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„Aggro Pusteblume“ von Tina

Dieses Foto entstand bei unserem Fotoseminar am 9. Mai. Hier könnt ihr Tinas Bericht über den Workshop lesen und wie ihr Team die Idee mit den Pusteblumen-Portraits hatte. Der originelle Titel „Aggro Pusteblume“ stammt aus der Bildbeschreibung

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Bildbeschreibung von Marit-Inga Zimmermann

Das Foto ist draußen an einem sonnigen Tag entstanden. Es ist eher unscharf und durch die Sonne hell belichtet. Teilweise gibt es starke Kontraste zwischen Sonnenlicht und Schatten. Der Hintergrund ist eher dunkel und es ist eine dunkle Häuserwand mit großen, quadratischen Steinen zu sehen.

Auf dem Foto befinden sich Anja und Flo die sich gegenüberknien, während sie jeweils einen Strauß Pusteblumen vor sich in der Hand halten. Beide sind im Profil zu sehen. Anja trägt ein schwarzes Langarmshirt mit einem V-Ausschnitt. Die Ärmel sind dabei aufgekrämpelt. Ihr Kopf mit hellen, schulterlangen Haaren ist nur zur Hälfte im linken Bildabschnitt zu sehen. Der Hinterkopf ist gar nicht zu sehen. Anja ist auf dem Foto ab Brusthöhe abgebildet. Sie sitzt auf der linken Seite und hält ca. 7 Pusteblumen in ihrer rechten Hand, die Sie mit ihrer ganzen Hand umfasst, wobei man ihren Handrücken sieht. Sie pustet mit luftgefüllten Wangen eher zarghaft gegen die Pusteblumen, ihre Augen kneift sie dabei zusammen.

Flo kniet auf der rechten Seite und ist etwas weniger als einen Meter von Anja entfernt. Er hat seine hellen, gesträhnten Haare zu einem Dutt zusammengebunden, während ein paar Strähnen aus dem Dutt herausfallen. Er trägt ein helles, offenes Hemd mit dunklem Unterhemd, sein Oberkörper sowie die Kniespitze seines rechten Knies, auf das er seinen rechten Arm abstützt, sind zu sehen. Flo trägt schwarze Ohrstecker, wobei nur der linke zu sehen ist. Sein Gesicht ist gekennzeichnet von einem geschätzten 8 Tage Bart. Im vergleich zu Anja ist Flos Hautfarbe eher dunkler. Seine Augenbraun sind hochgezogen und er pustet mit voller Kraft gegen seinen Strauß. Sein Strauß aus Pusteblumen besteht aus ca. 5 einzelnen Blumen und berührt den Strauß von Anja gerade eben auf der gleichen Höhe. Während Anja den Strauß fest mit der ganzen Hand umklammert, hält Flo den Strauß mit seinen Fingerspitzen fest.

Das Detail in dem Bild sind viele fliegende Pusteblumenblüten. Da Flo mit voller Kraft gegen seinen Strauß pustet, fliegen die einzelnen Blüten in die linke Ecke des Fotos genau in Anjas Gesicht. Ob Sie deshalb Ihre Augen zusammen kneift oder weil die Sonne blendet kann nicht gesagt werden.

Bitte hinterlast ein Kommentar, wenn ihr weitere Fragen habt oder noch Details seht, die zur Beschreibung ergänzt werden können.

Kommentar und Fragen von Katrin:

Die Beschreibung gefällt mir sehr gut. Auch die Idee zu dem Foto.

Warum haben sich die beiden Portraitierten hingekniet, statt z.B. zu sitzen oder zu stehen?

Der Ansatz, vom Hintergrund zum Blickfang hin zu beschreiben, ist genau richtig. So bekommt der Hintergrund auch die gebührende Aufmerksamkeit, bevor man sich auf den Blickfang konzentriert. Aber vielleicht könnte die Art, wie die Sträuße und Blütenschirmchen genau aussehen bzw. fliegen noch etwas genauer beschrieben werden. Ich fände die Frage interessant, wie diese Details das Bild verändern. Hätte es ohne die blumen bzw. fliegenden Blüten anders gewirkt? Wenn ja, warum?

