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100 Meisterwerke: 26. „Louise Bourgeois“ von Robert Mapplethorpe

Louise Bourgeois

Die Schwarzweiß- Fotografie wurde 1982 von dem amerikanischen  Fotografen und Künstler Robert Mapplethorpe aufgenommen und ist ein Portrait der Französisch –Amerikanischen Künstlerin Louise Bourgeois. Auf dem Bild ist sie 72 Jahre alt. Sie steht oder sitzt vor einem einheitlich grauen Hintergrund und ihr  Oberkörper ist bis zur Taille zu sehen. Sie befindet sich etwas nach rechts gedreht in der rechten Hälfte des Bildes und schaut direkt in die Kamera.

Louise Bourgeois trägt graumelierte, längere Haare, die sie zurückgebunden hat, der Zopf ist aber nicht zu sehen. Sie hat einen lockeren Seitenscheitel auf der linken Seite. Sie lächelt verschmitzt und fast frech in die Kamera und ihr Gesicht scheint von der rechten Seite beleuchtet zu sein. Durch die Beleuchtung entsteht ein leichter Schatten auf der linken Seite ihres Gesichts. Dieser beginnt am Ende ihres Auges und zieht sich über Wange und ihr linkes Ohr bis zum Kinn, wo er dunkler ist. Ihre hellen Augen sind etwas  zusammengekniffen und lachen mit. Durch ihr Lächeln sind ihre Zähne  teilweise sichtbar.

Sie hat ein ovales Gesicht mit einer hohen Stirn mit vielen kleinen Falten und vielen Lachfalten um die Augen. Ihr rechtes Ohr ist durch die Drehung ihres Kopfes nicht zu sehen. Ihre Nase ist lang und schmal und sie hat kurze geschwungene Augenbrauen. Sie sieht freundlich, frisch und irgendwie beeindruckend aus.

Sie trägt eine sogenannte Affenfelljacke. Dies ist eine schwarze Felljacke aus glattem, mattem  Kunstfell. Die Haare des Kunstfells sind etwa zehn Zentimeter lang. Die Ärmel der  Jacke reichen bis zu den Handgelenken und der Kragen bedeckt ihren kompletten Hals. Der linke Arm hängt gerade herunter und die Hand ist nicht mit auf dem Bild.

Der rechte Arm ist angewinkelt und unter dem Arm hält sie eine etwa fünfzig Zentimeter große Penisplastik. Die Spitze des Penis‘ zeigt nach rechts und die Hoden ragen wie zwei Bälle übereinander hinter ihrem Ellenbogen bis zum linken  Bildrand hervor. Mit ihrer rechten Hand hält sie die Spitze des Penis‘ fest. Es sind nur der Daumen und der Zeigefinger zu sehen.

Bei der Penisplastik handelt es sich um die Skulptur „Fillette“ die die Künstlerin selbst 1968 anfertigte. Die Plastik wirkt wie aus Bronze gegossen, ist aber mit Latex überzogen, Sie ist braun und hat eine feine, fast aderige Struktur. Die Farbe lässt sich allerdings in der schwarz-weiß- Fotografie schwer bestimmen. Die Art wie sie die Skulptur hält soll an die Art erinnern, wie in Frankreich Baguettes getragen  werden.

Bildquelle: pinterest

Text: Jana Marie Schmidkunz-Gereke

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100 Meisterwerke: 26. „Guerrillero Heroico“ von Alberto Korda

Original schwarzweiß Foto von Che Guevara

Die Schwarzweiß -Fotografie „Guerrillero Heroico“ (dt. „Heldenhafter Guerillakämpfer“) von Alberto Korda wurde am 6. März 1960 in Havanna auf Kuba aufgenommen. Sie zeigt den Revolutionär Che Guevara. Das Bild wurde zum Symbol der 1968er-Bewegung und später für diverse Werbezwecke verwendet. Ein Ausschnitt dieses Originalbildes, der nur Che Guevaras Gesicht und  Schultern zeigt, ist um ein vielfaches bekannter. Der irische Künstler Jim Fitzpatrick kolorierte diesen Bildausschnitt der noch heute weltweit auf T-Shirts und andere Gegenstände gedruckt wird. In Fitzpatricks Version kontrastiert der leuchtend rote Hintergrund stark mit dem weißen Gesicht mit schwarzen Gesichtszügen, das von ebenfalls pechschwarzem Haar eingerahmt wird.

