Italienurlaub I

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Mail von Lisa:

Hallo,

folgende drei Bilder hätte ich sehr gerne beschrieben. Sie sind vor Kurzem in meinem Italienurlaub entstanden. Die abgebildeten Skulpturen haben mich sehr fasziniert und ich hoffe, dass jemand die richtigen Worte dafür findet, mir den Eindruck, den ich da gewonnen habe, zu verschriftlichen, damit ich mich dauerhaft daran erinnern kann.

der Service ist eine tolle Idee und ich hoffe, dass er sich bald großer Nachfrage erfreuen wird! 🙂

Bild 1 von 3:

Eine junge Frau und ein junger Mann ertasten eine Skulptur

BILDBESCHREIBUNG VON DANIEL:

Auf einer dunklen, ovalen Bodenplatte, die wie rissiger Lehmboden strukturiert ist, befinden sich zwei etwa 20 cm hohe, puttenartige Bronzefiguren, die soeben aus zwei Eiern geschlüpft zu sein scheinen, deren Schalen, ebenfalls in Bronze ausgeführt und mit markanten Rissen und Bruchkanten versehen, neben und zwischen ihnen liegen. Die Figur im Bildvordergrund wendet dem Betrachter des Fotos den Rücken zu; sie stützt sich mit der rechten Hand ab und hat die linke, deren Handfläche zu ihrem Gesicht zeigt, wie zum Gruß erhoben. Von der zweiten Figur ist auf dem Bild nur der Kopf und die linke Schulter zu erkennen, der Rest wird von der anderen Figur und einer Hälfte ihrer Eierschale verdeckt.

Ertastet wird die Skulptur von drei Personen: einem großgewachsenen jungen Mann im Vorder-, einem etwas kleineren mit weißem Strohhut im Hintergrund, sowie einer jungen Frau in ihrer Mitte. Ihnen gegenüber steht ein Mann, dessen Bart beinahe ebenso weiß ist wie sein Polo-Shirt und seine Hose. Er hat die linke Hand auf den Tisch gelegt, auf dem sich die Skulptur befindet und betrachtet die Frau bei ihrer haptischen Erkundungstour.

Hallo Lisa, ich weiß natürlich nicht, ob ich, wie von Dir erhofft, die richtigen Worte gefunden habe, aber wenn Du möchtest, kann ich Dir demnächst auch die beiden anderen Skulpturen-Fotos beschreiben …

DANIEL

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Jenny I-III

Oh jetzt wirds richtig spannend!

Elke hat die drei Portraits von Jenny (hier, hier  und hier) die Charlotte schon einzeln beschrieben hat, nochmal zusammen beschrieben:

