Archiv der Kategorie: schon beschrieben

Karsten von Susanne

Ein Mann mit Sonnenbrille steht mit verschränkten Armen in einem InnenhofNoch ein Bild, das am Rande unseres Fotoseminars für Blinde entstand…

Beschreibung von Katrin Heidorn

Ein Foto im Querformat, draussen an einem hellen Tag entstanden. Im Hintergrund ein Hinterhof wie er den Berlinern vertraut ist. Hellgelbe Wände, unten ein Sockel aus grauem Putz mit querlaufenden Fugen, der das Parterre bedeckt. Dort moderne Fenstertüren zum Hof. Erster und zweiter Stock mit Fensterreihen aus alten Fenstern mit Fensterkreuz. Links zwei große Treppenhausfenster, dazwischen eine große altmodische Uhr, die 16:55 Uhr zeigt. Im Vordergrund der Oberkörper eines Mannes mit verschränkten Armen. Die Arme sind gerade noch zu sehen. Er steht in einer Art Hinterhofgarten mit Sitzmöbeln aus rötlichem Holz. Rechts eine Bank und drei Holzelemente mit Blumentöpfen. Links sieht man einige Sitzgruppen mit Lehnstühlen und Tischen. Dahinter eine Abtrennung zum übrigen Hof aus Holzrahmen mit gekreuzten Latten, an denen Grünpflanzen ranken. Das Portrait von Karsten nimmt ein gutes Drittel des Bildes ein. Er trägt eine schwarze offene Jacke mit Stehkragen und darunter einen schwarzen Pulli mit V-Ausschnitt. Die Arme sind so verschränkt, dass man gerade noch ein Handgelenk am Ärmel sieht. Die Haare sind glatt, halblang und graumeliert. Sie bedecken locker die Ohren. Eine Strähne fällt vom Mittelscheitel ins Gesicht. Er trägt eine Brille mit dunklen aber transparenten Gläsern. Über der Brille sind noch die Augenbrauen zu sehen. Die Augen sind zu ahnen und streifen fast den oberen Brillenrand. Das gibt dem Blick etwas Skeptisches. Der Mund ist geschlossen und die Mundwinkel gekräuselt. Man kann ein angedeutetes Grinsen ausmachen, wenn man möchte. Zusammen mit den verschränkten Armen wirkt es auf mich wie das Portrait eines Interviewten nach einen langen Interview. Um nicht zu sagen, ein wenig wie ein Popstar: gewohnt, fotografiert zu werden, aber nicht immer begeistert.

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Hauptanzeigetafel im Hauptbahnhof Berlin von Susanne und Anika

Hauptanzeigetafel im Hauptbahnhof Berlin Unterwegs um Barrieren zu fotografieren, die mir den Alltag erschweren, trafen wir uns am Berliner Hauptbahnhof. Damit die Betrachter meiner Fotos verstehen, was ich meine, sollte ein Foto entstehen, das zeigt, wie ich meine Umwelt wahrnehme. Ein gutes Beispiel ist da die große, digitale Abfahrts- und Ankunftsanzeige im Bahnhofsgebäude. Ich sehe alles wie in einem starken Nebel unscharf und verschwommen. Wie aber das bei einem Foto erzeugen? Dabei entstanden lustige Situationen: Erst sollte ich es mit schnellen Bewegungen und kurzem Stopp vor dem Auslösen versuchen – Fehlanzeige Dann habe ich versucht mit den Händen zu zittern – auch Fehlanzeige. Und noch ein paar Versuche mit hin und her schwenken, kreisen u.ä. – nix. Endlich ein rettender Gedanke…SPRINGEN… Also hüpfte ich wie Häschen in der Grube! Und siehe da… es gelang. Das Ergebnis zeigt die eckige Kontur der Anzeige, auf der die Angaben in weiß auf blauem Anzeigenhintergrund unmöglich zu erkennen sind. Nur weiße Balken! Die Informationstafel hängt schräg und weit oben, direkt unter ihr ist ein Schnellrestaurant mit grellen, grünen Lettern, die auf Asiatisches deuten lassen. Vor dessen offener Verkaufstheke steht die Silhouette eines Passanten in schwarzem Anzug. Zwei andere schwach umrissene Besucher laufen, den Blick abgewandt, durchs Bild. Oberhalb der Anzeige ist ein orange-roter Schriftzug zu erkennen, der diesmal Donuts ankündigt. Das ganze Bild wird von einer trüben Novemberstimmung getragen, die durch den bedeckten Himmel in die Halle dringt. Diverse warme Lichtpunkte im Bildausschnitt setzen dem ein warmes gelb entgegen. Leider löst dieses Licht nicht mein Problem, die weißen Balken sichtbar zu machen. Das könnte nur ein helfendes Augenpaar… Von Susanne Emmermann und Anika Weichert

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“A photo I love” – Eine andere Art Bildbeschreibungen zu präsentieren

Wir findet ihr das?