Koloriertes Foto von Che Guevaras Gesicht

Das Originalbild

Das hier beschriebene Originalbild zeigt mehr als Che Guevaras Gesicht. Dennoch befindet sich dieses im Zentrum des Fotos und damit im Hauptaugenmerk des Betrachtenden. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war Che Guevara zweiunddreißig Jahre alt. Auf dem Kopf trägt er ein schwarzes Barett mit einem kleinen fünfzackigen Stern in der Mitte, der das Licht hell reflektiert. Seine schwarzen, fast schulterlangen Haare schauen wellig und locker an den Seiten hervor und verdecken die Ohren. Er trägt einen Kinnbart, außerdem verläuft ein schmaler Bart von seinen Nasenlöchern, an seinen Mundwinkeln vorbei bis zum Kinn herab.

Che Guevara steht, den Körper etwas nach rechts gedreht und schaut links an der Kamera vorbei. Auf dem Foto ist er bis zur Brust abgebildet. Er hebt sein Kinn leicht an und schaut nachdenklich und ernst, er hat kräftige dunkle Augenbrauen und Schlupflider. Das Gesicht ist oval mit markanten Wangenknochen, seine Haut wirkt  auf der Schwarz-Weiß-Fotografie relativ dunkel. Die Unterlippe ist voller als die Oberlippe und die Mundwinkel hängen weder herab noch zeigen sie nach oben, der Mund ist geschlossen und gerade. Seine Nase ist wohl proportioniert und die Nasenflügel heben sich leicht. Die Perspektive wirkt als habe der Fotograf gekniet oder Che Guevara stand etwas  erhöht.

Er trägt eine graue Jacke mit aufgestelltem Kragen. An den Schultern verläuft ein etwa vier Zentimeter breiter schwarzer Streifen auf der Jacke, parallel zu der Naht der Ärmel. Der Reißverschluss ist geschlossen. Die Jacke glänzt leicht, als wäre sie aus Leder. Seine Arme sind nicht zu sehen, vermutlich hängen sie einfach herab.

Auf der rechten Seite des Bildes befindet sich eine Palme von der nur einige schmale Blätter zu sehen sind. Sie beginnen in der rechten oberen Ecke etwas buschiger und enden in der unteren rechten Ecke. Oben nehmen die Blätter etwa Zwanzig Prozent des oberen rechten Bildrandes ein und enden, im Verlauf schmaler werdend, nur noch in der unteren rechten Ecke. Die Blätter enden spitz und sind vollständig zu sehen.

Auf der linken Seite des Bildes befindet sich eine weitere männliche Person, in der oberen linken Ecke ist ein Teil des Gesichts im Profil zu sehen. Man sieht nur die Augenpartie und die Nase bis hin zum Kinn, der Rest des Kopfes wird vom Bildrand abgeschnitten. Der Nasenrücken ist leicht gebogen und das Kinn tritt leicht hervor. Der Mann schaut ernst und sein Mund wirkt sehr schmal und ist geschlossen. Er blickt leicht nach oben über Che Guevara hinweg. Der sichtbare Teil des Gesichts nimmt etwa dreißig Prozent des linken Bildrandes von oben beginnend ein. Unter dem Kinn folgt eine kleine Lücke und dann sind Oberkörper und ein Arm ansatzweise zu sehen. Der Arm verläuft diagonal zum unteren Bildrand. Es wirkt als würde der Arme des Mannes den von Che Guevara unterhalb des Bildausschnittes berühren. Dies ist aber nicht zu sehen,

Der zweite Mann trägt eine dunkelgraue Jacke, wahrscheinlich aus fester Baumwolle. Das Bild wurde unter wolkenlosem, freiem Himmel aufgenommen und der Hintergrund ist komplett weiß.

Bildquellen

Korda: Wikimedia

Fitzpatrick: Wikimedia

Text: Jana Marie Schmidkunz-Gerecke

 

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100 Meisterwerke: 25. „Der grüne Streifen. Bildnis Madame Matisse“ von Henri Matisse

Der grüne Streifen. Bildnis Madame Matisse

Der grüne Streifen. Bildnis Madame Matisse“ von Henri Matisse ist eine Ölgemälde aus dem Jahr 1905. Darauf stellt Matisse seine Frau im fauvistischen Stil jener Zeit dar. Der Fauvismus war eine Stilrichtung in der Malerei die sich vom damals vorherrschenden, orthodoxen Impressionismus abhob. Fauvistische Künstler waren nicht darauf aus Gegenstände illusionistisch oder naturgetreu darzustellen, vielmehr wollten sie durch den Zusammenklang von Farbflächen Aussagen treffen. Dementsprechend sind fauvistische Bilder von leuchtenden Farben und flächigen Farbgebungen sowie durch stark vereinfachte Darstellungen geprägt. Farbschattierungen gehen nicht wie im Impressionismus fließend ineinander über, vielmehr bleiben Farbflächen ungebrochen, um das Farbempfinden des Künstlers darzustellen.

