg zwischen den lebendigen Bäumen liegen.

Rechts, ganz vorne sieht man nur ein paar Zweige und Äste eines großen Baums, der entschieden größer sein muss, als die die man dahinter sieht. Es ist ein alter Nadelbaum, so alt, dass manche Zweige nadellos, nackt, hell grau und getrocknet sind.

Zwischen den Wald und den Baum gibt es einen sich gerade Richtung See biegenden Waldweg, der beige oder bräunlich ist.

Das Seewasser ist sehr glatt, es herrscht eine windlose Stille. Das Wasser ist sehr sauber und scheckig blau – es gibt hellblaue Wasserflecken und dunkelblaue,  aber wovon es abhängt, dass sie verschiedenfarbig sind – weiß ich nicht. Vielleicht gibt es doch ein bisschen Wind, oder das dunkle Wasser ist tiefer, oder die Wolken werfen ihre Schatten auf die Wasseroberfläche. Aber nein, eigentlich gibt es kaum Wolken auf dem Himmel, und wenn doch, hie und da etwas, dann nicht so dicht, dass sie Schatten werfen.

Näher zu Betrachter, hinter den Baumkronen des Waldes da unten, sieht man auf dem See einen kleinen Weiher, grün, mit niedrigen Büschen bewachsen und mit hellbraunem Ufer umrundet.

Das andere Ufer des Sees ist ein dünner heller Streifen, aber ob es dort einen Pfad unter den Bäumen gibt, ist nicht auszumachen.

Die Berge im Fond des Bildes sind richtige echte Berge, so alpinenartige. Es sind Felsbergen mit streifen Altschnee in den Kanions und Nuten. Nur die niedrigeren Berge, die dicht am See emporragen sind mit dunkel grünem Wald bewachsen. Gerade diese Dunkelheit lässt vermuten, dass es vielleicht doch die Tannen sind.

Irritierend, dass man es nicht mit Sicherheit bestimmen kann.

Ich habe mir dieses Foto zum Beschreiben ausgesucht, weil es mich regelrecht zwingt, über mich selber ernsthaft nachzudenken. Sehe ich dieses Foto, oder ein ähnliches Foto, weiß ich, ich kann SO nicht leben. Und trotzdem spüre ich eine riesige Sehnsucht nach dieser Landschaft und nach Ruhe, die sie ausstrahlt. Ich weiß, dass es nicht stimmt. Ich weiß auch, dass ich es nicht wirklich brauche. Ein so genannter psychologischer Test in Elle oder Cosmopolitan, weiß ich nicht mehr, hat treffend formuliert, was ich von mir schon seit eh weiß: In mir ist soviel von einem „Naturmensch“, dass ich ab und zu es gern genieße, einen gepflegten Tee auf einem Balkon zu sich zu nehmen oder mir ein Buch über schöne barocke Gärten anzuschauen. So viel zu meinem Bedürfnis, Natur zu erleben.

In einem lustigen amerikanischen Buch aus den 20., „Das Ei und ich“ von Betty McDonald, heiratet eine junge ebenfalls lustige Frau direkt nach dem Abitur einem Mann, der in genauso einer Umgebung – See, Berge, Wald – eine Eierfarm einrichtet. Und sie fährt mit ihm aus New York dorthin, um fest zu stellen, dass es dort lange Winter gibt, keine Nachbarn, keinen gesellschaftlichen Umgang, lange Nächte und Einsamkeit, sowie noch dazu Grizzlys, viel Regen und eine nie endende Knochenarbeit. Ihre Freunde, allesamt Großstädtler, kommen sie besuchen und begeistern sich für Ruhe, für die Bläue des Seewassers, für die Grün des Fichtewaldes (oder ist es doch Tann?), für die Sonne, die auf dem Wasser spielt. Nur Einer schaut sie an und sagt, schön, vielleicht, aber gar nix im Vergleich zu Pommes Frites mit Ketschup in einer Imbissbude am Bahnhof um Mitternacht.

Wenn ich es aber weiß, weshalb reagiere ich, wenn ich unvermittelt so ein Bild sehe, mit der Tristesse, die das Gefühl begleitet: Nie! Nie werde ich so was erreichen. Nie! Klar ich war zig Mal in solchen Landschaften, in Polen, aber auch in Schweden, in Deutschland, in den USA, in Irland, was weiß ich noch, wo… Oft waren sie in der Wirklichkeit genauso idyllisch wie das Bild. Es gab Pilze in Wald, oder Walderdbeeren, Reiher und Kormorane am Wasserufer, Fische im See, Blumen in Gras. Und trotzdem bleibt in mir eine Wehmut, als wenn man etwas sieht, was man nie im Leben erreichen wird. Man kann ohne dieses unbekannte Etwas leben, sicher, auch gut und interessant, aber das Leben ist ärmer. Ärmer um was?

Was fehlt mir, verdammt noch mal?

Ewa Maria Slaska, 2.08.2011 Berlin

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