Bild-Beschreibung als Radio, im Internet unter

http://apps.npr.org/lookatthis/posts/mystkowski-loves/

“A photo I love” zeigt ein Foto, aus den US-amerikanischen 20er Jahren, unterlegt mit der erzählten Geschichte zu diesem Foto und etwas Musik. Das wirkt sehr spannungsgeladen und emotional.

Schreibt Matthias … Dank dafür!

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Bear by Maria

Maria aus Kanada hat uns geschrieben:

Karsten
You might want to get your German describers to do this picture.
They might like to see a shot of a real black bear.
My sister lives on the outskirts of Vancouver at the bottom of a
ski hill and a wild stream. There is a lot of wildlife there and bears often
come into her back garden. One time a bear came, sat in the middle
of the garden and went to sleep for awhile  🙂  She had to wait for it to
wake up and leave before she could go out.
She said this one is a very healthy black bear.
I can only see the trees and pink flowers in front. I can’t see the bear
in the centre or any details on it, too dark.
Maria

Und nun als Überraschung für Maria hat Katrin das Bild auf Englisch beschrieben. Und als Überraschung für alle möchten wir euch ankündigen, daß es bald auch einen ganzen englischen Bildbeschreibungsblog geben wird!

A black bear in a garden

 

 

Bildbeschreibung von Katrin:

Dear Maria,

I just finished reading an article on animals vanishing from our daily life. Your picture is a wonderful proof that this is not true for everyone.
What we see is at first sight a nice picturesque garden scene: a wooden arch, painted neatly in white with lots of red flowers on both sides.
The arch is exactly in the middle of the edgewise picture. It is covered with greenery. Clematis climbs up on the left and drops its tendrils down from the middle. A cypress is growing close to its right hand side. In the foreground there is a piece of cosy lawn and in the back of the arch we see several big ferns and a lot of twigs that block the way. It looks like the entrance to a herbal grotto.
That is obviously where he came from: the bear. He is on his four paws and hasn’t quite got to the arch yet. Still, he already fills more than half of its width. He is not tall, but very stout. His coat is shiny and thick, all black, except of one bright patch on his chest. Which is hardly visible between his strong forelegs. He holds his head up and looks straight into the camera.
His eyes are sitting close to each other in his big black face. They are surprisingly small for the huge body.The strong snout is covered with white hair. He must be a rather old and respectable bear.
The black ears are perfectly shaped and upright. They make him look like the perfect pet bear.
He does not move, as far as I can see. Maybe he stopped on his way towards the lawn. As if he was hesitating to cross under the arch. He looks like an actor ready to enter the scene. What if he does? We do see his back. He is not sitting down and that powerful body can take him anywhere in less than a second. As we don’t see more of the garden, it is hard to judge the distance between us and the bear. In fact, it seems to me that the picture was taken with a zoom. Which I think is a good idea. I prefer to think the photographer was safe behind a window when she took it.
It is a very close encounter all the same.
Katrin

 