Jenny wurde schon sehr genau und treffend beschrieben. Ich beschreibe sie deshalb anders. Ich sehe alle Fotos nur kurz an und reagiere dann – so wie man auf jemanden reagiert, den man nur kurz zu Gesicht bekommt, also flüchtig, schnell, unkonzentriert, vielleicht imaginär, auf jeden Fall mit einer Wahrnehmung, die stark auch durch die eigenen, inneren Bilder mitbestimmt ist.
Das sehe ich: Alles an Jenny wirkt wie ein Zeichen. Der Mund ist rot markiert, die Augen sind durch grüne Lidschatten und schwarze Wimpertusche markiert. Es gibt Menschen, bei denen Gesichtszonen eher ineinander übergehen, das ist hier nicht der Fall. Jede Partie steht für sich und trägt Bedeutung. Ja, der Mund ist rot. Ja, die Augen sind katzenhaft. Ja, die Fingernägel glänzen fast metallisch grün. Jenny wirkt also wie jemand, die die Zeichen, die den menschlichen Körper ausmachen, expressiv hervorhebt. Auch durch den Hut, den Jenny trügt, wirkt das Bild im Ganzen und Jenny im Besonderen gerahmt, betont, präzise. Das Ganze wird durch eine künstliche Haltung verstärkt – das Gegenteil also eines Fotos, das Spontanität ausdrücken soll.
Das erste Foto mit Hut kontrastiert mit einem zweiten Foto, da Jenny hier einen Schleier trägt, der das Bild diffus werden lässt. Zwar sind die Gesichtszeichen hier genauso markant, aber durch den Schleier verwischt. Zudem sind die Haare offen, das lässt das Bild von Jenny an den Rändern unscharf werden, sozusagen auslaufen, mit dem Hintergrund diffundieren. Das Bild ist aber nicht weniger künstlich als die anderen. Interessanterweise ist die Sicht auf das Decollté, das wie auch auf den anderen Fotos auch auf diesem zu sehen ist, denn es ist nicht verschleiert. Anders als bei den anderen Fotos gibt das dem Bild einen Bruch, von dem ich nicht annehme, dass er bewusst hergestellt wurde. Der unverschleierte Busenansatz steht im starken Kontrast zum Rest des Bildes. Er ist so etwas wie ein nacktes, fast obszönes Moment in einem Bild, das das Geheimnisvolle in Szene setzen will. Das Obszöne ist ja das direkte Gegenteil des Erotischen, das eben mit Verhüllen und nur kurzem Zeigen arbeitet. Es ist gewissermaßen das Foto, das am wenigsten gelungen und deshalb das interessanteste ist, denn es hat etwas Aufdringliches – das einen, zumindest mich, auf sich selbst zurückziehen lässt. Soll man Jenny nahekommen? Das Bild sagt ja und nein.

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Italienurlaub II

Schon BESCHRIEBEN:

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Mail von Lisa:

Folgende drei Bilder hätte ich sehr gerne beschrieben. Sie sind vor Kurzem in meinem Italienurlaub entstanden. Die abgebildeten Skulpturen haben mich sehr fasziniert und ich hoffe, dass jemand die richtigen Worte dafür findet, mir den Eindruck, den ich da gewonnen habe, zu verschriftlichen, damit ich mich dauerhaft daran erinnern kann.

Bild 2 von 3:

Eine junge Frau ertastet eine Skulptur

BESCHREIBUNG VON CHARLOTTE:

Das Bild zeigt ein Paar, das gemeinsam eine Skulptur ertastet. Die Skulptur ist ein Mann aus Bronze, der über ein schwarz-weißes Schachbrett gebeugt sitzt. Die Figur steht auf einem Sockelgestell aus Metall und ist deshalb genauso groß wie die Frau die daneben steht. Die Bronzeskulptur selbst ist eher klein, vielleicht einen halben Meter hoch.
Als Bodenplatte ist ein welliger Untergrund aus massiver Bronze dargestellt, auf deren Oberfläche die Figur ihre Füße stellt. Obwohl es wie bewegtes Wasser aussieht, tauchen die Füße nicht ein sondern berühren nur die Oberfläche. Auch ein Tisch ist nicht da, das Schachbrett schwebt frei zwischen den Knien der Figur. Dadurch wirkt das ganze etwas surreal. Der Bronzemann hat seine linke Hand auf dem Knie abgestützt, die rechte ergreift die einzige Schachfigur die auf dem Brett steht. Er ist unbekleidet und seine Haare sind straff über den Kopf zurückgekämmt, man sieht Geheimratsecken. Er wirkt streng und nicht mehr jung, vielleicht 50 Jahre alt. Der Körper ist muskulös und hager.

Hinter der Skulptur ist eine graue Tafel aufgestellt. Auf italienisch ist dort ein Gedicht von Baudelaire zu lesen. Ich entziffere die Worte: „sempre tue amerai il mare“. Das Gedicht ist ein Auszug aus: „Der Mensch und das Meer“ von Charles Baudelaire.

„Du freier Mensch, du liebst das Meer voll Kraft,
Dein Spiegel ist’s. In seiner Wellen Mauer,
Die hoch sich türmt, wogt deiner Seele Schauer,
In dir und ihm der gleiche Abgrund klafft.“

Vielleicht bezieht sich die Figur auf dieses Gedicht.