Außerdem finde ich es ungewöhnlich, dass hier zwei Menschen fotografiert sind. Bei dem Wort Portrait denke ich vor allem erst mal an jemand Einzelnen. Natürlich gibt es auch Portraits mit mehren Personen oder Gruppenfotos. Aber wenn ich höre, jemand sei portraitiert worden, habe ich als Vorstellung, die ich damit verbinde, erst einmal eine einzelne Person im Kopf. Deshalb würde ich gern wissen, wie die Idee zu dieser Konstellation zu Stande gekommen ist, was ihr vielleicht sonst noch ausprobiert habt und weshalb ihr euch gerade für dieses Foto entschieden habt, um es in den Blog zu stellen.

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Tina über unser Fotoseminar am 9. Mai 2015

Ich arbeite jetzt seit etwas mehr als einem Monat für „Bilder für die Blinden“ und habe um mich mit dem Projekt vertraut zu machen einige Bildbeschreibungen und Erfahrungsberichte zu vergangenen Workshops und Veranstaltungen gelesen. Vor ein paar Tagen habe ich unsere Vorschläge wie man Bilder für blinde Menschen beschreiben kann für unseren englischen Blog „Photo Narrations for the blind and sighted“ übersetzt und durch die intensive Beschäftigung mit dem Text kann ich ihn inzwischen fast auswendig. Aber das ist natürlich nicht mit der Teilnahme an einem Fotoseminar zu vergleichen und daher freute ich mich, vergangenen Samstag endlich selbst dabei sein zu können.

Trotz Bahnstreik schafften wir es rechtzeitig in der Alice Salomon Hochschule in Berlin zu sein. Auf dem Korridor hingen die Bilder aus dem Seminar im letzten Jahr. Im Großformat eingerahmt hinter Glas erweckten sie Ehrfurcht in mir und ich hoffte, dass in diesem Jahr ähnlich qualitative Bilder entstünden.

Wir bildeten einen Stuhlkreis und stellten uns alle der Reihe nach vor. Rose und ich sind die beiden neuen blinden Fotografinnen, Katrin, Silja und Susanne waren auch schon im letzten Jahr dabei gewesen. Von den ungefähr zwanzig Studierenden die Karstens Modul gewählt haben, studieren fast alle soziale Arbeit.

Anschließend bekam jede Fotografin drei Studierende zugeteilt und die Teams hatten bis zur Mittagspause Zeit erste Fotos zu machen und sich untereinander kennen zu lernen. Mein Team bestehend aus Anja, Marit und Flo ist echt super und wir verstanden uns auf Anhieb, aber ich war mir etwas unsicher, wie wir das Fotografieren angehen sollten. Wir gingen erst einmal raus, da das Wetter so schön war. Als wir etwas ziellos über eine Wiese liefen, pflückte Marit eine Pusteblume und pustete die kleinen Fallschirmchen in die Luft. Und plötzlich hatten wir ein Fotomotiv: Ein Gesicht in der Nahaufnahme, wie es in eine Pusteblume bläst und die Blütenblätter davon segeln.

Die Umsetzung gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht, da die Fallschirmchen nur aus einem bestimmten Winkel und bei günstigen Lichtverhältnissen zu sehen sind. Büsche und Bäume eigneten sich schlecht als Hintergrund, da sie selbst zu detailliert strukturiert waren und die Schirmchen davor kaum zu sehen waren. Mit einer grauen Wand als Hintergrund klappte es etwas besser.

Dann hatten wir die Idee zwei Menschen zu fotografieren, die einen Strauß Pusteblumen zwischen sich halten und gleichzeitig pusten. In der Umsetzung funktioniert das Ganze allerdings nicht so richtig, da Flo eher pustete als Anja, die die Blütenblätter ins Gesicht bekam, wodurch wir alle lachen mussten. Und dann war auch schon die Mittagspause. Wahrscheinlich müssen wir uns für das nächste Seminar auf dem Tempelhofer Feld am 6. Juni etwas neues einfallen lassen, da uns die Pusteblumen ausgehen.