Das hochformatige Gemälde ist mit groben, pastösen Pinselstrichen in Farbe gemalt. Im Fordergrund zeigt es eine Frau mittleren Alters, die ab oberhalb ihrer Brust zu sehen ist. Aus ihrer Perspektive gesehen, ist der Kopf der Frau leicht nach rechts gerichtet, so dass sie den Betrachtenden geradewegs anschaut. Ihr Körper hingegen ist mehr nach links gedreht.

Sie trägt ein rotes Oberteil, dass ihre Schultern bedeckt. Von ihren Armen ist nichts zu sehen. Das Oberteil hat einen V-Ausschnitt mit einem weißen Kragen mit unregelmäßigen dunklen Punkten, die Fell andeuten könnten. Ihr schwarzes Haar ist mittig auf ihrem Kopf hochgesteckt, die Ohren liegen frei. Dadurch dass ihre Haare streng nach oben gekämmt sind, wirkt ihre Stirn relativ eckig und breit. Die Frisur ist von Blautönen durchzogen, die wahrscheinlich Lichteffekte andeuten sollen. Besonders die Akzente in der Mitte sind allerdings zu großflächig und mittelblau um natürlich zu wirken.

Links im Hintergrund, von ihrer Schulter bis kurz über ihr Ohr reichend, befindet sich eine orangrote Fläche, wahrscheinlich die Lehne eines Sessels oder Sofas, auf dem sie sitzt. Es könnte sich aber auch lediglich um einen Teil des mehrfarbigen Hintergrundes handeln.

Die Frau hat ein sehr schmales Gesicht, dünne rosarote Lippen, eine längliche Nase, dunkle Augen und dicke, schwarze Augenbrauen. Ihre rechte Augenbraue ist leicht nach oben gezogen, was zusammen mit der Frisur und den schmalen Lippen einen etwas strengen und ernsten Gesichtsausdruck andeutet.

Das Gemälde trägt den Titel „Grüner Streifen“, weil sich mitten durch das Gesicht eine klare Grenze zwischen der hell beleuchteten linken und der im Schatten liegenden dunkleren Gesichtshälfte zieht. Diese Grenze ist durch einen senkrechten, grünen Streifen, der sich von der Stirn über die Nase, den Mund und das Kinn hinab über den Hals zieht, gekennzeichnet. Der leuchtend grüne Streifen ist genauso breit wie der Abstand zwischen den Augenbrauen. Er ist zu gerade und deutlich, um lediglich wie ein Schatten zu wirken.

Ihre, aus Sicht des Betrachtenden rechte Gesichtshälfte liegt im Schatten und hat bräunliche Haut, in der mehr Schatten und Fältchen als auf der anderen Seite angedeutet sind. Der Hintergrund auf dieser Seite ist dunkeltürkisgrün, während der Hintergrund zur linken, beleuchteten Gesichtshälfte oberhalb des roten Sessels lilapink ist. Diese Gesichtshälfte ist durch eine gelbere Hautfarbe gekennzeichnet und wirkt beleuchtet und weicher.

Formen und Farben des Gesichts sind so stark vereinfacht, dass sich nichts darüber sagen lässt, welche Augenfarbe und ob sie viele oder wenig Falten hat oder ob sie wirklich auf einem Sessel sitzt, oder es sich nur um einen mehrfarbigen Hintergrund handelt. Zusätzlich ist ihr Gesicht eher starr. Trotz des strengen Blicks wirkt sie ruhig und gelassen. Durch die starke Vereinfachung der Gesichtszüge tritt das Zusammenspiel der unterschiedlichen, miteinander kontrastierenden Farben um so deutlicher hervor. Durch die grobe Linienführung wirkt das Bild zudem sehr flächig und mehr linear als plastisch.

Henri Matisse beabsichtigte nicht seine Frau so naturgetreu wie möglich darzustellen, sondern spiegelt seine eigenen Emotionen für sie farblich wider; daher zielt er auf eine emotionale und nicht auf eine ästhetische Repräsentation ab, was ihm schlussendlich gelungen ist.