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Selbst gemaltes Bild

SCHON BESCHRIEBEN

Mail von Silja:

Dieses Bild habe ich für ein Hotel an der Ostsee angefertigt. Meine gemalten Bilder sind zumeist sehr abstrakt.

Silja Korn, Sonnenuntergang

Ein abstraktes rotes GemäldeDer untere Bildrand und das Schild darunter: Künstler: Silja Korn Titel: Sonnenuntergang Maße: 40cm x 40cm Technik: Mischtechnik, Acryl auf Leinwand Materialien: Acrylfarbe, Seidenpapier, Draht, Styropor - Die Künstlerin ist blind - www.siljakorn.de

Bildbeschreibung von Karsten

 

Ein abstraktes Gemälde in den Farben des Sonnenuntergangs: Rot, Orange, Gelb und Weiß, wobei das Rot überwiegt. Ein flächiges Bild ohne Linien und definierte Formen. Ein Farbwirbel aus kleinen Farbwolken. Die Farbe ist pastös aufgetragen. In der Mitte überwiegt Rot, zu den Rändern hin Orange, stellenweise aufgehellt durch gelb. Der rot-orangene Farbwirbel ist durchsetzt mit weißen Flecken, die offenbar später aufgetragen wurden und dennoch aussehen, als schienen sie hinter den Wolken durch.

 

Von den auf der Bildunterschrift angeführten Materialien Seidenpapier, Draht und Styropor kann ich auf dem Foto nichts erkennen.

 

Silja eine Frage, die sich mir aufdrängt, da es bei diesem Bild so vordringlich um Farbe geht: Wie kommst du zu deiner Farbauswahl? Hast du einen Sehrest?

 

 


 

 

 

 

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Dornröschenpuppe

SCHON BESCHRIEBEN

Danke an alle die mittlerweile dazu beitragen, dass für blinde und sehschwache personen dieses service/blog erschaffen wurde.

Bei dem hier eingefpügten Bild bin ich zu sehen als Dornröschenpuppe.

Bitte hier eine genaue Beschreibung der mimik gesamteindruck meines mannes und mir.

Lieben Dank.

Silvia

Eine Frau in einem blumengeschmückten Kleid

Bildbeschreibung von Ewa Maria Slaska:

Das Foto selbst spricht mich nicht besonders an, weil es sehr unordentlich wirkt. Dies ist sicherlich damit zu begründen, dass es in einem Café aufgenommen ist und noch dazu in einem, das im Stil der 50. eingerichtet ist. Da ist gewöhnlich alles bunt durcheinander gemischt, alte Radios und Leuchter, Sessel und doppelte Tischdecken. Auch viel Kitsch. Es erklärt sich alles und hat einen gewissen Berliner Charme, aber ich habe meine Schwierigkeiten mit alldem.

Daher möchte ich hier nur die zwei Menschen beschreiben, die ich eigentlich sofort besonders lieb gewonnen habe. Zu einem scheinen sie mir klein zu sein und sehr miteinander verbunden. Wie dieses Ehepaar in „Casablanca“ mit Humphrey Bogart. Ihr wisst schon: „Which watch? Ten watch. Such much?“

„Casablanca“-Ehepaar ist aber eine episodische Randerscheinung. Und die Menschen auf dem Foto, ja… Sie sind mehr und viel stärker umrissen. Sie prägen sich ein. Sie sind doch Hauptprotagonisten, auf Polnisch wird man gar sagen: Helden. Bohaterowie. Nicht unbedingt heldenhaft, aber wichtige Hauptfiguren. Um sie dreht es sich alles. Um diese kleine Giuletta Massina, kleine, schöne, unglückliche und doch so mutige Gelsomina in La Strada. Nur die Rollen sind hier umgedreht. Sie ist wichtig, wie sie da steht, fast in der Mitte des Fotos, und ihren kleinen lächelnden! Zampano herausfordernd anschaut. Oder ist sie eh besorgt um ihn? Diese Männer, diese Herren der Schöpfung, sie brauchen doch so viele diskrete weibliche Fürsorge, viele von diesen kleinen Seitenblicken, um sich zu vergewissern, dass da alles immer noch in Ordnung ist.