Nach der Mittagspause erzählte uns Karsten etwas über die verschiedenen Arten von Portraits, die das Thema dieses Seminars sind. Es gibt nicht nur die klassischen Portraits, wie wir sie standardmäßig beim Fotografen machen lassen. Im Grunde genommen sind alle Fotos auf denen Menschen im Mittelpunkt stehen Portraits. Ich wusste bis dahin auch nicht, dass die Lichtverhältnisse für Portraits in Räumen besser sind als draußen im Sonnenschein, da direktes Sonnenlicht die Linien in Gesichtern hervor hebt und sie hart aussehen lässt. Es gibt also noch jede Menge zu lernen und ich freue mich schon auf den nächsten Workshop.

Einige der entstandenen Bilder gibt’s demnächst mit Beschreibung.

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Rose im Treptower Park von Katrin

STATUS: NOCH ZU BESCHREIBEN

An einem wunderschönen, warmen und sonnigen Sommertag streiften wir
durch den Treptower Park. Jemand hatte uns von einem Rosengarten
erzählt, der dort angelegt sein sollte und nach einigem Fragen fanden
wir ihn auch. Es war wirklich erstaunlich, wie viele verschiedene
Rosen dort angepflanzt waren. In allen Farben und Formen, hoch und
niedrig wachsend, mit großen und kleinen Blüten und mit ganz
unterschiedlichem Duft. Es war ein Genuss, meine Fingerspitzen über
sie gleiten zu lassen und den Duft einzuatmen. Besonders fasziniert
hat mich die Beschreibung einer Rose, deren Blütenblätter mehrfarbig
waren. Meine Beschreiberin sagte, es sähe aus, als wäre jedes einzelne
Blatt in einem anderen Farbton angemalt worden. Daher habe ich sie
auch fotografiert und bin nun sehr gespannt auf die detailliertere
Beschreibung.

Gelbrote Blüte einer Rose von oben gesehen

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Bear by Maria

Maria aus Kanada hat uns geschrieben:

Karsten
You might want to get your German describers to do this picture.
They might like to see a shot of a real black bear.
My sister lives on the outskirts of Vancouver at the bottom of a
ski hill and a wild stream. There is a lot of wildlife there and bears often
come into her back garden. One time a bear came, sat in the middle
of the garden and went to sleep for awhile  🙂  She had to wait for it to
wake up and leave before she could go out.
She said this one is a very healthy black bear.
I can only see the trees and pink flowers in front. I can’t see the bear
in the centre or any details on it, too dark.
Maria

Und nun als Überraschung für Maria hat Katrin das Bild auf Englisch beschrieben. Und als Überraschung für alle möchten wir euch ankündigen, daß es bald auch einen ganzen englischen Bildbeschreibungsblog geben wird!

A black bear in a garden

 

 

Bildbeschreibung von Katrin:

Dear Maria,

I just finished reading an article on animals vanishing from our daily life. Your picture is a wonderful proof that this is not true for everyone.
What we see is at first sight a nice picturesque garden scene: a wooden arch, painted neatly in white with lots of red flowers on both sides.
The arch is exactly in the middle of the edgewise picture. It is covered with greenery. Clematis climbs up on the left and drops its tendrils down from the middle. A cypress is growing close to its right hand side. In the foreground there is a piece of cosy lawn and in the back of the arch we see several big ferns and a lot of twigs that block the way. It looks like the entrance to a herbal grotto.
That is obviously where he came from: the bear. He is on his four paws and hasn’t quite got to the arch yet. Still, he already fills more than half of its width. He is not tall, but very stout. His coat is shiny and thick, all black, except of one bright patch on his chest. Which is hardly visible between his strong forelegs. He holds his head up and looks straight into the camera.
His eyes are sitting close to each other in his big black face. They are surprisingly small for the huge body.The strong snout is covered with white hair. He must be a rather old and respectable bear.
The black ears are perfectly shaped and upright. They make him look like the perfect pet bear.
He does not move, as far as I can see. Maybe he stopped on his way towards the lawn. As if he was hesitating to cross under the arch. He looks like an actor ready to enter the scene. What if he does? We do see his back. He is not sitting down and that powerful body can take him anywhere in less than a second. As we don’t see more of the garden, it is hard to judge the distance between us and the bear. In fact, it seems to me that the picture was taken with a zoom. Which I think is a good idea. I prefer to think the photographer was safe behind a window when she took it.
It is a very close encounter all the same.
Katrin