Bildquelle: pinterest.de

Text: Anna Blankenburg

 

 

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100 Meisterwerke: 24. „Untitled #96“ von Cindy Sherman

Untitled #96 whatculture.com

Cindy Sherman ist eine US-amerikanische Künstlerin und Fotografin. Sie ist vor allem für ihre Fotoserien bekannt, in denen sie sich konzeptuell mit Fragen der Identität, Rollenbildern, Körperlichkeit und Sexualität beschäftigt. Bei dem Foto Untitled #96 handelt es sich um ein Selbstportrait aus dem Jahre 1981. Zu dieser Zeit war die Künstlerin 25 Jahre alt.

Das Foto ist im Querformat aufgenommen und hauptsächlich in harmonisierenden Orangetönen gehalten. Es zeigt ein junges Mädchen mit androgynen Gesichtszügen, das verführerisch in Rückenlage auf einem Fußboden aus braunen oder terrakotta-farbenen Mosaikfliesen liegt. Diese Fließen sind kleine Quadrate und Rechtecke, die scheinbar wahllos aneinander gelegt wurden. Sonst ist vom Fußboden nicht viel zu sehen, da dass Mädchen aus sehr naher Distanz von oben fotografiert wurde. Aus diesem Grund ist auch nicht ihr ganzer Körper auf dem Bild zu sehen. Der / die Betrachtende schaut aus einer Art Draufsicht auf sie herab. Das Mädchen liegt diagonal. Ihr Kopf befindet sich in der rechten oberen Ecke und ihre Beine, bis zur Hälfte der Oberschenkel, in der linken unteren Ecke des Bildes. Der Körper ist durch die Bildränder an allen Seiten abgeschnitten. Das Mädchen hat eine schlanke und eher knabenhafte Figur. Eventuelle kurvenreichere Körperformen sind  durch die locker sitzende Kleidung nicht zu erkennen.

Ihr Kopf ist mit Beginn der Stirn zu sehen. Sie trägt dunkelblonde Haare, die zur Hälfte ihre Ohren bedecken. Der Pony liegt mit einigen Fransen auf der Stirn. Ihr Gesicht ist leicht errötet und ihr Blick geht nach rechts weg vom Fotografierenden, in Richtung der oberen Kante des Bildes. Sie wirkt verträumt. Ihr Mund ist leicht geöffnet, so dass der / die Betrachtende die oberen Schneidezähne erkennen kann. Die Oberlippe ist im Vergleich zur vollen Unterlippe eher schmal. Ihr Gesichtsausdruck wirkt sehr sinnlich. Ihr Gesicht ist oval und zeichnet sich durch weiche Formen aus. Die Augen sind mandelförmig und die Augenbrauen liegen halbrund über den Augen. Die Farbe der Augen ist nicht eindeutig zu erkennen. Die Nase des Mädchens ist gerade. Sie ist ungeschminkt und ihre Haut ist leicht gebräunt.

Am Oberkörper trägt sie einen braunorangefarbenen Pullover, dessen Ärmel sehr sorgfältig bis zu den Ellenbogen hochgekrempelt sind. Der Pullover reicht ihr bis zum Becken und wirkt nach innen umgeschlagen. Er liegt über dem Rock. Mit der rechten Hand umklammert sie einen zerknüllten Zeitungsausschnitt, auf dem nichts Genaueres zu erkennen ist. Der rechte Arm ist ausgestreckt und die Hand liegt in etwa auf der Höhe ihres Beckenknochens. Den linken Arm hat sie nach oben angewinkelt, so dass ihre linke Hand mit der Handfläche nach oben  neben ihrem Kopf auf Höhe ihres Ohrs liegt. Die Finger sind leicht zur Faust geballt, aber nicht angespannt. Der Ellenbogen ist aufgrund der Bildbegrenzung nicht zu sehen. Ihre Fingernägel sind rot lackiert.

Zu dem orangefarbenen Pullover trägt sie einen weiten,  mit mittelgroßem Blockkaro gleichmäßig orange und weiß karierten – vermutlich knielangen – Rock, der den Großteil ihrer Oberschenkel bedeckt.  Das Orange ist der Farbe des Pullovers sehr ähnlich und geht auch eher in die Richtung eines braunorange. Der breite Rocksaum ist unten über den Schenkeln teilweise hochgeschlagen. Ihre Beine hat das Mädchen angewinkelt nach links fallen lassen; Ihr Oberkörper liegt komplett auf dem Fußboden und ab dem Becken hat sie ihren Körper mit angewinkelten Beinen nach links gedreht. Allerdings sind die Beine aufgrund der Bildbegrenzung nur bis zur Mitte des Oberschenkels zu sehen und es ist nicht zu erkennen, ob sie übereinander liegen. Das Mädchen trägt keine Strumpfhosen.