Es ist vielleicht Fasching, da der Herr in einem eleganten grauen Anzug mit weißem Hemd und weinroter Fliege erschienen ist, und sie, die Gelsomina, als fabelhaftes Wesen, halb Elfe halb Prinzessin verkleidet. Sie hat einen smaragdgrünen  silbrig glänzenden Rock an, der wie Weihnachtsbaumkugel aussieht. Rund herum ist er noch von hellrosa drapierten Tüllestreifen umhüllt. Der Rock ist sicher der Blickfang, dessen Aufgabe es ist, alle Blicke an sich zu ziehen. Hell grüner Top, den sie an hat, ist viel blasser, er verschwindet fast im dunklen Hintergrund. Dafür aber leuchtet die Gelsominas Haut desto mehr. Sie ist weiß und rosa, auf dem Gesicht rougiert. Dunkel rot bemalter Kussmund, sehr markant. Braune Haare zusammen gesteckt. Und dann die Blumen – nach dem Rock und Mund der dritte Angucker im Bilde. Rosa Blumenkranz auf dem Kopf und rosa Blumenstrauß in der rechten Hand. Auf dem Hals lässt sich noch schwach eine helle Perlenkette zu erahnen. Die verschwindet aber hinter den rosa Rosen des Straußes.

Ein schönes Kostüm für eine mutige Frau, die sich nicht scheut, sich in solchem Märchenkleid sehen zu lassen.

Man sieht ihre Füßchen nicht. Schade.

Hat sie vielleicht kleine gläserne Schühchen an?


			

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Kanada II

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Hallo,

hier sind ein paar Bilder von Maria aus kanada. Es wäre eine gute Idee deine Seite und/ oder die Bildbeschreibungen auch in Englisch zu machen.

Maria fragt schon dauernd nach 😉

lg susanne

——– Original-Nachricht ——–

> Subject: Pictures

> Hi Susanne
>
> Here are a few pictures when I went hiking with my sister a few years ago. They are from
> a state park called Kananaskis. It is 563 km drive from Edmonton. it is an Indian name.
> There are lots of hiking and bike trails and a few lakes there. It does not have too many tourists like other parks, that’s why I like it here.
>
> Maria

Ein Bergsee

Bildbeschreibung von Ewa Maria Slaska

Wald, See, Berge und Himmel.
Wahrscheinlich Sommer.

Das Bild ist fast quadratisch und sehr bläulich, was vielleicht an der Qualität des Filmes liegt. Es besteht aus drei Schichten oder vielleicht Plänen. Der Plan ganz vorne ist Dunkelgrün und wiederum in zwei aufgeteilt. Links unten, ein bisschen hinten sieht man einen dichten Nadelbaumwald, nicht besonders alt, aber auch nicht ganz jung und wie ich denke, gleichaltrig. Ich versuche die ganze Zeit zu bestimmen, ob es Fichte oder Tanne ist, und ich weiß es nicht. Aber vielleicht doch eh Fichte. Im Wald sieht man ein paar Bäume, die gefallen sind, aber nicht von Menschenhand, sondern durch den Wind, die schräg zwischen den lebendigen Bäumen liegen.

Rechts, ganz vorne sieht man nur ein paar Zweige und Äste eines großen Baums, der entschieden größer sein muss, als die die man dahinter sieht. Es ist ein alter Nadelbaum, so alt, dass manche Zweige nadellos, nackt, hell grau und getrocknet sind.

Zwischen den Wald und den Baum gibt es einen sich gerade Richtung See biegenden Waldweg, der beige oder bräunlich ist.

Das Seewasser ist sehr glatt, es herrscht eine windlose Stille. Das Wasser ist sehr sauber und scheckig blau – es gibt hellblaue Wasserflecken und dunkelblaue,  aber wovon es abhängt, dass sie verschiedenfarbig sind – weiß ich nicht. Vielleicht gibt es doch ein bisschen Wind, oder das dunkle Wasser ist tiefer, oder die Wolken werfen ihre Schatten auf die Wasseroberfläche. Aber nein, eigentlich gibt es kaum Wolken auf dem Himmel, und wenn doch, hie und da etwas, dann nicht so dicht, dass sie Schatten werfen.