 

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Blick aus dem Fenster IV

STATUS: SCHON BESCHRIEBEN

Vor einigen Wochen schrieb Jenny:

Habe das Fensterfoto nicht vergessen. Ich würde es so gern an einem Ort machen, wo im Moment ganz viel Wehmut liegt. Meine Omi musste in ein Pflegeheim. Nun wohnt ihr ganzes Leben in einem winzigen Wandregal und einem halben Kleiderschrank in einem kleinen Doppelzimmer, welches sie mit einer fremden Person teilen muss. Das lässt mich alles so nachdenken, über Sinn und Sein, über Werte und Erinnerungen, über das, was das Leben uns lässt. Aus ihrem Fenster würde ich gern fotografieren, in den begrünten Hinterhof.

Und hier nun das Bild:

Meine Fensterfotos sind leider verunglückt. Kann passieren, wenn man blind fotografiert. Das Draußen ist verschwommen geraten, sagte man mir, während das Fenster selbst mit Rahmen und Blume eher scharf gelungen ist.

Ein Blick auf Bäume aus einem Fenster mit zwei Topfblumen auf der Fensterbank

Bildbeschreibung von Ewa Maria Slaska:

Fenster. Ein Fenster, das nicht besonders groß ist. Es ist ein modernes Fenster, das man nach innen kippen kann. Ist ja auch auf dem Foto leicht gekippt. Die Fensterrahmen sind braun mit schwarzer Gummidichtung. Der Fenstersims ist hell und glänzt ein bisschen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass am Fenster auch Jalousien angebracht sind, was erklären würde, was man da auf dem linken Fensterrahmen sieht, irgendeine silbergraue metallene Vorrichtung mit korallroten Griff. Hinter dem Fenster sieht man eine dichte, grüne Baumblättermasse. Linden vielleicht. Die Bäume sind alt, hoch, stark und gesund. Es tut gut, sie anzuschauen. Es ist wahrscheinlich Mai oder Juni, da das Grün noch frisch und partiell auch hell ist und keine Anzeichen der spätsommerlicher Welkheit aufweist. Die Luft ist ein bisschen grau, vielleicht hat es vorher geregnet. Jetzt regnet es nicht mehr, aber sichtlich ist es kein sonniger Tag. Vielleicht gar ein kühler Tag. Auf dem Fenstersims stehen zwei Blumentöpfe. Links ein graugrünlicher Übertopf mit rosaroten Kalanchoe in voller Blüte. Rechts ein etwas kleinere hellere Vase mit karminroter Celosia in länglichen Blütenknospen. Technisch gesehen ist das ganze Fenster, gar das ganze Bild, unscharf, und dies ist gerade das, was dem Bild Charme verleiht. Wie wenn man sagt, dass nur Männer ohne Fantasie schöne Frauen lieben. Jemand, der intelligent ist, wird keine Schönheit brauchen, sondern eine interessante Frau. Oder wie heute in der Berliner Zeitung, ein Satz von R. Stevie Moore, den legendären Gründer des Home-Recordings: „Perfektion ist mir egal. Ich mag schlechte Musik.“ Perfektes zwingt, die Perfektion zu bewundern. Aber dies ist schon alles. Sie lässt keinen Platz für Unerwartetes. Sie ist immer gleich. Unperfektes öffnet ein weites Feld für Imagination. Wie in der Kunstgeschichte. Interessant ist Romanik, weil man noch nicht alles kann und dann erst wieder der Impressionismus und alle seine Derivaten, weil da der Künstler absichtlich den Blick der Realität verstellt. Und das ist es, woran es ankommt. Die Wirklichkeit sehen wir selber. Für deren verstellten Blick brauchen wir Kunst.

Berlin 27. Juni 2011

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