In der linken oberen Ecke ist noch ein kleiner Teil der linken Ferse mit einem Stück Schuhsohle zu sehen. Die Schuhe sind aus weißem Stoff und haben flache Sohlen. Sie enden unter dem Knöchel. Das schmutzige Weiß lässt vermuten, dass die Schuhe nicht mehr neu sind.

Insgesamt sieht das Bild eher gestellt aus. Es wirkt, als wenn das Mädchen posiert und sich bemüht, dabei verführerisch auszusehen.

Bildquelle: whatsculture.com

Text: Antje Köhn

 

 

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100 Meisterwerke: 19. „Stillleben mit rotem Selbstporträt“ von Maria Lassnig

Stillleben mit rotem Selbstportrait

Maria Lassnigs „Stillleben mit rotem Selbstporträt“ von 1969 ist ein Gemälde im Querformat, vermutlich mit Öl auf Leinwand gemalt. Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem Werk, wie der Titel schon sagt, um ein konventionelles Stillleben: Von einem erhöhten Standpunkt aus fällt der Blick auf einen rechteckigen Tisch mit weißer Decke, der den zentralen Bildteil einnimmt. Der Tisch steht circa einem 20 Grad-Winkel schräg nach oben zu den Bildrändern. Das Tischtuch wirkt auf den ersten Blick weiß, tatsächlich ist es aber in sehr hellen Grün- und Blautönen gemalt, um Falten und Schattierungen darzustellen. Das Tuch hängt am unteren und am rechten Tischrand in unterschiedlicher Länge über den Tisch. Während drei akkurate, quere Bügelfalten harte Schatten werfen sind die Längsfalten leichter angedeutet.

Es befinden sich nur drei Gegenstände auf dem Tisch: In der Mitte steht eine suppentellerähnliche Schale mit gewelltem Rand. Passend zum Tischtuch ist die Schale weiß mit hellen grünen und blauen Schattierungen. In ihr befinden sich glänzende, dunkelblaue Früchte, die wie Kirschen aussehen. Die Früchte bedecken den Boden, sind aber nicht bis zum hohen Rand aufgeschichtet. Auf einer Linie links neben der Schale liegt ein sattroter Apfel, die Stielseite dem Tisch zugewandt. Oben ist die Blüte als kleine, schwarze Vertiefung angedeutet. Rechts oberhalb der Schale liegt ein zweiter Apfel nahe bei der rechten oberen Tischkante. Dieser Apfel ist gelb-orange und sein blattloser Stiel zeigt nach oben. Alle drei Gegenstände werfen relativ kurze, rundliche, blau-graue Schatten nach rechts auf das Tischtuch.

Von einem konventionellen Stillleben unterscheidet sich dieses Bild jedoch durch die beiden dünen, gebogenen, schwarzen Gestänge, die sich links und mittig an der unteren Längsseite des Tisches in die Platte bohren. An Ihrem unteren Ende halten die Stangen ein rotes, lippenförmiges Objekt, das sich in der linken Ecke und in der Mitte des unteren Bildrandes befindet. Die überdimensionalen, knallroten Lippen stehen in starkem Kontrast zum gedämpften, blaugrünen Rest des Bildes und wirken fehl am Platz. Ober –und Unterlippe erscheinen voll und weich und bilden einen geschwungenen Kussmund, der geschlossen ist. Ein Teil des rechten Unterlippenbogens sowie sein Ende sind am Bildrand abgeschnitten.

Die Gegenstände auf dem Tisch und die Lippen wirken plastisch, fast greifbar. Die Teile des Bildes, die weder vom Tisch noch von den roten Lippen eingenommen werden, sind grünlich-brauner Hintergrund. Ganz am Rand in der rechten oberen Ecke steht „M. Lassnig 1969“ in schwarzer Handschrift.

Bildquelle: 66.media.tumbler.com

Text: Stef

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100 Meisterwerke: 17. „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci

Mona Lisa

Das berühmte Portrait der Mona Lisa stammt von dem italienischen Maler Leonardo da Vinci, der auch Architekt, Bildhauer und Naturphilosoph war. Die Mona Lisa gehört zu den bekanntesten Gemälden der Welt. Es ist eines der größten Meisterwerke der Renaissance und wurde etwa 1503 von  da Vinci gezeichnet. Im Mittelpunkt des Portraits steht Mona Lisas Lächeln, das oft als geheimnisvoll bezeichnet wird. Seit 1804 ist das Gemälde im Louvre in Paris zusehen.