Näher zu Betrachter, hinter den Baumkronen des Waldes da unten, sieht man auf dem See einen kleinen Weiher, grün, mit niedrigen Büschen bewachsen und mit hellbraunem Ufer umrundet.

Das andere Ufer des Sees ist ein dünner heller Streifen, aber ob es dort einen Pfad unter den Bäumen gibt, ist nicht auszumachen.

Die Berge im Fond des Bildes sind richtige echte Berge, so alpinenartige. Es sind Felsbergen mit streifen Altschnee in den Kanions und Nuten. Nur die niedrigeren Berge, die dicht am See emporragen sind mit dunkel grünem Wald bewachsen. Gerade diese Dunkelheit lässt vermuten, dass es vielleicht doch die Tannen sind.

Irritierend, dass man es nicht mit Sicherheit bestimmen kann.

Ich habe mir dieses Foto zum Beschreiben ausgesucht, weil es mich regelrecht zwingt, über mich selber ernsthaft nachzudenken. Sehe ich dieses Foto, oder ein ähnliches Foto, weiß ich, ich kann SO nicht leben. Und trotzdem spüre ich eine riesige Sehnsucht nach dieser Landschaft und nach Ruhe, die sie ausstrahlt. Ich weiß, dass es nicht stimmt. Ich weiß auch, dass ich es nicht wirklich brauche. Ein so genannter psychologischer Test in Elle oder Cosmopolitan, weiß ich nicht mehr, hat treffend formuliert, was ich von mir schon seit eh weiß: In mir ist soviel von einem „Naturmensch“, dass ich ab und zu es gern genieße, einen gepflegten Tee auf einem Balkon zu sich zu nehmen oder mir ein Buch über schöne barocke Gärten anzuschauen. So viel zu meinem Bedürfnis, Natur zu erleben.

In einem lustigen amerikanischen Buch aus den 20., „Das Ei und ich“ von Betty McDonald, heiratet eine junge ebenfalls lustige Frau direkt nach dem Abitur einem Mann, der in genauso einer Umgebung – See, Berge, Wald – eine Eierfarm einrichtet. Und sie fährt mit ihm aus New York dorthin, um fest zu stellen, dass es dort lange Winter gibt, keine Nachbarn, keinen gesellschaftlichen Umgang, lange Nächte und Einsamkeit, sowie noch dazu Grizzlys, viel Regen und eine nie endende Knochenarbeit. Ihre Freunde, allesamt Großstädtler, kommen sie besuchen und begeistern sich für Ruhe, für die Bläue des Seewassers, für die Grün des Fichtewaldes (oder ist es doch Tann?), für die Sonne, die auf dem Wasser spielt. Nur Einer schaut sie an und sagt, schön, vielleicht, aber gar nix im Vergleich zu Pommes Frites mit Ketschup in einer Imbissbude am Bahnhof um Mitternacht.

Wenn ich es aber weiß, weshalb reagiere ich, wenn ich unvermittelt so ein Bild sehe, mit der Tristesse, die das Gefühl begleitet: Nie! Nie werde ich so was erreichen. Nie! Klar ich war zig Mal in solchen Landschaften, in Polen, aber auch in Schweden, in Deutschland, in den USA, in Irland, was weiß ich noch, wo… Oft waren sie in der Wirklichkeit genauso idyllisch wie das Bild. Es gab Pilze in Wald, oder Walderdbeeren, Reiher und Kormorane am Wasserufer, Fische im See, Blumen in Gras. Und trotzdem bleibt in mir eine Wehmut, als wenn man etwas sieht, was man nie im Leben erreichen wird. Man kann ohne dieses unbekannte Etwas leben, sicher, auch gut und interessant, aber das Leben ist ärmer. Ärmer um was?

Was fehlt mir, verdammt noch mal?

Ewa Maria Slaska, 2.08.2011 Berlin

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