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Hausboot im Treptower Hafen

Ein blaues Hausboot

Bild von Marianne, Beschreibung von Sandra

Das horizontal fotografierte Bild erzählt den Betrachter_innen von einer alternativen Lebensform und von Hausbootromantik. Im Zentrum des Bildes ist eines der im Treptower Hafen liegenden Wohnschiffe zu sehen. Im oberen Bilddrittel zeichnen sich feine Konturen weißer Wolken ab; hier und da schimmert zartes Blau durch die helle Wolkendecke. Das Wasser ist in Bewegung, wodurch die Spiegelung des Hausbootes im unteren Drittel des Bildes sich etwas verschwommen abzeichnet. Links unten im Eck verläuft eine Rosenhecke mit weißen Knospen bis zur Mitte des unteren Bildrands und lässt so das Flussufer ausmachen. Dass in hellem Blau gestrichene Hausboot mit seinen ca. 20 Metern Länge, zieht sich mit kleinem Abstand zum linken und rechten Bildrand über die waagrechte Bildachse; Heck und Seite sind zu sehen, während der Bug zur Spreemitte zeigt. Das Heck des Bootes ist überdacht, ein Fahrrad scheint unter dem Dach zu schweben; drei weitere parken vor den zwei „Haustüren“. An der Bordwandseite befinden sich insgesamt sieben Fenster. Die zwei Fenster auf der höheren Bootsmitte sind größer, tragen oben einen Rundbogen und sind durch ein Fensterkreuz in zwei kleine und zwei große Fensterflügel aufgeteilt.
Auf der Überdachung des Hecks beginnt der Dachgarten mit mediterranem Flair. Es sind zwei Körbe mit roten Blumen zu sehen – womöglich Geranien. Daneben ist ein weißer Kübel, der mit einer Zucchinipflanze bepflanzt scheint. In einem Tontopf daneben dürfte Rosmarin wachsen. Das Flachdach des Hausbootes erscheint wie eine riesige Dachterrasse auf drei Ebenen; die Ebene der Bootsmitte liegt höher. Auf der Ebene die direkt an die Überdachung des Hecks anschließt, sind wiederum viele Töpfe mit unterschiedlichen Pflanzen zu sehen. Ein großer Oleander und ein Jasmin dürften darunter sein. Die Dachterrassenebene auf der Bugseite ist mit einer Solaranlage überdacht. Eine Lichterkette mit bunten Kugeln zieht sich an den Seiten des Daches entlang. Eine blau gestrichene Bank und eine Pflanze in einem Tontopf – womöglich ein Kirschlorbeerstrauch – sind zu erkennen. Am Sicherheitsgeländer lassen sich gerade ein paar Kleidungsstücke von der Sonne trocknen und an einer der Dachstützen scheint eine Kapuzinerkresse zum Dach hoch zu klettern. Obgleich der Einblick auf diese Dachseite des Bootes sehr gering ist, ist nicht schwer zu erahnen wie bezaubernd dieser Ort zum Beispiel in einer lauen Sommernacht sein mag. Von einem Leben auf dem Wasser wird vielleicht nicht Jede_r träumen; dass diese Lebensform von einer besonderen Romantik erzählt, dürfte jedoch bei vielen Betrachter_innen dieses Bildes angekommen sein.

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An der Spree, von Mary

Ein Tisch auf einer Flusspromenade
Beim Spaziergang entlang der Spree kamen wir an einigen gemusterten Imbisstischen vorbei. Die Tische sind ebenso wie die Stühle schwarz-weiß mit Schmetterlingen verziert. Ein wenig experimentiert, hat Mary die Kamera irgendwann auf den Tisch gestellt und den Auslöser bedient, dabei ist dieses Foto entstanden. Insgesamt ist es sehr unscharf und farbarm. Die untere Bildhälfte wird von der Tischplatte ausgefüllt und im rechten Teil ist ein Schmetterling zu erkennen. In der rechten Bildhälfte ist oberhalb der Tischplatte die Lehne eines gemusterten Stuhls zu erkennen. Vom Stuhlrand nach oben verläuft parallel zum rechten Bildrand ein horizontal rot-weiß gestreifter, geschlossener Sonnenschirm, der vom Wind leicht nach rechts geweht wird.
Hinter der Tischplatte verlaufen zwei Metallstreben parallel zueinander quer durchs Bild. Diese Brüstung wird in der Bildmitte von einem weiteren rot-weiß gestreiften, geschlossenen Sonnenschirm gekreuzt. Die Schirme werden beide vom oberen Bildrand abgeschnitten, sodass ihre Spitze nicht zu erkennen ist.
Links vom zweiten Sonnenschirm befindet sich ein weiterer Stuhl, der jedoch vom Betrachter nur im Profil erahnt werden kann.
Im Hintergrund hinter der Brüstung lässt sich die Spree vermuten und die andere Uferseite durch den grünen Baumstreifen erkennen.
Der Tisch und die Spree lassen sich kaum voneinander unterscheiden, lediglich die Brüstung verdeutlicht die Grenze zum Fluss.

Bild und Text entstanden im Fotoseminar für Blinde; Bildbeschreibung Anne und Verena, Fotografin Mary

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