Da Vincis Werk beeinflusste die Welt der Kunst nachhaltig, da er neue Techniken und Stile in seine Werke einbezog, welche vor allem die italienische Portraitmalerei prägten. Das Bild ist 77 cm hoch sowie 53 cm breit und es ist auf dünnem Pappelholz mit Ölfarben gezeichnet.

Mona Lisa stellt das Zentrum des Bildes dar, sie sitzt auf einem Stuhl und im Hintergrund ist eine verschwommene Landschaft dargestellt. Ihr Alter ist schwer ein schätzbar, eventuell ist sie Mitte 30. Es wirkt als säße sie dem Maler direkt gegenüber, jedoch leicht nach links gedreht. Ihr kompletter Oberkörper, ungefähr bis zum Becken ist abgebildet. Sie schaut dabei direkt in seine Richtung und die Augen wirken als guckt sie ihn bewusst an. Ihre Ausstrahlung wirkt dabei markant, ruhend und selbstbewusst. Egal aus welchem Blickwinkel das Portrait betrachtet wird, sie schaut den Betrachtenden immer direkt an. So könnte der Eindruck gewonnen werden sie verfolgt einen mit ihren Augen.

Mona Lisa trägt einen Mittelscheitel und hat dunkelbraune schulterlange Haare, die sehr glatt, fast schon platt wirken. Zusätzlich liegt ein durchsichtiger, feiner Schleier auf ihrem Haar. Insgesamt wirkt ihr Gesicht eher rundlich. Sie hat eine breite Stirn und keine Augenbrauen. Dadurch kommen ihre dunklen Augen intensiver zur Geltung, trotzdem sind sie recht klein und schmal geformt. Die Augen sind mit leichten Tränensäcken untermalt. Ihre Wangen sind voll und sie hat eine gerade Nase mit einem recht lang gezogenen Nasenknochen. Ihre Lippen sind eher schmal geformt. Ihr Mund ist geschlossen und deutet ein Lächeln an, welches durch einen leichten Schatten an den Mundwinkeln deutlich wird. Dabei sind ihre Mundwinkel auf gleicher Höhe. Ihr Kinn ist im Gegensatz zu ihren Wangen schmal und leicht spitz geformt. Es wirft Schatten auf den Hals.

Ihre Kleidung ist in verschiedenen Naturtönen im Braunbereich gehalten und schlägt leichte Falten. Sie trägt ein Kleid, das den Ansatz ihres Dekolletees zum Vorschein bringt, und darüber einen Umhang oder Mantel, der offen ist und an den Ärmeln heller wirkt. Ihre linke Hand liegt auf einer hölzernen, braunen Lehne eines Stuhls, dadurch ist der Unterarm waagerecht dargestellt und die langen Finger der rechten Hand liegen auf der Linken.

Im Hintergrund ist eine Landschaft zuerkennen, die erst nach und nach richtig zur Geltung kommt. Dies ist vor allem dem geschuldet, dass sie verschwommen und leicht neblig dargestellt ist. Zusätzlich wirkt die Landschaft einerseits romantisch, andererseits aber auch unwirklich dargestellt. Die Landschaft zeichnet sich ungefähr ab Achselhöhe ab. Links von Mona Lisa führt ein geschlängelter Weg nach hinten in einen See. Auf der rechten Seite dagegen führt ein Fluss in den See, dort ist auch eine Brücke abgebildet. Der See ist nicht komplett zusehen, da er von Mona Lisas Kopf verdeckt wird. Um den See herum sind verschiedengroße Hügel und Berge gruppiert. Die Landschaft hebt sich farblich kaum von der Farbkomposition Mona Lisas ab und ist in braun tönen gehalten.

Model für das Gemälde war vermutlich die Florentinerin Lisa del Gioconda, wobei es auch andere Theorien gibt. Der italienische Originaltitel lautet „La Gioconda“ (dt. die Heitere). Die Bezeichnung Mona ist nicht Teil des Namens, sondern resultierte aus einem Schreibfehler von Monna, das Madonna oder Frau bedeutet, und daher zu Lisas Titel als Ehefrau gehört.

Bildquelle: Wikimedia

Text: Mandy Buchwalsky

 

 

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